{"id":14002,"date":"2021-02-10T09:42:32","date_gmt":"2021-02-10T09:42:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=14002"},"modified":"2025-04-19T12:43:57","modified_gmt":"2025-04-19T12:43:57","slug":"der-traum-von-einer-sache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=14002","title":{"rendered":"Briefe an Wiebeke (IV-4) Der Traum von einer Sache"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Roemische-Zahlen-am-Heck.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"220\" height=\"330\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Roemische-Zahlen-am-Heck.jpg\" alt=\"Romische Zahlen am BUG\" class=\"wp-image-17347\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Roemische-Zahlen-am-Heck.jpg 220w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Roemische-Zahlen-am-Heck-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 220px) 85vw, 220px\" \/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Hallo Wiebeke, Du willst wissen, wie das damals war? Zu Zentral Film Zeiten? Na, am besten schreib ich den Text, der damals in Medium, der Zeitschrift der Evangelen (Das waren die vom Gemeinschaftswerk GEP &#8211; der evangelischen Kirche) ver\u00f6ffentlicht wurde, noch mal ab. (Ich hatte den geschrieben). Hier kommt er, in Originall\u00e4nge, vermutlich habe ich, trotz mehrfachem Gegenlesen, noch ein paar neue Schreibfehler untergebracht. Damit meine ich, die, die vorher noch nicht drin waren, J.<\/p>\n\n\n\n<p>Abschrift aus: <strong>Medium 6. Juni 1982. 12. Jahrgang<\/strong> <strong>Der Traum von einer Sache<\/strong> F\u00fcr einen neuen Zentral Film Verleih von Jens Meyer  (Seite 35 -38)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Die Beteiligten des Konfliktes trafen sich am<strong> 14. April 1982<\/strong> vor dem <strong>Landgericht Hamburg<\/strong> um Viertel vor 12 Uhr. Der Vorsitzende <strong>C<\/strong>. des Vereins <em>Zentral Film Verleih Hamburg e. V.<\/em> wollte mithilfe des Landgerichts Hamburg eine Mitgliederversammlung verbieten lassen, zu der ein Viertel der Mitglieder eingeladen hatte. Er bef\u00fcrchtete, da\u00df er auf dieser Mitgliederversammlung nicht wieder gew\u00e4hlt werden w\u00fcrde. Eine Stunde wurde verhandelt. Der Richter geno\u00df sichtlich die Vorstellung:   Linke, die mithilfe der Klassenjustiz ihre Konflikte kl\u00e4ren lassen. Nebenbei: das gleiche Geb\u00e4ude, in dem auch der Film von Axel Engstfeld<em> Von Richtern und anderen Sympathisanten <\/em>spielt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Gerichtskosten nach einer Stunde: 1.250 DM. Dazu: Die Kosten f\u00fcr zwei Rechtsanww\u00e4lte, vor dem Landgericht darf sich niemand selber vertreten. Insgesamt der Monatslohn eines Mitarbeiters in dem finanzschwachen Betrieb <em>Zentral Film Verleih (ZFV) <\/em>gegen die anderen beiden Vorstandsmitglieder als Privatpersonen. Das Gericht soll eine einstweilige Verf\u00fcgung gegen eine Mitgliederversammlung am 18. 4. (1982) aussprechen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Wie jeder Verein hat auch dieser Organe. Manche Organe sind meistens nicht wichtig. H\u00f6chstes Organ: Die Mitgliederversammlung, hier hat der Vorsitzende eine unsichere Mehrheit. Diese unsichere Mehrheit m\u00f6chte er mithilfe von Neuaufnahmen gerne sicher machen. Doch im Vorstand ist der Vorsitzende in einer Minderheit. So macht er einen Fehler: In einer Vorstandssitzung werden nicht seine Kandidaten aufgenommen, sondern die der anderen beiden Vorstandsmitglieder. <strong>Werner Koch  + Elfriede Schmitt. <\/strong>Ein langj\u00e4hriger Machtkampf dreht sich. Erstmals ist der Vorsitzende<strong> Christian Lehmann<\/strong> dabei, einen Machtkampf zu verlieren. Was macht er? Wir lasen es schon.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\"> Auch ich bin nicht unbeteiligt. Einmal habe ich von 1976 bis 1980 dort gearbeitet \u2013 im Anfang als \u201efreier\u201c Mitarbeiter, wie alle anderen auch f\u00fcr 650,00 DM netto gleich brutto. Das ist bitter, wie schnell auf dem Landgericht drei Monatsl\u00f6hne vom Vorsitzenden verbraten wurden. Auch menschlich bitter, wenn es sich um jemanden handelt, der \u00fcber lange Zeit in seinen Worten immer die Sache obenan gestellt hat, der immer Gegner der Klassenjustiz gewesen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>\n<strong>Der\nHintergrund<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">F\u00fcnf Personen stehen derzeit auf der Lohnliste des Verleihs, davon leben vier ausschlie\u00dflich vom Verleih \u2013 keine Nebeneink\u00fcnfte. Vier Personen weigern sich, mit dieser f\u00fcnften Person weiter zusammenzuarbeiten. Das hat viele verschiedene Gr\u00fcnde. Einer ist jedenfalls der: Die vier verstehen unter Zusammenarbeit etwas anderes als die f\u00fcnfte Person. Sie wollen wirklich zusammen arbeiten. Und sie wissen, wovon sie reden, denn seit dem letzten gro\u00dfen Mitarbeiterwechsel im August 1980 haben sie ihre Versuche unternommen, mit der f\u00fcnften Person zusammen zu arbeiten. Sie m\u00f6chten nicht noch einmal \u00e4hnliche Versuche wie in den letzten zwei Jahren machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\"> Viel Papier wird beschrieben: Grundsatzpapiere, pers\u00f6nliche Erkl\u00e4rungen. Man trifft sich mit fr\u00fcheren Mitarbeitern des ZFV, befragt sie nach ihren Erfahrungen, gr\u00fcndet einen Beraterkreis, der stellvertretend auch die Konflikte innen kl\u00e4ren soll. Die Glaubw\u00fcrdigkeit von bedrucktem Papier nimmt immer mehr ab. Der Konflikt mit <strong>C.<\/strong> bindet immer mehr Kr\u00e4fte. <strong>C.<\/strong> will den Verleih nicht verlassen, bringt seinerseits auch immer Papiere ein, auf denen er erkl\u00e4rt, auf welche Weise die anderen mit ihm zusammenarbeiten sollen. Im Mai 1981 kommt es zur ersten harten Auseinandersetzung. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Anla\u00df der Film <em><strong>Gorleben &#8211; Der Traum von einer Sache<\/strong>. <\/em>Sichtveranstaltungen finden statt. Immer wieder Diskussionen: Ist das ein Film f\u00fcr den ZFV? <strong>C <\/strong> kategorisch: \u201eNoch nie habe ich der Aufnahme eines Filmes in den ZFV zugestimmt, wenn ich schwerwiegende politische Bedenken hatte.\u201c Die Ausschlie\u00dflichkeit, mit der ein einzelner hier seine Meinung den anderen Verleihmitarbeitern aufdr\u00fccken will, bringt viele andere Sachen ebenfalls zum Ausbruch. Kein anderer von ihnen  nimmt sich das Recht heraus, keine Fehler zu machen, die Weisheit mit L\u00f6ffeln gefressen zu haben. <strong>C. <\/strong>hat daf\u00fcr eine andere Wortwahl. Es gibt auch Unterschiede in der Bewertung des Verleihs: Vier sehen in der Verleiharbeit eine Hilfst\u00e4tigkeit f\u00fcr die (linke, aufgeschlossene) \u00d6ffentlichkeit. <strong>C<\/strong>. hat eher die Vorstellung: das Verleihprogramm als politisches Glaubenbekenntnis.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\tDazu\nkommen die Probleme der Arbeitsteilung, die es mit <strong>C.<\/strong>\ngibt. Seit 1980 konzentriert\nsich <strong>C.<\/strong>\nauf den Bereich Filmverk\u00e4ufe an andere Verleiher und\nFernsehanstalten. Mit den Routine-Verleiharbeiten hat er nur noch\nwenig zu tun. Auch dieser mangelnde Kontakt mit den eigentlichen\n\u201eKunden\u201c macht ihn in den Augen der anderen unglaubw\u00fcrdig. Er\nist leider auch der einzige, der behauptet, dennoch gut informiert\nzur sein. Die Begr\u00fcndung f\u00fcr\ndiese Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung findet er in seiner zehnj\u00e4hrigen\nErfahrung.<\/p>\n\n\n\n<p>\n<strong>Erinnerung\nan 1978<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\n\tEs war\nkeine schlechte Zeit, wir hatten viel Spa\u00df an der Arbeit, sonst\nh\u00e4tten wir es nicht f\u00fcr so wenig Geld gemacht. F\u00fcr eine Stunde\nvorm Landgericht mu\u00dfte ich drei Monate arbeiten. Mehr Geld war nicht\nda. Glaubenssatz aus dieser Zeit: Der Verleih ist politisch enorm\nwichtig. Deswegen: Nicht jeden Konflikt ausfechten, nicht alles zu\nEnde diskutieren. Viele Sachen zudecken, verdr\u00e4ngen.<\/p>\n\n\n\n<p>\n<strong>Erinnerungen\nan 1970<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\nNicht\nmeine. Die <em>Filmemacher Cooperative <\/em>gab es<em>. <\/em>Einer, der\nheute nicht mehr dabei ist (Alfred Hilsberg), machte einen\nSonderverleih auf: mit den wenigen Filmen, die ausdr\u00fccklich\npolitisch sein solten. Man k\u00f6nnte auch sagen, er hat sie geklaut.\nDie Pr\u00fcgelei geistert noch heute durch die \u00f6ffentlichen\nErinnerungen. 1971 die <em>Sozialistische Film Coop, <\/em>1972 dann der\n<em>Zentral Film Verleih. <\/em>Mit vielen Filmen, die heute niemand\nmehr kennt. <em>Die industrielle Reservearmee <\/em>von Helma Sanders.\nDann sp\u00e4ter, vielleicht  1973\/74, die Frage, die alle linken\nAkademiker bewegt. Woher kommt die Revolution? Aus den Stadtteilen\noder aus den Betrieben? Wer hat recht? \n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\n\tAuch im\nVerleih zwei Meinungen: mal gewinnt der Film aus dem Kalletal f\u00fcr\ndie Arbeitspl\u00e4tze bei Demag, mal der Rockerfilm aus Frankfurt.\n\u00d6konomische Grundlage des Verleihs auch in dieser Zeit eher die\nFilme, die <strong>C.<\/strong> nicht liebt. Das erfahre ich erst viel sp\u00e4ter.\nIch habe losen Kontakt zu diesem Verleih. Bin selber auf der\nArbeiterwelle in die<em> dffb <\/em><em>(Deutsche Film- und\nFernsehakdamie Berlin) <\/em>geschwappt. Lerne viel und bin\nwi\u00dfbegierig. Zusammen mit anderen aus dem Medienzentrum in Berlin\nmache ich einen Filmkatalog, zwei verschiedene Umschl\u00e4ge: <em>\u201eFilm\nim Klassenkampf\u201c <\/em>und <em>\u201eFilme der Arbeiterbewegung\u201c<\/em>.\nUnterschiedliche Titel, aber sie meinen das gleiche. Die Jusos und\ndie Falken kaufen den Katalog mit dem zweiten Umschlag. Wir schicken\nden Katalog nach Hamburg. Sie haben am Karl Muck Platz 9 (heute\nJohannes Brahms Platz 9) viel zu kritisieren. Vor allem, da\u00df viele\nwichtige Filme aus dem <em>ZFV <\/em>fehlen. Sie wollen f\u00fcr die n\u00e4chste\nAuflage viele Verbesserungsvorschl\u00e4ge machen. Wir warten vergeblich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\n\tDie Zeit\nder selbsternannten kommunistischen Arbeiterparteien. Aus dieser Zeit\nauch meine Parteifeindlichkeit. Der Verleih hat mit diesen Parteien\nauch wenig am Hut. Das macht ihn mir sympathisch. Dennoch treten sie\nnach au\u00dfen immer geschlossen auf. Innere Widerspr\u00fcche werden\nrausgehalten, dringen nicht an die \u00d6ffentlichkeit. Sie sprechen mit\neiner Stimme. \n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\n\tSie sind\nein Kollektiv, es gibt keinen Chef, sie entscheiden alles gemeinsam,\nsagen sie. Sie erledigen die anfallenden Arbeiten gemeinsam, eine\nArbeitsteilung im klassischen Sinne gibt es nicht, sagen sie. Sie\nsind weder von Bonzen noch von Parteien abh\u00e4ngig. Der Verleih zeigt\nin seinen Filmen ein widerspr\u00fcchliches Bild. Es ist bunt. Da\u00df\ndieses bunte Bild nur auf unterschiedliche Gewinner verschiedener\nMachtk\u00e4mpfe zur\u00fcckgeht, wei\u00df ich nicht. Sie machen viele\nVersprechungen. \n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\n\tDas\nKollektiv 1976 in Berlin bei den Festspielen: Vier Personen wollen\nmich anwerben. Ich sage zu im Herbst nach Hamburg zu kommen. Erst\nsp\u00e4ter wird mir klar, warum sie alle wollen, da\u00df ich nach Hamburg\nzum Verleih komme. Sie wollen mich als B\u00fcndnispartner f\u00fcr ihren\ninternen Konflikt benutzen. \n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\"> Ich denke, man kann als Filmemacher von den Verleihen nicht immer nur fordern, man mu\u00df auch selber mit zufassen, wenn es nicht vorangeht. Im Oktober bin ich da, drei Leute (Alfred Hilsberg, Uwe Emmenthal und Nobert Huhn) sind schon weg.   Verwirrung bei mir. Fragen an die Dagebliebenen. (<strong>C.,<\/strong> + K. J.)  <\/p>\n\n\n\n<p> \u201eWir haben uns aus inhaltlichen Gr\u00fcnden getrennt\u201c, ist die einzige Erkl\u00e4rung. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Das erkl\u00e4rt nicht viel. Aber was solls, von der alten Crew ist nur noch einer da. Die anderen sind nicht mehr wichtig f\u00fcr mich, sie haben aufgeh\u00f6rt \u2013 erledigt. Eins macht mich stutzig: Es sind genau die Leute weg, mit denen man immer zu tun hatte, wenn man einen Film bestellt hat, der dann auch den Lieferschein unterschrieben hatte. Der Mitarbeiter f\u00fcr \u201e\u00fcbergeordnete\u201c Anfragen war noch da. Einer von den Ausgeschiedenen hat morgens immer nur Zeitung gelesen, wollte sich hier selbst verwirklichen, h\u00f6re ich. Sp\u00e4ter h\u00f6re ich auch die andere Version. Mir ist das eigentlich ziemlich egal. Sie haben aufgeh\u00f6rt, also sind sie nicht mehr wichtig.  <\/p>\n\n\n\n<p> 1976 habe ich von diesem Verleih auch noch ein anderes Bild: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Die klopfen immer viel Spr\u00fcche, m\u00fcssen ungefragt \u00fcberall was sagen, und wenn man dann einen Film bestellt hat, dann kommt er nicht rechtzeitig. Schuld sind sie niemals sie selber, sondern immer <strong>\u201eunsolidarische Vorspieler\u201c<\/strong>. Oder noch schlimmer. Es kommt etwas, das hat mit Film nicht mehr viel zu tun \u2013 das Bild kann man vor lauter Kratzern nicht erkennen, der Ton ist kaum zu verstehen. Das, denke ich, ist meine erste Aufgabe in Hamburg, das zu \u00e4ndern. Ich denke, Unzuverl\u00e4ssigkeit, hat mit links nichts zu tun. Ich denke, schlechte Kopien ebenfalls nicht. Ich versuche zu \u00e4ndern und ernte viel Beifall, aber wenig praktische Unterst\u00fctzung.  <\/p>\n\n\n\n<p>\n\tDie\nanderen sagen: Zeitmangel. Aber t\u00e4glich werden nur ca. vier Filme\nverschickt und vier entgegen genommen. Keine &#8218;Schwierigkeit f\u00fcr drei\nLeute, da die Arbeiten auf dem laufenden zu halten, Filme zu\nreparieren, Klammerteile zu bestellen. \n<\/p>\n\n\n\n<p> Einen Film habe ich mitgebracht von der <em>dffb. <\/em>(Meinen Abschlu\u00dffilm von der dffb <strong>Mit uns nicht mehr<\/strong>). \u00dcber Arbeit und eigene Erfahrungen in meinem ehemaligen Beruf als Maschinenschlosser. <\/p>\n\n\n\n<p>\n\tDas\nfr\u00fchere Kollektiv hatte, so lese ich, diesen Film schon einmal\nabgelehnt. Ich erinnere nur, da\u00df er einige Wochen in Hamburg lag und\ndann nur nach b\u00f6sen Drohungen zur\u00fcckgeschickt wurde. Kommentarlos.\n\t<\/p>\n\n\n\n<p> <strong> C.<\/strong>, immer noch Germanistikstudent, ohne eigene Berufserfahrung au\u00dferhalb des Verleihs, erkl\u00e4rt mir seine Haltung in der Gewerkschaftsfrage. Auf welche Weise das <em>ZFV-Kollektiv <\/em>bisher  Gewerkschaftsfunktion\u00e4re kritisiert habe. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Ich mache einfach Druck, keine langen Diskussionen. Das ist meine politische Haltung, die in diesem Film ausgedr\u00fcckt wird, und wenn die hier nichts zu suchen hat, dann habe ich hier auch nichts verloren. Der Film kommt in den Verleih. Nach vier Jahren habe ich genug. 1980 verschwinde ich von der Lohnliste des <em>ZFV. <\/em>Dazwischen viele Versuche einer guten Zusammenarbeit.   Viele Versuche sich wenigstens nicht ins Gehege zu geraten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Viele Fehler, die ich mitgemacht habe oder nicht entschieden genug bek\u00e4mpft habe. Viele gute Leute, die im Verleih entt\u00e4uscht worden sind, die ich st\u00e4rker h\u00e4tte st\u00fctzen k\u00f6nnen in ihren Konflikten mit <strong>C.<\/strong>. Aber oft lag eben die Wahrheit dazwischen. Der Hauptfehler aus meiner <em>ZFV<\/em> Zeit sicher: so eine Art unbewu\u00dftes Zentral Komitee f\u00fcr die Bewegung zu sein. immer wieder Entscheidungen dar\u00fcber zu f\u00e4llen, welche Filme notwendig und wichtig seien und dabei nur auf sich selbst, aber niemals auf die Kraft der sogenannten Benutzer unserer Filme zu vertrauen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\"> Andere Verleiher redeten oft davon, da\u00df dieser und jener Film oft ausgeliehen wird, wir mit unserer befangenen Ideologie hatten daf\u00fcr nur immer einen Spruch parat: \u201eIhr seid ja nur auf die Kohle scharf.\u201c Und die \u201eBranche\u201c Film ist korrupt genug.   Da wird st\u00e4ndig \u00fcber Geld geredet. Inhalte au\u00dfer ihren eigenen Kontoausz\u00fcgen haben die kaum noch im Kopf. Alois Brummer ist da ein gutes Beispiel. Es gibt allerdings auch vornehme Leute im Gesch\u00e4ft. Wenn sie \u00fcber wichtige Inhalte reden, \u00fcber das, was sie den Leuten als Botschaft bringen wollen, dann denke ich oft: Klappern geh\u00f6rt zum Gesch\u00e4ft. Oder auch vornehmer mit Godard:  <\/p>\n\n\n\n<p>\n\u201e<strong>Die\nKunst der Massen ist eine Idee der Kapitalisten.\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\n\tDieses\nJahr in Oberhausen bei der Diskussion <em>\u201e20 Ja<\/em><em>hre\nOberhausener Manifest\u201c <\/em>habe ich das auch wieder gedacht. Die\nGefahr in diesem Bereich, entweder reich zu werden und alles zu\nvergessen oder Konkurs zu machen oder aber zum Heiligen zu verkommen,\nist besonders gro\u00df. Wir bekommen einen Brief von der\n<em>Verleihgenossenschaft<\/em> in M\u00fcnchen. Da steht etwas von den\nGralsh\u00fctern der richtigen Verleihpolitik. Sie haben recht gehabt.\nDoch damals bin ich sauer auf diesen Brief. \n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\"> Inzwischen ist aus dem Popelverein von 1972, in der jeder Mitarbeiter 60 DM pro Monat einzahlen mu\u00dfte, ein Betrieb mit einem Jahresumsatz von 400.000 DM geworden. 40 Jahre unter- und unbezahlter Arbeit stecken drin.  Vier von Alfred Hilsberg und A.R. und A. K., vier von mir (Jens Meyer)., drei von Klaus J\u00f6tten. (?), zwei von T. (Thomas Thielemann), zehn von <strong>C<\/strong>..   Wenn man sich jetzt von <strong>C.<\/strong> trennt, so wie man sich von 20 anderen getrennt hat, aus \u201einhaltlichen\u201c Gr\u00fcnden, warum sollte man sich nun nach so vielen Jahren privatrechtlich trennen?  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\n\tHaben wir\nnicht viele Jahre diesen Verleih als <em>\u201eInstrument der Bewegung\u201c<\/em>\nbezeichnet? Der Verleih ist schlie\u00dflich niemals eine\nArbeitsbeschaffungsma\u00dfnahme f\u00fcr frustrierte Akademiker gewesen.\nOder etwa doch? Wer hat mich solange so gut t\u00e4uschen k\u00f6nnen?\nFragen, die zur Zeit nicht beantwortet werden k\u00f6nnen. Ein Brief von\nArbeit und Film (Gernot Steinweg-Frankfurt): Sie warnen vor zwei\nKonkurrenzverleihen, sie haben recht. Der \u201eMarkt\u201c ist nicht gro\u00df\ngenug. Aber sie meinen es anders. Wir sollen <strong>C.<\/strong> den Verleih\n\u00fcberlassen, wie immer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\n\tEs\nbeginnt im November 81 eine Grundsatzdiskussion. Ich breche fast\nzusammen. Lese von mir akzeptierte Definitionen in unserem\n\u201e1978-Hauptkatalog\u201c. Das steht als Definition f\u00fcr Frauenfilme\nfolgendes: <em>\u201eArbeiterinnen und Angestellte in der BRD und in\nanderen L\u00e4ndern, ihre Arbeitsbedingungen, Leichtlohngruppen,\nAbtreibungsverbot, und Abh\u00e4ngigkeit von M\u00e4nnern, ihr Kampf f\u00fcr die\nSt\u00e4rkung der Arbeiterklasse.\u201c <\/em>Mir wird \u00fcbel vor mir selber.\nVier Filme sind aufgef\u00fchrt. Frauen existieren in einem linken\nVerleih vor allem: <strong>1<\/strong>. entweder als ausgebeutete Arbeiterin am\nFlie\u00dfband mit der Doppelbelastung oder <strong>2<\/strong>. als arme Frau, die\nmit der Klassenjustiz-und dem \u00a7 218-in Konflikt kommt. \n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\"> Ein Film wird uns angeboten.<em> Ohne Liebe ist man h\u00f6chstens geschickt. <\/em>(vergleiche Medium 2\/82; d. Red.) &#8211; ein Dokumentarfilm \u00fcber die Arbeit einer Hebamme. <strong>C.<\/strong> fordert eine Grundsatzdiskussion, er findet den Film zwar auch gut, aber er geh\u00f6re wohl <em>\u201eeher in einen b\u00fcrgerlichen Verleih\u201c. <\/em>Der Film kommt trotz erheblicher Widerst\u00e4nde in den Verleih. Eine Grundsatzdiskussion soll trotzdem kommen. Alle \u201eHauptamtlichen\u201c sollen dabei sein.   Schon damit sie sich sp\u00e4ter nicht rausreden k\u00f6nnen, da bin ich nicht dabei gewesen, das m\u00fcssen wir noch mal diskutieren. Schlie\u00dflich ist das ein Filmverleih und kein Diskussionsclub, der mit Diskussionen die \u00f6konomische Grundlage des Verleihs stabil erh\u00e4lt. Frist 31. M\u00e4rz 82 (1982).  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\n\tBis dahin\nwollen wir alle Schwerpunktbereiche des <em>ZFV <\/em>ausf\u00fchrlich\ndiskutieren und f\u00fcr die n\u00e4chste Zeit festlegen. Kein\nFestivalbesuch, keine Filmanschaffungen, keine Reisen \u2013 vor allem\nkeine Reiseprotokolle. Alle halten sich daran. Nur <strong>C.<\/strong> hat\nschon nach 14 Tagen drei Reisen fest abgemacht und f\u00e4hrt auch trotz\nDrohungen und Verw\u00fcnschungen der anderen nach Berlin, Finnland und\nin die Schweiz. \n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\n\tSachzw\u00e4nge\nlassen sich immer schaffen, sagen seine Gegner. Seine Lober dagegen:\nDas war notwendig, h\u00e4tte er diese Reisen nicht gemacht, h\u00e4tte er\ndamit dem <em>ZFV <\/em>schweren Schaden zugef\u00fcgt. Ich erinnere mich:\ndie alte Diskussion: Die Sache ist wichtig und nicht, auf welche\nWeise man zum Ziel kommt. Ich dagegen und auch die\nLohnlistenmitarbeiter: <em>\u201eEine Sache, die innen falsch ist, kann\nnicht au\u00dfen richtig sein\u201c,<\/em> oder anders: <em>\u201eBeides ist\nwichtig \u2013 das Ziel und auch der Weg.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\nDas\nwird, wenn das zwischen dem wei\u00dfen medium-Karton gedruckt ist und\ngelesen  wird, sicher Schnee von gestern sein. Ein Bericht aus dem\nInnern\ndes Wals.<\/p>\n\n\n\n<p>\n<strong>Das war\nVergangenheit und nun<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\"> Wie wird der neue<em> Zentral Film Verleih<\/em> arbeiten? Wie wird er innen aussehen? Welche Filme wird er in Zukunft verleihen wollen? Auf welche Weise will er mit anderen Filmverleihen und den Benutzern der Filme besser zusammenarbeiten als in der Vergangenheit? Da haben viele Leute W\u00fcnsche und Hoffnungen, aber auch: schon eine Praxis, die sich in Teilen bew\u00e4hrt hat. Was gut war in der Vergangenheit, soll auch in Zukunft so bleiben: Eine Verleih, der partei- und bonzenunabh\u00e4ngig arbeitet. Auch die 15 Bereiche sollen weitgehend erhalten bleiben.  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\n\tDie\ndogmatische Ausgrenzung sogenannter\n\u201eunpolitischer\u201c Filme wird in Zukunft unterbleiben. Es\nwird im zuk\u00fcnftigen Verleih auch viele Filme geben, die nicht nur zu\nSchulungskursen oder Seminaren verwandt werden k\u00f6nnen, sondern\nFilme, in denen das Leben dieser Menschen auch vorkommt. Filme, in\ndenen Menschen\nauftauchen und nicht nur Funktionen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>\n\tEinige\ndieser Filme sind schon im Verleih. Zu nennen sind\nz. B. <em>Das h\u00f6chste\nGut einer Frau ist ihr Schweigen, Ohne Liebe ist man h\u00f6chstens\ngeschickt, Geschichten von Fl\u00fcsterpferd, Der Traum von einer Sache. <\/em>\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\n\tDas\n\u201eDe-Facto-ZK-des <em>ZVF\u201c <\/em>ist\nals aufgel\u00f6st zu betrachten. Wir entscheiden in Zukunft nicht mehr\nalleine, ob ein Film notwendig ist oder nicht. Benutzer und\nFilmemacher sollen sich an den Entscheidungen beteiligen und auch die\nM\u00f6glichkeit bekommen, ihre Entscheidungen durchzusetzen. Sollte es\nbei der bisherigen Rechtsform des Vereins bleiben, dann ist das mit\neiner entsprechenden Satzung und Zusatzvertr\u00e4gen auch m\u00f6glich. \n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\n\tEinige\nFilmemacher haben wir daf\u00fcr auch schon begeistern k\u00f6nnen. Sie\narbeiten bereits jetzt am neuen Konzept und der neuen Praxis mit.\nAuch mit einigen Spielstellen haben wir schon gesprochen. Es w\u00e4re\nsch\u00f6n, wenn nach dem Abdruck dieses Artikels noch mehr Filmemacher\nund Benutzer\/Spielstellen ihre Bereitschaft zur Mitarbeit erkl\u00e4ren\nw\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\n\tDas h\u00f6rt\nsich nun zwar ziemlich gro\u00df nach Bundeskonferenz an, soll es aber\nnicht werden. Ganz neu sind wird auch nicht. Da gen\u00fcgt oft schon ein\nHinweis: \u201eWir brauchen einen Film f\u00fcr unsere Veranstaltungen, der\nso und so aussehen soll. Es w\u00e4re gut, wenn ihr so was mal anschaffen\nk\u00f6nntet.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\n\tOder\nmehrere Spielstellen wenden\nsich an den Verleih, um einen Film aus dem Ausland in die BRD zu\nholen. Damit werden wir in Zukunft anders als in der Vergangenheit\numzugehen wissen. Wir wissen in Zukunft nicht mehr alles, und\nvorrangig auch nicht mehr alles besser. Wir geben in Zukunft\nHilfestellungen, wir wollen Kraft und Mut geben, wer das braucht.\nAber wir wollen auch beides zur\u00fcck. Wir wollen Instrument sein und\nselber dabei leben. Wir lassen uns nicht einteilen: hier Politik, da\nLeben in zwei getrennten Bereichen. \n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\n\tWir\nwollen keine damit Zeit verschwenden, indem wir so lange reden, bis\nihr der gleichen Meinung seid wie wir. Wir wollen euch nicht\n\u00fcberreden. Unterschiedliche Meinungen in verschiedenen Filmen\nbleiben unterschiedlich. Wir\nsprechen dar\u00fcber, aber nicht mit einer Stimme. In der Vielfalt liegt\nunsere Kraft. Wir\nwollen nicht\nauf fahrende Z\u00fcge aufspringen und immer in verschiedene Richtungen\nein Zeitlang mitfahren, mit Lokomotivf\u00fchrern, die die Fahrpl\u00e4ne\nauch nicht besser kennen, als wir selber. Manchmal wissen wir selber,\nwas zu tun ist, manchmal wissen es andere. \n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\n\tAber ihr\nund wir \u2013 wir machen unterschiedliche Erfahrungen, und die Summe\nunserer und eurer Erfahrungen wird der neue Verleih sein. Wir wollen\nkeine Satzungs\u00e4nderungen, um mit Leuten zu k\u00e4mpfen. Wir sind\nmanchmal ratlos.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\n\tAber\nwir geben unsere K\u00f6pfe nicht an der Garderobe ab, und unseren Bauch\nhaben wir auch immer dabei. Denn was soll das nutzen, wenn wir nichts\nzu fressen haben? Wir sind keine Ersatzkirche und auch keine\nErsatzkirchenvertreter. Wir wollen\ndas alles mit euch zusammen\nerreichen. \n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\n\tMit euch,\ndie ihr euch morgens um f\u00fcnf aus dem Bett qu\u00e4lt, und mit euch, die\nihr euch an Fernsehredakteuren abarbeiten m\u00fc\u00dft, mit euch, die ihr\num 9 Uhr die Auseinandersetzung mit dem Arbeits\/Sozialamt f\u00fchrt, mit\neuch, die ihr um 10 Uhr in eurem Unisemiar sitzt. \n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\n\tAuch mit\neuch Filmemachern, die ihr euer Leben mit \u201eAntr\u00e4ge-Formulieren\u201c,\n\u201eGeld-Besorgen\u201c verbringt. Auch mit euch, die ihr eure Filme vor\nzehn Leuten zeigen m\u00fc\u00dft, weil nebenan ein Fu\u00dfballspiel l\u00e4uft. Es\ngibt allerdings auch welche, mit denen wir nicht zusammenarbeiten\nwollen. Aber die wissen das selber, brauchen auch keine Filme und\nlesen diese Zeitschrift sowieso nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\n\tLa\u00dft\nuns zusammen anfangen. Wir wissen noch nicht alles. Aber wir haben\nnicht nur W\u00fcnsche und Hoffnungen, sondern auch eine Praxis. in den\ntheoretischen Schriften stand jedenfalls nicht  . . .  <strong>la\u00dft\neuch vereinigen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\n\tWie\nwir das nun innen konkret laufen? Wie wird der neue Verleih arbeiten?\nDer Verleih hat zun\u00e4chst\ndrei Mitarbeiter, die \u00f6konomisch vom Verleih abh\u00e4ngig sind: W.K.,\nE. S., A.R.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\"> Dann einen weiter Mitarbeiter, der noch anderswoher Geld bekommt: Schorsch (K.G.W.). Falls der Verleih seine Rechtsform behalte) n sollte, dann wird durch zus\u00e4tzliche Vertr\u00e4ge eine derartige Machtzusammenballung wie bei <strong>C.<\/strong> vorgekommen, aus-geschlossen. Die Rechte der unterschiedlichen Interessengruppen wie Verleihmitarbeiter, Filmemacher, Spielstellen werden in einem Statut ber\u00fccksichtigt. Falls es zu Interessenkonflikten kommen sollte. werden diese mithilfe von unabhh\u00e4ngigen Schiedskommissionen gekl\u00e4rt: nicht wie in der Vergangenheit mit Machtzusammenballung, \u00f6konomischen Machtmitteln oder Landgerichtsurteilen. In Konfliktf\u00e4llen bei Filmanschaffungen sollen Minderheiten nicht Filme verhindern k\u00f6nnen, sondern nur umgekehrt Minderheiten sollen ebenfalls die M\u00f6glichkeit bekommen, bestimmte Filme anzuschaffen. Nicht Ausgrenzung, sondern Vielfalt. Nicht Landgericht.  <\/p>\n\n\n\n<p>\n<strong>Zu den\nOrganen des Verleihs<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\nOberstes\nOrgan: Mitgliederversammlung,\nGenossenschafterversammlung, Anteilseignerversammlung oder wie immer\nauch das Kind heissen wird. \t<\/p>\n\n\n\n<p>\n\tZweimal\nim Jahr findet eine solche Versammlung statt. In ihr wird von den\nVerleihmitarbeitern und dem Kassenmenschen Rechenschaft \u00fcber das\nvergangene Halbjahr abgegeben. Hier wied die gemeinsame Richtung f\u00fcr\ndas n\u00e4chste Halbjahr angegeben. Die MV\nbeauftragt einen Vorstand. Der Vorstand vertritt in Rechtsgesch\u00e4ften\nden Verleih nach au\u00dfen. Au\u00dfen kann sein: Postscheckamt, Bank u. a.\n. Dies ist seine einzige Funktion. Diese Tatsache f\u00fchrt nicht dazu ,\nda\u00df die \u00fcbrigen Mitglieder oder Mitarbeiter mit dem Argument\nerpresst\nwerden, der Vorstand hafte etc. . Seine W\u00e4hlbarkeit wird zeitlich\nbegrenzt. Mindestens\nein fester Verleihmitarbeiter\nsoll Mitglied des Vorstandes sein.<\/p>\n\n\n\n<p>\n<em>\tVerleihbesprechung.\n<\/em>Diese VB ist das entscheidende\nOrgan f\u00fcr Entscheidungen zwischen den halbj\u00e4hrlich stattfindenden\nVersammlungen aller Mitglieder\/arbeiter. Dieses Organ gibt sich eine\nGesch\u00e4ftsordnung, in dem der\nTeilnehmerkreis beschrieben\nist. \n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\"> Das sollten sein: der Vorstand, die festangestellten Mitarbeiter, die Teilzeitmitarbeiter sowie jene unbezahlten Mitarbeiter, die zeitlich begrenzt bestimmte Projekte des Verleihs betreuen. Kein Teilnehmer dieser Besprechung beansprucht f\u00fcr sich oder andere ein Vetorecht bei Entscheidungen. Es gilt das Konsensprinzip. K\u00f6nnen wir auf diesem Weg zu keiner Entscheidung kommen, so stimmen wir ab. Stimmberechtigt ist der in der Gesch\u00e4ftsordnung genannte Teilnehmerkreis. Die Sitzungen finden w\u00f6chentlich statt.a Das sollten sein: der Vorstand, die festangestellten Mitarbeiter, die Teilzeitmitarbeiter sowie jene unbezahlten Mitarbeiter, die zeitlich begrenzt bestimmte Projekte des Verleihs betreuen. Kein Teilnehmer dieser Besprechung beansprucht f\u00fcr sich oder andere ein Vetorecht bei Entscheidungen. Es gilt das Konsensprinzip. K\u00f6nnen wir auf diesem Weg zu keiner Entscheidung kommen, so stimmen wir ab. Stimmberechtigt ist der in der Gesch\u00e4ftsordnung genannte Teilnehmerkreis. Die Sitzungen finden w\u00f6chentlich statt.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\tAlle\nvier Wochen (jeden 4. Sonntag) finden <em>Beraterversammlungen<\/em>\nstatt. Welche genaue Funktion diese Beraterversammlung haben k\u00f6nnte,\ndar\u00fcber solltet ihr euch den Kopf zerbrechen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>\n\tEinige\nvon uns denken, es sollte eine Meinungsb\u00f6rse sein f\u00fcr Gespr\u00e4che\nzwischen Verleihern, Benutzern der Filme und Filmemachern. Andere von\nuns haben die Vorstellung, da\u00df man diesem Beratergremium die Auswahl\nder neuanzuschaffenden Filme \u00fcbertragen sollte. Was wir gemeinsam\nverhindern wollen, sind Abstimmungsmaschinen. Vor allem keine\nVerwaltungsb\u00fcrokratie. Und die Sache soll auch nicht zu einem\nDiskutier Verein verkommen, in dem Leute die Finger heben, deren\nFingerheben in jeder Hinsicht f\u00fcr sie folgenlos bleibt.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\tBisher\nalles noch ver\u00e4nderbar. Diskussionsans\u00e4tze. Aber wir k\u00f6nnen auch\nnicht zwei Jahre mit der Umsetzung unserer Vorstellungen warten.. Der\nB\u00fcroalltag des neuen Verleihs wird folgenderma\u00dfen praktiziert.\n(jetzt auch schon teilweise):<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\"> Alle Verleihmitarbeiter sollen in gleicher, praktischer Weise Zugang zu allen Informationen des Verleihs haben. Um dieses Ziel zu verwirklichen, m\u00fcssen k\u00fcnftige Informationsvorspr\u00fcnge\/Machtansammlungen verhindert werden. Dazu werden zun\u00e4chst die sogenannten Routinearbeiten wie Filmberatung und Disposition der Filme (telefonisch\/schriftlich), Versand und Kontrolle der Kopien, Katalogbestellungen, Anschriftenkartei u. a. auf alle anwesenden Mitarbeiter in einem w\u00f6chentlichen Rythmus gleichm\u00e4\u00dfig verteilt (Rotationsprinzip). Auch die restlichen anfallenden Arbeiten, die weniger termingebunden sind, wie Filmabrechnungen, Erstellung und Versand von Informationsmaterial, Sichtvorf\u00fchrungen und Filmbegleitungen, Einsatzstatistiken u. a. werden w\u00f6chentlich gleichm\u00e4\u00dfig verteilt.   Im dritten Bereich sind die Arbeiten zu verteilen, die \u00fcber l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume zu bearbeiten sind, wie Kontof\u00fchrung, Rechnungsabbuchung, Lohnbuchhaltung, Steuererkl\u00e4rung u. a.. Diese Arbeiten werden im viertel-j\u00e4hrlichen Rythmus auf alle Mitarbeiter gleichm\u00e4\u00dfig verteilt. Au\u00dfer den genannten Arbeiten wird der Verleih unentgeltlich arbeitende \u201eProjektmitarbeiter\u201c (wie in der Vergangenheit auch) f\u00fcr einzelne Aufgaben haben.  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\n\tDas sind\nbeispielweise Herstellung deutscher Tonfassungen ausl\u00e4ndischer\nFilme, Rundreisen mit neuen Filmen, Herstellung von\nHintergrundmaterialien f\u00fcr bestimmte Einsatzbereiche, Verbesserung\ndes dezentralen Beratungsnetzes zusammen mit \u00e4hnlich arbeitenden\nVerleihgruppen in der BRD. Auch in diesem Bereich sind wir f\u00fcr\nAnregungen offen und f\u00fcr Angebote dankbar. Und im Gegensatz zu\nfr\u00fcher werden wir sie nicht jahrelang wohlwollend pr\u00fcfen, bis\nniemand mehr davon wei\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\n\tIm\nVerlauf unserer Auseinandersetzungen sind wir immer wieder auf\n\u00e4hnliche F\u00e4lle von Privatisierungsversuchen innerhalb des linken\n\u00d6konomie Bereiches gesto\u00dfen. Der Witz, in dem ein Kollektivmitglied\nruft: \n<\/p>\n\n\n\n<p>\n\u201c<strong>Chef,\nkannste ma kommen, hier will je<\/strong><strong>m<\/strong><strong>and\nwas \u00fcber unser Kollektiv wissen\u201c<\/strong>,\ngeh\u00f6rt f\u00fcr den Zentral Film Verleih\nHamburg e. V. jedenfalls der Vergangenheit an. \n<\/p>\n\n\n\n<p> Text: Jens Meyer Mai 1982\/neu abgeschrieben im Februar 2021<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"688\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Polizei-1klein-HenningScholz.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13995\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Polizei-1klein-HenningScholz.jpg 1000w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Polizei-1klein-HenningScholz-300x206.jpg 300w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Polizei-1klein-HenningScholz-768x528.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><figcaption> Foto Henning Scholz<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\"> Die Sache war damit nat\u00fcrlich noch nicht zu Ende.  Siehe Bemerkungen 2021.   Nach fast 40 Jahren sollten auch die Namen der damals Beteiligten genannt werden: A. H. = <strong>Alfred Hilsberg<\/strong>; A. K. = <strong>Anne Kubina<\/strong>; A. R. = <strong>Andrea Rudolphi<\/strong>; <strong>C.<\/strong> L. = <strong>Christian Lehmann (Ehemals Vorsitzender der ZFV e.V.)<\/strong>,<strong> K. J. = Klaus J\u00f6tten;<\/strong>  D. L. = <strong>Detlev Lehmann<\/strong>;        E. S. = <strong>Elfriede Schmitt<\/strong>;  S. F. = <strong>Sabine Fisch\u00f6tter<\/strong>,   J. M. = <strong>Jens Meyer<\/strong>;  K. G. W. = <strong>Klaus Georg Wolf<\/strong>; N. H. = <strong>Norbert Huhn<\/strong>; T. T. = <strong>Thomas Thielemann<\/strong>; U. E. =<strong> Uwe Emmental<\/strong>; W. M. = <strong>Wolfgang Morell;<\/strong>   W. K. = <strong>Werner Koch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Tieresehendichan1klein.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13767\" width=\"140\" height=\"99\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Tieresehendichan1klein.jpg 500w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Tieresehendichan1klein-300x212.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 140px) 85vw, 140px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/By-nc-sa_color.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-15670\" width=\"178\" height=\"120\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo Wiebeke, Du willst wissen, wie das damals war? Zu Zentral Film Zeiten? Na, am besten schreib ich den Text, der damals in Medium, der Zeitschrift der Evangelen (Das waren die vom Gemeinschaftswerk GEP &#8211; der evangelischen Kirche) ver\u00f6ffentlicht wurde, noch mal ab. (Ich hatte den geschrieben). Hier kommt er, in Originall\u00e4nge, vermutlich habe ich, &hellip; <a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=14002\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eBriefe an Wiebeke (IV-4) Der Traum von einer Sache\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2072,6521,4995,5073,2128,6244,4019,1909,2790,3420,2920,1908,199,1845,452,298,3456,4379,4861,4860,4274,2620,2069,8,4171,3078,4665,6503,6,10,2811,2327,2051,123,5552,1,1476],"tags":[1802,6509,6516,78,6515,6518,6519,6517,6514,6508,6511,3208,3747,6512,6506,6513,205,203,6507],"class_list":["post-14002","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-mai","category-16-mm-film","category-4995","category-5073","category-2128","category-6244","category-4019","category-abaton-kino","category-arbeiter","category-arbeiterin","category-arbeiterklasse","category-arbeitsamt","category-berlin","category-berlin-west","category-berlinale","category-deutscher-film","category-deutsches-fernsehen","category-dffb","category-dilettant","category-dilettantenhaufen","category-dilletantenhaufen","category-film","category-filmbuero-hamburg","category-filmkritik","category-foerderfilm","category-freiheit","category-hamburger-kinos","category-henning-scholz","category-im-kino","category-kinogeschichte","category-luegen-ist-eine-grosse-kunst","category-mit-uns-nicht-mehr","category-sozialismus","category-spd","category-sponti","category-uncategorized","category-unsere-polizei","tag-alf-mayer","tag-alfred-hilsberg","tag-alois-brummer","tag-dffb","tag-die-kunst-der-massen-ist-eine-idee-der-kapitalisten","tag-gemeinschaftswerk","tag-gep","tag-gernot-steinweg-arbeit-und-film","tag-gewerkschaft","tag-gorleben-der-traum-von-einer-sache","tag-helma-sanders","tag-landgericht","tag-medium","tag-ohne-liebe-ist-man-hoechstens-geschickt","tag-traum-von-einer-sache","tag-unsolidarische-vorspieler","tag-verleihgenossenschaft","tag-zentral-film-verleih","tag-zfv"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14002","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=14002"}],"version-history":[{"count":86,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14002\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":28794,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14002\/revisions\/28794"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=14002"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=14002"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=14002"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}