{"id":111,"date":"2014-05-11T11:08:57","date_gmt":"2014-05-11T11:08:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=111"},"modified":"2025-05-29T06:22:21","modified_gmt":"2025-05-29T06:22:21","slug":"buchentwurf-die-geschichte-von-frida-und-jeremias-henschel-und-ihren-toechtern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=111","title":{"rendered":"Die Geschichte von Frida und James Henschel, erz\u00e4hlt von den Enkelkindern &#8211; Ein Entwurf zu einem Buch"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/PDF-Zeichen-11.759-Schlund-der-Geschichte-Henschel-Kinos.pdf\">PDF (Zeichen 11.759) Schlund der Geschichte Henschel Kinos<\/a><\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/1-Kopie-e1573120441129.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/1-Kopie-831x1024.jpg\" alt=\"Hugo Streit und Hermann Urich Sass\" class=\"wp-image-573\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Von links nach rechtts Hugo Streit und Hermann Urich Sass<br><br>(Text: Zeichen 11.657)<br><strong>In einem Schlund ist die Geschichte der j\u00fcdischen Kinobesitzer in Hamburg verschwunden.<\/strong><br>Erst den Nachgeborenen ist aufgefallen, dass gro\u00dfe Teile der Kinogeschichte fehlen. Und das dieses Fehlen Gr\u00fcnde hat. Der  \u00bb<strong>Henschel Film &#8211; &amp; Theaterkonzern OHG\u00ab<\/strong>. Eine Geschichte, die im Dezember 1895 in Paris beginnt und erst mit ihrer vollst\u00e4ndigen Aufkl\u00e4rung endet. Pioniere eines neuen Gewerbes. Sie haben uns angelogen, als sie behaupteten, sie h\u00e4tten gekauft oder geerbt. So war es nicht. Sie haben nicht gekauft und auch nicht geerbt. Sie haben gestohlen.  Sie haben geraubt. Sie haben die j\u00fcdischen Kinobesitzer bestohlen. Und viele haben ihnen dabei geholfen. Vier Fotos, die uns Rolf Arno Streit aus Belo Horizonte, Brasilien zur Verf\u00fcgung gestellt hat. (Fotos aus Hamburg von links oben nach rechts unten: Hamburger Hauptbahnhof (vom Glockengiesserwall mit Strassenbahnschienen, G\u00e4nsemarkt mit Lessingtheater und Hamburger Anzeiger,&nbsp; Alster in Richtung Hotel Vier Jahreszeiten mit Alsterpavillion, Karl Muck Platz in Richtung Innenstadt, rechts das Hochhaus des DHV (Deutschnationaler Handlungsgehilfen Verband).&nbsp;In der Mitte die Kaiser Wilhelm Stra\u00dfe (hei\u00dft heute noch so). Der Karl Muck Platz wurde vor einigen Jahren umbenannt in Johannes Brahms Platz. Das Geb\u00e4ude des DHV wurde auch umbenannt in Johannes Brahms Kontor. Vermutlich dachte man bei der Umbenennung daran, so kriegt man die braune Farbe runter, die vom DHV (Deutschnationaler Handlungsgehilfen Verband). Die Geschichte der j\u00fcdischen Kinobesitzer&nbsp; beginnt im Jahre 1895 in Paris und endet in Brasilien, Mexiko, USA und Australien. \u00dcberall dort, wohin die geflohen sind, denen man in Deutschland alles weg genommen hat und die auch noch nach dem Krieg ihre Stimme erheben konnten, weil sie den M\u00f6rdern in Deutschland entkommen waren. Eine erste Spur fand ich auf dem J\u00fcdischen Friedhof in Hamburg Ohlsdorf. Den Grabstein von Hermann Urich Sass. Meine Suche beginnt &#8211; eher zuf\u00e4llig &#8211; 1970 in Berlin. W\u00e4hrend meines Studiums an der Deutschen Film- und Fernsehakademie (dffb): Ich interessiere mich auch f\u00fcr die Geschichte der Kinos. Hier gibt es die Tageszeitungen des deutschen Films: die &#8222;<strong>Licht Bild B\u00fchne<\/strong>&#8220; (LBB) und den <strong>&#8222;Kinematograph&#8220;.<\/strong> In Hamburg sind diese Zeitungen zu der<br>Zeit nicht vorhanden, bzw. nicht zug\u00e4nglich. Wer einmal l\u00e4ngere Zeit vor einem solchen Mikrofilm Leseger\u00e4t gesessen hat, kennt die Langweiligkeit dieser Arbeit. Diese vielen Nachrichten, die man alle nicht braucht. Ich hatte nat\u00fcrlich Vermutungen. Aber eigentlich, weiss ich nicht, was ich suche. Die<br><strong>Licht Bild B\u00fchne <\/strong>erscheint t\u00e4glich, sechs mal in der Woche. Sie&nbsp; hat viele Seiten. Gez\u00e4hlt habe ich nicht. Aber dann hilft mir der Zufall. Der Zufall heisst <strong>Paul von Hindenburg<\/strong>. Jener Mann, der Adolf Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler ernannt hatte. Sehr schlecht f\u00fcr die deutsche Geschichte. Aber gut f\u00fcr mich. Ohne diesen Zufall h\u00e4tte ich die Meldung vom Tode des Kinounternehmers <strong>Hermann&nbsp; Urich Sass<\/strong> niemals gefunden. Sie ist in der gleichen Ausgabe, in der auch von der Macht\u00fcbertragung an Adolf Hitler berichtet wird.&nbsp; Ein paar Jahre sp\u00e4ter bekomme ich dar\u00fcber Kenntnis, das beide Meldungen in einem Zusammenhang stehen. Am <strong>Sonnabend, den 28. Januar erscheint 1933<\/strong> eine 13 Zeilen Meldung, die mit folgenden Worten endet: . . . dass<br><em>&#8220; . . . Herr Urich Sass, eine leitende Pers\u00f6nlichkeit im Henschel Konzern in Hamburg, am 27. Januar im Alter von 45 Jahren, einem Herzversagen erlegen&#8220;<\/em> sei. W\u00e4re er an einem anderen Datum verstorben, h\u00e4tte ich die Suche nach dem Henschel Film- und Theaterkonzern vermutlich abgebrochen. Die Beerdigung soll am Montag, d. 30. Januar 1933 auf dem J\u00fcdischen Friedhof in Hamburg Ohlsdorf um 3 Uhr stattfinden.<br>Die Geschichte der Kinobesitzerfamilie Henschel beginnt mit Frida und Jeremias Henschel und ihrer Reise nach Paris. Urspr\u00fcnglich war Jeremias in die Fussstapfen seines Vaters getreten und hatte sich im Verkauf von Stoffen und Herrengarderobe versucht. Erfolglos.<br><br>Mit dem selbstgew\u00e4hlten Vornamen James beginnt eine neue Episode im Leben der Familie Henschel. Eigentlich sollte es ein Laden mit Schallplatten werden. Aber dann entdeckte Frida eine lange Schlange. Dort wurden zum ersten Mal diese beweglichen Bilder gezeigt, die sie damals \u00bbLebende Photographien\u00ab nannten. Frida erkannte als erste die ungeheuren M\u00f6glichkeiten, die ein solches Gesch\u00e4ft in Hamburg haben w\u00fcrde. (Das Foto entstand am 18. Oktober 1930 vor dem Hotel Europ\u00e4ischer Hof in Baden-Baden (Deutschland). (v. l.&nbsp; Frida (Frederica) Henschel (geb. Blumenthal), Jeremias (genannt James) Henschel und ihre Tochter Bianca Henschel (Bianca Kahn, die am 5. Mai 1931 den portugiesischen Konsul Dr. Isidor Kahn in Den Haag heiratet und nach Holland auswandert). <strong>Das Foto stammt von Rolf Arno Streit (Enkel von Frida und James Henschel) aus Belo Horizonte, (Brasilien).<\/strong> Wann Frida und James Henschel nach Paris gefahren sind, das konnten die Enkelkinder&nbsp; (in Mexiko und Brasilien) von James Henschel nur vermuten. Es k\u00f6nnte am <strong>28. Dezember 1895<\/strong> gewesen sein, als die <strong>Br\u00fcder Lumiere<\/strong> im <strong>Grand Cafe<\/strong> im<br><strong>Boulevard des Capucines<\/strong> zum ersten Mal ihren Projektor vorgestellt haben. Verb\u00fcrgt ist auch der Besuch der <strong>Br\u00fcder Skladanowsky<\/strong> in Paris am <strong>28. Dezember 1895<\/strong>. Ein paar Tage vorher (Im November 1895 waren sie mit ihrem Projektor in Hamburg). Sie hatten eine Einladung nach Paris, ihren Projektor im<br><strong>Folies Berg\u00e8re<\/strong> vorzustellen und haben daf\u00fcr ein Honorar verlangt und bekommen. (Die Angaben schwanken zwischen 2.500,00 und 4.500,00 franz\u00f6sischen Franc). Aber zu einer Vorstellung ihres Projektors in Paris ist es nicht mehr gekommen. Frida und Jeremias Henschel haben damals erkannt, welches Potential in dieser neuen Technik der <strong>Lebenden Photographien<\/strong> steckt. Sie er\u00f6ffnen im<br><strong>Dezember 1905<\/strong> in der Bergstrasse Nr. 11 in Altona ihr erstes Kino: Das <strong>Helios Theater <\/strong>mit 500 Sitzpl\u00e4tzen. Einen Monat sp\u00e4ter im <strong>Januar 1906<\/strong>&nbsp; wird das <strong>Belle-Alliance-Theater Vorf\u00fchrung lebender Photographien<\/strong>, an der Ecke Eimsb\u00fctteler Str. 2 Schulterblatt 115 er\u00f6ffnet. Das Kino wird in den ehemaligen Ballsaal des Belle Alliance eingebaut, hat 1.400 Sitzpl\u00e4tze und spielt von 15.00 Uhr Nachmittags&nbsp; bis 1.00 Uhr in der Nacht. (Aus: <strong>James Henschel erz\u00e4hlt Hamburgs Kino Geschichte<\/strong>. Artikel&nbsp; von Hermann Lobbes in der Licht Bild B\u00fchne, Beilage vom <strong>Sonnabend, d. 16. August 1930<\/strong>).<br>Vor dem Kino ist eine Haltestelle der elektrischen Strassenbahn. Der Licht Bild B\u00fchne berichtet James Henschel im August 1930, dass der Tag mit den geringsten Einnahmen (56,00 RM) der Tag war, an dem sich die Zuschauer des Kinos den Brand der Michaelis Kirche angesehen haben. Das war <strong>Dienstag, der 3. Juli 1906<\/strong>. Frida und Jeremias haben f\u00fcnf Kinder: Hedwig, Sophie, Bianca, Hanns und Gretel, die zwischen 1888 &#8211; 1895 geboren werden. Hanns meldet sich als Freiwilliger und &#8222;f\u00e4llt&#8220; am 31. Oktober 1916 als Unteroffizier an der Front in Frankreich (?), J\u00fcrgen Sielemann gibt einen anderen Ort an.<br>Zitat: &#8222;Ihr Bruder&nbsp; (Bianca Henschel) Hans Henschel (geb. 21. September 1893) fiel am 31. Oktober als Unteroffizier in einem Gefecht in Siebenb\u00fcrgen.&#8220; (Aus Liskor-Erinnern Heft 14, Seite 26). Als Quelle nennt J\u00fcrgen Sielemann: 332-8 Meldewesen, A 30 Toten- und Verzogenenkartei 1892-1925, Mikrofilm K 6238, Karte Hans Henschel. Da war er 23 Jahre alt.&nbsp;Wie ich mir die Fotos angesehen habe, habe ich gedacht, zwischen die Bilder geh\u00f6rt noch unbedingt ein Text. Und da man bei Tucholsky inzwischen klauen darf, habe ich dies getan. Auf Seite 1159 im Band 1 \u2013 (1907 &#8211; 1924 meiner dreib\u00e4ndigen Gesamtausgabe) gibt es zwei Texte \u00bbWie uns aus\u00ab und \u00bbSechzig Fotografien\u00ab . In dem zweiten Text geht es um sechzig Fotografien, \u00fcber den Weltkrieg (1) die man in Paris kaufen kann.<br><br>Der Text ist von 1924. Da wurde der Weltkrieg noch nicht numeriert. Am Ende schreibt Tucholsky: (Seite 1162 Band 1)<br> \u201c<em>Du schie\u00dft dr\u00fcben immer den Kamerad Werkmeister tot \u2013 niemals den einzigen Feind, den du wirklich hast. Dein Blut verstr\u00f6mt f\u00fcr Dividende. Dein bi\u00dfchen Sterben, dein armseliges Verrecken wird m\u00fchsam mit einer Gloriole von Romantik umkleidet, erborgt aus den Emblemen von<\/em><br>Jahrhunderten, <em>entliehen aus verschollenen Zeiten. Wirf deine Flinte weg, Mensch! Es wird immer Kriege geben? Solange du willst, wird es sie geben. Nagle dir diese Bilder an die Wand, zeig deinen Kindern, was das f\u00fcr eine Schweinerei ist: der Krieg; was das f\u00fcr eine L\u00fcge ist: der Krieg; was das f\u00fcr ein Wahnsinn ist: der Krieg! Und dann setze dich mit deinen Arbeitsgenossen auf der anderen Seite hin, vertraue ihnen, denn es sind dieselben armen Luder wie du \u2013 und gib ihnen die Hand. Nieder mit dem Staat! Es lebe die Heimat!\u201c<\/em> <strong>Grabstein auf dem Friedhof f\u00fcr die \u201cGefallenen\u201c des ersten Weltkrieges in Hamburg Ohlsdorf.<\/strong> Die Inschrift im Grabstein ist schwer lesbar. Unteroffz. (Unteroffizier) <strong>HANNS HENSCHEL<\/strong>, GEB. 21. September 1893, 5654 (Geboren), GEF. 31. Oktober 1916 5677 (Gefallen\/Gestorben),<br><strong>INHABER<\/strong> (Inhaber)<br><strong>DES<\/strong><br><strong>EIS. KREUZES<\/strong> (des Eisernen Kreuzes)<br><strong>UND DES<\/strong> (und des)<br><strong>HANSEAT. KREUZES<\/strong> (Hanseatischen Kreuzes).<br>Hanns Henschel wurde nur 23 Jahre alt. Bei Kriegsende <strong>(am 11. 11. 1918)<\/strong> ist James Henschel 55 Jahre alt und die neu gegr\u00fcndete <strong>UFA<\/strong> (Gr\u00fcndung am 18. Dezember 1917) tritt an ihn heran und unterbreitet ihm ein Kaufangebot f\u00fcr seine acht Kinos. Eine Reihe von Kinos hat das Ehepaar Henschel auf eigenen Grundst\u00fccken neu gebaut. So das Waterloo Theater in der Dammtorstrasse 14, das Lessingtheater am G\u00e4nsemarkt 46\/48, das Palasttheater in der Wandsbeker Chaussee (bei sp\u00e4teren Recherchen stelle ich fest, dass die Ortsangabe falsch ist &#8211; das Palast Theater war nicht in der Wandsbeker Chaussee sondern in der Hamburger Strasse 5\/7\/9), die Harvestehuder Lichtspiele am Eppendorfer Baum 15. James Henschel setzt die Bedingungen f\u00fcr den Verkauf an die UFA. Am 21. Februar 1918 wandelt er seine Kino Firma \u00bbJ. Henschel\u00ab in die J. Henschel GmbH\u00ab um. Der Vertrag sieht vor, das die beiden Schwiegers\u00f6hne <strong>Hermann Urich Sass<\/strong> (verheiratet mit <strong>Hedwig Urich Sass, geb. Henschel<\/strong>) und <strong>Hugo Streit<\/strong> (verheiratet mit <strong>Sophie Streit geb. Henschel<\/strong>) Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der \u00bb<strong>J. Henschel GmbH\u00ab<\/strong> werden. Weiterhin enth\u00e4lt der Vertrag einen Passus, da\u00df <strong>Hermann Urich Sass<\/strong> und <strong>Hugo Streit<\/strong> zu Direktoren der <strong>UFA f\u00fcr Norddeutschland<\/strong> ernannt werden. Ein Organ Vertrag wird am <strong>29. November 1919<\/strong> zwischen Jeremias (James) Henschel und der UFA geschlossen. Danach wird die \u00bbJ. Henschel GmbH\u00ab eine Tochtergesellschaft der UFA. Die \u00bbJ. Henschel GmbH bleibt weiterhin Eigent\u00fcmer der Grundst\u00fccke, auf denen die Kinos Palasttheater (Hamburger Stra\u00dfe 5\/7\/9), Lessingtheater (G\u00e4nsemarkt 43), Harvestehuder Lichtspiele (Eppendorfer Baum 35), Zentral Theater (Wandsbeker Chaussee 162), die an die UFA verpachtet werden. Das Waterloo Theater in der Dammtorstrasse verkauft er an Manfred Hirschel, der mit einer Schwester seines Schwiegersohnes Hugo Streit verheiratet ist. Jeremias (genannt James) Henschel erh\u00e4lt aus diesem Vertrag einen Barerl\u00f6s, der ausreicht, vierzehn Wohnh\u00e4user mit \u00fcber 100 Wohnungen zu kaufen. Weiterhin sieht der Vertrag eine Beteiligung auf 25 Jahre vor, in denen er mit 5 % an den Bruttoeinnahmen der verkauften Kinos und mit weiteren 2,5 % an den sp\u00e4ter erworbenen oder neu erbauten Kinos der UFA beteiligt ist. 1921+1926 verlassen Hermann Urich Sass und Hugo Streit die UFA und gr\u00fcnden die offene Handelsgesellschaft, den <strong>Henschel Film- und Theaterkonzern<\/strong>. Acht Kinos werden neu gebaut. Im Februar 1927 wird an der Ecke Zirkusweg Reeperbahn ein Neubau mit einem Kino mit <strong>1556 Sitzpl\u00e4tzen<\/strong> er\u00f6ffnet. Architekt ist <strong>Carl Winand<\/strong>. Die Baukosten betragen etwa 500.000,00 RM. Hugo Streit und Hermann Urich Sass nennen das Kino <strong>&#8222;Schauburg am Millerntor&#8220;<\/strong>.<br>Der erste deutsche Tonfilm &#8222;Ich k\u00fcsse ihre Hand Madam&#8220; mit Marlene Dietrich und Harry Liedtke wird hier am 23. Januar 1929 gezeigt. Die Tonpassage im Film ist allerdings nur 2 Minuten und 12 Sekunden lang. Hugo Streit, Sophie Streit (geb. Henschel) mit der Schauburg Zeitung, Schlagzeile:&nbsp;<br><strong>Prominente sehen dich an: Lil Dagover, Emil Jannings<\/strong> In der<br><strong>&#8222;Schauburg Millerntor<\/strong>&#8220; ist am <strong>21. Oktober 1929<\/strong> <strong>Sergej Eisenstein<\/strong> mit &#8222;zwei Akten&#8220; aus dem Film<br><strong>&#8222;Panzerkreuzer Potemkin&#8220;<\/strong>, dem &#8222;ersten Akt&#8220; aus dem Film <strong>&#8222;Generallinie<\/strong>&#8220; und &#8222;zwei Akten&#8220; aus dem Film <strong>&#8222;Zehn Tage, die die Welt ersch\u00fctterten&#8220;<\/strong> zu Gast. Der dunkle Teil der Geschichte, der von Selbstmord, Enteignung, Vertreibung und Zerst\u00f6rung&nbsp; handelt. Und der Verdr\u00e4ngung all dieser Verbrechen. Vom Reinwaschen und der angeblichen &#8222;Wiedergutmachung&#8220; handelt. Und wie bereitwillig alle bei den Auspl\u00fcnderungen geholfen haben. Die Geschichte der T\u00e4ter, Opfer und der Zuschauer. Glaubw\u00fcrdige Zeitzeugen waren in Hamburg, in Deutschland nicht zu finden. In Brasilien, Mexiko und in Los Angeles werde ich gefragt, warum das so lange gedauert hat, bis jemand kommt und diese Fragen stellt. Fast 50 Jahre bis endlich mal jemand aus Deutschland kommt und fragt. Mir fehlt eine Antwort. Dieses Buch k\u00f6nnte sie geben.<br><br>Die T\u00e4ter sind l\u00e4ngst tot. Inzwischen sind auch die Erben der T\u00e4ter gestorben. Und dennoch gibt es immer wieder Menschen, die das Unrecht von damals verstecken wollen. Es f\u00e4llt ihnen nicht einmal auf. Im Gegenteil. Das vorhandene Material ist inzwischen auf vierzehn Leitz Ordner, f\u00fcnfzig CDs mit kopierten Akten und einem kurzen Film von der Er\u00f6ffnung der Schauburg am Millerntor, Ecke Zirkusweg angewachsen. Dazu geh\u00f6rt ein kleiner Film mit Interviews der S\u00f6hne, (Horst Urich Sass, Rolf Arno Streit, Carl Heinz Streit, Norbert Kobler) die damals aus Deutschland fliehen konnten. Aus Belo Horizonte kommt dieses Bild. Palast Theater von Frida und James Henschel in der Hamburger Strasse.<br>Wann dieses Foto entstanden ist, konnten mir die Enkelkinder von James Henschel (Die Br\u00fcder Rolf Arno Streit und Carl Heinz Streit) nicht mitteilen. Vermutlich ist das Foto nach der Er\u00f6ffnung des Neubaus entstanden. (Text Jens Meyer)<br><br><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/James_-Henschel_LBB_1930_klein.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"715\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/James_-Henschel_LBB_1930_klein-715x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-30121\" style=\"width:134px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/James_-Henschel_LBB_1930_klein-715x1024.jpg 715w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/James_-Henschel_LBB_1930_klein-210x300.jpg 210w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/James_-Henschel_LBB_1930_klein-768x1099.jpg 768w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/James_-Henschel_LBB_1930_klein.jpg 800w\" sizes=\"auto, 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is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/nilpferd_einauge1-e1573151400812.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"686\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/nilpferd_einauge1-1024x686.jpg\" alt=\"Tier Nilpferd\" class=\"wp-image-10182\" style=\"width:148px;height:auto\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Zeichnung Helga Bachmann<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/By-nc-sa_color.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"720\" height=\"486\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/By-nc-sa_color.png\" alt=\"Creative commons.org\" class=\"wp-image-1755\" style=\"width:138px;height:auto\" 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