{"id":10719,"date":"2020-02-10T18:35:02","date_gmt":"2020-02-10T18:35:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=10719"},"modified":"2025-02-11T21:13:47","modified_gmt":"2025-02-11T21:13:47","slug":"geboren-am-6-oktober-1935","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=10719","title":{"rendered":"Geboren am 6. Oktober 1935. Interview mit Walter Tennigkeit"},"content":{"rendered":"\n<p>(Sohn von K\u00e4the und Richard Tennigkeit)<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/pdf10198ZeichenGeborenam6Oktober1935.pdf\">pdf10198ZeichenGeborenam6Oktober1935<\/a><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/pdf10198ZeichenGeborenam6Oktober1935.pdf\" class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<p>Interview mit Walter Tennigkeit am 29. M\u00e4rz 2011 (<strong>10.198 Zeichen) Geboren am 6. Oktober 1935<\/strong> <strong>J.M.: <\/strong>Wann genau sind sie geboren?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:<\/strong>\nAm 6. Oktober 1935.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:<\/strong>\nErinnern sie da aus ihrer Kindheit noch irgendwas, was sie da noch\nerlebt haben? War das schon hier in dieser Siedlung?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:<\/strong> Ich hab hier  . . . also in dieser Siedlung nachdem ich aus der Klinik gekommen bin mit meiner Mutter gelebt bis . . . ich zu meinem  Vormund gekommen bin  . . .  Und da war ich also  . . .   da war ich neun . . . vorher war ich . . . wie die Verhaftung war ich achteinhalb. <strong>J.M.:<\/strong> Wann war genau die Verhaftung?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:<\/strong> M\u00fcsste ich in irgendwelchen Sachen gucken . . .   <\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:<\/strong>\nSteht auch vorne an der T\u00fcr . . .  das war 1944 . . . \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:<\/strong>\nDas war 1944, das war im Fr\u00fchjahr.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:<\/strong>\nWie alt waren sie da?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:<\/strong>\nDa war ich achteinhalb.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:<\/strong>\nAchteinhalb . . .  und entsinnen sie da noch irgendwas? Auch vorher\nnoch was, was sie so als Kind noch erlebt haben oder so ?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:<\/strong> Also hier  in der Berner Siedlung war ja   . . . praktisch sone Insel, wo es nicht ganz so schlimm war  . . . umging  . . . ich wei\u00df wir mu\u00dften irgendwann kriegten wir son Ding an die Hauswand, da mu\u00dften wir dann zu bestimmten Tagen ne Fahne reinstecken, meine Eltern hatten aber kein Geld f\u00fcr ne Fahne, ham sie gesagt, ne und ham sich denn  . . . so ein . . .  das kleinere h\u00e4\u00dfliche zusammengen\u00e4ht  . . .  nur um der Vorschrift gen\u00fcge zu tun . . . das sind so Sachen  . . . also das da denn sowas hing, warum sie ne kleinere, das hab ich nat\u00fcrlich nicht erst sp\u00e4ter . .  . hintergekommen. Man macht sich ja also auch nicht so viel Gedanken . . .  als Kind  . . . da hat man andere Probleme  . . .  denn die Probleme, die die Erwachsenen hatten, mit dem Regime, da erfuhren wir nichts von. Durften wir nichts von erfahren, denn es war ja so . . . Spielkameraden wo  . . . die aus dem Hause wo also NS begeistert waren und wenn ich mit dem \u00fcber was geredet h\u00e4tte was ich wenn ich was gewu\u00dft h\u00e4tte . . . dann h\u00e4tte der das seinen Eltern  . . . und dann w\u00e4r das schlimm gewesen. In der Schule waren also einige der Lehrer auch darauf aus die Kinder in die Richtung auszufragen, abzuklopfen vor allen wo man wu\u00dfte, aus welchem Haus sie kommen . . . Mein Vater war hier im Gemeinderat und da wu\u00dfte man nat\u00fcrlich, wo er steht, politisch  und wurde man nat\u00fcrlich angebohrt von Lehrern  . . . hab ich  es bewu\u00dft nicht mitgekriegt ich konnte ja auch nichts sagen, weil ich nichts wu\u00dfte. Das war also bewu\u00dft. so  . . .    <\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M:<\/strong> Haben ihre Eltern dieses Haus gebaut? Oder ?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:<\/strong> Nein dies ist eine Genossenschaft  . . .  eine . . . in den zwanziger Jahren gegr\u00fcndet . . . wurde  . . . der sogenannte Gartenstadtgedanke  . . . war geplant . . . das wurde also sehr viel in Eigenhilfe gemacht und das man dann sp\u00e4ter das in eigen ist es als \u00fcbernehmen konnte. Und denn kamen aber die erste gro\u00dfe Wirtschaftskrise und dann ging das nicht mehr und dann wurde das in eine Genossenschaft umgewandelt   . . .  ich meine, das gesagt wurde da . . .  hat hier  . . . je . . .  eine Sparkasse oder die  . . . na wie heisst sie noch die Landwirtschaftliche Geschichte  . . . die hat also hier  . . . auch im  . . . im Buut (?) und auch am Bahnhof und so weiter auch noch die Felder zum Teil noch bewirtschaftet \u00fcber einen P\u00e4chter und die haben also  . . . Geld auch reingeschossen und dann Genossenschaft . . . es wird also nie mehr Eigentum Es wurde hier sehr viel in Eigenhilfe gemacht, die Strassen zum Teil wurden planiert und mit Grand und so weiter  . . . Asphalt und so was gabs damals ja alles oder war nicht n\u00f6tig, kamen paar Begrenzungssteine und das wars dann. Es wurden zum Teil f\u00fcr die Fussb\u00f6den noch aus dem Wald der zum Teil noch . . . was gerodet wurde, zum Teil sollen Fu\u00dfbodenbretter  selbst ges\u00e4gt worden sein, die anderen, die H\u00e4user, die da hinten sind, diese Putzbauten da haben sie also selbst Mauersteine gebacken, in der Scheune, wo jetzt das Volkshaus ist, da war ne Scheune und da wurde zum Teil also die Steine selbst fabriziert und denn verbaut, also sehr viel in Eigenhilfe  . . . aber  . . .  <\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.: <\/strong>Was war ihr Vater von Beruf?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.: <\/strong>Der war Dreher. Heute heisst das ja Zerspanungstechniker   . . . ja das hat alles ja neu Namen. Naja, er war also Dreher. Hat also gelernt bei der Vulkan Werft . . . oder  . . . nen Tochterunternehmen . . . oder was weiss ich . . . mein Gro\u00dfvater kam aus Stettin von der Vulkan Werft . . . als Schmied und ob er nun hier sich her nach Hamburg beworben hat oder versetzt wurde, wei\u00df ich nicht. Ich konnte ihn nicht mehr fragen. Also, der ist bevor ich geboren wurde ist der schon verstorben und wenn man anfangt sowas zu fragen , dann w\u00e4re er ja noch \u00e4lter gewesen. Ne also, der war Schmied und seine drei S\u00f6hne, die mit her gekommen sind, der eine war auch Dreher und der andere war Tischler, der hat nachher   . . .  hier in Hamburg im Hamburg im Arbeitsamt war er t\u00e4tig, hat die Tischler betreut . . . nach dem Krieg, ja das war also   . . .    <\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:<\/strong>\nUnd ihre Mutter, hat die auch einen Beruf gehabt?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:<\/strong> Ja, die war Kontoristin . . .  sagt man dazu . . . hat man das fr\u00fcher wohl genannt, die hat also im B\u00fcro gearbeitet . . . und zwar in verschiedenen gewerkschaftlichen Sachen . . .  in . . . das hab ich aber auch dann nur geh\u00f6rt . . . in B\u00e4ckerverband und nachher auch im Transportarbeiterverband und hat \u00fcber die Gewerkschaftsbund also bei der Gewerkschaftsarbeit meinen Vater n\u00e4her kennengelernt, der also bei der IG . . . bei der Metallarbeiterverband hiess das fr\u00fcher . . . Metallarbeiterverband auch ehrenamtlich t\u00e4tig war so nebenbei . . . Gewerkschaft   . . . den <\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M: <\/strong>Wissen sie noch, wo er zuletzt gearbeitet hat ?&#8216;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:<\/strong>\nDas hiess Spillingswerk, was die gemacht haben, weiss ich nicht. Ich\nwar mal mit meiner Mutter da und es war ja als Kind nat\u00fcrlich\nfaszinierend, wenn da diese Stahlsp\u00e4ne so vom Drehstahl . . . vom\nbunten . . . sich so langsam durch den Raum schl\u00e4ngeln so  . . . so\ndas war also ganz interessant, aber was er da gedreht hat  . . . es\nmu\u00df . . . im nachhinein kann man das so vermuten . . . also in der\n\u00fcberwiegend in der R\u00fcstung gewesen sein . . . denn er war uk\ngestellt . . . nannte sich das ja damals . . . also unabk\u00f6mmlich im\nWehrpass war abgestempelt . . . er mu\u00dfte also in der R\u00fcstung   . .\n. vermutlich . . . oder f\u00fcr die R\u00fcstung arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:<\/strong>\nIhre Eltern waren in der Kommunistischen Partei, oder?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:\n<\/strong>Ja, also mein Vater, soviel ich\nentnehmen konnte, was man so  h\u00f6rt, liest oder noch gefunden hat,\nja, meine Mutter kam aus der SAJ, das war die sozialistische\nArbeiterjugend, die Jugendorganisation der SPD . . . die Kinder, die\nda vor waren, das nannte sich Kinderfreunde und ab einem gewissen\nAlter war es die SAJ , nach dem Krieg die Falken  . . . das ist also\n. . . naja. Sie ist denn nachher aber in der USPD gewesen und von da\naus nachher auch in die KPD. Also so. Ob sie vorher in der SPD war,\nweiss ich nicht  . . .  als Kind interessiert man sich nicht und\nfragt da nicht nach und weiss gar nicht was das ist. So ungef\u00e4hr.\nAlso das immer nur so im nachhinein, was man denn so zum Teil\ngefunden hat in Schriften und so weiter oder . . . \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M<\/strong>.:\nAls ihre Eltern verhaftet wurden, da hatten sie ja gesagt, das h\u00e4tten\nsie noch miterlebt. Also . . . \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T:<\/strong>\nJa \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.: <\/strong>K\u00f6nnen Sie das noch mal schildern?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:<\/strong>\nJa, also mein Vater  . . . der wurde von der Arbeit abgeholt, der ist\ngar nicht mehr erst nach Haus gekommen. Und meine Mutter . . .  wir\nhatten ja auf der Strasse   . . . St\u00fcck weiter  . . .  Fu\u00dfball\ngespielt . . . mit nen paar  . . .  und denn kam hier  n Auto   . . .\nkam hier ein Auto vorbeigefahren . . . ich glaub das war Wanderer war\ndas  . . . son komisches W war da vorne . . . habe ich also nachher\nerst . . .  das das so einen Typ gab . . . ne . . . und denn stiegen\nzwei M\u00e4nner in langen braunen . . . schwarzen Lederm\u00e4nteln aus und\ngingen ins Haus . . . da wird man nat\u00fcrlich neugierig und guckt  . .\n.  aber naja . . . aber dann haben wir aber weitergespielt und dann\nhat meine Mutter mich reingerufen . . . und denn sassen die beiden\nKerle da und  . . . B\u00fccherstapel  . . . B\u00fccherschrank leer ger\u00e4umt.\nRadio hatten sie mitgenommen . . . oder da erst mal hingestellt . . .\nnachher mitgenommmen und dann also ich  . . .  wenn ich so die\nK\u00f6rpersprache meiner Mutter  . . . war Alarmstufe f\u00fcr mich  . . .\nich konnte das nicht  . . . irgendwie sagen, was das nun ist . . .\naber ich wu\u00dfte das Alarmstufe Vorsicht\n  . . .  dann hat man versucht, mich auch auszufragen . . . nach\nOnkel Max . . . das war der Max Heykendorf, der untergetaucht war . .\n. den sie gesucht hatten . . . da hatten sie nachgefragt . . . und\nnoch einen  . . . einen . . .  einen Bruns oder Brun, aber den kannte\nich gar nicht, der soll aber hier auch \u00fcbernachtet haben und\nuntergeschl\u00fcpft sein und tags\u00fcber war er denn irgendwo anders so  .\n. . aber das habe ich als Kind nicht mit gekriegt. Ich weiss nur,\ndass wir da oben ne Abseite hatten und . . .  .<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:\n<\/strong>Unterm Dach?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:\n<\/strong>Unter der Dachschr\u00e4ge war ne\nAbseite, die hab ich jetzt rausgenommen, damit der Raum gr\u00f6sser wird\n . . . aber (lacht) und da war so ne Ausbuchtung von dem vorderen\nFenster und da konnte man so rumkriechen und dahinter   . . . da\nhaben denn auch welche \u00fcbernachtet . . . in der Anfangszeit  . . .\nwas ich noch genau  . . . also  . . .  das hat man mich ausgefragt\nnach allem m\u00f6glichen aber  . . .  weiss ich nicht  . . . weiss ich\nnicht . . .  das war . . . \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:\n<\/strong>Wissen sie noch wann das genau\nwar? Das war ja sicher lange bevor sie ermordet worden . . .  sag ich\nmal so? Oder welche Formulierung haben Sie daf\u00fcr?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:<\/strong>\nBitte?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:<\/strong>\nLange bevor Ihre Eltern ermordet wurden, nehm ich mal an . . .  war\ndas ja?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:\n<\/strong>Ja das war an dem Tag, an dem\nsie verhaftet wurden. Sie sind also Anfang 44  . . . ja dann haben\nsie . . . dann hat meine Mutter gesagt . . . ich mu\u00df jetzt mal\nmitfahren mit dem Auto, die haben B\u00fccher und Radio eingepackt . . .\nund Du gehst r\u00fcber zu Frau L\u00fcbcke, die wohnte denn in Nummer 23 und\nheute abend dann kommt Tante Erna, die war mit ihrer Tochter, die\nwaren ausgebombt in Habichtstrasse Barmbek, da in der Ecke ham die\ngewohnt . . . Dieselstrasse . . . waren ausgebombt  . . . die hatten\nwir dann hier aufgenommen . . . der Mann war als Soldat irgendwo an\nder Front . . . und die war aber mit ihrer Tochter in Hamburg\ngewesen, hatten da Verwandtenbesuche gemacht und sollte erst abends\nnach Haus kommen. Ob . . . und das sind so Vermutungen  . . . die man\nhat sie bewu\u00dft da zu irgendwo zu jemand hingelockt, damit sie nicht\nhier ist . . . es sind nur Vermutungen . . . das kann man nicht  . .\n. sagen das das so war . . . wird so zum Teil so vermutet . . .  ne\ndas  man sie bewu\u00dft hier nicht haben wollte . . . he . . . die\nBeamten  . . . die Bekannten, da irgendwo nen Tipp gekriegt haben  .\n. . lad die doch mal ei . . . so ungef\u00e4hr . . . weiss ich nicht . .\n. kann sein . . . ja und denn . . . kamen die nachher abends r\u00fcber\nund ich wieder her und denn hab ich meine Eltern nie wieder gesehen .\n. .  also . . .  das war also . . . mann . . .  zu Anfang ist das ja\nso, da denkt man . . . naja die kommen wohl irgendwann wieder  . . . \naber was . . . also man weiss denn auch nicht . . .  man macht sich\nGedanken . . . warum und weshalb . . . warum sind sie nicht da. warum\nkommen sie denn . . . so ungef\u00e4hr . . . warum lassen sie mich hier\nallein . . . solche Gedanken hat man als Kind  . . . denn nat\u00fcrlich\n. . .<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:<\/strong>\nWaren sie ein Einzelkind? Oder waren da noch Geschwister?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:<\/strong>\nIch war als Einzelkind \u00fcbrig geblieben. Ich hab also einen \u00e4lteren\nBruder gehabt, der noch vor meiner Geburt gestorben ist. Damals war\nja die Kindersterblichkeit relativ gro\u00df . . . oder gr\u00f6\u00dfer wie\njetzt . . . er hatte irgendwie . . . ne Krankheit  . . . irgendwo . .\n. mit Durchfall und was weiss ich nicht alles  . . . und hat das also\nirgendwie vielleicht auch . . . nach damaligen Gesichtspunkten . . .\nnicht vielleicht nicht ganz richtig behandelt oder wie oder was aber\ner ist verstorben und meine Schwester, die nach mir geboren wurde,\ndie ich also nur gef\u00fchlt hab, wie sie im Bauch gestrampelt hat von\nmeiner Mutter  . . . das durfte ich dann auch, guck mal das hier  . .\n. das ist dein Bruder oder Schwester . . . wu\u00dfte man damals noch\nhatte ja damals kein Ultraschall . . . also naja . . . die ist aber\naus dem Krankenhaus gar nicht rausgekommen. Da waren also . . . das\nHerz soll auf der falschen Seite gewesen sein und noch ein paar\norganische Sch\u00e4den, die also . . . nicht \u00fcberlebensf\u00e4hig waren . .\n. und somit bin ich praktisch der einzigste der nachgeblieben wurde .\n. . entsprechend nat\u00fcrlich verpiepelt von meiner Mutter. Kann man\nsich vorstellen . . . ne, zwei verloren, jetzt m\u00fcssen wir aber\naufpassen . . .  ne . . . ich weiss, da hatten wir so komische lange\nStr\u00fcmpfe noch bis fast in den Sommer rein. Ich war kaum um die Ecke\nhabe ich sie runtergekrempelt  . . .  (lacht)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.<\/strong>:\nOder das Leibchen . . .  \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:<\/strong>\nDas Leibchen und diese Hemdhosen . . . das waren die Leibchen und mit\nden Gummib\u00e4ndern  . . . die wurde sofort abgemacht  . . .  und auf\ndem R\u00fcckweg wieder . . . aber so Sachen . . . gut das waren so\nSachen  . . . woran ich mich also recht genau erinnern kann . . .\nhier hinten auf dem Hof . . . jetzt ist der Schuppen . . . weg   . .\n.   . . . da stand son Schuppen dahinter war n Birnbaum und drunter .\n. . hinter dem Schuppen und rundherum waren Johannisbeerb\u00fcsche\ngepflanzt und in der Mitte war Rasen . . . so da konnte man Sitzen,\nohne gesehen zu werden und waren hin und wieder immer\nDiskussionsrunden. Da kamen Leute, die ich nicht kannte . . . also .\n. .  aber eine Person, die war also . . . weil sie entsprechend etwas\ngr\u00f6\u00dfer war wie die anderen und   . . . hat mich irgend wie\nfasziniert . . . das war der Adolf Kummernu\u00df . . . der sp\u00e4tere \u00d6TV\nVorsitzende  . . . der Adolf Kummernu\u00df  . . . der kam mehr aus der\naus der sozialdemokratischen  . . . Richtung und hier waren also auch\nKontakte zwischen den   . . .  obwohl die sich ja ne zeitlang . . .\nwas zwar idiotisch war . . .  aber gut . . .  praktisch bek\u00e4mpft\nhatten in der Hoffnung das . . . das sie nachher \u00fcber die St\u00e4rkeren\nsind, wenn das . . . der andere Spuk vorbei ist, aber der andere Spuk\nist st\u00e4rker geworden, weil sie sich zum Teil\nselbst behindert haben . . . also hier war so ne kleine Kontaktstelle\n. . . ich weiss das von anderen, die hinterher gesagt haben, ja  . .\n. ich wir haben da auch immer mit deinem Vater und mit deinen Eltern\ndiskutiert und so weiter . . . Ich weiss auch, dass einige, die\ndamals bei der KPD waren . . . also hinterher  . . . nachher gesagt\nhaben, ne also was die Kommunisten in Ru\u00dfland machen gef\u00e4llt uns\nnicht, die sind dann nachher bei der  . . . so \u00e4hnlich wie Herbert\nWehner, die sind dann nachher bei der SPD gelandet . . . solch gibt .\n. . so einer, der hatte mich darauf hin mal angesprochen. Aber also\nhier also war ne kleine Kontaktstelle und hier kamen auch . . .  und\ndie die nach dem Krieg also auch hin und wieder  . . . noch wieder\nf\u00fcr mich gesorgt  oder  oder oder Beh\u00f6rdensachen erledigt\nundsoweiter . . .  die Gertrud Meyer. Gertrud Meyer, die hat ja\nStreiflichter aus dem Hamburger Widerstand mit der Ursel Hochmuth\ngeschrieben. Die Gertrud Meyer, die war mit unseren Eltern\nbefreundet, die kam hier \u00f6fter und wir waren auch da zu Besuch  ja .\n. . die hat da<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:\n<\/strong>Haben sie sp\u00e4ter mal\nrausgefunden . . . wie das  . . . das war ja wahrscheinlich die\nGestapo, die mit den gr\u00fcnen M\u00e4nteln . . . wie die da drauf gekommen\nsind?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:\n<\/strong>Es gibt dort verschiedene\nVersionen oder Vermutungen. Und die Vermutungen wer dahinter stecken\nk\u00f6nnte habe ich nie rausgekriegt, das hat man mir verweigert . . . \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:<\/strong>\nDie Akte?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.\nT.: <\/strong>Ne, habe ich nicht gesehen.\n\n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:<\/strong>\nAber es gibt eine?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:\n<\/strong>Ja wahrscheinlich, die\nVerh\u00f6rsakte . . . hab ich nicht gesehen. Ne ich wollte also gerne\nwissen, wer sie angeblich verpfiffen haben sollte. Gingen hier\nGer\u00fcchte in Berne rum, aber wenn ich fragte, sie wissen es nicht.\nSie hatten wahrscheinlich Bef\u00fcrchtung das ich dann irgendwie . . .\nhochkommende Rachegef\u00fchle hab und dann da . . .  aber gut. Das ist\nalso  . . . mein Vater geh\u00f6rte zu den Leuten, die kein Blatt vorn\nMund nahmen und es ist so, wenn der in der Hochbahn sass und kam von\nder Arbeit und da war einer den kannte er gut aus der Bewegung heraus\noder so, dann fing er an mit dem zu diskutieren und das war immer\nzieml  . . . f\u00fcr die anderen oha Mensch Richard sei ruhig so\nungef\u00e4hr  . . . und manche sind also wenn sie gesehen haben, dass er\nin die U-Bahn eingestiegen ist, in den n\u00e4chsten Wagen gegangen, um \n. . . nicht der Gefahr ausgesetzt zu sein dass da irgendwelche Leute\nwas mith\u00f6ren und sofort hinlaufen. Es kann also sein, da\u00df diese  .\n. . ja ich weiss nicht ob das mutig ist  . . . vielleicht auch schon\nleichtsinnig zu bezeichnen, dazu gef\u00fchrt hat, dass ihn irgendeiner\nangezeigt hat. Meine Eltern aber  . . . es gibt eben auch die andere\nVersion, sie haben ja an dieser Widerstandsgruppe B\u00e4stler Jacobs\nAbsagen, mit der Gruppe haben  sie zusammen gearbeitet oder waren da\nmit bei und da soll einer  . . . einen der gegen Franko gek\u00e4mpf hat,\nein Spanienk\u00e4mpfer, der soll da gefangen genommen worden sein,\numgedreht worden sein und hier nach Hamburg geschickt worden sein,\nund der war denn als Maulwurf hier und hat dann verschiedene Sachen\nhochgehen lassen. Das ist die andere Version.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:<\/strong>\nHatten sie auch mal versucht, das rauszukriegen, da irgendwie im\nStaatsarchiv oder so?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:\n<\/strong>Ne ne ich bin . . . \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:<\/strong>\nEs ist ja vielfach so gewesen, dass die Gestapo nicht so gut\norganisiert gewesen ist, nicht so viele Spitzel hatte, wie es der\nStaatssicherheitsdienst in der DDR hatte . . . Das die meisten durch\nDenunziation aufgeflogen sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:<\/strong>\nEs ist m\u00f6glich, das die Version mit diesem Spanienk\u00e4mpfer scheint\nmir wohl die richtige zu sein. Ich weiss das nicht. Denn die wu\u00dfte\nja auch verschiedene Namen und nach denen er gefragt hatte\nundsoweiter.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:\n<\/strong>Hat es denn einen Proze\u00df\ngegeben?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:\n<\/strong>Nein, es ist ohne Proze\u00df . . .\nsie sind ohne Proze\u00df . . . sind auch nicht hingerichtet worden  . .\n.  offiziell  . . .  mein Vater  hatte es . . . durch die viele\nArbeit und schlechte Ern\u00e4hrung  . . . er hat nachher in Neuengamme,\naus einem Brief geht das hervor, der er geschrieben hat . . . meinen\nGro\u00dfeltern, dass er wieder als Dreher arbeitet  . . . und mit\nNeuengamme, das habe ich dann auch mal wieder geh\u00f6rt und gelesen\nhatte Mauser mit H\u00e4ftlingen zusammen gearbeitet . . . also da hatte\ner wieder als Dreher gearbeitet . . .  Mauser war ja\nWaffenhersteller, nicht nur Schieblehren, sondern auch Waffen . . .\nalso.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:<\/strong>\nSchieblehre hab ich ja noch.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:<\/strong>\n(lacht) Ja, ja der hat auch Waffen, Pistolen und Gewehre und so was\ngebaut.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:<\/strong>\nIm KZ?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:\n<\/strong>Im KZ oder ausserhalb, denn\nwurden sie eben irgendwo hingebracht in die Werkstatt und denn abends\nwieder zur\u00fcck. Da ist er also krank geworden und ist angeblich an\nder Krankheit verstorben, ob er jetzt nun auch Folter ausgesetzt war\nin Verh\u00f6ren,  wissen wir nicht. Es ist zu vermuten. Bei meiner\nMutter war das so sich an Verf\u00fchrers Geburtstag erh\u00e4ngt haben, am\n20. April war das glaub ich soll sich am 20. April am Bettgestell\nerh\u00e4ngt haben. Es gibt da eben Sachen . . . die sagen, man wollte\nsie erpressen, wenn sie nichts sagt, dann komm ich ins Heim, damit\nwollte man sie erpressen. Sie wollte aber nichts sagen. Das ist die\neiner Version und die andere Version ist an diesem Tagen wurde unter\nden Wachmannschaften heftig gefeiert und gesoffen und da kam es zu\n\u00dcbergriffen. Weiss ich nicht. Fuhlsb\u00fcttel. War ja Frauengef\u00e4ngnis\nund meine Tante, in dem Haushalt bin ich ja auch gro\u00df geworden, sein\nVater war denn noch mein Vormund \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(Ende\nBand 1)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>(Band 2)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:\n<\/strong>Wo waren wir? Bei Detlev.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:<\/strong>\nJa, also bei meiner Tante, die war mit ihren Eltern  . . . also mit\nmeinen Gro\u00dfeltern zusammen noch zu Leichenschau . . . und die hat\ngesagt  . . . so sieht keiner aus, der sich erh\u00e4ngt hat. Weil sie\nauch schon  . . . mal praktisch . . . Erh\u00e4ngte gesehen hat. So kann\n. . .  ne . . . die mu\u00df anders umgekommen sein. So . . . aber  wie,\nweiss man nicht . . . das war   . . . \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:<\/strong>\nIn welcher Schulklasse waren sie als ihre Eltern abgeholt worden sind\n?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:<\/strong> Ich war ja in der zweiten  . . .  hier in der Berner Schule . . . so ich war also in der Berner Schule . . . der Lehrer, den wir hatten, der schien ziemlich . . .  naja . . .   neutral zu sein, aber ich weiss das nicht genau, der war . . .  der war hier mit einigen zusammen in der Klasse, die immer noch in Berne wohnen  . . . fr\u00fcherer Sportsamtsleiter Heiner Widderich . . . der wohnte hier am Ende Moschlauer Kamp . . . oder . . . Rudolf Burack,<\/p>\n\n\n\n<p>der\nBetriebsrat im Springer Verlag nachher war, mit dem waren meine\nEltern auch befreundet und der Vater war aber im Krieg gefallen  naja\nalso, hier bin ich gro\u00df geworden . . .   und ja wie das mit meiner\nMutter dann . . .  weiss ich nicht . . . also  . . .  das war eben .\n. .  so offiziell, soll sie sich erh\u00e4ngt haben  . . . und na . . .\nman weiss es nicht . . . \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:\n<\/strong>Denen ist ja eigentlich nix zu glauben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:<\/strong>\n Ja . . . nach dem Krieg hat sich denn der Adolf Kummernu\u00df auch ein\nbi\u00dfchen drum gek\u00fcmmert, der hat dann \u00fcber die  . . . \u00d6TV, wie sie\ndann nach dem Krieg   . . . mir eine kleine Zusatzrente  . . . 50,00\nMark im Monat oder so hab ich da gekriegt . . . das weiss ich noch .\n. . bis ich dann selbst in die Lehre kam und denn . . . \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:<\/strong>\nWas haben sie da gelernt?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:<\/strong>\nIch hab ja . . . heute nennt sich das Konstruktions Mechaniker \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:<\/strong>\nMaschinenschlosser? \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.\nT.:<\/strong>  . . . Stahlbauschlosser<\/p>\n\n\n\n<p> \n. . . beim\nKampnagel. Den Kranbau.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:<\/strong>\nHatte ich auch Leute, die in meiner Berufsschulklasse waren von\nKampnagel. Ich hab doch HDW gelernt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:<\/strong> Bei Kampnagel habe ich gelernt und denn bin ich vorher hin noch mal zum Gewerkschaftshaus  . . . mich bedankt  . . . hab ich zum Abschied noch ne Armbanduhr geschenkt bekommen . . . und die Frage war, was machst du, was lernst du auch bei Kampnagel . . . bist denn schon in der Gewerkschaft . . . ich sach  . . . ne noch nicht, aber das ist f\u00fcr mich also ganz klar..und denn sagte er . . .  Moment, denn is er runtergegangen . . . kam er wieder mit Mitgliedsbuch  . . . M\u00e4rz schon bezahlt . . . April mu\u00dft du selbst bezahlen, sagt er, denn bist du in der Lehre . . . denn bin ich also gleich ab ersten Tag in die Gewerkschaft   . . . ich bin also   . . . es hat bei mir   . . .  wollen wir mal ein b\u00fcschen zur\u00fcckblenden  . . . ich war ja hier   . . . nachdem mein Vater verstorben war . . .  mu\u00dfte mein Onkel, mu\u00dfte einer die Vormundschaft \u00fcbernehmen . . . das hat mein Onkel gemacht . . . und dat g\u00fcng aber nur , wenn ich da wohn . . . so  . . .   und nun ist das  <\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:\n<\/strong>Das war jetzt Detlevs Vater?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:<\/strong> Detlevs Vater   . . . und hier dieses Haus  . . .   was also meine Eltern  . . . man mu\u00df sagen . . . die Satzung sagt, das Nutzungsrecht in grader Linie vererbbar  . . . So nun war ich Erbe f\u00fcr dies Nutzungsrecht  . . . in vielen Gartenh\u00e4usern wurden eben auch Verfolgte rausgeschmissen und wurden Nazis reingesetzt . . . hier hat der damalige Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer . . . ich glaub Ahrens hiess der . . . oder so  . . . aber  . . . bin ich nicht ganz sicher, gesagt, nein (klopft auf den Tisch dreimal)  . . . das schreiben wir auf den Namen von Walter T. . . nur ich war nicht wohnberechtigt . . . und ich wohnte ja auch gar nicht mehr  . . . ich wohnte ja bei meinem  . . . Dings . . .  und denn hatten wir ja aber die Ausgebombten noch wohnen und dann nachdem  . . . deren H\u00e4user . . . die haben dann also hier gewohnt  . . . praktisch als Untermieter bei mir   . . .  komische Konstruktion  . . .   aber  . . . das ist wieder die andere Seite, es gab auch bei den Nazis vern\u00fcnftige Leute . . . oder . . . oder . . .  vern\u00fcnftig kann man da nicht sagen . . . vern\u00fcnftige Leute sind keine Nazis geworden . . . aber, es gab also Leute, die bi\u00dfchen humaner waren . . . ne das kriegt der Sohn und so weiter . . . und deswegen bin ich nachher  . . . wie ich geheiratet habe, gleich wieder hier rein . . .  so lange habe ich bei meinem Onkel und Tante gewohnt . . .  <\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:<\/strong>\nEntsinnen sie noch wie man sie als Kind behandelt hat? Weil ja\nwahrscheinlich bekannt war . . .  dass.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:<\/strong>\nAlso hier in der Berner Schule war das nat\u00fcrlich bekannt. Aber in\ndem Moment  . . . also von der Verhaftung im Fr\u00fchjahr bis zum Herbst\n. . .  bis zum Tod meines Vaters war ich hier noch an der Schule und\ndann kam ich nach Oldenfelde  . . . weil  mein  . . .  die wohnten\ndamals in der  . . . heute heisst sie Wolliner Strasse   . . . fr\u00fcher\nhiess sie Farmsener Strasse   . . .  wohnten in der Farmsener Strasse\nund von da sind wir in der Oldenfelder Schule  mit meinem Cousin . .\n. mit Detlevs  . . . ja Detlev ist der j\u00fcngste, da ist der\nzweitj\u00fcngste Bruder  . . . in einer Klasse . . . der ist also ja  .\n. . vier Monate j\u00fcnger wie ich, ich bin im Oktober und er ist im\nFebruar geboren nich . . . also  . . . waren wir in einer Klasse und\nda wu\u00dfte das keiner  . . . und den Lehrern hatte man das halt eben\nnicht gesagt . . . die Eltern sind  . . . im Krieg umgekommen  . . .\num  . . . damit ich von einigen . . . und wir hatten da eine\nLehrerin, das war  . . .  die war so nicht ganz . . . die hat man\nzwar nachher \u00fcbernommen, weil es keine anderen Lehrer gab . . . aber\n . . . das war sone Nazi Tante  . . .  aber   . . . wu\u00dfte man das\nhalt nicht erz\u00e4hlt. Und denn sind wir, als denn meine Gro\u00dfeltern\nstarben . . . also die Eltern von Detlevs Mutter  . . . wo wir vorher\ngewohnt hatten in der Wolliner Strasse  . . . das war der Vater von\nDetlevs Vater . . . und der hatte . . . sein Vater hatte noch zwei\nSchwestern . . . die eine wohnte aber in dr\u00fcben in irgendwo . . . \nRiesengebirge . . .  ist aber denn mit Krieg oder mit hergefl\u00fcchtet\nund die andere war hier irgendwo in Norddeutschland Krankenschwester \n und da hatten sie also erst den Vater von meinem Onkel . . .\npraktisch hat meine Tante  mit versorgt   . . . der war ja allein, er\nwar Witwer . . . aber wie denn mein Gro\u00dfvater starb . . . also von\nDetlevs Mutter der Vater dann konnte meine Oma da am Knill . . . mit\ndem Haus und Garten nicht alllein zurecht kommen und denn haben sie\ngesagt, denn ziehen wir dahin . . . und denn bin ich nach Farmsen zur\nSchule gekommen. Ich weiss sie hatten  . . . um jetzt noch mal wieder\nauf Schule zu kommen . . . einen Lehrer hatten wir  . . . das war ein\nFachlehrer  . . . ich sag nicht, was der immer unterrichtet hat . . .\n jedenfalls hatten wir bei dem Physik oder Chemie oder irgend sowas \n. . . und wenn der aus dem Lehrerzimmer kam  . . . ri\u00df er die T\u00fcr\nauf: Heil Hitler, dann machte er die T\u00fcr zu, guten Morgen Jungs . .\n.  (lacht) also der  . . . der mu\u00dfte nach aussen hin . . . das sind\nso Sachen . . . so einzeln Sachen, die  . . . sind dann irgendwo . .\n. das sind Erlebnisse  . . . die hat man gespeichert  . . .  und das\nweiss ich noch . . . ja und und den Lehrer, den wir dann in Farmsen\nhatten, der war kurz vor der Pensionierung, das war auch ein Altnazi\n. . . und dann hatten wir einen gekriegt . . . der war als Lehrer\nsehr gut  . . .  war . . . inzwischen hat man sich ja politisch auch\nein bi\u00dfchen . . .  w\u00fcrde sagen . . .  na . . . ein\ndeutsch-nationaler gewesen . . . aber kein Nazi, in dem Sinne, der\nhatte noch irgendwo einen klein bi\u00dfchen Land drau\u00dfen in Schleswig\nHolstein und ackerte da auch noch selbst und bei dem haben wir dann\nverdammt viel gelernt  . . . nech wir sind also  . . . ich sag mal so\n. . . aus der Volksschule entlassen worden . . . mit einem Niveau,\nwas heute die Mittelschule hat, ausser Sprachen, ausser Englisch . .\n. in der Zeit, wo Englisch war, haben wir im Bunker gesessen, sag ich\nimmer so . . . also wir haben nicht viel Englisch gehabt . . . aber \n. . . ja es kam nachher Englisch . . .  aber den habe ich bewu\u00dft . .\n.  mich rauskatapultiert, in dem ich Mist gemacht hab und dann wurde\nich rausgeschmissen, ich wollte Englisch nicht . . . aus einem ganz\nanderen Grunde . . . ich h\u00e4tte zur Mittleren Reife . . . zum Oberbau\n. . . hiess es ja damals und da war das Englisch Pflicht und das\nwollte ich nicht . . . ich wollte, so schnell wie m\u00f6glich auf\neigenen F\u00fcssen stehn, Geld verdienen, ich hatte immer son bi\u00dfchen\ndas Gef\u00fchl, ich lieg meinem Onkel und Tante auf der Tasche. Ich\nhatte zwar die . . . von der Gewerkschaft die kleine Rente und ich\nhatte die Waisenrente von meinen Eltern   . . . ne aber das . . . ich\nwollte schnell selbst Geld verdienen . . .  Das war so ein Grund,\ndass ich bewu\u00dft gesagt hab, ne ich will Volksschulabschlu\u00df . . .\nschnell raus in B\u00fcro . . . wollte eigentlich schon in der achten\nKlasse abgehen, aber dann hat man mich aber  . . . nee . . . damals\nkonnte man die neunte Klasse noch machen, ne ne machen wir alle. Und\nder hat uns also so kann ich zwar auch nicht mehr Algebra mit zwei\nUnbekannten . . . was ich gut noch genutzt hab war . . . er hat uns\nStenografie gelernt . . . das konnte ich in der Berufsschule gut\ngebrauchen . . . das ist jetzt auch versandet, man braucht das\nnachher nicht mehr . . . all solche Sachen hat er gemacht . . . also\ndas war gut . . . war ein guter Lehrer . . . mu\u00df ich schon sagen . .\n. der ist mit uns auf Klassenreise gegangen . . . Fahrradtouren . . .\nund all sowas ne  . . . ins Zeltlager . . .  Schulzeltlager  . . .\nund alles  . . . das war also die schulische Sache . . . aber bevor\nich \u00fcberhaupt wieder so bi\u00dfchen sogenannten . . .  an der\nGesellschaft, oder an dem Leben in der Gesellschaft mich erst wieder\nmit eingebracht hat, das hat lange gedauert . . . ich hab mich also\nin meinen Schmollwinkel zur\u00fcck gezogen, wie man so sch\u00f6n sagt  . .\n. gut zuhaus in der Familie war es was anderes, aber nach aussen hin\nimmer . . . ogott . . . und sind das vielleicht auch so welche, die\nson Mist gemacht haben und so weiter und . . . hat lange gedauert und\nan sich hab ich da . . . oder hat mir da geholfen unser Nachbar  . .\n.  der Sohn, der war beim Wandervogel . . .  B\u00fcndische Jugend  . . .\nund der erz\u00e4hlte immer . . . hallo und machen . . . machen wir . . .\nund das ist ja was   . . . sag ich  . . . da m\u00f6chte ich mal mit . .\n.  ne sagte mein Onkel und Tante . . . das ist nicht im Sinne deiner\nEltern . . . wenn du so was machen willst, dann geh zu den Falken . .\n.  so . . . ja nat\u00fcrlich . . . dann hab ich da in der Klasse  . . .\ndann hatten wir in der Klasse einen Kameraden, der war in den Falken \n . . . und denn haben wir da mal auf dem Nachhauseweg so geschnackt .\n. . na dann komm doch mal mit und durch diese ganze\nGruppengemeinschaft . . . Gruppenerlebnis bin ich also so  . . . das\nwar der R\u00fcckkehr wieder in die allgemeine Gesellschaft . . . sag ich\nmal so . . . und da haben wir uns nat\u00fcrlich auch politisch\ninteressiert  . . . und das war unten  . . .  \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:<\/strong>\nDetlev hat davon erz\u00e4hlt, dass die Mutter, seine Mutter immer\nschlecht von den Kommunisten geredet hat irgendwie . . . ja die haben\nda nen Fehler gemacht . . . \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:<\/strong>\nJa nat\u00fcrlich  . . .  \u00e4h  . . . \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.: <\/strong>Ja, sie war wohl mehr sozialdemokratisch . . . <\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:<\/strong>\nMein Gro\u00dfvater, meine Gro\u00dfeltern, von meiner Tante die Eltern, die\nwaren Sozialdemokraten durch und durch . . . ihr  Bruder . . . ihr\n\u00e4ltester Bruder ist im ersten Weltkrieg schwer besch\u00e4digt worden\nund ist sp\u00e4ter an diesen Kriegssch\u00e4denfolgen fr\u00fcher verstorben als\nnormal. So kann man das wohl sagen . . . dann hatte sie eben meine\nMutter, die war aber sechs Jahre \u00e4lter wie sie, sie war die j\u00fcngste\nund dann war da noch ein Bruder, der  . . .   war bei der Hamburger\nFeuerwehr Brandmeister . . . und der ist also in Bremen . . .  in\nBremer Einsatz . . .  Hamburger haben da Bremen geholfen wie die   .\n. . da isser er  . . .  da ist ihm ein Balken ins Genick gefallen . .\n. wollt er noch mal rein  . . . \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:<\/strong>\nW\u00e4hrend des Krieges?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:<\/strong> Ja, w\u00e4hrend der Bombenangriffe, da ist er umgekommen, der mu\u00dfte aber um seinen Job zu behalten als Brandmeister bei der Feuerwehr . . . hatte er immer diese Wollhandkrabbe . . . wurde immer gesagt  . . . ja . . . NSDAP Abzeichen, ja, ja, das mu\u00dfte er, sonst h\u00e4tte er seinen Job verloren . . .  <\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:<\/strong>\nWollhandkrabbe  . . . \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T:<\/strong> Ja, genauso der eine Bruder von meinem Vater, der Otto, der nachher im Arbeitsamt war, der war nach dem Krieg SPD und der hat auch  . . . wie er in der . . .  w\u00e4hrend der KZ Haft ist seine Frau fremd gegangen und anschliessend war die Scheidung, wie er wieder raus kam . . . und der hat als Tischler keine Arbeit gehabt und ist denn . . . weil er fr\u00fcher auch wandern und so weiter . . .  meine Eltern waren ja auch Jugendliche . . . in Jugendbewegung gewesen . . . eben nicht in der Wandervogelbewegung  . . . das war die b\u00fcndische . . . aber in der Arbeiterjugendbewegung und da ist er  . . . da hat man ihm einen Job angeboten beim KDF . . . das ist diese Urlaubssache . . . der Nazis Kraft durch Freude   . . . nannte sich das . . . und dann hat er da Wanderungen, Touren, Reisen organisiert. und da war mein Vater . . .  das weiss ich . . . die haben sich da gekanzelt . . . blo\u00df so ungef\u00e4hr  . . .  ja das war also so, da\u00df einige sagten, also . . . ich mu\u00df irgendwie \u00fcberleben. Dann brauchte er auch nicht zum Milit\u00e4r . . . und der andere On . . .   \u00e4h Bruder Bruno, der war auch Dreher   . . . hat auch in der R\u00fcs  . . . der hat bei Kampnagel Dreher als Dreher gearbeitet . . . die haben auch teilweise R\u00fcstung gemacht . . . und . . . also insofern  . . .  ja soll man das verurteilen? . . . also das haben ja viele, um ihre Haut zu retten . . . zumindestens . . . ein bi\u00dfchen mitgespielt . . .  <\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:\n <\/strong>Es war ja von dem  . . . den Fallada noch mal gelesen . . . ja\nnicht noch mal gelesen sondern jetzt grade gelesen.  Der ist also in\nden USA jetzt grade so  . . . Kleiner Mann . . . wie heisst der noch\nmal  . . . Jeder stirbt f\u00fcr sich allein, wei\u00df ich nicht, ob sie das\nkennen. Das ist war fr\u00fcher mal aufgelegt, das ist die Geschichte von\nzwei Eheleuten . . . Eheleuten, deren Sohn im Krieg f\u00e4llt, wie man\nso sagt, irgendwie . . . und wo die Mutter dann anf\u00e4ngt . . . dann\nfangen sie an so Postkarten zu schreiben, die sie \u00fcberall hinlegen\nund werden dann irgendwie aber nach zwei Jahren, obwohl das ganz\nheimlich l\u00e4uft also werden sie festgenommen und umgebracht im Knast.\nDieses Buch ist jetzt grade wieder  . . . das kommt \u00fcber Frankreich,\ndas ist zwar schon 46 in Deutschland erschienen und ist jetzt in den\nUSA ein gro\u00dfer Renner geworden, irgendwie . . . und jetzt hab ich es\nmir denn auch noch mal geholt . . .   Das ist eine differenzierte\nGeschichtsdarstellung von so einer Berliner Paar.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:\n<\/strong>Ja, das sind also so . . . da bin ich ja so langsam wieder ich\nzwischendurch war ich auch dreimal verschickt . . . nicht von der\nSchule, daf\u00fcr war ich zu schwer, obwohl ich d\u00fcnn war, ich hatte\nimmer das Gewicht, was man in meinem Alter haben mu\u00dfte, aber ich war\neben d\u00fcnn . . . verschickt von der  vom Komitee ehemals politischer\nGefangener hiess das zu Anfang, daraus ist die VVN hervorgegangen und\ndie Arbeitsgemeinschaft verfolgter Sozialdemokraten  . . . die haben\nsich getrennt nachher . . . zuerst waren sie zusammen  . . . als\nKomitee ehemaliger . . .   \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:<\/strong>\nJetzt nach dem Krieg?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:\n<\/strong>Nach dem Krieg . . . und von diesem Komitee oder nachher war das\nwohl auch schon VVN war ich drei mal in Steinbeck . . . Steinbeck bei\nBuchholz, da hatten sie ein Kinderheim  . . . und da wurden wir dann \n. . . einmal ern\u00e4hrungsm\u00e4ssig b\u00fcschen aufgepeppelt . . . wir\nwurden . . .  hatten da nen Lehrer, der Unterricht ging weiter . . .\nalso weil wir da fast sechs Wochen oder was waren  . . . w\u00e4r der\nSchulausfall wohl zu gro\u00df gewesen . . . und dann war ich noch von\nOktober bis Dezember in D\u00e4nemark bei Draning M\u00f6lle . . .  \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:<\/strong>\nIn welchem Jahr war das?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:<\/strong>\nDas war . . .  das war  . . . schon nach dem Krieg . . . das war . .\n. wann kann das gewesen sein? 1947\/48  . . . ich glaub 47 mu\u00df das\ngewesen sein, von Dezember bis Weihnachten  . . . Neujahr warn wir\nwieder hier   . . . und da war das also noch so . . . das waren alles\naus ganz Deutschland Kinder von Opfern  . . . vom NS Opfern . . .\nKopenhagen auf dem Hauptbahnhof mit Blitzlicht und allem m\u00f6glichen,\nging durch alle . . . alle Zeitungen da in Kopenhagen . . . und wir\nwaren in der N\u00e4he von Helsing\u00f6r, kleiner Ort   . . . Dr\u00f6nningm\u00f6lle,\n\u00fcbersetzt heisst das K\u00f6nigsm\u00fchle , dronning ist der K\u00f6nig, von\nder Drohne bei den Bienen . . . aber na gut, also gut  . . . also in\nDronningm\u00f6lle waren wir und das in einem Hotel, das einer\nReederfamilie geh\u00f6rte und im Sommer aber keinen . . . deswegen von\nOktober bis im Sommer war das also nicht belegt . . . da war nur im\nSommerurlaub damals, heute macht man ja auch im Winter an der K\u00fcste\nUrlaub . . . aber damals war noch, da waren wir ein Vierteljahr . . .\nund das war eigenartig . . . obwohl das also bekannt war , was wir\nf\u00fcr Kinder waren . . . wenn wir auf der Strasse mit paar waren oder\ngingen und haben deutsch gesprochen wurden wir ganz schief angekuckt.\nAlso ja, das war eigenartig . . . obwohl sie genau wu\u00dften, dass also\nwir imgrunde ja nicht zu geh\u00f6rten . . . jetzt wissen sie ja, wenn\nDeutsche kommen, freuen sie sich, die bringen Geld mit . Aber gut,\ndas war aber damals, gleich nach . . . der Zeit . . . das sind so\nSachen, die man dann in Erinnerung hat . . . \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:\n<\/strong>Wann haben sie das erste mal so erz\u00e4hlt, was mit ihren Eltern\npassiert ist und das das Kommunisten waren?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:<\/strong>\nAlso das hab ich ja . . . praktisch immer nur durch hier und da mal\ngefragt . . . man hat mir zum Beispiel nie gesagt, dass meine Eltern\nnicht mehr leben . . . das hat man mir nie gesagt, das hab ich nur so\ndann  . . . wenn man eins und eins zusammenzieht . . . dann und denn\nnachher  . . . wie das also klar war  . . . ich mu\u00dfte also\nmindestens vier mal im Jahr mit Oma zum Friedhof  . . . das hat mir\ndie Sache so verleidet . . . ich sach also . . . ich denk mehr und\n\u00f6fter an meine Eltern, wie manch einer . . . aber ich brauch nicht\nirgendwo ein bestimmtes St\u00fcck Erde hinlaufen, mir drei Tr\u00e4nen\nabquetschen und wieder nach Haus gehen, das ist dummes Zeug sag ich,\nbrauch ich das nicht . . . aber das ist Ansichtssache . . . \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:\n<\/strong>Da ist ein Stein auf dem\nFriedhof  . . .  in Ohlsdorf oder wo?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:\n<\/strong>Mein Vater ist nicht auf\nOhlsdorf, der ist da nicht hingekommen. Die hatten in Neuengamme ein\neigenes Krematorium und die Asche wurde da verstreut. Ich hab dann\nmal ein paar F\u00fchrungen mitgemacht . . . und hab mir das mal\nangekuckt und da sacht er . . . ja hier  . . . hier ist irgendwo die\nAsche verstreut und meine Mutter war beigesetzt worden im Grab ihres\n\u00e4ltesten Bruders, der also verstorben war durch die Kriegsein . . .\nverwundung, das ist nachher aufgehoben worden, die Witwe von dem, die\nwollte das auch nicht verl\u00e4ngern und meine Mutter ist  . . . hat\njetzt eine  . . . die Gedenkspirale im Garten der Frauen . . . das\nwar mir viel wichtiger als im  . . .  \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:<\/strong>\nHaben sie noch  . . . so . . . Erinnerungen an die 50iger und 60iger\nJahre in Deutschland, was sie da so erlebt haben in Bezug auf ihre\nEltern . . . \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:<\/strong>\nNaja, ich war dann seit  . . .  acht  . . . seit f\u00fcnfzig  . . . \nseit f\u00fcnfzig  . . .  seit neunundvierzig f\u00fcnfzig . . . da waren wir\nim Sommer viel unterwegs  . . . Urlaub im Zeltlager . . . wir haben\nalso sehr viele sch\u00f6ne Erlebnisse und gemeinsame Touren und Sachen\ngemacht und das ist nachher soweit  . . . und wie wir nachher gr\u00f6sser\nwurden und die Gruppe sich aufl\u00f6ste  . . . altersm\u00e4ssig . . . da\nhaben wir dann noch jahrelang danach Zeltlagerbetreuung f\u00fcr andere\nKinder gemacht also G\u00e4stekinder, die keine eigene Jugendgruppe hatte\nund so weiter . . . ich hab im Zeltlager immer den Technikbereich mit\n abgedeckt  . . .    \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:<\/strong> Mir f\u00e4llt das so ein, weil ich selber bin Jahrgang 46 und hab selber sehr viel gefragt so bei meinen ganzen Verwandten wie das so war in der Nazizeit, bin auch oft mit meinem Vater da um Neuengamme rum gefahren, aber er hat nie erz\u00e4hlt, was das eigentlich genau war, ja und den einzigen, den ich eigentlich hatte, der offen mit mir umgegangen ist, war mein Onkel, der warn  strammer Nazi gewesen in der Zeit. Der war in Bergedorf beim Briefmarkenverein und das war der einzige, zu dem ich irgendwie Respekt hatte, alle anderen, habe ich immer gedacht, mein Gott, ihr seid da dicht dran vorbeigelaufen am Bergedorfer Bahnhof, Bergedorf West und da sind irgendwie 500.000 Menschen &gt;umgeschlagen&lt; worden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:\n<\/strong>M\u00fcsst ihr doch gesehen haben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:\n. . . <\/strong>und ihr habt mir erz\u00e4hlt, ihr hattet das nicht gesehen,\nwas denn noch eine Erinnerung an diese 60iger Jahre oder sowas ist,\ndas ich als Kind immer dachte, also die Kommunisten h\u00e4tten den Krieg\nangefangen, weil das waren immer die B\u00f6sen, das waren die \nB\u00f6sewichter. Das das eigentlich die Nazis waren, die den Krieg\nangefangen haben, das habe ich erst viel sp\u00e4ter mitgekriegt . . . \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:<\/strong>\nDen Sender Gleiwitz da \u00fcberfallen haben, damit fing das ganze ja an.\nDa haben wir uns nat\u00fcrlich in der Jugendgruppe auch mit besch\u00e4ftigt\nmit diesen Sachen. Und da hatten wir aber Referenten und Leute, die\nuns, was wir selbst nicht wu\u00dften, doch ziemlich offen \u00fcber\ngesprochen haben. Der Verwandten und Bekanntenkreis, das Thema war\nson bi\u00dfchen tabu, wollten alle nicht gerne dar\u00fcber reden,\nbef\u00fcrchteten, dass ich vielleicht zu viel Fragen stelle oder nach\nder eigenen Haltung frag, wie sie sich verhalten haben  Nazis und und\nund, das war also  . . .  \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:<\/strong> Das war das einzige, was der Christian Geissler sagt . . . Christian Geissler, sagt ihnen das was ?  Der hat son paar Romane geschrieben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:\n<\/strong>Wer?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:<\/strong>\nChristian Geissler. Der ist jetzt schon l\u00e4ngere Zeit tot, gestorben\nvor drei Jahren, der hat so mehrere Romane geschrieben unter anderem\neinen \u00fcber die Nazizeit, in der ein Polizist die Seiten wechselt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(Ende\nBand 2)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>(Anfang\nBand 3)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:<\/strong>\n Wo waren wir, ja richtig Christian Geissler und der hat . . . der\nist vor ein paar Jahren gestorben . . . ist jetzt zwei Jahre her . .\n. und der hatte gesagt, das einzige was den Deutschen nach dem Krieg\ngeblieben ist, ist ihr Antikommunismus, den durften sie behalten \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:<\/strong>\nDen durften sie behalten. Ja, da ist was dran . . . Also was wir\ndamals in der Jugendgruppe durchgenommen, ein Buch das gelesen haben\n. . . so auf dem Gruppenabend mal ein zwei Kapitel, bis  wir das\ndurch hatten, das war aus der Zeit des Sozialistengesetzes, das war\nja vor den Nazis . . .  wie Bismarck die verboten hatte und da hab\nich also viele Parallelen . . .  wie im Hintergrund oder im\nUntergrund gearbeitet wurde . . . das hiess . . . Je dunkler die\nNacht, desto heller die Sterne oder so \u00e4hnlich  . . . das hat mich\ndamals fasziniert und den anderen hier, den die Revolution entl\u00e4\u00dft\nihre Kinder von Wolfgang Leonhardt und solche Sachen auch gelesen und\nverschiedene andere Sachen  . . .   . . . Der rechnet da ja mit\nseinen eigenen ehemaligen Kommunisten ab. Sicherlich, das ist eine\nDemo . . . eine Diktatur ist was ganz schlimmes, ist egal obs ne\nrechte oder ne linke Diktatur ist . . . ne Diktatur ist immer\nschlimm. Und das ist . . . ich sag immer . . . oder meine Meinung ist\n. . . f\u00fcr einen Sozialismus ist der Mensch noch nicht reif . . . der\nist noch nicht reif  . . . der mu\u00df zur\u00fcckstecken . . . der wird\nnach wie vor von seinen Urtrieben geleitet, das ist also der\nArterhaltungs und Selbsterhaltungstrieb und beide haben egoistische\nMotive, ich mu\u00df der andere nicht . . . so und damit m\u00fcssen wir von\nrunter  eher funktioniert das mit dem Sozialismus nicht . . . weil\nwenn da wieder eine Kaste rankommt, die mit mal  auch nur wieder an\nsich denken oder an ihr Umfeld, das hat man eben bei den Kommunisten\ngesehen  . . . ne eigne F\u00fchrungskaste, die auch um diesen Macht . .\n. diese Macht, die sie einmal hatten, vielleicht auch zum Teil \ndemokratisch noch bekommen haben, dass sie diese Macht nachher mit\nallen Mitteln . . . allen schlechten Mitteln verteidigen . . .  eben\nauch zu Diktatur werden und das ist das, was mich also nicht  von der\nkommunistischen Idee trennt, aber von dem, was die Leute draus\ngemacht haben . . .  und wenn jetzt einer sagt, ich bin bekennender\nKommunist und sagt  . . . ja was meint er denn damit? Meint er die\ngute Idee, die gar nicht schlecht ist? Oder nur, weil er aus\nTradition so gewesen ist? Oder geworden ist, oder weil er sich\nunterdr\u00fcckt gef\u00fchlt hat und so weiter.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:<\/strong>\nHaben sie Kinder? \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:<\/strong>\nJa.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:<\/strong>\nWie denken die so?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:<\/strong> Ja die, meine Tochter hat sich da ne ganze Zeit lang auch, mit besch\u00e4ftigt, die hat aber jetzt \u00fcber Freunde und Bekannte eine Richtung  . . . eingeschlagen . . . nicht politischer Art . . .  politisch ist sie ok . . . da ist sie meiner Meinung nach auch auf den sozialen Bereich . . . sie ist nun in ein Gebiet durch Freunde reingekommen, wo ich nun gar nichts von halt, sie ist in ner freikirchlichen Gemeinde und mit Kirchen hab ich nichts am Hut. Ist egal mit welchen  . . .  welchen Glauben auch immer, das ist  . . . man mu\u00df das glauben und nichts ist bewiesen   . . .  <\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:<\/strong>\nIst die hier in diesem Haus gro\u00df geworden?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:<\/strong>\nJa, ja . . . aber sie wohnt jetzt in Itzehoe . . . ne das ist durch\nSchulfreundinnen und so weiter . . .  ist sie da mitn mal gelandet.\nGut . . . Die freikirchlichen Gemeinde sind ja keine schlechten\nMenschen, aber   . . . eben diese, was jede Religion f\u00fcr sich in\nAnspruch nimmt  . . . diesen sogenannten Alleinvertretungsanspruch .\n. . wir sind die einzig richtige Religion, das lehne ich ab . . . \nund ich glaub an keinen Gott, an kein \u00fcberirdisches Wesen, wer dran\nglauben soll . . . soll er von mir aus, aber er soll nicht von mir\nverlangen, da\u00df ich das auch tue  . . . Das ist eine Sache, wie ich\nin die Lehre kam, mu\u00dfte ich ja ne Steuerkarte . . . Lohnsteuerkarte\nhaben   . . . Ortsamt in Farmsen und ich sag Steuerkarte  . . .  ja\nund in welcher Kirche sind sie  ich sag in  gar keiner, schreibt sie\nwas hin fertig, krieg meine Steuerkarte als Lehrling war man ja . . .\nhatte man immer so wenig, da\u00df man keine Kirchensteuer bezahlte . . .\nich kriegte meinen ersten Gesellenlohn f\u00fcr drei Tage oder so, das\nwar immer   . . . monatliche Abrechung, aber nen w\u00f6chentlichen\nAbschlag . . . und da stand mitten mal 11 Pfennig Kirchensteuer  . .\n. da war ich aber verdammt noch mal  . . . 11 Pfenning, ich rauf,\nWerkstattschreiber,  hier Lieschen da stimmt was nicht, ich bin doch\ngar nicht in der Kirche,   . . . guckt sich an, ja  . . . ruf ich mal\nim Lohnb\u00fcro an . . . sagt der im Lohnb\u00fcro, auf der Steuerkarte\nsteht aber lt.  . . . das heisst evangelisch-lutherisch und ich sag\nja hab ich  . . . dann hatten die da einfach das falsch\nreingeschrieben. Ich sag, in zwei Wochen hab ich Nachtschicht, dann\nhole ich mir die Steuerkarte und dann hin. Komm ich hin. Ich sag ich\nm\u00f6chte gerne hier den Irrtum aufkl\u00e4ren und m\u00f6chte das ge\u00e4ndert\nhaben. Ja, sind sie denn nicht? Ich sag, nein, nein bin ich nicht, ja\ndann m\u00f6chte ich mal ihre Austrittserkl\u00e4rung sehen. Ich sag, ich . .\n. sind sie Mitglied im HSV? Nein. Und wo ist ihre Austrittserkl\u00e4rung?\n . . . Ja, nun das ist ja ganz was anderes. Ich kann das nur \u00e4ndern,\nwenn ich ne Austritts . . .  Ich sag, ich bin in den Verein nicht\neingetreten . . . ich bin weder getauft noch konfirmiert worden,\nmeine Eltern haben . . .  zu meinen Cousins auch alle gesagt . . . ab\n16 bist du religionsm\u00fcndig und dann kannst du machen, was du willst,\nwir lassen alles offen, wir machen nichts. Das ist ja praktisch ne\nBevormundung, wenn man einen tauft und in die Kirche steckt, ohne zu\nwissen, ob er das nachher will. Das haben die . . . meine Eltern,\nDetlev und die auch alle nicht, meine Cousins, ich bin da nicht\neingetreten, ich bin nicht getauft nicht konfirmiert, das m\u00f6chte ich\nge\u00e4ndert haben, ich geh hier nicht eher raus . . . Ne das darf ich\nnicht, ich hab so meine Vorschriften, ich sag, dann haben sie doch\nsicher noch einen Vorgesetzten, vielleicht hat der nen anderen\nSpielraum  . . .  Ermessensspielraum  . . . telefoniert sie einen\nAugenblick, sp\u00e4ter kommt er rein, da war das \u00e4lteste Bruder meines\nGruppenleiters bei den Falken  . . . da sagt er was machst Du denn\nhier? Ich sag, hier so und so, schilder ich ihm das, ja sagt er,\nmachen sie ne Notiz er hat glaubhaft versichert, da\u00df er nicht und\ndann \u00e4ndern sie die Karte . . . und dann ging das. Laut Anordnung\nvon. Dann hat sie das hingeschrieben und hat das ge\u00e4ndert   . . .\nWir waren von der Tochter da raus gekommen . . . also ich hab mit\nKirche nichts am Hut, wobei die durchaus gute Sachen machen, nur was\nist im Namen des Glauben alles f\u00fcr Unrecht geschehen auf der Welt\nund geschieht noch. Obs nun heutzutage noch Kindermi\u00dfbrauch oder\nsonstwas ist  . . . aber alles im Namen des Glaubens und der Religion\nund was weiss ich nicht, ist sind auch nur Menschen  . . . Der\nOberbeerdigungskasper da in Rom  . . . ne der  . . . \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:\n<\/strong>Ich hab ja jahrelang diesen Witz erz\u00e4hlt  . . .  als dann vor\ndrei Jahren   . . . den kennen sie bestimmt auch . . . den mit dem\nSnickers und mit dem Mars. Der Witz ist uralt, ich glaub ich hab den\nschon von meinem Vater \u00fcbernommen . . . da macht ein  . . . Pastor\ngeht in Urlaub, der K\u00fcster, also der die Glocken da ziehen mu\u00df, der\nmacht sozusagen die Vertretung, bei der katholischen Kirche, also\nauch den Beichtstuhl, und er hat ihm alles gesagt, was so gibt, so\nviel daf\u00fcr, so viel daf\u00fcr  . . . f\u00fcnf Rosenkr\u00e4nze beten und so,\nnaja und jedenfalls sitzt er denn im Beichtstuhl und denn sagt denn\nder da im Beichtstuhl sitzt  . . . also ich hab Analverkehr gehabt .\n. . guckt er in seine Liste . . . Analverkehr  hat er \u00fcberhaupt gar\nnicht und denn kommen da zwei Jungs, so Messdiener vorbei und die\nfragt er denn  . . . und sagt was gibt denn der Pastor bei\nAnalverkehr? Mal ein Snickers, und mal nen Mars. Diesen Witz habe ich\njetzt . . . nen Snickers? ein Schokoladenriegel, jahrelang erz\u00e4hlt\nund hatte nicht gedacht das das so realistisch ist . . . \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:\n<\/strong>Mal\nnen Snickers mal ein Mars. Nein, den hatte ich noch nicht geh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:<\/strong>\nDer war uralt. Als das rauskam irgendwie . . . \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.\n:<\/strong> Ja, ja sowas gibt es  . . .  Ja da ist viel Schindluder gemacht\nworden von Gl\u00e4ubigen, die Wunder wie hoch stehen und von der Moral\nher und selbst  . . . also deswegen ist das nicht mein Verein.<\/p>\n\n\n\n<p>Mu\u00df\njeder selbst wissen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.:<\/strong>\n Ich bin mal eingetreten, also mit   . . .  meine Eltern hatten mir\ndas auch freigestellt . . . ich war dann irgendwann \u00fcberzeugt . . . \nich glaub mit dreizehn oder vierzehn habe ich mich taufen lassen und\ndann auch kirchlich geheiratet  . . . und dann 1971 bin ich dann\nwieder ausgetreten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W.T.:<\/strong>\nIch hab in der Schule hatten wir ja Religionsunterricht und wir\nkonnten uns befreien lassen und dann sagte mein Onkel, du kannst\njederzeit den Zettel kriegen, aber h\u00f6r dir das ruhig mal an, dann\nhab ich mir das zweimal angeh\u00f6rt, und denn hab ich gesagt ne,\nn\u00e4chstes mal bring ich nen Zettel mit, ich m\u00f6chte nicht mehr, wieso\ndenn nicht? . . . Ich sag ne, ich m\u00f6chte Religionsunterricht haben,\nkein Konfessionsunterricht, ich m\u00f6chte wissen, welche Religion gibt\nes auf der Welt, was sind deren Ziele und und und und wie sind die\nstrukturiert aufgebaut  . . . undsoweiter, das m\u00f6chte ich wissen,\nich m\u00f6chte nicht hier das Vaterunser auswendig lernen . . . oder die\nzehn Gebote . . . eins kann ich sowieso nicht unterstreichen, das ist\ndas das der Alleinvertretungsanspruch, du sollst keinen anderen\nHerren oder so irgendwie . . . \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J.M.: <\/strong>Das haben die aber alle.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinweise: K\u00e4the Tennigkeit, geb. Schlichting, geb. am 2. April 1903, ermordet am 20. April 1944 im KZ Fuhlsb\u00fcttel. Richard Tennigkeit, geb. am 5. 09. 1900 ermordet am 12. Dezember 1944 im KZ Neuenamme.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-resized\">\n<figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"324\" height=\"448\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Tennigkeit_Richard_redu.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14227\" style=\"width:163px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Tennigkeit_Richard_redu.jpeg 324w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Tennigkeit_Richard_redu-217x300.jpeg 217w\" sizes=\"auto, (max-width: 324px) 85vw, 324px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Walter Tennigkeit<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"198\" height=\"254\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/K\u00e4the-Tennigkeit.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14226\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">K\u00e4the Tennigkeit, geb. Schlichting<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"497\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Neustadt85.jpg\" alt=\"Otto F. Wildgruber Reklame\" class=\"wp-image-10724\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Neustadt85.jpg 750w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Neustadt85-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Reklame Otto F. Wildgruber Ludwigstrasse  1985 Ludwigstrasse Ecke Schanzenstrasse<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Jens Meyer 20.05.2020 \/Aufgenommen am 29. M\u00e4rz 2011,<\/p>\n\n\n\n<p>Durchgesehen 10. Februar 2020 Foto Jens Meyer (1985)<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-resized\">\n<figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"815\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/image-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10573\" style=\"width:204px;height:auto\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image is-resized\">\n<figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"720\" height=\"486\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/image.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10572\" style=\"width:243px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/image.png 720w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/image-300x203.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><\/figure>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Sohn von K\u00e4the und Richard Tennigkeit) Interview mit Walter Tennigkeit am 29. 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