{"id":14232,"date":"2021-02-21T12:26:45","date_gmt":"2021-02-21T12:26:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=14232"},"modified":"2022-07-23T08:52:35","modified_gmt":"2022-07-23T08:52:35","slug":"in-erinnerung-an-renate-holland-moritz-rhm-vi-filmkritik-jfk-stone-washed-1992","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=14232","title":{"rendered":"In Erinnerung an Renate Holland-Moritz (RHM)  (VI) &#8211; Filmkritik: JFK-STONE-washed (1992)"},"content":{"rendered":"\n<p>JFK \u2013 STONE &#8211; washed von Renate Holland-Moritz (1992) (Eine Filmkritik)<\/p>\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/pdfRHMFilmkritikJFK.pdf\">pdfRHMFilmkritikJFK<\/a><\/p>\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Die US-Amerikaner lieben ihr Land. Selbst ihre allm\u00e4chtige und allgegenw\u00e4rtige Stasi, die Central Intelligence Agency, lassen sie vertrauensvoll gew\u00e4hren. Oder haben Sie jemals von einem demonstrierenden Ami den Ruf geh\u00f6rt: \u00bbCIA in the Production!\u00ab Na bitte. Die Jungs sollen ruhig machen, was sie wirklich k\u00f6nnen: spionieren, infiltrieren, zersetzen. Und Akten anlegen. Oder auch nicht. Kein Gott und kein Gauck, von den die Bespitzelten ganz zu schweigen, d\u00fcrfen da reingucken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\tDiese\nArt Umgang mit den amerikanischen Stasiakten hat einen nicht zu\nuntersch\u00e4tzenden sozialen Aspekt: Sie schafft Arbeit. Eine Menge\nLeute, z. B. Journalisten, Buchautoren und Filmemacher, k\u00f6nnen eine\nganze Menge Geld damit verdienen. \n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\"> Greifen wir nur einen Fall heraus: den Kennedy Mord. Die Protokolle, so denn \u00fcberhaupt noch welche vorhanden sind, werden allerdings ver\u00f6ffentlicht. Wenn auch erst anno 2038, ganz 75 Jahre nach der Trag\u00f6die. Aber man hat ja schlie\u00dflich ein Langzeitged\u00e4chtnis.  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\n\tUnter den Augen\nTausender Schaulustiger war der j\u00fcngste Pr\u00e4sident der  Vereinigten\nStaaten am 22. November 1963 in Dallas erschossen worden. Der\nblitzartig gefa\u00dfte T\u00e4ter hie\u00df nicht J. R. Ewing, sondern Lee\nHarvey Oswald, war 24 Jahre alt, mit einer Russin (!) verheiratet und\nselbstverst\u00e4ndlich Kommunist. \n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\n\tNachdem er zwei Tage\nlang seine Unschuld beteuert hatte, wurde auch\ner vor laufenden Kameras gekillt. Und zwar\nvom mafi\u00f6sen Nachtclubbesitzer Jack Ruby, den es kurze Zeit sp\u00e4ter\nebenfalls dahinraffte. \n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\"> Als das neugierige Volk nach Aufkl\u00e4rung schrie, stellte der neue Pr\u00e4-sident Lyndon B. Johnson eine Untersuchungskommission unter dem Vorsitz des Obersten Richters der USA Earl Warren zusammen.  <\/p>\n\n\n\n<p>\n\tNun\ndauerte es\nnur noch zehn Monate, bis jedermann erfahren konnte, wie alles\ngelaufen war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\"> Also: Oswald, das Kommunistenschwein, hatte die Tat ganz allein geplant und begangen. Aus einem uralten defekten Gewehr feuerte er innerhalb von acht Sekunden drei Sch\u00fcsse auf sein 50 Meter entferntes bewegliches Ziel JFK ab. Eine Kugel erwies sich als zauberkr\u00e4ftig. Sie traf Kennedy erst in den R\u00fccken und dann in den Hals. Danach verlie\u00df sie den Pr\u00e4sidenten, um den vor ihm sitzenden Gouverneuer Connally durch den R\u00fccken in die Brust zu treffen, im freien Flug einen Speichenknochen seiner linken Hand zu zersplittern, sich anschlie\u00dfend durch seinen rechten Oberschenkel zu bohren und endlich direkt vor die wachsamen Polizisten zu rollen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\"> So und \u00e4hnlich \u00fcberzeugend argumentierte der Warren Report. Wer sich beim Durchackern der 26 B\u00e4nde nicht totgelacht hatte, kam unter Umst\u00e4nden auf die Idee, selbst Nachforschungen anzustellen. Es fanden sich Zeugen, die andere Sch\u00fctzen gesehen und drei weitere Sch\u00fcsse geh\u00f6rt hat-ten. Die Spuren f\u00fchrten in die Unterwelt und ins Pentagon, zu FBI und CIA, und wer was ausgesagt hatte, das auf eine Verschw\u00f6rung, gar auf einen Staatsstreich deutete, verstummte sehr bald und f\u00fcr immer.  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\"> Nun brach die Zeit der Vermarktung an. Mehr als 100 Fernsehsendungen wurden ausgestrahlt und mehr als 600 B\u00fccher erschienen zum Fall Kennedy. Darunter \u00bbAuf der Spur der M\u00f6rder\u00ab von Jim Garrison, Bezirksstaatsanwalt von New Orleans. Er bewies, da\u00df Oswald ein kleiner CIA-Spitzel war, der den t\u00f6dlichen Schu\u00df gar nicht gef\u00fchrt haben konnte. Er untersetzte auch die Komplott-Theorie durch einleuchtende Fakten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\"> Und nun wirds leider ein bi\u00dfchen kriminell. Oliver Stone (\u00bbPlatoon\u00ab) bem\u00e4chtigte sich n\u00e4mlich des Garrison-Reports und strickte es zu dem Hollywood Monumentalsschinken \u00bbJFK John F. Kennedy &#8211; Tatort Dallas\u00ab  um.  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\n\tWieder und wieder zelebriert der manische Filmer\nden Mordhergang in einer unentwirrbaren Verschlingung von\nDokumentaraufnahmen und nachgestellten Szenen. In trommelfeuerartiger\nAbfolge von Wort und Bild entbietet er jeden Kr\u00fcmel der\nGarrisonschen Recherchen.\nAls Lockfett benutzt er dieses spezifische Hollywood-Schmalz,\nvon dem einem so richtig sch\u00f6n schlecht wird. Wenn beispielsweise\nSissy Spacek alias Mrs. Garrison\ngurrt, der tote JFK m\u00f6ge sich ein bi\u00dfchen gedulden, weil sie\ndringend mit Mr. Garrison ins Bett will. Oder wenn der eins so nett\nmit dem Wolf tanzenden Kevin Costner, nunmehr STONE-washed\nwie ein magenkranker Hauptbuchhalter, als Jim Garrison Tr\u00e4nen\nvergie\u00dft,\nweil mit dem Mord an Kennedy \u00bbder\nheimliche Mord im Herzen\ndes amerikanischen Traums\u00ab\nstattgefunden habe. \n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\n\tDenn &#8211; und das ist\ndas Glaubensbekenntnis des Oliver Stone\n&#8211; JFK war der Messias. W\u00e4re uns der Erl\u00f6ser\nnicht schon wieder genommen worden, h\u00e4tte es keinen Vietnamkrieg\ngegeben, kein Watergate und keinen Golfkrieg. Frieden w\u00e4re auf Erden\nund den Schwarzen wie den Wei\u00dfen ein Wohlgefallen. Amen.<\/p>\n\n\n\n<p>\n\tUnd dann l\u00e4\u00dft Stone seinen Helden noch einen\ndenkw\u00fcrdigen Satz sagen: \u00bbWenn\ndas Alte nicht mehr funktioniert, dann geh einen Schritt weiter nach\nWesten.\u00ab \n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\"> Bis  Amerika etwa? Besten Dank! Da sind mir einfach zu viele Spinner. Und vor allem viele zu viele unkontrollierbare Stasileute.<\/p>\n\n\n\n<p>\nRenate Holland-Moritz\n(1992)<\/p>\n\n\n\n<p>Ach und Wolfgang Neuss hatte auch noch was zu den Kennedy M\u00f6rdern gesagt, moment mal ich muss mal nachsehen, nachh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Wolfgang Neuss hat seinen Onkel und seine Tante in Treptow besucht. &#8222;Ein Gl\u00fcck, sagt er, da\u00df dieser Oswald-M\u00f6rder Rubinstein heisst. Stell dir mal vor, der heisst  zuf\u00e4llig M\u00fcller, Meier oder Schulze? W\u00fcrden die Leute in der ganzen Welt noch glauben, w\u00e4re ein Deutscher gewesen!&#8220; (Das j\u00fcngste Ger\u00fccht. Von und mit Wolfgang Neuss, LP Fontana 885405 Schallplatte 1964). <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Aus dem Buch : Der Totale Neuss, Seite 302. Zitat: <em>&#8222;1963 &#8211; Zwei Jahre nach dem Mauerbau steckt der Ost-West-Dialog in einer Krise. Nach z\u00e4hen Verhandlungen zwischen den deutsch-deutschen Beh\u00f6rden kommt es zu einem Passierscheinabkommen, das Westberlinern erm\u00f6glicht, ihre Verwandten im Ostteil der Stadt zu besuchen. Im November f\u00e4llt Kennedy, der noch im Juni vor dem Sch\u00f6neberger Rathaus die Berliner mit dem Spruch \u00bbIch bin ein Berliner\u00ab begeistert hatte, in Dallas einem Attentat zum Opfer. Der mutma\u00dfliche Kennedy-M\u00f6rder Lee Harvey Oswald wird &#8211; bereits  in Polizeigewahrsam &#8211; von Jack Rubinstein alias Ruby, einem Barbesitzer von zweifelhaftem Ruf, auf offener Stra\u00dfe erschossen. Die n\u00e4heren Umst\u00e4nde des Kennedy-Mordes wurden nie aufgekl\u00e4rt.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>JFK \u2013 STONE &#8211; washed von Renate Holland-Moritz (1992) (Eine Filmkritik) pdfRHMFilmkritikJFK Die US-Amerikaner lieben ihr Land. Selbst ihre allm\u00e4chtige und allgegenw\u00e4rtige Stasi, die Central Intelligence Agency, lassen sie vertrauensvoll gew\u00e4hren. Oder haben Sie jemals von einem demonstrierenden Ami den Ruf geh\u00f6rt: \u00bbCIA in the Production!\u00ab Na bitte. Die Jungs sollen ruhig machen, was sie &hellip; <a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=14232\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eIn Erinnerung an Renate Holland-Moritz (RHM)  (VI) &#8211; Filmkritik: JFK-STONE-washed (1992)\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4802,2361,6275,199,1844,6486,1231,6485,1845,452,4984,9,6534,2620,8,6488,6443,6245,6,6609,10,6316,6468,4216,2052,146,4811,1,77,6170],"tags":[6598,6597,2499,6607,4799,6605,6596,6599,6608,6601,6604,6600,1529,6603,3568,6606,6602,101],"class_list":["post-14232","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-13-august-1961","category-2361","category-35-mm-film","category-berlin","category-berlin-buch","category-berlin-hauptstadt-der-ddr","category-berlin-kreuzberg","category-berlin-ost","category-berlin-west","category-berlinale","category-berliner-kinos","category-buchkritik","category-eulenspiegel","category-film","category-filmkritik","category-friedenspost","category-geschichte-des-films","category-hollywood","category-im-kino","category-kennedy","category-kinogeschichte","category-normalformat-nf-1137","category-paradies-der-arbeiter-und-bauern","category-prominente","category-realer-sozialismus","category-renate-holland-moritz","category-tk-35","category-uncategorized","category-westberlin","category-zweispaeltiges-hollywood","tag-cia","tag-connally","tag-dallas","tag-das-juengste-geruecht","tag-fbi","tag-jack-rubinstein","tag-jfk","tag-jim-garrison","tag-kennedy","tag-kevin-costner","tag-lee-harvbey-oswald","tag-new-orleans","tag-oliver-stone","tag-platoon","tag-renate-holland-moritz","tag-ruby","tag-tatort-dallas","tag-wolfgang-neuss"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14232","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=14232"}],"version-history":[{"count":15,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14232\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18416,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14232\/revisions\/18416"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=14232"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=14232"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=14232"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}