{"id":11758,"date":"2020-06-10T15:33:05","date_gmt":"2020-06-10T15:33:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=11758"},"modified":"2020-12-31T22:13:52","modified_gmt":"2020-12-31T22:13:52","slug":"nebenbei-bemerkt-bavaria-film-ag-franz-seitz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=11758","title":{"rendered":"Nebenbei bemerkt: Bavaria Film AG Franz Seitz"},"content":{"rendered":"\n<p>Gefunden in dem Buch: Joseph Wulf, Theater und Film im Dritten Reich, Ullstein Verlag, Mai 1983, Seite 390 &#8211; 391.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/pdfFranzSeitzJosephWulf.pdf\">pdfFranzSeitzJosephWulf<\/a><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/pdfFranzSeitzJosephWulf.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<p><strong>\u00abSA-Mann Brand\u00bb<\/strong> Bericht \u00fcber den Film gleichen Titels in: V\u00f6lkischer Beobachter vom 16.6.1933. SA-Mann Brand; Produktion: Bavaria AG.; Drehbuchautoren: Joseph Dalmann und Joe St\u00f6ckel; Regie: Franz Seitz; Darsteller: Heinz Klingenberg, Otto Wernicke, Elise Aulinger, Rolf Wenkhaus, Joe St\u00f6ckel, Max Weydner, Manfred Pilot, Wastl Witt, Hedda Lembach, Helma R\u00fcckert, Fritz Greiner, Magda Lena, Vera Liessem, Adolf Lallinger, Otthein Haas, Theo Kaspar, Philipp Weichand, Rudolf Frank, Rudolf Kunig; Musik: Toni Thoms; Pr\u00e4dikat \u00abK\u00fcnstlerisch besonders wertvoll, volksbildend\u00bb. <\/p>\n\n\n\n<p>\u00abFreitag abend kam es anl\u00e4\u00dflich der Erstauff\u00fchrung des Filmes &lt;SA-Mann Brand&gt; zu Beginn der Vorstellung zu einem Zwischenfall. SA-Gruppenf\u00fchrer Beckerle teilte dem Publikum mit, da\u00df die Reklameplakate von einem polnischen Maler angefertigt seien. In Anbetracht der Tatsache, da\u00df der Besitzer des Kinos (Gloria Palast) seinem Wunsche, die Plakate zu entfernen, nicht nachgekommen sei, forderte er die erschienenen SA und SS-Mitglieder auf, den Raum zu verlassen. Die Anwesenden kamen diesem Verlangen sofort nach. Daraufhin wurde die Vorstellung abgebrochen.\u00bb Frankfurter Zeitung vom 18.6.1933; \u00fcber die antij\u00fcdische Bet\u00e4tigung desselben Adolf Beckerle w\u00e4hrend des Krieges, als er Gesandter in Bulgarien war, siehe L\u00e9on Poliakov &#8211; Joseph Wulf: Das Dritte Reich und seine Diener, Berlin 1956, S. 11, 48-49, 53 und 56-58. <em> <\/em><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/JuliusUssyEngelhardtSAMannBrandt-678x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11780\" width=\"156\" height=\"236\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">Hier irrte der SA Gruppenf\u00fchrer Adolf Beckerle: Das Plakat stammte von dem Grafiker Julius Ussy  Engelhardt, geb am 18. September 1883 in Bindjey, Sumatra. So ist das, wenn man keine Ahnung hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\"><strong>Originalton Filmportal.de<\/strong>: \u201cFranz Seitz sen. wurde am 14. April 1888 in M\u00fcnchen geboren. Nach dem Schulabschluss absolvierte er zwei Jahre lang eine private Schauspielausbildung bei Franz Jacobi vom M\u00fcnchner Hoftheater. Unter dem Pseudonym &#8222;Franz Felix&#8220; stand er anschlie\u00dfend an diversen bayerischen Theatern auf der B\u00fchne. Ab 1908 hatte er ein dauerhaftes Engagement am N\u00fcrnberger Volkstheater. Zu dieser Zeit begann er auch als Regisseur zu arbeiten und inszenierte St\u00fccke unter anderem in Innsbruck und Eisenach. Bis 1918 folgten weitere Engagements, zun\u00e4chst in Regensburg, wo er ebenfalls Regie f\u00fchrte, dann am M\u00fcnchner Volkstheater. 1919 wurde er ins Ensemble des M\u00fcnchner Residenz Theaters berufen. Zu dieser Zeit lernte er auch seine sp\u00e4tere Ehefrau kennen, die B\u00fchnenschauspielerin Anni Terofal.\u201c <em>\u201cWir erleben den SA-Mann Brand in seiner Familie. Der Vater ist Sozialdemokrat, aber die Mutter heimlich auf des Sohnes Seite. Ihnen gegen\u00fcber wohnt eine Witwe, die sich k\u00fcmmerlich mit ihrem Jungen durchs Leben schl\u00e4gt. Hitlerjunge ist er, eine Uniform will er haben, und so n\u00e4ht seine Mutter nachts, um das Geld f\u00fcr ein Braunhemd aufzutreiben. Brand ist gut Freund mit ihm und nimmt ihn unter seinen Schutz, der in diesem Kommunistenviertel sehr n\u00f6tig ist. Wir sehen das lichtscheue Gesindel, das mit allen Mitteln, mit List und Waffen versucht, die Reihen der SA zu sprengen. Aber immer werden sie rechtzeitig von einer Kommunistin gewarnt, die ihr Herz an den SA-Mann Brand verloren hat. Wir erleben die \u00dcberf\u00e4lle der Kommune, sahen die Gegenwehr der SA und f\u00fchlen noch einmal diese ganze Zeit der Hetze, der Unsicherheit und des Verrates nach. Da wird nach Aufhebung des Uniformverbotes ein Propagandaumzug gemacht. Hitlerjunge Erich marschiert zum ersten Male in Uniform, da trifft ihn eine t\u00fcckische Kugel. Behutsam bringt ihn Brand der gefa\u00dften Mutter. Jede Hilfe kommt zu sp\u00e4t. Mit den Worten: \u00abIch geh jetzt zum F\u00fchrer\u00bb, haucht er sein junges Leben aus. &#8211; Und drau\u00dfen dr\u00f6hnt die Marschmusik der SA. \u00dcberraschend ist der Tag der nationalen Erhebung da. Deutschland ist frei.\u201c<\/em> \u201cZu Seitz&#8216; regelm\u00e4\u00dfigen Darstellern geh\u00f6rte der von der B\u00fchne kommende Komiker Wei\u00df-Ferdl, mit dem er zwischen 1928 und 1933 sechs Filme drehte. Danach wurde der ebenfalls vom bayerischen Theater kommende Volksschauspieler (und Regisseur) Joe St\u00f6ckel sein Stammschauspieler, wenn auch h\u00e4ufig in Nebenrollen. Die beiden arbeiteten bis 1937 bei 17 Filmen zusammen; St\u00f6ckel schrieb gemeinsam mit Joseph Dalmann meist auch die Drehb\u00fccher. So auch bei dem NS-Propagandafilm &#8222;SA-Mann Brand&#8220; (1933), der ohne offiziellen Regierungsauftrag entstand und von Seitz in einer Art vorauseilendem Gehorsam inszeniert wurde. St\u00f6ckel schrieb sich darin die humorige Nebenrolle eines gutm\u00fctigen Hausbesitzers zu, der unter der Fuchtel seiner die Nazis ablehnenden Frau steht. Der Film war jedoch weder beim Publikum, noch bei der Kritik ein Erfolg.\u201c  Bleibt noch anzumerken, dass Filmportal.de zwar bemerkt, dass der Film nicht im &#8222;Regierungsauftrag&#8220; entstanden ist, aber nicht schreibt, wann die Dreharbeiten statt fanden. Aus anderer Quelle kommt die Angabe, die Dreharbeiten h\u00e4tten von Mitte April bis Ende Mai 1933 stattgefunden. In der Zeit hatte die NSDAP vermutlich wichtigeres zu tun, als Franz Seitz einen Filmproduktionsauftrag zu erteilen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/AnzeigeKinemathograph1933.pdf\">Anzeige im Kinematograph (Nr. 61) vom 28. M\u00e4rz1933<\/a><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/AnzeigeKinemathograph1933.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gefunden in dem Buch: Joseph Wulf, Theater und Film im Dritten Reich, Ullstein Verlag, Mai 1983, Seite 390 &#8211; 391. \u00abSA-Mann Brand\u00bb Bericht \u00fcber den Film gleichen Titels in: V\u00f6lkischer Beobachter vom 16.6.1933. 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