{"id":11517,"date":"2020-05-14T19:01:03","date_gmt":"2020-05-14T19:01:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=11517"},"modified":"2020-07-15T21:03:49","modified_gmt":"2020-07-15T21:03:49","slug":"jaeger-des-verlorenen-schatzes-oder-mein-freund-der-rechtsanwalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=11517","title":{"rendered":"J\u00e4ger des verlorenen Schatzes oder Mein Freund der Rechtsanwalt"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/pdf-J\u00e4ger-des-verlorenen-Schatzes.pdf\">pdf J\u00e4ger des verlorenen Schatzes<\/a><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/pdf-J\u00e4ger-des-verlorenen-Schatzes.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Neulich erhielt ich Post von meinem Freund, dem Rechtsanwalt. Er hatte mal wieder telefonischen Kontakt mit der freundlichen Dame vom Grundbuchamt. Aber, leider, leider, die entsprechenden Bl\u00e4tter aus dem Grundbuch sind nicht auffindbar.  Zuf\u00e4llig handelt es sich um zwei Grundst\u00fccke, auf denen fr\u00fcher Kinos standen. Heute sind es die so genannten Sahnegrundst\u00fccke der Hamburger Innenstadt: Dammtorstrasse 14 und G\u00e4nsemarkt 43. Die Kinos hiessen Waterloo Theater und Lessing Theater und es wird behauptet, da\u00df sowohl die Grundst\u00fccke, als auch die Kinos die darauf standen, den Kinobesitzern selber geh\u00f6rten. <\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Ohne-Titel-8-Kopie.jpg\"><\/a>Nur beweisen kann man es nicht, solange die entsprechenden Grundbuchbl\u00e4tter fehlen.  Dagegen sind die Grundbuchbl\u00e4tter ab 1938 f\u00fcr die entsprechenden Grundst\u00fccke vorhanden. Aber auch die sind nicht jedermann zug\u00e4nglich. Der Datenschutz, versteht sich. Das war nicht immer so. Bis 1970 waren die Grundbesitzer in den Adressb\u00fcchern abgedruckt. Merkw\u00fcrdig, wie sie und warum daraus verschwunden sind. Da hei\u00dft es entsprechende Vollmachten zu besorgen und wer kann sich schon Vollmachten besorgen von Menschen, die von deutschen B\u00fcrgern umgebracht wurden? <\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Und genau da beginnt die Sache mit der Geschichte der Hamburger Kinos schwierig zu werden. Inzwischen sind seit jener Zeit zwei Generationen vergangen. Die Opfer sind tot, die damaligen T\u00e4ter, die ihren Kindern eingeredet hatten, dass Sie ein Opfer ihrer Zeit waren und keineswegs T\u00e4ter, und auch die Kinder, die ihrerseits zur Legendenbildung beigetragen haben, ihre V\u00e4ter h\u00e4tten das enteignete Eigentum rechtm\u00e4\u00dfig erworben, sind inzwischen verstorben. So ist ein n\u00fcchterner Blick auf die Hamburger Kinogeschichte heute eher m\u00f6glich, als noch vor zwanzig Jahren, als ich mit den Recherchen zur Geschichte der Hamburger Schauburg Kinos begonnen habe.   <\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Eigent\u00fcmer, so behaupte ich, der Grundst\u00fccke G\u00e4nsemarkt 48, B\u00fcschstrasse 1, belegen im Grundbuch Neustadt Nord, Band XVI, Blatt 776, Flurbuch Nr. 818 , Gr\u00f6sse 270 qm  und G\u00e4nsemarkt 46 und B\u00fcschstrasse 2, belegen im Grundbuch Neustadt Nord XVII, Blatt 818, Flurbuch Nr. 861, war Jeremias genannt James Henschel, geboren in Hamburg, am 5. Februar 1863, Staatsangeh\u00f6gikeit: deutsch, Religion: j\u00fcdisch, verheiratet mit Friderike Henschel, geb. Blumenthal, drei Kinder. James Henschel ist von Beruf Kaufmann. Im August 1938 fl\u00fcchtet das Ehepaar zu Ihrer Tochter Bianca nach Holland, die sich dort mit einem portugiesischem Konsul verheiratet hat und seit dem Bianca Kahn heisst. <\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein Jahr sp\u00e4ter &#8211; am 26. August 1939 &#8211; stirbt Jeremias Henschel im Exil in Scheveningen\/Holland. (Wohnanschrift von James und Frida Henschel bei ihrer Tochter Bianca Kahn und Dr. Isidor Kahn, Scheveningen, Kapelplein 7 am 8. September 1939)   Am 13. Juni 1939 beantragt der Oberfinanzpr\u00e4sident Hamburg bei der GESTAPO die Ausb\u00fcrgerung von Jeremias Henschel. Im Monat darauf am 7. Juli 1939 beantragt die GESTAPO Hamburg bei der GESTAPO Berlin die Ausb\u00fcrgerung von Friederike Henschel, geb. Blumenthal.  Am 16. September 1939 ist die Bekanntmachung der Ausb\u00fcrgerung von Jeremias Henschel und Friderike Henschel durch den Reichsminister sowie sofortiger Beschlagnahmung des gesamten Verm\u00f6gens.  Wer sich auf die Suche nach den Kinoeigent\u00fcmern macht, denen die Kinos fr\u00fcher &#8211; vor 1933 &#8211; geh\u00f6rt haben, hat es nicht leicht. Die Spuren sind gr\u00fcndlich verwischt, die Quellen werden geh\u00fctet. So werden die nicht auffindbaren Seiten der Grundb\u00fccher zum H\u00fcter der verlorenen Sch\u00e4tze und haben damit fast Kinoqualit\u00e4t.       Jens Meyer 9. Dezember 2004<\/h2>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neulich erhielt ich Post von meinem Freund, dem Rechtsanwalt. Er hatte mal wieder telefonischen Kontakt mit der freundlichen Dame vom Grundbuchamt. Aber, leider, leider, die entsprechenden Bl\u00e4tter aus dem Grundbuch sind nicht auffindbar. Zuf\u00e4llig handelt es sich um zwei Grundst\u00fccke, auf denen fr\u00fcher Kinos standen. 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