{"id":11853,"date":"2020-06-14T11:58:50","date_gmt":"2020-06-14T11:58:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=11853"},"modified":"2023-03-17T19:58:34","modified_gmt":"2023-03-17T19:58:34","slug":"interview-mit-den-streit-bruedern-in-belo-horizonte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=11853","title":{"rendered":"Interview mit den Streit Br\u00fcdern in Belo Horizonte"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/PDF-InterviewStreitbelohorizonte.pdf\">PDF InterviewStreitbelohorizonte<\/a><\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"749\" height=\"521\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/CarlHeinzStreit1990BeloHorizonte.jpg\" alt=\"Carl Heinz Streit 1990 Belo Horizonte\" class=\"wp-image-3914\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/CarlHeinzStreit1990BeloHorizonte.jpg 749w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/CarlHeinzStreit1990BeloHorizonte-300x208.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><figcaption>Carl Heinz Streit (Sohn des Kinobesitzers Hugo Streit) Belo Horizonte (Brasilien) Juli 1990<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/RolfArnosStreitBeloHorizonte1990.jpg\" alt=\"Rolf Arno Streit\" class=\"wp-image-3997\" width=\"630\" height=\"429\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/RolfArnosStreitBeloHorizonte1990.jpg 762w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/RolfArnosStreitBeloHorizonte1990-300x204.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><figcaption>Rolf Arno Streit. Sohn des Kinobesitzers Hugo Streit. Belo Horizonte (Brasilien) Juli 1990.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Hilde-Streit-und-RolfArno-Streit-1990.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Hilde-Streit-und-RolfArno-Streit-1990.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-21937\" width=\"317\" height=\"369\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Hilde-Streit-und-RolfArno-Streit-1990.jpg 845w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Hilde-Streit-und-RolfArno-Streit-1990-257x300.jpg 257w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Hilde-Streit-und-RolfArno-Streit-1990-768x895.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 317px) 85vw, 317px\" \/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">S<strong>Rolf Arno Streit: <\/strong>\u201dMein Gro\u00dfvater Jeremias genannt James Henschel war der Erste in Hamburg, der Kinos gemacht hat. Er ist auf folgende Weise auf diese Idee gekommen.In Paris, so hat er geh\u00f6rt, gibt es einen Grammophon-Laden, dass heisst Leute konnten in den Laden gehen, sich . . . wie heisst das? . . . Telefone an die Ohren legen und konnten dann eine Musik w\u00e4hlen, die sie bekommen haben durch die . . . durch das Grammophon. \u00dcbertragenen. Das wollte er in Hamburg auch machen und deshalb sind sie dann in Paris gewesen, wo dieser . . . wo dieses Grammophongesch\u00e4ft existierte und sich mit dem Inhaber dar\u00fcber zu unterhalten . . . Auf dem Wege dorthin sind . . . stehengeblieben an vor einer riesigen Schlange von Menschen, die alle in ein sogenanntes Cine gehen wollte. Das war eine Neuigkeit f\u00fcr meine Gro\u00dfeltern und . . . da wurden eben die ersten Filme vorgef\u00fchrt. Dann sind sie zu dem Grammophonmann gegangen und sind nachher in ihr Hotel gegangen und haben geschlafen.  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Meine Gro\u00dfmutter-Frida Henschel &#8211; hat zu Madam . . . zu meinem Gro\u00dfvater gesagt, wei\u00dft du James ich hab es mir \u00fcberlegt, wir machen nicht Grammophon, wir machen Kinos. Und das war die Idee, das mein Gro\u00dfvater der Erste in Hamburg war, der Kinos er\u00f6ffnete. So ist auch der Henschel Film und Theaterkonzern nach ihm benannt worden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Frage:\n<\/strong>Das erste Kino war das Belle Alliance Kino? Das war ein sehr\ngro\u00dfes Kino?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Rolf\nArno Streit:<\/strong> \u201eDas kann ich nicht genau sagen, wie gro\u00df es war.\nAuf jeden Fall war das das erste Kino \u2013 richtige Kino \u2013 in\nHamburg . . . Hamburg Altona . . . wenn ich mich nicht irre. \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Frage<\/strong>:\nDer Gro\u00dfvater hat dann mit Ende des Krieges alle Kinos verkauft, sie\nhaben erz\u00e4hlt an die Ufa. K\u00f6nnen sie mal sagen, warum er die Kinos\nverkauft hat?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Rolf\nArno Streit: <\/strong>\u201cDie Ufa ist an meinen Gro\u00dfvater herangetreten .\n(LkW Ger\u00e4usch) . . . Die Ufa ist an meinen Gro\u00dfvater herangegangen\nund hat ihm gesagt, entweder verkaufen sie uns ihre ganzen Kinos,\noder wir machen ihnen Konkurrenz . . . das war der . . . da hat mein\nGro\u00dfvater sich entschlossen, seine Kinos an die Ufa zu verkaufen . .\n. hat sich f\u00fcr das Geld, das er bekommen hat, sofort H\u00e4user gekauft\n. . . Immobilien . . . und ist dadurch . . . durch die Inflation\nschadlos herausgekommen. Zu dem Entschlu\u00df von meinem Gro\u00dfvater, die\nKinos zu verkaufen mu\u00dfte die Ufa damit einverstanden sein, da\u00df\nseine Schwiegers\u00f6hne -n\u00e4mlich unser Vater Hugo Streit und unser\nOnkel Hermann Urich-Sa\u00df . . . also seine Schwiegers\u00f6hne Direktoren\nder Ufa wurden f\u00fcr Norddeutschland, was geschah\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Frage<\/strong>:\nBis wann waren Hugo Streit und Hermann Urich Sass Direktoren der Ufa?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Rolf\nArno Streit: <\/strong>\u201cDie waren Direktoren bis . . . ungef\u00e4hr 1926 .\nEin ganz genaues Datum kann ich nicht sagen, aber . . . Mitte der\n20iger Jahre ist es wohl gewesen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Carl\nHeinz Streit:<\/strong>\nDas\nist aber richtig. Ich mein, ich erinnere das auch nicht mehr so\ngenau.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hilde\nStreit:<\/strong>\n(zu\nihrem Mann): Du weisst es noch besser.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201cJa, durch die ganze Wiedergutmachungsgeschichte . . . bin ich wieder da . . . irgendwie erinnert worden. Das ist ja auch nun schon viele Jahre her.\u201c<strong>Hilde Streit:<\/strong>. Jetzt ist leise . . . <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> Das kommt aber immer wenn der Omnibus kommt. <strong>Hilde Streit:<\/strong> Ja \u00fcberall, kommt immer . . . bei uns viel mehr noch.<strong>Frage<\/strong>: 1918 wurde die Ufa gegr\u00fcndet und die Ufa trat an ihren Vater heran und er hat seine Kinos verkauft. K\u00f6nnen sie das noch mal erz\u00e4hlen?<strong>Rolf Arno Streit: <\/strong>\u201dJa . . . nachdem . . . ist schon . . . <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> \u201dNein, wenn das Licht angeht.&#8220;  <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201eAlso . . . nach dem Kriege 14\/18 ist die Ufa an meinen Gro\u00dfvater herangetreten und hat ihm gesagt, wir bauen hier Kinos, oder sie verkaufen uns ihre Kinos, und da ist mein . . . hat mein Gro\u00dfvater den Entschluss gefasst, seine Kinos zu verkaufen . . . mit der Bestimmung, dass mein Vater und mein Onkel . . . Hugo . . . Hermann Urich Sass Direktoren der Ufa werden von Norddeutschland, was geschah, au\u00dferdem war mein Gro\u00dfvater mit 5 % \u00fcber viele Jahre an allen Ufa Einnahmen beteiligt . . . und sp\u00e4terhin . . . auch mit 2,5 % f\u00fcr alle . . . von allen Kinos, die noch erbaut worden sind sp\u00e4ter von der Ufa . . . Mein Gro\u00dfvater selbst hat seine . . . hat die Inflation \u00fcberstanden durch Ankauf von Immobilien . . . das Geld, was er damals von der Ufa bekommen hatte, hat er sofort angelegt in Immobilien und dadurch ist er aus der Inflation schadlos herausgegangen:\u201c <strong>Frage<\/strong>: Wissen sie noch welche Kinos das waren, die ihr Gro\u00dfvater dort verkauft hat? <strong>Rolf Arno Streit: <\/strong>\u201cIch kenn einige . . . wei\u00df ich . . . das . . . zum Beispiel das Lessingtheater, das Passage Theater, das Harvestehuder Lichtspiele und einige andere . . . ich entsinne die Namen nicht mehr genau. Auf jeden Fall . . . vielleicht sechs Kinos, die mein Gro\u00dfvater der Ufa verkauft hat\u201c. <strong>Frage<\/strong>: Das Waterloo Theater geh\u00f6rte das auch dazu? <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201dDas Waterloo Theater geh\u00f6rte dazu, ja. Das hat mein Gro\u00dfvater erbaut. Das war damals das vornehmste Kino in Hamburg.\u201c <strong>Frage<\/strong>: Und dann hat ihr Vater Hugo Streit und Hermann Urich Sass . . . haben sich selbstst\u00e4ndig gemacht und haben neue Kinos aufgemacht. Wann war das? <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\"><strong> Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201dSie waren, wie gesagt, Direktoren der Ufa bis 1925 oder 1926 . . . und haben sich dann selbstst\u00e4ndig gemacht und haben die erste . . . das erste Kino . . . gekauft, die Schauburg Hauptbahnhof . . . die damals anders hie\u00df . . . der Name ist mir entfallen . . . das ist die sp\u00e4tere Barke gewesen. Am Hauptbahnhof. Dadurch . . . Nach und nach haben sie andere Kinos gebaut . . . im ganzen waren . . . bestand der Henschel Film und Theaterkonzern . . . wie er sich nannte . . . aus 12 Kinos. Schauburg Hamm, Schauburg Hammerbrook, Schauburg Wandsbek, Schauburg Harburg und diverse andere . . . die mir im Moment nicht einfallen. Auf jeden Fall waren es zw\u00f6lf Gro\u00dfkinos und der Konzern war dadurch . . . der gr\u00f6\u00dfte Konzern in Hamburg . . . was die Theaterbranche . . . die Kinobranche anbelangt\u201c. <strong>Frage: <\/strong>Sie hatten mir erz\u00e4hlt, sie haben auch mal eine Er\u00f6ffnung miterlebt . . . von der Schauburg am Millerntor (1927) . . . das war ja ein sehr gro\u00dfes Kino und zur Er\u00f6ffnung ist Henny Porten gekommen . . . k\u00f6nnen sie da noch mal was erz\u00e4hlen? <strong>Rolf Arno Streit: <\/strong>\u201dJa ich kann dar\u00fcber erz\u00e4hlen, aber ich wei\u00df, ob es die Schauburg Haupt . . . Schauburg Millerntor war . . . es kann irgend eine andere Schauburg gewesen sein. Alle Schauburgen wurden er\u00f6ffnet mit irgendeiner Sensation, so auch eine . . .&nbsp; (LKW L\u00e4rm) . . . so auch eine Schauburg mit der Henny Porten. Die Henny Porten kam in Hamburg an . . . am Hauptbahnhof. Es waren viel mehr Menschen dort . . . als seiner Zeit der Reichspr\u00e4sident Ebert ankam, das schrieben die Zeitungen . . . sp\u00e4ter. Andere Schauburgen wurden er\u00f6ffnet mit anderen Filmschauspielern unter anderem auch einmal durch einen Ball bei . . . Sarasa . . . bei . . . in . . . dem Saal . . . ich komm nicht auf den Namen . . . (vermutlich Sagebiel) . . . auf dem gr\u00f6\u00dften Saal in Hamburg. Da wurden dann die Leute gefilmt, entweder die getanzt haben oder selbst gesprochen haben und dieser Film wurde vorgef\u00fchrt in den Schauburgen und die ganzen Leute die gefilmt wurden, haben sich nat\u00fcrlich die Filme angeguckt. Das war ein gutes Gesch\u00e4ft. Nicht nur eine gut Idee, sondern auch ein gutes Gesch\u00e4ft . . . Es wurden auch andere er\u00f6ffnet mit Emil Jannings, soweit ich erinnere und durch andere Sensationen . . . ich kann nicht auf die ganzen Sachen eingehen, weil die Erinnerung mir nicht die . . . <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> (der \u00e4ltere Bruder) \u201dLucie Englisch war auch einmal da.\u201d <strong>Rolf Arno Streit: <\/strong>\u201dLucie Englisch ja . . . sprich du mal weiter. <strong>Carl Heinz Streit: <\/strong>\u201dJa ich wei\u00df ja nicht so viel wie du. Du hast doch die ganze Wiedergutmachung betrieben. Dadurch bist du mehr im laufenden.\u201d <strong>Frage<\/strong> <strong>(an Carl Heinz Streit):<\/strong> Sie haben doch auch mal im Henschel Film und Theaterkonzern gearbeitet? Ein Jahr lang . . . ? <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> \u201cJa in der . . . in dem Booking Department . . . wie heisst das auf Deutsch? Programmation gearbeitet . . . Aber ganz kurze Zeit nur. <strong>Frage<\/strong>: Was gab es da f\u00fcr Filme . . . wissen sie das noch? <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> \u201cBoh ! . . . an die Filme kann ich mich nicht mehr erinnern. (lacht) <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201cEs gab zum Beispiel . . . es wurde in den Schauburgen gezeigt. Der erste Tonfilm mit Harry Liedtke und Marlene Dietrich, der hiess \u201eIch k\u00fcsse ihre Hand Madam\u201c. Es waren aber nur einige Minuten, die der Ton herausgekommen ist, n\u00e4mlich das Lied, ich k\u00fcsse ihre Hand Madam wurde gesungen von Marlene Dietrich mit dem Harry Liedtke zusammen . . . (Richard Tauber war der S\u00e4nger \u2013 L\u00e4nge: 2 Minuten 38 Sekunden). Das war eine Sensation. So fing der Tonfilm in Hamburg an. Sp\u00e4ter nat\u00fcrlich kamen andere Filme wie zum Beispiel: \u201eDer letzte Mann\u201c mit Emil Jannings. Das war ein . . . erfolgreicher Film und auch der \u201eBlaue Engel mit Marlene Dietrich . . . <strong>Carl Heinz Streit :<\/strong> \u201c . . . und Emil Jannings\u201c. <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201cJa und Emil Jannings. So nun erz\u00e4hl du mal wieder was (zu seinem Bruder).\u201c <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> \u201cDann wurde aufgef\u00fchrt der Film . . . ich wei\u00df nicht mehr den Namen . . . aber es war dieser Schwarze . . . , der sich als Schwarzer verkleidet hat . . . Al Jolson . . . der Jazzsinger\u201c. <strong>Frage<\/strong>: Das war der erste Tonfilm denn auch . . . der erste richtige Tonfilm. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\"><strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> \u201cDas war der Tonfilm, der nicht mehr \u00fcber Grammophon ging. Die ersten . . . die ersten Tonfilme wurden mit Platten bedient. Nachher kam der optische Film. Das war der erste mit Al Jolson\u201c.&nbsp; <strong>Frage<\/strong>: Die Schauburgen \u2013 also die Schauburg Hamm und die Schauburg Millerntor . . . das waren ja alles Neubauten . . . das muss ja ne enorme Stange Geld gekostet haben. Wissen sie da irgendwie . . . wieviel das gekostet haben mag? <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> \u201cNein\u201c. <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201cDas waren einige Millionen. Ich glaube, mein Gro\u00dfvater &#8211; James Henschel- hat das Anfangskapital zur Verf\u00fcgung gestellt. Vielleicht wurden nachher auch Bankkredite aufgenommen. Ich kann das nicht genau sagen. Aber auf jeden Fall war das ein Gro\u00dfunternehmen und die meisten Kinos sind erbaut worden durch den Verdienst, der schon bestehenden Kinos (Moped im Hintergrund) . . . Die meisten Kinos sind erbaut worden, durch den Verdienst der schon bestehenden Kinos. Die ganzen Schauburgen, bis auf einigen . . . bis auf einigen . . . wurden vom Henschel Film und Theaterkonzern selbst erbaut. Also es waren eigene Grundst\u00fccke.\u201c <strong>Frage<\/strong>: Dann waren es . . . wenn ich das so richtig recherchiere . . . dann waren es imgrunde nur zwei . . . zwei gro\u00dfe Filmtheaterbetriebe in Hamburg . . . das war der Henschel und die Ufa. Die m\u00fcssen doch in starker Konkurrenz auch gestanden haben? <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201cJa, solange sie nicht den Ufa Palast gebaut hatten, war das . . . gab es keine gro\u00dfe Konkurrenz . . . aber nachdem der Ufa Palast . . . ich glaube es war im Jahre 19 und . . . Ende 1920 . . . vielleicht 1929 . . . oder 28 . . . ich wei\u00df nicht genau . . . da wurde es nat\u00fcrlich eine Konkurrenz. Aber die hat dem Henschel Film und Theater Konzern auch nichts ausgemacht . . . er ist . . . er ist sehr solide geblieben . . . bis zum Ende . . . bis zum Anfang der Nazizeit . . . Da wurde der Henschel Film und Theater Konzern sehr stark betroffen . . . und . . . es wurde ein . . . ein . . . ein Programm gegen die Theater ausge\u00fcbt\u201c. <strong>Frage<\/strong>: Wann hat das begonnen . . . das man gegen den Henschel Film und Theater Konzern . . . <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201cMit Anfang der Nazizeit . . . 1933 . . . Da wurde der . . . Henschel Film und Theaterkonzern gestempelt als j\u00fcdisches Unternehmen . . . und dadurch sind die . . . Besucher ziemlich heruntergegangen . . . .1936 . . . ich glaube mich nicht zu irren . . . (gemeint ist vermutlich der reichsweite Pogrom in der Nacht vom 9\/10 November 1938) . . . in der Kristallnacht wurden die Kinos gesch\u00e4ndet . . . und zerst\u00f6rt . . . zum Teil, dann haben sie . . . dann haben sich die Nazis davorgestellt und haben keine Juden mehr . . . keine Ar . . . keine Besucher mehr hereingelassen. Dadurch hat der Konzern nat\u00fcrlich sehr stark gelitten.\u201d <strong>Frage<\/strong>: Der Henschel Konzern war eine OHG zwischen Hermann Urich \u2013 Sass und Hugo Streit und das gab es eine Phase wo . . . ihre . . . ihre V\u00e4ter das wohl schon voraus gesehen haben . . . sie hatten mir erz\u00e4hlt, er w\u00e4r . . . der Hugo Streit w\u00e4r zusammen mit dem einen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer nach Berlin gefahren und wollte das verkaufen . . . das Kino. K\u00f6nnen sie dar\u00fcber was sagen? <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201cJa mein Vater . . . Hugo Streit ist mit Romahn . . . der damals . . . Prokurist gewesen ist, von den Schauburgen nach Berlin gefahren, um mit der Ufa zu verhandeln . . . k . . . \u00f6nnen wir mal einen Augenblick Schlu\u00df machen? ..zu <strong>Carl Heinz:<\/strong>. Weshalb ist Papa nach Berlin gefahren? Achso ja . . . kann ich weitermachen . . . Mein Vater ist mit Romahn nach Berlin gefahren, um mit der Ufa . . . (lauter LKW) um mit der Ufa zwecks Verkauf zu verhandeln, die Ufa war interessiert daran, die Kinos zu \u00fcbernehmen . . . in dieser . . . selben Zeit . . . in diesem selben Zeitabschnitt starb Hermann Urich Sass . . . und Romahn wurde benachrichtigt von dem Tode von Hermann Urich Sass . . . aber sollte nicht st\u00f6ren . . . st\u00f6rend auf die Verhandlungen meines Vaters mit der Ufa wirken . . . Das geschah aber doch aus irgendeinem Grunde, der mir entfallen ist . . . ich glaube durch die Zeitung . . . ich wei\u00df es nicht genau . . . und mein Vater hat die Verhandlungen abbrechen m\u00fcssen . . . daraus ist nichts . . . leider nichts geworden\u201c. <strong>Frage<\/strong>: Das ist ein historisches Datum in zweierlei Hinsicht. Am 27. Januar starb Hermann Urich Sass und am 30. Januar . . . wurde er beerdigt . . . <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> &#8222;Am 30 . . . wurde Hermann Urich Sass beerdigt, das war an dem Tag als Hitler zum Reichkanzler ausgerufen wurde . . . von Hindenburg . . . sp\u00e4ter wurde er der sogenannte F\u00fc . . . F\u00fchrer im m\u00f6chte lieber sagen Verf\u00fchrer, denn er hat die ganze Welt verf\u00fchrt und sechs Millionen Juden ermordet . . . aber das geh\u00f6rt nicht zu . . . (LKW Ger\u00e4usch) . . . Soll ich wiederholen. Anfangen mit Hermann Urich Sass, das er starb?\u201c <strong>Frager:<\/strong> Ja <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> Mein Vater war mit Romahn dem Prokuristen des Henschel Konzerns in Berlin um mit der Ufa zwecks Verkauf der Kinos zu verhandeln. W\u00e4hrend der Verhandlungen ist Hermann Urich Sass gestorben. Das sollte meinem Vater aber nicht mitgeteilt werden, um die Verhandlungen nicht . . . mit der Ufa nicht zu st\u00f6ren . . . und Romahn wurde benachrichtigt, aber er konnte es leider nicht verschweigen, wahrscheinlich hat mein Vater es aus der Zeitung erfahren . . . und ist dann zur\u00fcckgekommen und die Verhandlungen wurden abgebrochen . . . inzwischen ist der Nazismus weiter gegangen, die Theater wurden weiter gesch\u00e4digt und die Ufa war nicht mehr interessiert an einem Kauf der Kinos . . . . Sp\u00e4ter wurde mein Vater gezwungen die . . . nein sp\u00e4ter wurde eine Kommanditgesellschaft gegr\u00fcndet . . . in dem mein Vater der alleinige Gesellschafter war und die Kommanditisten die Erben des verstorbenen Hermann Urich Sass . . . Sp\u00e4ter wurde mein Vater gezwungen, die Sachen zu verkaufen . . . oder zu realisiseren, damit . . . die Kinos . . . wie heisst das <strong>auf gut deutsch?<\/strong> (<strong>An Carl Heinz Streit <\/strong>) Carl Heinz:<strong> \u201carisiert\u201c. Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201cArisiert worden sind . . . arisiert wurden\u201c. <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> \u201cGleichschalter wurden eingesetzt\u201c <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201cGleichschalter wurden eingesetzt, das waren Romahn und Sch\u00fcmann . . . die nachher als die Inhaber des Henschel Film und Theaterkonzerns fungierten. Gezahlt haben sie nichts daf\u00fcr. Daf\u00fcr hat schon die Partei gesorgt, da\u00df den Juden kein Geld zugef\u00fcgt worden ist. Und wenn . . . das entsinne ich nicht . . . .ein ganz kleiner . . . Betrag . . . der \u00fcberhaupt nicht . . . dem Unternehmen entsprach . . . \u201d <strong>Frage<\/strong>: Die Schauburg Lichtspieltheatergesellschaft Romahn und Sch\u00fcmann GmbH . . . wurde ja 1933 schon gegr\u00fcndet mit 20.000,\u2013 RM. Nun hab ich mich so gefragt, wie kann man denn mit 20.000,\u2013 RM ein Geb\u00e4ude \u00fcbernehmen das schon allein 500.000,\u2013RM gekostet hat? <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201eIch glaube sie irren, das war nicht 1930, sondern . . . 1934 oder 1935 . . . Das war nicht 1930. 1930 geh\u00f6rte doch der Henschel Film und Theater Konzern . . . <strong>Frage<\/strong>: Nee 1933 . . . <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> Ja 1933 . . . geh\u00f6rte der Henschel Film und Theater Konzern . . . wurde der Henschel Film und Theater Konzern . . . nach dem Tode von Hermann Urich Sass . . . in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt . . . wie ich bereits beschrieben hatte . . . gesagt hatte . . . Aber ich glaube . . . die Gesellschaft Romahn und Sch\u00fcmann wurde gegr\u00fcndet . . . 1935 . . . oder 1936 . . . das war nicht 1930. <strong>Frage<\/strong>: Also ich hab nur die Handelsregister Eintragung und danach ist es schon 1933 passiert. Die Gr\u00fcndung selber und die Eintragung ins Handelsregister. Der Widerspruch ist nur der, das man mit so wenig Grundkapital . . . sag ich mal . . . mit 20.000,\u2013 RM so teure Kinos dann sp\u00e4ter \u00fcbernehmen kann . . . <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201cJa das wei\u00df ich nicht ganz genau, wie die Sachen gewesen sind, ich wei\u00df nur, da\u00df Romahn und Sch\u00fcmann, die ja kein Geld hatten . . . die erste Zeit meinem Vater Zuwendungen gemacht hatten. Das wurde auch von den Nazis so vorgeschrieben, da\u00df die Juden . . . eben die Gesch\u00e4fte \u00fcbergeben mu\u00dften, das war ein Zwang . . . es lag ein Zwang dahinter . . . ich glaube nicht . . . da\u00df man . . . das Romahn und Sch\u00fcmann . . . ich wei\u00df das Romahn und Sch\u00fcmann kein Geld hatten um das Unternehmen zu kaufen . . . Deshalb ist vielleicht die Eintragung gewesen . . . 20.000 Mark . . . das war eine Schein . . . eine Schein . . . wie nennt man das auf Deutsch? . . . .Eine Schein . . . Sache.\u201c <strong>Frage<\/strong> <strong>(An Carl Heinz Streit) <\/strong>Sie haben ja noch in Berlin lange im Filmverleih gearbeitet? K\u00f6nnen sie dar\u00fcber noch was sagen? <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> \u201eJa ich hab bei der Universal Films gearbeitet . . . wo ich nachher . . . in Brasilien auch angestellt wurde.\u201c <strong>Frage<\/strong>: Universal ist ja eine amerikanische Firma, hat die auch . . . Juden entlassen schon . . . zu der Zeit oder . . . <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> Es war eine vollkommen amerikanische Firma und der Pr\u00e4sident seinerzeit, als ich anfing bei der Universal war <strong>Carl Laemmle . . . <\/strong>das war ja auch ein Jude . . . die waren in ganz S\u00fcdamerika . . . in ganz S\u00fcdamerika vertreten durch den Direktor . . . der vorher in Deutschland . . . Direktor f\u00fcr ganz Europa war . . . <strong>Al Szeckler *<\/strong> . . . und als ich in Rio de Janeiro ankam, hat der mich sofort angestellt . . . bei der <strong>Universal Films . . . <\/strong>da hab ich gearbeitet als . . . zuerst als Buchhalter, nachher wurde ich versetzt nach Belo Horizonte . . . wo ich die Filiale geleitet habe . . . als Direktor f\u00fcr den Staat Minas Gerais und da hab ich lange gearbeitet . . . zweiunddreissig Jahre . . . in der Universal Films\u201c. <strong>Frage:<\/strong> Kommen wir noch mal zur\u00fcck zu der Zeit . . . sie sind ja aus Deutschland . . . mu\u00dften aus Deutschland fl\u00fcchten . . . das sie mal erz\u00e4hlen, wann das war und wie das so im Einzelnen vor sich gegangen ist. <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> \u201cWir sind 1936 ausgewandert. Sind zuerst in Rio de Janeiro angekommen und von da aus nach Buenos Aires gegangen . . . aber uns gefiel Rio de Janeiro viel besser als Buenos Aires . . . (Lkw Ger\u00e4usche) . . . willst du nichts erz\u00e4hlen von Sass . . . <strong>Hilde Streit:<\/strong> \u201c . . . das der gestohlen hat . . . <strong>Carl Heinz Streit: <\/strong>\u201d <strong>. . <\/strong>brauchst ja keinen Namen zu nennen . . . sind einem Betr\u00fcger in die H\u00e4nde gefallen\u201c . . . <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> \u201cDas geh\u00f6rt nicht dazu\u201c. LKW Ger\u00e4usche . . . <strong>Frage:<\/strong> K\u00f6nnen wir gerne haben. K\u00f6nnen ja von irgend einem Mann erz\u00e4hlen . . .<strong>Hilde Streit:<\/strong> \u201cDer lebt vielleicht gar nicht mehr\u201d <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> \u201cWo sind wir nun?\u201d <strong>Frage<\/strong>: Wir sind noch gar nicht ausgewandert. Sie sind immer schon in Argentinien, aber wir sind eigentlich noch in Deutschland. <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> \u201cNaja denn wollen wir noch mal. Also wir sind 1933 ausgewandert . . . mit der . .wir sind nach Brasilien gekommen mit der Monte Pascia (?Schreibweise). <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201cWir sind nicht 1933 ausgewandert.\u201c <strong>Carl Heinz Streit Hilde Streit:<\/strong> \u201c1936 . . . 1936 sind wir ausgewandert . . . sind in Brasilien angekommen . . . sind ungef\u00e4hr einen Monat in Rio de Janeiro geblieben . . . von da aus nach Argentinien Buenos Aires . . . aber uns gefiel Rio de Janeiro bedeutend besser. Sind wir also . . . nach Brasilien zur\u00fcckgekommen und . . . da wurde ich sofort angestellt bei der Universal . . . wo der der Direktor der vorj\u00e4hrige Direktor f\u00fcr Europa war . . . Al Seckler  . . . da hab ich . . . hab ich ca 40 Jahre gearbeitet bei der Universal.\u201c <strong>Frage<\/strong>: Wie war das.? Das war ja nicht ganz einfach ein Einreisevisum f\u00fcr diese L\u00e4nder zu bekommen: <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201cJa die Sache war die . . . man hat sich immer den Kopf zerbrochen wohin . . . denn wir wollten und konnten nicht in Deutschland bleiben . . . unter der Naziherrschaft und da kam dann ein Mann zu uns und sagte, er k\u00f6nnte uns Geld r\u00fcberbringen nach (lacht) Brasilien und . . . ich will diese ganze Geschichte nicht genau auslegen . . . denn die ist vergessen . . . relativ . . . und auf jeden Fall haben wir das Geld . . . was unser Vater uns gegeben hat . . . nicht ausgezahlt bekommen . . . in Brasilien . . . und der Mann hat dann gesagt . . . das ist versehentlich nach Argentinien \u00fcberwiesen worden . . . dann sind wir dann alle zusammen nach Argentinien gefahren, wo er dann auch immer wieder die Ausrede hatte . . . es ist noch nicht angekommen. Wir waren vielleicht zwei drei Wochen . . . vier Wochen in Argentinien . . . und da bis dahin das Geld nicht \u00fcberwiesen wurde . . . wu\u00dften wir dass wir einem Betr\u00fcger in die H\u00e4nde gefallen sind. Uns gefiel Rio . . . wie eben schon beschrieben von meinem Bruder . . . uns gefiel Rio besser . . . und deshalb sind wir nach Rio abgefahren und von Rio aus haben wir dann dem Man geschrieben . . . wie das nun ist mit dem Geld . . . daraufhin antwortete er . . . wenn ihr noch mal \u00fcber die Geschichte fragt oder \u00fcberhaupt schreibt . . . dann wi\u00dft ihr ja, da\u00df ihr noch Eltern in Deutschland habt . . . an die ich mich r\u00e4chen k\u00f6nnte.\u201d <strong>Frage<\/strong>: Sie waren ja schon in Holland, wenn ich das so richtig entsonnen habe und haben ihr Frau nachgeholt nach Holland zum heiraten und haben dadurch das Visum bekommen. K\u00f6nnen sie das noch mal erz\u00e4hlen?\u201c <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201cJa die Sache war folgende. Ich habe meiner Frau die Ehe versprochen, bevor ich Deutschland verlie\u00df und wir sind damals nur als . . . als Touristen . . . mit einem Touristenvisum in Brasilien angekommen f\u00fcr die Zeit von einigen Wochen, wir blieben da ungef\u00e4hr ein halbes Jahr und es war nicht m\u00f6glich eine Legalisation zu erwirken aus verschiedenen Gr\u00fcnden . . . die mir entfallen sind . . . auf jeden Fall . . . habe ich dann meinem Onkel (Anmerkung 2014:&nbsp; Dr. Isidor Kahn, verheiratet mit Bianca Kahn geb. Henschel, einer Tochter von Jeremias Henschel, Wohnort Den Haag), der Konsul von Portugal war und in Holland lebte geschrieben, ob er mir helfen kann. Er sagte mir ja . . . er schrieb mir ja, das kann ich machen . . . aber du musst selbst hier her\u00fcberkommen, dann wird alles erledigt. Naja ich will nicht weiter dar\u00fcber reden . . . dass nichts erledigt wurde. (lacht) aber es kam ein Freund meiner Eltern nach Holland um zu h\u00f6ren . . . wie es in Brasilien aussieht, denn er hatte ein Einreisevisum von Brasilien bekommen in Antwerpen von dem Generalkonsul von Brasilien . . . und da hab ich ihn gefragt . . . wie haben sie das gemacht . . . da sagt er einen ganz kleinen Betrag hat er eingezahlt was er in Brasilien wiederbekommen w\u00fcrde und dadurch hat er das sogenannte Kapitalistenvisum bekommen und . . . ist reingekommen . . . und ich hab mir sehr bedankt bei diesem Mann, denn ich bin zwei Tage sp\u00e4ter nach Antwerpen gefahren und hab dort den Vizekonsul nach dem . . . nach diesem Kapitalistenvisum gefragt und der hat mir dann den Rat gegeben zu heiraten wieder hinzukommen und er w\u00fcrde mir dann das Kapitalistenvisum geben.  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Also meine Frau ist dann nach Holland gekommen zusammen mit meinen Eltern und ihren Eltern und da wurde geheiratet in Holland . . . in Haag . . . \u00fcbrigens wo auch die Prinzessin Juliana geheiratet hat . . . aber das nur nebenbei . . . auf jeden Fall sind wir dann zwei drei Tage sp\u00e4ter nach Antwerpen gefahren um das Visum zu erhalten aber der Vizekonsul sagt mir . . . es tut mir furchtbar Leid . . . ich kann ihnen das Visum nicht mehr geben, denn es kommt kein Mensch mehr nach Brasilien rein . . . kein Deutscher . . . oder kein Jude ich wei\u00df das nicht mehr genau . . . <strong>Hilde Streit: <\/strong>kein Deutscher. . . auf jeden Fall . . . ein Deutscher nicht wahr . . . es war gesperrt . . . vom Au\u00dfenministerium . . . da hab ich zu dem Vizekonsul gesagt . . . h\u00f6ren sie mal zu ich bin da in einer f\u00fcrchterlichen Lage, ich kann in Holland nicht bleiben, ich kann nicht nach Deutschland rein, wo ich sofort ins Konzentrationslager gekommen w\u00e4re, also was soll ich machen . . . er sagte, ich kann ihnen leider nicht helfen . . . da sagte ich dann . . . kam ich auf die gute Idee und bat ihn mich vorzustellen dem Generalkonsul . . . was geschah . . . dem Generalkonsul habe ich meine Geschichte erz\u00e4hlt . . . und dieser gute Mann hat uns gl\u00fccklicherweise das Kapitalistenvisum gegeben zusammen mit einem Brief ans Aussenministerium und mir eine Kopie \u00fcbergeben von diesem Brief . . . in dem unsere Geschichte beschrieben wurde . . . das er keine andere M\u00f6glichkeit hatte, als mir das Visum gegen die Anordnung des Ida Maraties (Schreibweise ?) . . . also des Aussenministeriums zu erteilen . . . Aber die brauchte ich nicht, denn wir sind glatt in Rio angekommen . . . Somit fing unsere Geschichte in Brasilien an. <strong>Frage<\/strong>: Sie hatten mir gesagt . . . es h\u00e4tte auch so die M\u00f6glichkeit gegeben, da\u00df sie mit einer Ausnahmegenehmigung nach Deutschland f\u00fcr drei Tage fahren und hatten daf\u00fcr einen bestimmten Ausdruck genannt. K\u00f6nnen sie das noch mal erz\u00e4hlen? <strong>Rolf Arno Streit: <\/strong>\u201dDas ist ein . . . ich wei\u00df nicht mehr genau wie das hie\u00df . . . auf jeden Fall war das . . . wurde das Leuten . . . auch Juden erteilt . . . (lautes LKW Ger\u00e4usch) . . . <strong>Frage<\/strong>: Einfach noch mal von vorne . . . diese Ausnahmegenehmigung . . . <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201cDiese Einreisegenehmigung f\u00fcr zweidreivier Tagen wurde Juden auch gegeben, um zum Beispiel die Eltern zu beerdigen oder irgend welche . . . aus irgendwelchen Anl\u00e4ssen und diese hab ich mir auch erhofft zu erhalten . . . aber hab sie nicht erhalten . . . bin von dem Konsul in Amsterdam (Hilde fl\u00fcstert vor: gewarnt worden . . . gewarnt worden) . . . nicht gewarnt worden . . . erstmal r\u00fcbergerufen worden . . . da hat er mir dann gesagt . . . das es leider nicht m\u00f6glich ist . . . ich soll . . . die Einreisegenehmigung ist nicht bewilligt worden . . . und da hab ich gesagt zu ihm . . . das k\u00f6nnten sie mir doch auch am Telefon gesagt haben . . . und darauf hin gab er mir keine Antwort . . . also ich bin wech gegangen . . . ver\u00e4rgert . . . und er ist mir nachgelaufen . . . der Konsul . . . Hilde: das war ja deutscher Boden, nech . . . das Konsulat . . . <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201eKonsulat war Deutscher Boden . . . da kam der . . . da kam mir der Konsul nachgelaufen ich soll um gotteswillen nicht nach Deutschland einwandern ohne diese Genehmigung, denn ich k\u00e4me sofort ins Konzentrationslager . . . na daraufhin haben wir dann in Holland geheiratet . . . wie ich schon gesagt habe . . . \u201d <strong>Frage<\/strong>: H\u00e4tte man denn mit dieser Genehmigung den Nazis eigentlich trauen k\u00f6nnen? <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201cDas kann ich ihnen nicht sagen (lacht), weil ich das nicht erlebt habe . . . aber ich wei\u00df von Leuten, die r\u00fcbergegangen sind und wieder rausgekommen sind . . . zwei drei Tage um Eltern zu beerdigen . . . oder irgendwas, aber ich h\u00e4tte es gewagt, wenn ich das bekommen h\u00e4tte. In Deutschland geheiratet zu haben . . . w\u00e4re f\u00fcr mich einfacher gewesen . . . als in Holland . . . bei meiner Tante, bei der ich gelebt habe. <strong>Frage<\/strong>: Sie sind dann zu dritt aufm Dampfer von Amsterdam ? oder von Antwerpen . . . <strong>Hilde Streit:<\/strong> zu zweit zu zweit . . . <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201cZu zweit sind wir gefahren . . . denn mein Bruder war ja schon hier. <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> \u201dIch war ja dr\u00fcben geblieben.\u201c <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201cWir sind gefahren mit einem deutschen Dampfer . . . mein Vater hat uns eine Passage geschenkt mit der Monte . . . sie cerra campus (Schreibweise ?) <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201e si cerra campus war das auch nicht . . . <strong>Hilde Streit: <\/strong>Nee das war ein sehr sch\u00f6nes Schiff . . . das war das sch\u00f6nste an der ganzen Reise . . . <strong>Rolf Arno Streit: \u201e<\/strong>Cap Norte . . . das war die Cap . . . Cap Norte . . . das war die Cap . . . wir sind mit der Cap Norte wieder nach Brasilien gefahren.\u201c <strong>Frage<\/strong>: Nen Hamburg S\u00fcd Schiff ne?<strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201cHamburg S\u00fcd Schiff\u201c <strong>Hilde Streit<\/strong>: \u201eDas sch\u00f6nste von der ganzen Reise .\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Rolf\nArno Streit:<\/strong> \u201cDas war ein\nSchwesternschiff der Cap Polonio . . . und dann sind wir dr\u00fcben\nabgekommen . . . wieder hier in Rio . . . und dann ging die Arbeit\nlos . . . das war nicht einfach . . . ich pers\u00f6nlich habe Klavier\ngespielt abends f\u00fcr eine . . . f\u00fcr einen Club . . . nicht jeden\nAbend aber Sonnabend und Sonntag auf jeden Fall . . . und einmal die\nWoche und dann hab ich eine Anstellung bekommen als Aufseher in einer\nEimerfabrik . . . da waren Ratten . . . die Eimer wurden teilweise\ngemacht aus . . . Hilde Streit: Marmeladen . . . Marmeladendosen . .\n. also gro\u00dfen Marmeladengef\u00e4ssen und die Ratten, die haben sich\ndabei . . . davon . . . dadurch ern\u00e4hrt . . . aber wenn die\nMaschinen zur Mittagszeit abgestellt wurden&nbsp; . . . dann liefen\nmir die Ratten \u00fcber die F\u00fcsse . . . (lacht) . . . das entspricht\nder Wirklichkeit . . . aber ich bin dort geblieben . . . einige\nMonate, bis ich dann den Entschlu\u00df gefasst habe, wieder\nr\u00fcberzufahren . . . nach Europa . . . also nach Holland, um zu\nheiraten . . . weil ich immer meine Versprechungen im Leben gehalten\nhabe und so auch diese . . . nun sind wir sehr gl\u00fccklich verheiratet\nschon \u00fcber 50 Jahre . . . \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hilde\nStreit:<\/strong> \u201cDreiundf\u00fcnfzig\u201c . . . (lauter LKW).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Frage<\/strong>:.\nDie f\u00fcnfzig Jahre sind nicht mehr drauf.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Rolf\nArno Streit:<\/strong> \u201cWir haben schon unsere goldene Hochzeit hinter\nuns und sind schon dreiundf\u00fcnfzig Jahre verheiratet. Gottseidank\ngeht es uns heute gut . . . wir sind gl\u00fccklich . . . wir haben zwei\nKinder . . . leider ist eine gestorben . . . ..<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Pause\nKassettenwechsel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\"><strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201cMein Vater und mein Onkel betrieben auch die Scala am Schulterblatt, das war ein Tanzlokal . . . das gr\u00f6\u00dfte Tanzlokal von Hamburg . . . dazu geh\u00f6rten auch die . . . das eine Ballhaus Filmzauber und ein Ballhaus Uhu und noch andere, die mir entfallen sind . . . auf jeden Fall war das ein Zweigunternehmen von den Schauburgen . . . <strong>Frage:<\/strong> Sind sie da mit ihrer Frau auch Tanzen gewesen? <strong>Hilde Streit:<\/strong> \u201cNe wir waren . . . da waren wir noch gar nicht verheiratet.\u201d<strong>Frage<\/strong>: Man kann ja auch tanzen, ohne verheiratet zu sein. <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201cWir haben uns da sehr gut am\u00fcsiert . . . als junge Leute . . . aber mit meiner Frau war ich nie da, denn da . . . damals war das schon nicht mehr m\u00f6glich . . . ich glaube, die sind auch sp\u00e4ter abgestossen worden . . . das entsinne ich aber nicht mehr genau. Auf jeden Fall haben wir jungen Leute uns sehr gut da in der Scala am\u00fcsiert. Obwohl wir noch nicht achtzehn Jahre alt waren . . . und eines Tages . . . f\u00e4llt mir grade ein sind wir . . . bin ich mit verschiedenen Freunden dahin gegangen und da sagte ein Mann von der Kapelle, es kommt Jung-Jerusalem . . . und das hat der Freund mir wiedererz\u00e4hlt . . . ich sag, was hat er gesagt? Jung-Jerusalem . . . also Antisemitismus . . . das war vor der Nazi Zeit . . . da kam dann mein Onkel Hermann Urich-Sass hinein und dem hab ich das erz\u00e4hlt . . . der ist dann raufgegangen zur Kapelle hat gesagt wer hat gesagt ist Jung Jerusalem . . . .da wollte sich erst keiner melden und da hat er gesagt, ich entlasse die ganze Kapelle, wenn ich nicht sofort wei\u00df, wer das gesagt hat. Da hat er sich gemeldet. Und den hat er sofort rausgeschmissen. Der ist dann zu Gericht gegangen und wollte sein Gehalt haben . . . das nicht bezahlt worden ist . . . da musste ich als Zeuge . . . vor Gericht treten um zu beweisen . . . also um zu&nbsp; . . . auszusagen . . . um auszusagen, da\u00df er das gesagt hatte und er hat es auch zugegeben . . . aber er wollte sein Gehalt haben . . . da hat der Richter gesagt . . . er entschuldigte sich damit . . . er wollte einen Spa\u00df machen , . . . da hat der Richter gesagt . . . wenn sie einen Spa\u00df machen wollten . . . dann m\u00fcssen sie auch die Konsequenzen daf\u00fcr bezahlen . . . und wir haben den Prozess gewonnen. <strong>Hilde Streit:<\/strong> \u201dAber denn hat er gesagt, wie alt du bist&#8220; . . . <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201eDann fragte er mich noch, wie alt ich bin, da hab ich mein Alter gesagt, sechzehn Jahre oder f\u00fcnfzehn Jahre . . . sechzehn Jahre war ich wohl und da sagt er . . . ja dagegen ist doch die Oberschulbeh\u00f6rde wahrscheinlich angegangen, dass sie mit sechzehn (lacht) Jahren sich schon in solchen Lokalen aufhalten. Dann habe ich zu ihm gesagt, ich bin geschickt worden von meinem Vater . . . (lacht) der der Inhaber der Scala war, um nachzusehen, ob da alles in Ordnung ist. <strong>Hilde Streit:<\/strong> \u201d . . . der hat davon gar nicht gewu\u00dft\u201d <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong>\u201d . . . mein Vater aber wu\u00dfte gar nichts davon, denn er war sehr strenge . . . im Gegensatz zu Hermann, der viel mehr Verst\u00e4ndnis f\u00fcr solche Angelegenheiten hatte (lacht)..und..ich wei\u00df nicht mehr genau, wie das ausgelaufen ist . . . auf jeden Fall mein Vater hat mich nicht bestraft, weil wir ja den Prozess gewonnen haben . . . Ja das war alles, was ich \u00fcber die Tanzlokale berichten kann . . . da war glaub ich noch ein Lokal Filmzauber und auch der Faun . . . der hatte den selben Eingang . . . also Nebeneingang . . . vom Lessing Theater . . . da waren sie auch . . . der war auch . . . der geh\u00f6rte auch zu den sogenannten Freudenh\u00e4usern . . . <strong>Frage<\/strong>: <strong>(an Carl Heinz Streit)<\/strong> Wissen sie noch was aus ihrer Jugend, was da so berichtenswert w\u00e4re? <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> \u201cMit der Scala m\u00f6chte ich noch bemerken, da\u00df . . . und abends in die Scala war das Wort, das sie gebraucht haben als Propaganda . . . das ist . . . die Scala bestand auch in Berlin . . . die Berliner . . . sind dagegen an gegangen und da haben sie es umbenannt. Anstatt und abends in die Scala und wieder in die Scala . . . .aber sonst aus Berlin w\u00fc\u00dfte ich nichts mehr zu berichten\u201d.<strong> Frage<\/strong>: Mu\u00dften sie nun auf den j\u00fcngeren Bruder immer aufpassen? <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> \u201cNein (lacht) ich war in Berlin und er hat in Hamburg gelebt . . . ne ganze Zeit lang.\u201d<strong>Frage<\/strong>: Ja aber vorher doch <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> \u201cVorher? nein wir haben uns immer sehr gut verstanden\u201d <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201cIch h\u00e4tte mir auch nicht reinreden lassen von meinem \u00e4lteren Bruder . . . aber wie mein Bruder eben gesagt hat . . . betont hat . . . wir waren immer nicht nur Br\u00fcder sondern auch Freunde und haben alles gemeinsam erlebt und . . . \u201d <strong>Frage<\/strong>: Sie hatten mir erz\u00e4hlt, sie waren dann sp\u00e4ter bei zwei Konkurrenzfirmen ja eigentlich eingestellt als . . . <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201cAlso ich war bei der Columbia angestellt als Direktor f\u00fcr . . . f\u00fcr den Staat Minas Gerais und hab dort gearbeitet etwa 14 Jahre . . . da wurde mir ein Angebot gemacht von der United Artists mit h\u00f6herem Gehalt . . . zu United Artists gegangen \u201c(lauter LKW) . . . <strong>Frage<\/strong>: Ich glaub, das m\u00fcssen wir ganz nochmal haben . . . das m\u00fcssen wir noch mal von vorn haben. <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201cAlso ich war circa 14 Jahre Direktor bei der Columbia . . . Columbia Pictures of Brazil . . . f\u00fcr Minas Gerais . . . sp\u00e4ter war ich Direktor bei der United Artists . . . auch f\u00fcr Minas Gerais . . . weil sie mir ein gr\u00f6\u00dferes Gehalt geboten hatten . . . und daraufhin bin ich dann . . . in eine Firma . . . zu einer Firma gegangen, die brasilianische Filme vertrieben hat . . . Sie sind zu mir gekommen und haben mich gebeten, die Sache zu \u00fcbernehmen, was ich auch getan hab . . . weil ich dort etwas mehr verdient habe . . . ich bin immer nach . . . ich war immer ein guter Rechner . . . so ist es mir auch diesmal passiert. . . <strong>Frage<\/strong>: <strong>(an Carl Heinz Streit)<\/strong> Sie waren in der gleichen Zeit auch bei der Konkurrenzfirma . . . sie haben sich doch wahrscheinlich mit ihrem Bruder immer um die Kinotermine streiten m\u00fcssen, wer nun die besten Kinotermine bekommen hat . . . <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> Nein . . . der Hauptkunde hier in Belo Horizonte . . . <strong>Hilde Streit <\/strong>(\u00fcber den LKW L\u00e4rm . . . Jetzt gehts los, jetzt kommen die alle zur\u00fcck. Dies ist hier an sich ruhiger, denn dahinten wohnen die armen Leute, die haben alle keine Autos . . . \u201d <strong>Carl Heinz Streit: <\/strong>\u201dNein wir haben uns immer sehr gut verstanden und der Hauptkunde hier in Belo Horizonte war die Cineteatro Minas Gerais, der Hauptinhaber ist ein gewisser Luciano . . . gewesen, der vor kurzem . . . vor vier Wochen gestorben ist . . . ist der . . . einer der reichsten M\u00e4nner der Welt . . . der Welt nicht, von Brasilien. . . man sch\u00e4tzt ihn auf \u00fcber drei Billionen Dollar . . . die er hinterlassen hat . . . aber er hat auch . . . man sagt ihm nach . . . er h\u00e4tte noch dreissig uneheliche Kinder . . . <strong>Hilde Streit: <\/strong>\u201dDie streiten sich nun alle mit den ehelichen\u201d. <strong>Carl Heinz Streit<\/strong>: \u201dJa ja . . . ehelichen sind zwei Kinder und eine . . . ein angenommenes Kind . . . also drei haben das Hauptrecht, die kriegen schon den . . . die . . . Departe . . . \u201d  <strong>Hilde Streit:   \u201c<\/strong>Teil den Teil der Mutter, die vor drei Jahren ungef\u00e4hr gestorben ist . . . \u201d <strong>Frage<\/strong>: <strong>(zu Carl Heinz Streit)<\/strong> K\u00f6nnen sie noch mal sagen, bei welcher Firma sie im Verleih t\u00e4tig waren. <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> \u201cBei der Universal Pictures . . . die hat hier gehiessen Universal Film SA . . . da war der Konzern von Carl Laemmle. Carl Laemmle war . . . die Universal Pictures in den Staaten die ausserdem das gr\u00f6\u00dfte Atelier in Los Angeles haben . . . ich glaub, sie haben das selbst gesehen, das Atelier . . . es war das gr\u00f6\u00dfte der ganzen Welt . . . \u201d <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201cAlso bei den Filmfirmen war das so das jedes Jahr eine neue Produktion herauskam. Bei der Columbia waren es meistens so etwa f\u00fcnfzig Filme, die die Filmtheaterbesitzer . . . haben abnehmen m\u00fcssen. Es wurde dann zur Hauptsache mit Festpreisen gemacht und immer zweidrei Filme prozentual vermietet. Das heisst die Filmfirma war beteiligt an dem Umsatz der Theater mit f\u00fcnfzig . . . sogar sechzig Prozent . . . oder ein Film wie zum Beispiel ich komm nicht mehr auf den Namen . . . auf jeden Fall Gro\u00dffilme (Hundegebell) wurden auch vermietet bis zu siebzig Prozent. Das war nat\u00fcrlich Wucherei, aber die Leute konnten nicht anders, sie mu\u00dften es machen . . . da hat da . . . zu diesem Zweck haben wir Fiskale geschickt . . . Fiskale . . . die \u00dcbersetzung sind . . . Schrecker ? Hilde Streit: Fiskale ist auf der ganzen Welt . . . ist das richtig . . . nein Kontrolleure . . . Kontrolleure das ist es . . . die haben mit einer Zahluhr die Zahl der Besucher feststellen . . . und das war immer ne sehr unangenehme Sache, denn die . . . naja ich will dar\u00fcber lieber nicht sprechen . . . es hat keinen Zweck . . . auf jeden Fall haben die Kompanien sehr gut verdient, sowohl an den Filmen, die zu Festpreisen vermietet wurden oder eben prozentual . . . das war unser Hauptberuf . . . die Festpreise festzusetzen . . . denn es gab Kinos . . . die hatten f\u00fcnfhundert Pl\u00e4tze und wenig Einwohner und im Gegensatz zu anderen gro\u00dfen . . . die hatten eben viel mehr Besucher . . . und da wurden die Festpreise nat\u00fcrlich viel h\u00f6her . . . gemacht . . . Haben sie sonst noch irgendwelche Fragen zu stellen? <strong>Frage<\/strong>: Ja, wie viele Kinos im Bereich waren. <strong>Rolf Arno Streit<\/strong>: \u201cEs waren wohl . . . nicht Kinos . . . Pl\u00e4tze meinen sie . . . also St\u00e4dte . . . St\u00e4dte ja . . . das waren so ann\u00e4hernd hundert St\u00e4dte, die wir von Minas Gerais . . . bearbeiten mu\u00dften . <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> \u201cIch glaub es waren mehr sogar\u201d. <strong>Hilde Streit: <\/strong>\u201dHunderzwei.\u201d <strong>Carl Heinz Streit: <\/strong>\u201cEs waren so hundertundsechzig meiner Ansicht nach\u201c. <strong>Frage<\/strong>: Und wieviel Kinos gab es so in jeder Stadt? Kann man das so . . . <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> In den kleinen St\u00e4dten ein Kino. &nbsp;<strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201cWenn es zwei gab, dann wurde uns . . . viel . . . das sehr erleichtert . . . denn wenn der eine nicht zahlen wollte, dann ist man zum anderen gegangen und der hat dann \u00fcberboten und der hat dann die Filme bekommen. <strong>Frage<\/strong>: Kann man sagen, da\u00df es ungef\u00e4hr zwei bis dreihundert Kinos . . . <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong>\u201d . . . In Minas Gerais? viel mehr . . . \u201d<strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201cSogar in . . . nur in Belo Horizonte gab es so ann\u00e4hernd . . . <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> \u201czwanzig . . . \u201d<strong>Rolf Arno Streit:\u201d . . . <\/strong>zwanzig bis f\u00fcnfundzwanzig Kinos . . . das ist Minas Gerais der zweitgr\u00f6\u00dfte Staat von Brasilien . . . ich m\u00f6chte sagen . . . das es so gro\u00df war . . . so gro\u00df ist wie Deutschland . . . <strong>Hilde Streit:<\/strong> \u201cGr\u00f6\u00dfer . . . \u201d <strong>Carl Heinz Streit: \u201c<\/strong>Ich glaube noch gr\u00f6\u00dfer\u201d. <strong>Frage<\/strong>: Die Bundesrepublik hat heute noch . . . ich glaube noch 3100 Kinos . . . wieviel? dreitausendeinhundert . . . in Deutschland? . . . Ja jetzt . . . in der Bundesrepublik. <strong>Rolf Arno Streit: <\/strong>\u201dJa also ich kann es nicht genau sagen, wieviel es hier gibt, aber sicherlich nicht dreitausend . . . aber vielleicht sogar dreivierhundert . . . ich wei\u00df es nicht genau, die wir zu bearbeiten hatten, ich sprech nicht von Brasilien sondern von nur vom Staate Minas Gerais . . . \u201d <strong>Frage<\/strong>: Sie sind nach dem Kriege 1952 wieder nach Deutschland gekommen um die Wiedergutmachung durchzusetzen. K\u00f6nnen sie da mal nen bi\u00dfchen was erz\u00e4hlen, wie das so passiert ist alles . . <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\"><strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201cNein ich bin das erste Mal nach Deutschland gefahren . . . geflogen . . . 1949 . . . um die Wiedergutmachung zu regulieren . . . und hab mit Romahn und Sch\u00fcmann ein Abkommen getroffen, das Sass . . . Urich-Sass, also die Erben Urich-Sass . . . ein Drittel von allem was vorhanden war . . . auch was sie nachher an . . . an Wohnungen gekauft haben oder . . . gebaut haben . . . und ein Drittel Hugo Streit . . . die Familie und ein Drittel Romahn und Sch\u00fcmann zusammen. Das war eine aussergerichtliche Einigung . . . wenn sie das nicht gemacht h\u00e4tten, dann w\u00e4re ich nat\u00fcrlich zu Gerichtsjustiz gegangen und h\u00e4tte vielleicht mehr vielleicht weniger erfahren . . . aber es war ein g\u00fcnstiges Abkommen f\u00fcr beide Teile. Denn die Romahn und Sch\u00fcmann haben sich meinem Vater gegen\u00fcber bei der Ausreise . . . bei seiner Auswanderung anst\u00e4ndig gezeigt . . . sie haben ihm Zuwendungen gemacht . . . die sie nicht n\u00f6tig gehabt h\u00e4tten . . . und da hat mein Vater zu mir gesagt . . . wenn du r\u00fcber f\u00e4hrst und die Sache in Ordnung bringst . . . ber\u00fccksichtige dass . . . dass sie anst\u00e4ndig gewesen sind . . . was ich auch getan habe . . . wir h\u00e4tten nat\u00fcrlich alles haben k\u00f6nnen . . . \u00fcbernehmen k\u00f6nnen . . . aber es war schon richtig so . . . (LKW Ger\u00e4usch) . . . hinzukam, da\u00df niemand von unseren Familien wieder nach Deutschland zur\u00fcck gehen wollte, um die . . . um das Unternehmen zu f\u00fchren . . . deshalb hab ich das so gemacht und das war auch im Einverst\u00e4ndnis mit meinem Vater und meinen . . . den Urich-Sa\u00df Erben geschehen. <strong>Frage<\/strong>. Sie haben dann auch f\u00fcr den Manfred Hirschel noch ein Telefongespr\u00e4ch mit der Klara Esslen gef\u00fchrt \u00fcber das Waterloo Theater . . . K\u00f6nnen sie dar\u00fcber noch mal was erz\u00e4hlen? <strong>Rolf Arno Streit: <\/strong>\u201cJa das Waterloo Theater geh\u00f6rte irgendwie Manfred Hirschel . . . der ist verheiratet gewesen mit meiner Tante . . . der Schwester meines Vaters . . . und der bat mich als ich r\u00fcberging auch mal mit der Frau Esslen, die das Kino irgendwie bekommen hatte, wie weiss ich heute nicht mehr und mich mit der zu unterhalten zwecks Wiedergutmachung und diese Frau ist mir unversch\u00e4mt gekommen und da hab ich das dann meinem Onkel geschrieben, dass ich leider f\u00fcr ihn nichts tun kann, denn ich hab genug mit meinen Sachen zu tun und au\u00dferdem ist sie unversch\u00e4mt gewesen . . . hat mir gesagt . . . vorgelogen . . . Sachen, die ich nicht glaubte und mein Onkel, der hat sp\u00e4ter selbst die Sache durchgef\u00fchrt und hat auch eine Entsch\u00e4digung bekommen . . . Wie die gewesen ist, wei\u00df ich nicht . . . \u201d <strong>Frage<\/strong>: Wenn sie heute beide an Deutschland denken . . . was . . . welche Gef\u00fchle haben sie da? <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201cEs war einmal sehr sch\u00f6n . . . sehr sch\u00f6n . . . wir sind in Deutschland geboren worden, waren Deutsche und obwohl schon in fr\u00fcheren Zeiten . . . ein Antis . . . ein gewisser Antisemitismus herrschte &nbsp; . . . aber als dann die Nazis kamen . . . nicht wahr..und dann der Durchbruch des Antisemitismus gewesen ist . . . da war . . . da waren wir froh als wir drau\u00dfen waren. <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> \u201eDas was geschehen ist, das kann man nicht mehr vergessen. War zuviel und deswegen sind die meisten auch nicht wieder zur\u00fcckgegangen nach Deutschland. <strong>Hilde Streit:<\/strong> \u201eNein, ich glaub, sehr wenige zur\u00fcck gegangen nach Deutschland.\u201c <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> \u201cSehr wenige\u201d <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201cSehr wenig Leute . . . Juden sind zur\u00fcckgegangen nach Deutschland. Einige, die nichts hier werden konnten sind zur\u00fcckgegangen um dort Stellung zu bekommen . . . was vielleicht auch m\u00f6glich gewesen war, aber die meisten sind hier geblieben, weil sie hier ihre zweite Heimat gefunden haben . . . . <strong>Hilde Streit:<\/strong> \u201dWir sind zum Beispiel eine der wenigen, die \u00fcberhaupt noch Deutsche geblieben sind, die anderen sind alle keine Deutschen mehr. Fast alle. Von unseren Bekannten bist du wir und Einsturz aus . . . \u201d <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201c . . . naja aber es gibt nat\u00fcrlich diverse Deutsche, die wir nicht kennen, die auch Deutsche geblieben sind . . . also deutsche Juden . . . sind Deutsche geblieben. Aber wenig. Wir haben das Recht, das brasilianische Recht erworben durch unsere Anwesenheit von \u00fcber f\u00fcnfzig Jahren hier und wir haben ausserdem noch die M\u00f6glichkeit nach Deutschland zu reisen . . . ohne Visum und so weiter . . . <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> \u201cWir haben ausserdem brasilianische Kinder . . . ich pers\u00f6nlich bin mit einer Brasilianerin verheiratet . . . wir haben so gut wie die selben Rechte (lauter LKW) eines Brasilianers Frager: Bitte noch mal ohne LKW <strong>Carl Heinz Streit: <\/strong>\u201dWo wo soll ich anfangen?\u201d <strong>Hilde Streit:<\/strong> \u201dDas du ne brasilianische Frau hast . . . ne <strong>Carl Heinz Streit: <\/strong>\u201dAu\u00dferdem haben wir brasilianische Kinder und ich pers\u00f6nlich bin mit einer Brasilianerin verheiratet und dadurch haben wir die selben Rechte wie ein Brasilianer. Nur das wir nicht Pr\u00e4sident der Republica werden k\u00f6nnen . . . Pr\u00e4sident von Brasilien . . . <strong>Hilde Streit:<\/strong> \u201cMan kann auch kein Brieftr\u00e4ger werden. Irgend etwas kann man nicht werden, was sehr wichtig ist. <strong>Rolf Arno Streit: <\/strong>\u201dAuf jeden Fall haben wir sehr viel mit durchgemacht, besonders deswegen . . . besonders in den Jahren als meine Eltern noch nicht hier waren. Es wurde ja immer schlimmer und schlimmer und mein Vater wurde gehetzt von der Gestapo und hat sich gefl\u00fcchtet auf Landstrassen und auch auf B\u00f6den von Freunden . . . Boden heisst das da oben . . . ganz oben . . . da hat er geschlafen . . . er hatte einen Bekannten bei der Gestapo war, der ihm gut gesonnen war und der hat ihm immer berichtet, wenn er weggehen m\u00fc\u00dfte, denn es kam eine . . . Nazi . . . Nazi Razzia und die wollten ihn abholen . . . da ist er gottseidank . . . dem ist er gottseidank entgangen eben durch diesen Bekannten bei der Gestapo . . . wenn ich den Namen w\u00fc\u00dfte w\u00fcrde ich ihn sagen, um ihm nochmal zu danken f\u00fcr alles . . . das was er f\u00fcr meinen Vater getan hat . . . er wird aber gar nicht mehr leben . . . und dadurch hat mein Vater sich gerettet vor dem Konzentrationslager. Ja \u201c(Autoger\u00e4usche) <strong>Hilde Streit:<\/strong> \u201cSonst ist es eigentlich leiser hier\u201d. <strong>Frage<\/strong>: Sonst h\u00f6rt man es vielleicht nicht so, wenn man nicht darauf achtet. <strong>Hilde Streit:<\/strong> \u201cDann finde ich es immer leiser als bei uns\u201d. <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> \u201cBei uns hinten h\u00f6rt man \u00fcberhaupt nichts \u201c (Warum sind wir da damals nicht hingegangen?) <strong>Frage<\/strong>. Wie oft waren sie jetzt nach dem Kriege in Deutschland? <strong>Rolf Arno Streit: <\/strong>\u201cIch war nach dem Kriege sieben oder achtmal in Deutschland, f\u00fcnfmal wegen der Wiedergutmachungsgeschichten und <strong>Hilde Streit:<\/strong> Wie oft waren wir da . . . <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> Das darfst du ja nicht sagen. <strong>Hilde Streit:<\/strong> \u201eWarum nicht?\u201c <strong>Rolf Arno Streit: \u201c . . . <\/strong>(lacht) und fl\u00fcstert . . . weil wir noch eine Einreise haben wollen.\u201c<strong>Hilde Streit<\/strong> Achso.(lacht) <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201eBringen sie das bitte nicht mit rein.(lacht)\u201c <strong>Hilde Streit:<\/strong> \u201eAchja wir wollen ne Einreise haben\u201c <strong>Frage<\/strong>: Es gibt doch so Einladungen auch . . . <strong>Hilde Streit:<\/strong> \u201eNe Einladung vom Senat.\u201c <strong>Frage<\/strong>: Die haben gerade dieses Jahr wieder so ein Programm aufgelegt. <strong>Hilde Streit:<\/strong> \u201eJa eben, denn fahren wir wieder hin.\u201c <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201eJa ich pers\u00f6nlich hab geschrieben, ich war schon in Deutschland . . . und deshalb w\u00fcrde mir das nicht . . . beschieden . . . aber meine Frau . . . die noch nicht in Deutschland war. (Hilde Streit lacht) wird . . . da meine Frau noch nicht in Deutschland war . . . \u201c <strong>Hilde Streit: \u201e<\/strong>Das ist doch gar nicht mehr drauf.\u201c <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201eNat\u00fcrlich ist das drauf\u201c <strong>Hilde Streit:<\/strong> \u201eAchja.\u201c <strong>Frage<\/strong>: Wir legen das da nicht vor. <strong>Hilde Streit:<\/strong> \u201eDas wird abgeschnitten.\u201c <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201eDa meine Frau noch nicht in Deutschland war, hoffe ich vielleicht durch sie meine neue Einreise zu bekommen.. (lacht) ich pers\u00f6nlich w\u00fcrde so gerne meine Spesen \u00fcbernehmen, wenn der Senat sie f\u00fcr meine Frau \u00fcbernimmt\u201c (LKW Ger\u00e4usche) <strong>Frage.<\/strong> \u00dcber den Spesen war der LKW dr\u00fcber . . . Ich sag . . . \u00fcber den Spesen war der LKW dr\u00fcber . . . <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> LKW ? <strong>Frage<\/strong>: Lastkraftwagen . . . ich wei\u00df nicht wie sie das <strong>Dietmar Bruns:<\/strong> Camioao <strong>Hilde Streit:<\/strong> Camiao Er spricht ja perfekt Portugisiesch. <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201eSoll ich das wiederholen?\u201c <strong>Hilde Streit: \u201e<\/strong>Lieber nicht.\u201c <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201eIst schon drauf? Ajah Haben sie sonst irgendwelche Fragen zu stelle?\u201c <strong>Frage<\/strong>: Was wir vorhin ja nicht hatten, war den Eisenstein . . . das wir dar\u00fcber vielleicht noch mal reden, das der Eisenstein ja mit dem Potemkin . . . in den Schauburgen gezeigt hat und das es ja bei der Ufa mehr sone . . . nationale Ausrichtung gab . . . das man so bestimmte Filme nicht mehr gezeigt hat . . . sp\u00e4ter . . . es gab sp\u00e4ter \u201cIm Westen nichts neues\u201d der durfte ja bei der Ufa nicht gezeigt werden und der lief dann in den Schauburgen, wissen sie dar\u00fcber irgendwas noch? <strong>Rolf Arno Streit: <\/strong>\u201cIm Westen nichts neues&#8220; war wohl einer der gr\u00f6\u00dften Filme, der je hergestellt wurde und ich glaube, er wurde in den Schauburgen gezeigt, aber ich kann das nicht mit Bestimmtheit behaupten . . . ich entsinne, das wir den Film gesehen haben in London . . . wir sind . . . mein Vater hatte eine Einladung bekommen nach London zur Er\u00f6ffnung eines . . . des gr\u00f6\u00dften Theaters von London . . . ich glaub es hie\u00df Empire Palace . . . da wurde der Film \u201cIm Westen nichts neues\u201d \u201cGone with the wind\u201d aufgef\u00fchrt <strong>Hilde Streit\/ Carl Heinz Streit:<\/strong> \u201eDas ist \u201cVom Winde verweht\u201d <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201eAch das ist Vom Winde verweht. Wie hie\u00df denn der im Westen nichts neues auf Englisch?\u201c <strong>Frage<\/strong>: \u201cAll quiet at.\u201d <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> \u201cAll quiet at the on the eastern front\u201d . . . <strong>Hilde Streit:<\/strong> \u201cUnd warum durfte das nicht aufgef\u00fchrt werden? <strong>Frage:<\/strong> Das war . . . nicht national gesonnen . . . die haben behauptet das war Gegenpropaganda. <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> Remarque Remarque. <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201cIch glaub es war der Film, vielleicht war es auch Gone with the wind . . . ich weiss es nicht. <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> \u201eDer kam sp\u00e4ter, den haben wir in Brasilien gesehen. <strong>Hilde Streit:<\/strong> \u201eJa den haben wir in Brasilien gesehen\u201c <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201eJa also es war der Film im Westen nichts neues mit dem der . . . mit dem das neue Kino in London er\u00f6ffnet wurde, da sind wir r\u00fcbergefahren . . . das entsinnst du noch . . . \u201d <strong>Frage<\/strong>: Ich hab noch eine ein bi\u00dfchen schwierige Frage. Wie das mit dem Antisemitismus in Deutschland los ging . . . wie ist das bei ihnen gewesen . . . ich mein mehr so das religi\u00f6se . . . war das j\u00fcdische ne Religion oder war das ne bestimmte Weltanschauung oder waren sie mehr Deutsche oder . . . <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201cWir waren mehr Deutsche als Juden. Wir sind sehr . . . frei . . . liberal erzogen worden, aber wir waren bewu\u00dfte Juden . . . wir waren wie man sagt Zweitagjuden . . . wir sind nur zweimal im Jahr in die Synagoge gegangen . . . das war zum Neujahrsfest und zum Vers\u00f6hnungsfest . . . Roshoshone (Schreibweise?) war das Jahresfest und Jomkippur (Schreibweise?) war das Vers\u00f6hnungsfest . . . oder ist das Vers\u00f6hnungsfest das auch hier gehalten wird in Brasilien. Aber wir hatten nat\u00fcrlich Unannehmlichkeiten . . . in Deutschland . . . ich hatte eine ziemliche Aff\u00e4re wegen eines christlichen M\u00e4dchens und . . . hatte dadurch sehr gro\u00dfe Unannehmlichkeiten . . . (LKW Ger\u00e4usche) \u00fcber die ich mit nicht auslassen m\u00f6chte. Auf jeden Fall . . . die Nazis waren hinter mir her und ich konnte nur durch Selbstverteidigung dem Schlimmsten entziehen . . .&nbsp; <strong>Frage<\/strong>: Wie war das in der Familie ihres Gro\u00dfvaters . . . War das st\u00e4rker oder weniger stark? <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201cSie sprechen jetzt von der Religion, von der Religi\u00f6sit\u00e4t? Meine Gro\u00dfmutter war eine sehr relig\u00f6se J\u00fcdin, mein Gro\u00dfvater nicht. Aber meine Gro\u00dfmutter hatte auch einen j\u00fcdischen Haushalt, es wurde dort nur koscher gegessen . . .<strong>Hilde Streit:<\/strong> \u201eHaben sie erz\u00e4hlt mit dem Schweinefleisch? . . . \u201c <strong>Rolf Arno Streit: <\/strong>\u201d . . . ja und mein Gro\u00dfvater, der war sehr . . . sehr wenig religi\u00f6s . . . und a\u00df sehr gerne Schweinefleisch . . . das kam zweimal im Jahre vor . . . das meine Gro\u00dfmutter von Morgends bis Abends . . . eben an den gehobenen Feiertagen in der Synagoge gewesen ist . . . dann ist er schnell ins Restaurant gegangen und hat dort wunderbares Schweinefleisch gegessen . . . (lacht) Ja . . . Was wollen sie sonst wissen?\u201d&nbsp;Wollt ihr ein bisschen stehen . . . <strong>Pause <\/strong>31. 07. 1990<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\"> <strong>Rolf Arno Streit am Klavier<\/strong>: Aus Werbezwecken hat man einen Schlager gemacht, den Schauburg Schlager, der den Zuschauern . . . ne ich hab falsch gemacht, k\u00f6nnen wir noch mal machen?&nbsp; Ich werde ihnen jetzt den Schauburg Schlager vorspielen, der aus Werbezwecken gemacht worden ist Klavier <strong>Rolf Arno Streit singt: <\/strong>Kinder seid vern\u00fcnftig lasst die Frau durch denn sie will noch schnell mal in die Schauburg. &nbsp;Klavier Ende&nbsp;Wiederholung Ich werde ihnen jetzt den Schauburg Schlager vorspielen, der aus Werbezwecken gemacht worden ist. Kinder seid vern\u00fcnftig lasst die Frau durch, denn sie will noch schnell mal in die Schauburg Wiederholung Ich werde ihnen jetzt den Schauburg Schlager vorspielen, der aus Propagandazwecken gemacht worden ist. Kinder seid vern\u00fcnftig lasst die Frau durch, denn sie will noch schnell mal in die Schauburg. <strong>Frage:<\/strong> Herr Streit sie hatten erz\u00e4hlt, als im Februar 1927 die Schauburg Millerntor er\u00f6ffnet wurde da kam Henny Porten nach Hamburg, k\u00f6nnen sie das noch mal erz\u00e4hlen wie das war?&nbsp;<strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201eJa Henny Porten kam nach Hamburg um die Schauburg Millerntor zu er\u00f6ffnen. Da haben wir sie abgeholt am Hauptbahnhof. Das war eine Menschenmenge unvorstellbar . . . nachher schrieben die Zeitungen, dass der Bahnhof mehr besetzt war von Menschen als bei der Ankunft von dem Reichspr\u00e4sidenten Ebert. Ja und dann ist die Henny Porten . . . hat da ein paar Worte gesprochen in der Millerntor Schauburg und das war der Anfang der Schauburg.\u201c <strong>Frage<\/strong>: Wissen sie noch, wie der Film hiess in dem sie da gespielt hat? <strong>Rolf Arno Streit<\/strong>: Nein, das weiss ich nicht. Das weiss ich nicht. <strong>Frage<\/strong>: Dann sind ja auch in den Schauburgen die Filme von dem Eisenstein gezeigt worden. K\u00f6nnen sie das noch mal erz\u00e4hlen? <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201eVon Eisenstein ist gezeigt worden . . . wie ich erinnere . . . der Film . . . der Film Potemkin . . . sonst w\u00fc\u00dfte ich nicht, welche Filme dort aufgef\u00fchrt worden sind.\u201c <strong>Frage<\/strong>: Wollt ich noch mal nachfragen . . . es lief ja (Flugzeug) . . . es lief ja in den Schauburgen auch der erste Tonfilm . . . dieser Ton war ja nicht sehr lang. K\u00f6nnen sie mal sagen wie das ausgehen hat? <strong>Rolf Arno Streit: <\/strong>\u201cDer Film hiess \u201cIch k\u00fcsse ihre Hand Madam\u201d mit Harry Liedtke und Marlene Dietrich. Innerhalb des Films wurde dann das Lied gesungen . . . vom Blauen Engel ne . . . ich wei\u00df nicht mehr genau . . . es wurde ein Lied gesungen . . . der nicht nachher wie die allgemeinen Tonfilme gespielt ist sondern durch Grammophon\u00fcbertragung.\u201c <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> \u201ePlattensystem Plattensystem . . . nachher kam das Optik System auf Das war der Jazzsinger mit Al Jolson.\u201c <strong>Frage<\/strong>: Wann war das? <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> \u201eDas war gleich danach . . . ich weiss nicht mehr welches Jahr es war.\u201c <strong>Frage<\/strong>: Das war denn schon der richtige Tonfilm. <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> \u201eDas war der richtige Tonfilm . . . der optische Tonfilm ja . . . der erste optische Tonfilm\u201c. <strong>Frage<\/strong>: Das hat ja bestimmt damals auch ne Menge Geld gekostet. Wissen sie was sowas kostete . . . son Tonfilmapparatur? <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> \u201eDie Tonfilmapparatur . . . nein das wei\u00df ich nicht.\u201c <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201eJa die waren irrsinnig teuer. Wenn . . . das war die erste Schauburg, die damit ausger\u00fcstet . . . die . . . die Tonfilm\u00fcbertragung gehabt hat.\u201c <strong>Carl Heinz Streit: \u201e<\/strong> Die optische.\u201c<strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201eUnd dann hintereinander wurden die anderen Schauburgen auch damit . . . versehen . . . Aber wie teuer das war . . . das war ein ungeheurer . . . ungeheuer teuer . . . aber wie teuer kann ich leider nicht mehr sagen. <strong>Frage<\/strong>: Es gab ja lange auch einen Streit zwischen den Stummfilmleuten und den Tonfilmleuten und die Stummfilmleute haben ja immer gesagt, das w\u00e4r gar keine Kunst, das w\u00e4r irgendwie nur . . . irgendwas anderes. <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201eNun naja . . . die sind mit ihrer Meinung ja nicht durch gekommen denn jetzt gibt es ja nur noch Tonfilme . . . Also das glaub ich nicht, das die damit durch gekommen sind . . . Das so etwas existiert hat, das erinner ich auch . . . aber wird na\u00fcrlich sofort abgeblasen<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Frage<\/strong>: Es gab dann noch . . . den Film \u201dIm Westen nichts neues\u201d \u00fcber den ersten Weltkrieg . . . ein amerikanischer Film, der in den Ufa Kinos weder synchronisiert noch gezeigt werden durfte oder sollte. Und der ist ja in den Schauburgen gelaufen . . . K\u00f6nnen sie dar\u00fcber noch mal was sagen: <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201eJa das war ein gro\u00dfer Erfolg . . . aber . . . viel mehr kann ich auch nicht dar\u00fcber sagen. Er wurde in den Schauburgen gespielt und das weiss ich, das erinner ich, da\u00df mein Vater uns sagte . . . es war ein ganz gro\u00dfer Erfolg . . .&nbsp; \u201c <strong>Frage<\/strong>: Zur Premiere waren sie . . . waren sie . . . zur Premiere des Films . . . <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201eSicher waren wir zur Premiere des Films . . . aber Einzelheiten kann ich nicht sagen . . . denn das liegt ja schon viele . . . viele Jahre zur\u00fcck\u201c. <strong>Frage<\/strong>: Herr Streit . . . k\u00f6nnen sie noch mal erz\u00e4hlen, wie sie von Rio nach Belo Horizonte gekommen . . . wann das war.<strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201eWir sind angekommen . . . das sagte ich schon im Jahre 1936 . . . mein Bruder und ich . . . Sp\u00e4ter sind meine Eltern gekommen . . . im Jahre 1938 . . . und wie bekannt ist Rio eine der hei\u00dfesten St\u00e4dte der Welt . . . wir haben hier im Sommer . . . Hitze . . . bis zu \u00fcber 40 Grad im Schatten . . . das konnten meine Eltern nicht vertragen . . . deshalb sind wir nach Belo Horizonte \u00fcbersiedelt, welches ungef\u00e4hr achthundert Meter hoch liegt und dadurch . . . einen Filter . . . ein besseres Klima hat. Ich will ihnen jetzt mal kurz mal Belo Horizonte zeigen, was wir von oben hier sehen k\u00f6nnen.Hier das ist Belo Horizonte (Die sagen immer bello).\u201c <strong>Frage<\/strong>: So sah es doch 1941 bestimmt noch nicht aus . . . das war . . . <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> Das m\u00f6chte ich noch mal sagen. Belo Horizonte, als wir hierher kamen 1941 . . . hat circa hundertf\u00fcnfzigtausend Einwohner . . . jetzt . . . hat Belo Horizonte etwa drei Millionen Einwohner . . . also ist gr\u00f6\u00dfer als Hamburg . . . . . . . . . . . . Pause . . . . . . Fotoansichten <strong>Carl Heinz Streit: <\/strong>\u201eDieses Foto ist aufgenommen bei dem Fotografen Bieber, der einstmals der gr\u00f6\u00dfte Fotograf in Hamburg war. Dies ist mein Vater, dies ist mein Bruder Rolf und dies bin ich. Wie sie sehen habe ich vergessen, das Taschentuch in die Tasche zu stecken und hab dadurch von meinem Vater eine gro\u00dfe Tadelung bekommen . . . (Wiederholung) Das hab ich ihnen dann zugedacht. <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> \u201eDieses hier ist die Familie Urich-Sa\u00df . . . Mein Onkel Hermann Urich-Sa\u00df, meine Tante Hedwig Urich-Sa\u00df, meine Cousine Vera . . . schon verstorben . . . mein Vetter Horst Urich-Sa\u00df und mein Vetter J\u00fcrgen Urich-Sa\u00df . . . auch schon verstorben . . . \u201eWiederholung <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> \u201eDies ist die Familie Urich-Sass . . . Das ist meine Tante Hedwig Urich-Sa\u00df . . . schon verstorben, das ist die Tochter Vera . . . auch schon verstorben . . . mein Onkel Hermann Urich-Sa\u00df verstorben . . . J\u00fcrgen Urich-Sa\u00df . . . auch verstorben . . . der einzige \u00fcberlebende der Familie ist mein Vetter Horst Urich-Sa\u00df, der in Mexiko und in den Staaten lebt.\u201cJetzt kommt das n\u00e4chste Foto <strong>Carl Heinz Streit:<\/strong> \u201eDieses sind meine Eltern, mein Vater und meine Mutter. Beide auch schon verstorben.\u201c Dies sind meine Gro\u00dfeltern Frida Henschel und Jeremias -genannt James Henschel . . .Eins ist da noch zwischen . . . ein Kinderfoto \u201eDies ist mein Bruder Rolf Arno Streit und dies bin ich Carl Heinz Streit . . . das ist aufgenommen vor circa . . . 70 Jahren . . . aufgenommen vor circa 70 Jahren . . . (1990) Rolf Arno Streit und Carl Heinz Streit (ca. 1920)Da war ich sieben . . . und mein Bruder 6 Jahre alt\u201c. Etwas \u00e4lter. <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> Mein Bruder ist ja ein Jahr \u00e4lter als ich . . . Der Bruder oder selbst. <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201eJein . . . mein Bruder ist ja ein Jahr \u00e4lter als ich . . . der kann ja nie j\u00fcnger werden . . . Gut ja . . . \u201eDas Bild mit dem Motorrad.Aber das ist aber so klein. Geht los. <strong>Hilde Streit:<\/strong> \u201eAlso ich bin einmal . . . einmal in meinem Leben Motorrad gefahren hab keine Ahnung gehabt und der hinter mir gesessen hat hat immer gesagt bremsen und dann hab ich nicht gewu\u00dft, wie zu bremsen und hab immer mehr Gas gegeben . . . <strong>Frage: &nbsp;<\/strong>Das Foto ist in Hamburg aufgenommen?. <strong>Hilde Streit:<\/strong> \u201eJa ist in Hamburg aufgenommen worden . . . aber wo kann ich nicht mehr sagen \u2014\u201e<strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201eBebelallee ? Wie lange mu\u00df das her sein, Hansa Strasse?\u201c <strong>Rolf Arno Streit: <\/strong>Dieses Bild ist aufgenommen auf der Hochzeitsfeier von meiner Tante Grete und von dem Onkel Hermann . . . der ist vielleicht f\u00fcnfundzwanzigsechsundzwanzig Jahre alt gewesen und meine Tante war ja in den zwanziger . . . Anfang zwanzig . . . sie war die Schwester meiner Mutter . . . ist leider beim ersten Kind verstorben . . . bei der Geburt des ersten Kindes . . . Dies hier ist mein Gro\u00dfvater James und meine Gro\u00dfmutter Frida . . . Dies hier ist mein Vater Hugo Streit . . . und meine Mutter Sophie Streit . . . Hier ist ein Familienbild der Familie Streit . . . das wurde aufgenommen in . . . soweit ich erinnere in den Schauburg Studien . . . es war ein Freund meines Vaters . . . der in den Schauburgen . . . in den L\u00e4den der Schauburgen Fotoateliers betrieb . . . Auf diesem Bild sehen sie die ganzen Br\u00fcder meines Vaters . . . hier mein Vater . . . hier ein Bruder Max ein Bruder Richard , Bruder Albert . . . ein Bruder John . . . das war der \u00e4lteste . . . Frauen und die Kinder . . . hier ist die Schwester Grete Hirschel mit ihrem Mann . . . und hier ist noch Franz Traugott, der Prokurist meines Vater geworden ist . . . mit seiner Frau Bianca . . . die vor einigen Jahren mit neunundneunzig . . . Jahren gestorben ist . . . . Hier sind lauter . . . <strong>Frage<\/strong>: Den Manfred . . . ist der auch da drauf zu sehen . . . Manfred Hirschel . . . Ist der Manfred Hirschel auch da drauf zu sehen? <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201eHier ist Manfred Hirschel . . . Dies hier ist ein Familienbild der Familie Streit.Und zwar wurde das aufgenommen . . . wenn ich mich nicht irre . . . zum siebzigsten Geburtstag meines Gro\u00dfvaters Jakob Streit . . . Hier sehen sie meine Eltern . . . mein Vater Hugo Streit und meine Mutter . . . hier bin ich . . . schlecht getroffen . . . hier ist Max . . . Richard . . . Albert . . . John . . . Bianca . . . und Grete . . . alles geborene Streits mit ihren M\u00e4nnern . . . hier sitzen die ganzen Kinder . . . also meine Cousinen und meine Cousins . . . hier ist mein Bruder noch zu sehen. ,, . . . Dies hier ist auf dem Eiffelturm . . . hier sitzt meine Mutter . . . mein Vater . . . mein Bruder Carl Heinz und ich . . . das sind die ersten langen Hosen . . . die wir in Paris von meinen Eltern geschenkt bekommen haben . . . das erinner ich noch . . . hier auf diesem Bild sehen sie meine Gro\u00dfeltern Frida Henschel und James Henschel . . . mit ihrer Tochter Bianca Henschel . . . aufgenommen in Wiesbaden . . . Die ist ein Familien . . . dies ist ein Bild meiner Eltern mit meiner Gro\u00dfmutter . . . \u201c LKW nochmal alles ? <strong>Frage:<\/strong> nur das letzte.Bild <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201eDies ist das Bild meiner Eltern, mein Vater . . . meine Mutter . . . meine Gro\u00dfmutter Frida Henschel . . . und weitl\u00e4ufige Verwandte . . . im Hintergrund sehen sie unseren Cadillac Wagen . . . das war der erste Cadillac von Hamburg . . . und hatte Aufsehen erregt . . . hier ist noch zu sehen unser Chauffeur . . . .Ja das ist mein Vater . . . Auf diesem Bild sehen sie meinen Vater im Hintergrund ein Flugzeug . . . wo das gewesen ist, kann ich ihnen leider nicht mehr sagen .. . . dies sind meine Eltern Hugo Streit und Sophie Streit mit der Schauburg Zeitung . . . Jedes Kino . . . jedes Kino . . . also jede Schauburg hatte eine . . . hat eine . . . hat eine Zeitung bekommen . . . die gleichzeitig ein Programm von dem jeweiligen . . . Film . . . enthalten hat . . .&nbsp; Hier sehen sie mein Vater Hugo Streit . . . und Hermann Urich-Sa\u00df . . . sein Kompagnon . . . die beiden haben die Schauburgen und den ganzen Konzern gemeinsam aufgebaut . . . Auf diesem Bild sehen sie meine Gro\u00dfeltern Frida und James Henschel . . . mein Vater . . . Hugo Streit und meine Mutter Sophie Streit . . . am Europ\u00e4ischen . . . vor dem Europ\u00e4ischen Hof in Baden Baden . . . Auf diesem Bild sehen sie unser Haus in der Rothenbaumchaussee . . . im Vordergrund stehen . . . steht die Familie . . . und hier ist der Cadillac . . . noch einmal richtig zu sehen . . . .Dies ist ein Bild aufgenommen in Rio de Janeiro . . . da sind wir soweit erinnerlich nach Petropolis raufgefahren . . . dies ist meine Frau und dies bin ich . . . Rolf . . . auf diesem Bild sehen sie mein Hochzeitsbild mit meiner Frau . . . die in Holland in Haag . . . gefeiert wurde . . . weil ich seinerzeit nicht mehr nach Deutschland zur\u00fcckkehren konnte . . . ohne Gefahr zu laufen ins Konzentrationslager zu . . . zu kommen. Da haben wir bei meiner Tante, die damals in Holland lebte . . . Bianca . . . unsere Hochzeit gefeiert . . . Zu der Hochzeit sind die ganzen Verwandten . . . auch meine Gro\u00dfeltern . . . James und Frida . . . auch meine Eltern und die Eltern meiner Frau her\u00fcbergekommen . . . Tja . . . dies ist ein kleines Bild in Monte Carlo aufgenommen . . . ich ersehe daraus nur . . . mein Gro\u00dfvater James und meine Gro\u00dfmutter Frida . . .&nbsp; ein Moment . . . Alte Postkarte Cap Norte Dies ist ein Bild von der Cap Norte . . . das Schwesternschiff von der Cap Polonio . . . mit dem wir . . . meine Frau und ich nach der Hochzeit wieder zur\u00fcckgefahren sind nach Rio . . . zur\u00fcck bin nur ich gefahren . . . meine Frau habe ich aber mitgenommen . . . Hilde Streit: Dankesch\u00f6n (lacht) . . . . . . Dies war auch ein Bild . . . hier ist der Betr\u00fcger drauf . . . das will ich gar nicht zeigen . . . <strong>Frage:<\/strong> Das ist auch von der \u00dcberfahrt. <strong>Rolf Arno Streit<\/strong>:\u201c . . . das ist auch der Betr\u00fcger drauf.\u201c <strong>Frage<\/strong>: Dann machen wir die Zwischenstation in Portugal noch. <strong>Rolf Arno Streit: <\/strong>Was ist das denn . . . <strong>Frage:<\/strong> Portugal. <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201eIn Lissabon Sierra Campus . . . 1937 . . . Auf diesem Bild . . . soll ich anfangen . . . Auf diesem Bild sehen sie meine Gro\u00dfeltern Streit Jakob und Trude . . . .(Strassenbahnger\u00e4usche) . . . Auf diesem Bild sehen sie meine Eltern auf der Cap Polonio . . . sie besuchten uns zu jener Zeit in Rio . . . sie besuchten uns im Jahre 1937 . . . nein das kann nicht sein . . . sie sind damals aus Amerika zur\u00fcck gekommen . . . ich entsinne das nicht mehr ganz genau. . . Hier sehen sie meine Eltern Hugo und Sophie Streit mit den Eltern meines Vaters Trude und Jakob Streit . . . mein Bruder Carl Heinz und ich als der j\u00fcngere . . . auf dem Bild erscheine ich der H\u00f6he wegen als der \u00e4ltere . . . aber in Wirklichkeit bin in der j\u00fcngere &nbsp; . . . hier auf diesem Bild sehen sie meinen Bruder mit seiner Amme . . . das bin ich . . . da . . . da arische Musiker nicht mehr f\u00fcr Juden spielen durften . . . spielen durften haben wir eine j\u00fcdische Kapelle gegr\u00fcndet . . . . den Namen Catus . . . ich war der Kapellmeister . . . dies sind alles j\u00fcdische Musiker . . . wir spielten sehr viel auf j\u00fcdischen Festen . . . privater Natur und auch . . . entsinne ich ein Henry Jones Logenball . . . Henry Jones Logenball . . . Hernry Jones Loge war eine j\u00fcddische Loge und die hat dann jedes Jahr ein gro\u00dfes Fest gegeben auf dem wir gespielt haben . . . <strong>&nbsp;Frage: <\/strong>Buenos Aires steht da hinten drauf. <strong>Rolf Arno Streit: <\/strong>Buenos Aires . . . die haben gar nichts mit uns zu tun . . . : Ja dann sind wir durch. <strong>Frage<\/strong>. Das ist auch schon Buenos Aires <strong>Rolf Arno Streit: \u201e<\/strong>Nein das ist Travem\u00fcnde. Travem\u00fcnde . . . Ah ja . . . (Hundegebell im Hintergrund) <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201eAuf diesem Bild sehen sie wie die Menschen fr\u00fcher am Strand angezogen waren. Dieses Bild zeigt den Strand von Travem\u00fcnde. Mein Vater im Badeanzug meine Mutter in der Badeho . . . anzug. Mein Onkel . . . alle gut gekleidet . . . hier bin ich und hier ist mein Bruder Carl Heinz&nbsp;Das ist 19 . . . und etwa 1913 gewesen . . . so ging man an den Strand . . . ne eben nicht . . . ich hab mich geirrt . . . es waren keine Badeanz\u00fcge . . . es waren Anz\u00fcge mit steifen Kragen . . . Eckenkragen . . . meine Mutter in einem eleganten Sommerkleid . . . mit Hut und die Amme hier mit dicken Br\u00fcsten zu sehen. <strong>Frage:<\/strong> Und das andere Foto . . . k\u00f6nnen wir das noch sehen?<strong>Rolf Arno Streit<\/strong>: \u201eHier sehen sie wiederum am Strand von Travem\u00fcnde die ganze Familie in ihren besten Kleidungsst\u00fccken . . . \u201e<strong>Frage<\/strong>. Da waren laute Kinder, wollen wir das noch mal haben ja einmal <strong>Rolf Arno Streit:<\/strong> \u201eAuf diesem Bild sehen sie die ganze Familie wie sie damals vor circa achtzig Jahren am Strand von Travem\u00fcnde . . . erschienen.\u201c <strong>Hilde Streit:<\/strong> \u201eJetzt wenn sie in Rio sehen . . . wie die Leute da schwimmen . . . \u201e<strong>Frage<\/strong>: Ich glaube, das gen\u00fcgt auch.&nbsp;Ist es alles sch\u00f6n Herr Kameramann?&nbsp;Brasilianisch wird jetzt geredet.&nbsp;<strong>Die Fragen stellte Jens Meyer, Kamera hat Dietmar Bruns gemacht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Das\nInterview mit Rolf Arno Streit, Hilde Streit und Carl Heinz Streit\nfand am 30. und 31. Juli 1990 in Belo Horizonte, Brasilien statt.\nRolf Arno und Carl Heinz Streit sind die beiden S\u00f6hne des\nKinobesitzerehepaars&nbsp; Sophie (geb. Henschel)&nbsp; und Hugo\nStreit, der zusammen mit seinem Kompagnon Hermann Urich Sass den\nHenschel Film und Theaterkonzern leitete und besa\u00df. Das Unternehmen\nwurde in der Nazizeit enteignet (arisiert&nbsp; nannten die deutschen\nNazis das Verfahren). Die Nutzniesser hie\u00dfen Paul Romahn und Gustav\nSch\u00fcmann, ehemalige Angestellte des Henschel Film und\nTheaterkonzerns.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Interview Jens Meyer <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Anmerkung 2017. Der Mann, der&nbsp; Carl Heinz Streit in Brasilien sofort angestellt hat, war Al Szekler (in dieser Schreibweise). *Al Szekler<\/strong> <strong>war Direktor der Firma Universal Film SA Brasilien. Jens Meyer 2020<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Belo Horizonte 31. Juli 1990<\/strong>. Von links nach rechts: Carl Heinz Streit, Rolf Arno Streit und seine Ehefrau Hildegard K\u00e4the Streit, geb. Sochaczewer, geb.  am 9. August 1913, gest. 1993. Foto Jens Meyer<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/streits.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3296\"\/><figcaption>Belo Horizonte Brasilien 1990<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Ohne-Titel-31-Kopie-e1572985449552.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Ohne-Titel-31-Kopie-1024x723.jpg\" alt=\"Hilde Streit Carl Heinz Streit\" class=\"wp-image-533\" width=\"515\" height=\"362\"\/><\/a><figcaption>Hildegard K\u00e4the  Streit, geb. Sochaczewer. geb. 9. August 1913 in Hamburg. Gest. 1993 in Belo  Horizonte (Brasilien).  Rolf Arno Streit. geb. 26. August 1911  in Hamburg. gest.15. Februar 1993.  In Belo Horizonte. (Brasilien)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Tieresehendichan1klein.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Tieresehendichan1klein.jpg\" alt=\"Tier\" class=\"wp-image-14959\" width=\"146\" height=\"103\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Tieresehendichan1klein.jpg 500w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Tieresehendichan1klein-300x212.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 146px) 85vw, 146px\" \/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Carl-Heinz-Streit-1990.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Carl-Heinz-Streit-1990.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-21939\" width=\"321\" height=\"414\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Carl-Heinz-Streit-1990.jpg 626w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Carl-Heinz-Streit-1990-233x300.jpg 233w\" sizes=\"auto, (max-width: 321px) 85vw, 321px\" \/><\/a><figcaption>Carl Heinz Streit 1990<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/88x31.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"88\" height=\"31\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/88x31.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-21329\"\/><\/a><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>PDF InterviewStreitbelohorizonte SRolf Arno Streit: \u201dMein Gro\u00dfvater Jeremias genannt James Henschel war der Erste in Hamburg, der Kinos gemacht hat. 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