Die Tote von Beverly Hills in Gnarrenburg

Die Tote von Beverly Hills in Gnarrenburg.

Gäbe es einen Nobelpreis für Kinosammler. Helmut Schloen hätte ihn verdient. Er sammelt Kinos und Eulen. Ein Geburtstagswunsch führte uns nach Gnarrenburg. Eine Autostunde von Hamburg entfernt. Wer den kurzen Weg mit der Eisenbahn nimmt, benötigt knapp drei Stunden, über Buxtehude.

Von Beruf ursprünglich LKW Fahrer und dann auf Filmvorfuehrer umgeschult. Neunzehn Jahre lang hat er das gemacht. Jetzt ist er neunundsiebzig und stolzer Besitzer von vier Kinos. Das größte dieser Kinos hat achtzehn Sitzplätze in drei Reihen. Bequem bestuhlt. Als er das Sammeln der 35 mm Maschinen begonnen hat, mußte er die Projektoren noch kaufen, später wurden sie ihm mehr oder weniger aufgedrängt. Sonst werden sie verschrottet, lautete die Drohung. Hamburg ist fast leergefegt.

Nur drei Kinos in Hamburg haben noch 35 mm Projektoren, die aber nur noch selten genutzt werden. Und sie stauben nicht vor sich hin, wie in den deutschen Kinomuseen in Berlin und Frankfurt, sondern viele von Ihnen hat Helmut Schloen liebevoll und mit Hilfe eines Kinotechnikers wieder aufgearbeitet. Und sie laufen. Leise.

Unsinnig wäre der Versuch die Herstellernamen und die Typbezeichnungen zu nennen. Er hat sie alle. Und alle Formate. Nur eine 70 mm Maschine und ein Projektor für 9,5 mm fehlen. Man sollte es gar nicht denken. Für eine 70 mm Maschine fehlt der Platz und für einen 9,5 mm Projektor die Filmkopien. Bisher wußten nur wenige Menschen von diesem fleissigen Sammler.

Doch am 1. Juni 2019 widmete ihm die Bremervörde Zeitung eine ganze Seite mit sieben Farbfotos. Unter der Überschrift: Helmut und das Eulentheater. Uns zeigt er die 35 mm Kopie des Filmes „Die Tote von Beverly Hills“, die wir aus Hamburg mitgebracht haben. Eben ein Geburtstagswunsch. Ein Film, von dem es keine DVD, Festplatte oder sonstwas gibt. Michael Pfleghar hieß der Regisseur. Kaum noch Menschen, die sich an diesen Film erinnern. Gnarrenburg ist eine Reise wert.

pdfEulenkino in Gnarrenburg        Fotos Jens Meyer

Dieser Beitrag wurde unter Helmut Schloen abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.