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22 April 2018

P1040363P1040364P1040371By-nc-sa_colorNilpferdeinaugeFotos Jens Meyer

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14. März 1931 Warum ein Mord im Autobus nicht mehr möglich ist

IMG_6069IMG_6063IMG_6068IMG_6074By-nc-sa_colorNilpferd7Fotos Jens Meyer

 

 

Der Mord im Nachtbus

Der erste Mord fand in einem Nachtbus der Hamburger Verkehrsbetriebe statt. Am 14. März 1931. Kurz nach Mitternacht. Auf der Fahrt von Zollenspieker über Kirchwerder nach Hamburg. Zwölf Minuten später stiegen in Fünfhausen neue Fahrgäste zu. Der SA Sturm 14. Fünf Männer. Einer in SA Uniform. Mit dabei Albert Jansen. Dreiundzwanzig Jahre alt. Berufsangabe: Ehemaliger Polizist. Hans Höckmair. Achtundzwanzig Jahre alt und SA-Scharführer Otto Bammel, siebenundzwanzig Jahre alt. Es hat sogar einen Prozeß gegeben. Der begann am 3. November 1931 vor dem Schwurgericht in Hamburg. Drei Männer wurden verurteilt. Wegen Totschlags. Albert Jansen, Otto Bammel, Hans Höckmair. Die Urteile lauteten sieben Jahre für Hans Höckmair und Albert Jansen und sechs Jahre für SA Scharführer Otto Bammel. Das Urteil wurde am 3. November 1931 verkündet. Sie waren nicht lange im Gefängnis. Am 9. März 1933 wurden alle drei amnestiert. Aber es gibt eine Besonderheit. Als es im Mai 1945 vorbei war mit dem dritten deutschen Reich, mußten die Mörder ihre Reststrafe im Gefängnis verbüßen. Selten sowas. Heute wäre ein solcher Mord im Nachtbus nicht mehr möglich. Der letzte Bus kommt um 23.59 Uhr in Rothenburgsort an. Ernst Henning hat in Hamburg zwei Stolpersteine. Einen vor dem Hamburger Rathaus und einen in Hamburg Bergedorf in der Hassestrasse 11, wo er bis zu seiner Ermordung gewohnt hat.

Es gibt ein kleines Büchlein, das über den Mord an Ernst Henning ausführlich berichtet. “Mord über Deutschland- Die Hamburger KPD und der Mord an Ernst Henning 1931″  von Martina Scheffler. Es ist erschienen im LIT Verlag Hamburg/Münster  2006. Dr. Wilhelm Hopf und kostet 14,90 €.

 

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Peinliche Bezirksversammlung Bergedorf (Hauptausschuss)

IMG_6055IMG_6052By-nc-sa_colorNilpferd7Fotos Jens Meyer

11. April 1955

11. April 2018KommunalarbeitonBergedorfIMG_6053IMG_6051KlausPeterEick1955Rechts: Foto Ernst Henning Strasse. Fotograf Rudolf  Heinrich Meyer.  Zwei Knaben vor der Mädchenschule in der Ernst Henning Strasse  April 1955By-nc-sa_colorNilpferd7IMG_6074IMG_6069

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Bille Bad Bergedorf 1929 RHM

BilleBad1929RHMBy-nc-sa_colorNilpferd7Foto Rudolf Heinrich Meyer, Hamburg Bergedorf, 1929

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3001 Kino Regenwasser Anlage noch intakt

3001kino02032011Foto Jens Meyer By-nc-sa_colorNilpferd1 2. März 2011

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Teufel

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Nachruf Werner Esser Geb. 1948

Erschienen im Tagesspiegel vom 16.10.2015 Nachruf auf Werner Esser (Geb. 1948)Er hätte wohl gesagt:Die letzten fünf Monate war ich glücklich.“

von Tatjana Wulfert

Wir bleiben drin.“ Der Spruch zieht sich über die Fassade, schwarze Buchstaben auf weißem Banner in den Ästen eines vom Sockel bis unters Dach gemalten Baumes . 1974 hatten Studenten das Haus in der Waldemarstraße 81 in Kreuzberg besetzt und ihre Losung auf die Vorderfront gepinselt. 2015 gibt es Baum und Banner immer noch: Sie blieben drin, die einst wilden und inzwischen etablierten Intellektuellen.
Werner gehörte dazu, einerseits. Andererseits hatte er nie in einer Vorlesung gesessen. Aber er kannte sich mit Wohngemeinschaften aus. Hatte damals in Düsseldorf, wo er aufgewachsen, zur Schule und in die Lehre gegangen war, fluchtartig sein Elternhaus verlassen, um in die erste WG der Stadt zu ziehen. „Du hast psychische Probleme“, war ihm wieder und wieder an den Kopf geworfen worden von seinem prügelnden Vater, seiner kalten Mutter, die wütend zu dem „linken Pack“ gelaufen war, um ihn da herauszuholen.
Daraufhin, und um nicht zum Bund zu müssen, zog er nach Berlin und entdeckte die Waldemarstraße: das riesige Wohnzimmer, die Gemeinschaftsküche, seine neue Familie. Bei der er aber nie eingezogen ist. Jeden Freitag kam er vorbei und bewachte das einzige Telefon. Nahm den Hörer ab, wenn es klingelte und rief den Verlangten, auch hoch bis in den vierten Stock. Oder er saß mit den Kindern der Bewohner auf einem Sofa und guckte die Sesamstraße. Oder zapfte, wenn gefeiert wurde, Bier für alle. Tagsüber half er in der Tankstelle um die Ecke aus, zog Reifen auf, wusch die Wagen, begann Unmengen zu essen. Und zu trinken. Er schlang, er soff, er verlor seinen Job und stand eines Tages vor der Tür einer Freundin. Sie fuhr ihn sofort ins Krankenhaus. „Er muss einen Entzug machen“, sagte der Arzt, „auf der Stelle.“
Werner rührte keinen Tropfen mehr an, nie wieder. Rauchte dafür wie ein Schlot, schüttete literweise Kaffee in sich hinein und fand Arbeit in einem Abrissunternehmen. Er mochte die Arbeit, und er hatte Glück, Glück im Spiel, gewann beim „B.Z.“-Bingo 10 000 Mark, reiste damit nach Schweden, Norwegen, Finnland. Er liebte die kalten Länder, und wenn er gekonnt hätte, wäre er bis zum Nordkap gefahren.
Aber das Abrissunternehmen ging pleite. Es blieben der Hartz-IV- Satz und die Flaschen, die er einsammelte, die Feste in der Waldemarstraße, auf denen er noch immer das Bier zapfte, das Frühstück einmal im Monat und die Geburtstagsessen mit seiner Freundin. Er dachte an seinen Bruder, den von den Eltern geliebten Sohn, der schon tot war und den er vermisste. Sein Knie schmerzte, er kam kaum noch die Treppen hoch, wurde operiert, aber es wurde nicht besser. Er fiel hin, mitten auf dem Bürgersteig. Zwei Frauen kamen vorüber. „Guck mal“, sagte eine, „das besoffene Schwein.“ Zwei türkische Männer halfen ihm auf und gaben ihm Wasser. Und als Werner glaubte, es könne nicht mehr schlimmer werden, stellten die Ärzte den Lungenkrebs fest.
Hätte ihn jemand über das Glück befragt, hätte er wohl gesagt: „Die letzten fünf Monate war ich glücklich.“
Die letzten fünf Monate lebte Werner im Pflegewohnheim „Am Kreuzberg“. Er wohnte in einem hellen Zimmer, er hörte seine Jennifer-Rush- und Klassikplatten. Er wurde vom mürrischen Einzelgänger zu einem beschwingten Mitmenschen. Die Pfleger und Schwestern wandten sich ihm zu, wann immer er Schmerzen hatte, wann immer Angst.
Seit dem 1. Januar 2015 gibt es für Sozialhilfeempfänger, deren Bestattung das Amt bezahlt, keine Namenstafel mehr und keinen Trauerraum für die Abschiednehmenden. Werner starb am 1. Januar. Während seine Urne zusammen mit 20 anderen in das Grab gelassen wurde, zündeten das Pflegepersonal und alte Freunde im Heim eine Kerze für ihn an bei Kaffee und Kuchen und Jennifer Rush. Die alten Freunde ließen ein Schild für ihn anfertigen und schraubten es neben die Tür in der Waldemarstraße 81: „Hier zapfte Werner Esser, er hat uns immer gut eingeschenkt.“

Tatjana Wulfert

Anmerkung 2018: Es ist nicht alles richtig, was Tatjana Wulfert da im Tagesspiegel geschrieben hat, aber so falsch auch wieder nicht, das man es nicht veröffentlichen könnte. Zwei Nachrufe: Rainer Graff und Werner Esser auf Personen, die mit der Walde 81 etwas zu tun hatten.WernerWaldemarstrasse4

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Hamburg Landungsbrücken

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Der Dom kommt

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Taz Hamburg

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