{"id":14713,"date":"2021-04-18T15:24:29","date_gmt":"2021-04-18T15:24:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=14713"},"modified":"2021-05-23T13:46:18","modified_gmt":"2021-05-23T13:46:18","slug":"14713","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=14713","title":{"rendered":"Wo ist eigentlich Harald Martenstein, wenn man ihn wirklich einmal braucht?"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/FernsehgebuehrenHMartenstein.pdf\">FernsehgebuehrenHMartenstein<\/a><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/FernsehgebuehrenHMartenstein.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/pdfWo-ist-eigentlich-Harald-Martenstein-wenn-man-ihn-einmal-braucht.pdf\">pdfWo-ist-eigentlich-Harald-Martenstein-wenn-man-ihn-einmal-braucht ?<\/a><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/pdfWo-ist-eigentlich-Harald-Martenstein-wenn-man-ihn-einmal-braucht.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\"> Die Pandemie zwingt mich vor den Fernseher. Nach f\u00fcnfzehn Monaten kenne ich jetzt fast alle Fernsehfilme der<strong> Degeto ARD<\/strong> der letzten zwanzig Jahre, die ich fr\u00fcher immer mied. Zwei Exemplare kommen hier in die Betrachtung. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\"><strong>Eine Familie<\/strong> <strong>(I). <\/strong>Eine Familie<strong>. <\/strong>Bestehend aus Mann, Frau und Kind (Ein Junge im gef\u00e4hrlichen Alter). Wir ahnen es. Der Drehbuchautor, es sind meistens M\u00e4nner, es gab nur wenige Ausnahmen, hat uns verraten, wie lange das schon geht, das mit dieser Ehe. Es dauerte so lange, wie das Kind alt ist. Waren es 15 oder 17 Jahre? Ja, es gab mal eine weibliche Drehbuchschreiberin, sie nannte sich <strong>Niklas Becker<\/strong> oder manchmal auch <strong>Marie Funder.<\/strong> Ihren eigenen Namen, <strong>Doris Heinze<\/strong>, nutzte sie nur, wenn sie im Namen des Senders <strong>(NDR)<\/strong> Vertr\u00e4ge mit den erfundenen Drehbuchschreiberinnen und Drehbuchschreibern unterschrieb.  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Das war nicht gut. Aber es ging viele Jahre gut. Wann es begann, ist bis heute unklar. In das Amt kam sie 1991. Drehb\u00fccher soll sie seit 1995 geschrieben haben. Vierzehn Fernsehfilme sind nach ihren Drehb\u00fcchern entstanden. Ein eintr\u00e4gliches Gesch\u00e4ft. F\u00fcr jedes  Film Drehbuch waren  zwischen 26 und 70 Tausend Euro f\u00e4llig. Nat\u00fcrlich w\u00e4re es auch m\u00f6glich gewesen, als Angestellte des NDR diese B\u00fccher zu schreiben. Das h\u00e4tte jedoch die Einnahmen halbiert. Und halbieren will nat\u00fcrlich niemand oder keiner, auch keine Drehbuchautorin.  Es hat lange gedauert, bis man ihr auf die Schliche kam. Die S\u00fcddeutsche Zeitung kam ihr dann 2009  drauf. Beim NDR hat niemand was  gemerkt, sagen sie beim NDR. Immerhin acht Jahre lang, wie wir heute wissen.  Unter dem Strich ist Doris J. Heinze damit gut gefahren. Ein Jahr und zehn Monate, lautete das Urteil. Da sie vorher noch nicht erwischt worden war, wurde die Strafe zur Bew\u00e4hrung ausgesetzt. Doch zur\u00fcck zu den Filmen der <strong>Degeto<\/strong> Familie. Der Gatte und die Gattin in diesem Film sind jedenfalls ohne jede Begattung. Das meint: Im Bett l\u00e4uft nichts mehr. Siebzehn Jahre sind eine lange Zeit. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\"><strong>Eine Familie<\/strong>. Eine Siedlung, so recht nach dem Geschmack von ARD und Degeto. Noch ein bi\u00dfchen schrecklicher als die Reihenh\u00e4user, in denen damals Fernsehredakteure wohnten. Die Nachbarn tuscheln. Der Film pl\u00e4tschert so dahin. Doch pl\u00f6tzlich: Ein Problem. Die Mutter findet ein Heft. Es geh\u00f6rt ihrem Sohn. Denkt sie. Das Heft ist so schrecklich, dass ARD und Degeto uns das Heft lieber nicht zeigen wollen. Vermutlich wimmelt es von M\u00e4nnern, die unbekleidet sind. Vielleicht wimmelt es sogar von M\u00e4nnern, die mit anderen M\u00e4nnern Geschlechtsverkehr haben. Nicht auszudenken. Nein. Wir werden es nie erfahren. Die Mutter vermutet jedenfalls das Schlimmste. Sie bespricht die Sache &#8211; wir sind ja aufkl\u00e4rt &#8211; mit dem Vater des Jungen, ihrem Ehemann. Findest Du es nicht merkw\u00fcrdig, dass unser Sohn in seinem Alter keine Freundin hat? Er ist doch nicht etwa &#8211; schlie\u00dflich l\u00e4uft der Film im Abendprogramm -, da kann man so was schon mal sagen &#8211;   schwul? Das w\u00e4re ja nicht auszudenken! Was werden denn die Nachbarn sagen! Der Ehemann findet das nicht so schlimm, dass der Junge noch keine Freundin hat. (Sp\u00e4ter im Film erfahren wir auch, warum. Aber wir ahnen schon jetzt, was uns der Autor da noch unterjubeln will).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Dann kommt der Auftritt einer Freundin der Frau. Die ist so ganz anders als die Mutter des Jungen. Unkonventionell, ungebunden, unabh\u00e4ngig und zielstrebig. Eben, ganz anders. Ungef\u00e4hr so, wie sich die Leute von der ARD Degeto (wir sind eins) die Freiheit vorstellen.  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Sie kann mit dem Jungen. So nebenbei entdeckt sie sein Musiktalent. Und sie kennt auch eine Band, die sie vielleicht \u00fcberreden k\u00f6nnte, bei seinem Schulfest aufzutreten. Ja, das w\u00e4re was. Sie ist gar die Managerin dieser Band.  Aber die Produktionskosten, wir ahnten es schon, die die Degeto kalkuliert hat, lassen einen Auftritt einer ernstzunehmenden Jugendband nicht zu. Wir verstehen: Das Budget reicht nicht. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Der Intendant des mit-produzierenden Senders, &#8211; ich habe es vergessen, welcher war das nochmal (?) &#8211; ist  aber auch egal &#8211; weil, sie sind eins &#8211;  hat auch schon eine L\u00f6sung gefunden. Nicht, was wir so denken, als wir es aus anderen Quellen erfahren, wieviel Geld sich ein Intendant monatlich so ausbezahlen l\u00e4sst und was er davon nach Abzug der Steuern nach Hause tr\u00e4gt. Nein, davon nat\u00fcrlich nicht, davon darf nichts verloren gehen, (kein Mensch braucht ein monatliches Gehalt von 20 T Euro) aber dar\u00fcber sprechen sie nicht so gern und vom abgeben halten sie auch nichts (da sind sie <strong>Doris J. Heinze<\/strong> sehr \u00e4hnlich). Lieber sprechen die Intendanten der Sender der ARD<strong> (wir sind eins)<\/strong> \u00fcber die dringend notwendige Geb\u00fchrenerh\u00f6hung der GEZ, ihrer staatlichen Einzugszentrale. Daf\u00fcr gehen sie sogar bis vor das Bundesverfassungsgericht. Und drohen nebenbei noch, das die Leute, die im Sender die eigentliche Arbeit machen, keine Tariferh\u00f6hungen bekommen k\u00f6nnen, solange die Geb\u00fchrenerh\u00f6hung nicht stattfindet. Nein, f\u00fcr den Auftritt einer ernst zu nehmenden Jugendband reicht das Geld bei weitem nicht aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Die Szene mu\u00df gestrichen werden. In der Folge ist die Entt\u00e4uschung des Jungen in das Drehbuch einzuarbeiten. Das ist relativ einfach. Die Mutter hatte von dem Auftritt der Band schon vorlaut ihrem Sohn erz\u00e4hlt, bevor die Sache in trockenen T\u00fcchern war. Die Band hat keine Zeit. Zu viele Termine.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Und da kommt noch etwas anderes zum Vorschein: Die dunkle Seite der Freundin. Und die bleibt nat\u00fcrlich dunkel. Dahinter verbirgt sich die Freiheit. Sie ist gar nicht die, f\u00fcr die sie sich ausgibt. Und im Dunkel lauert da noch ein Drama. Durch einen Sturz, ich glaub, es war im Badezimmer, verliert sie ihr Ged\u00e4chtnis. Sie wird gefunden. Kommt ins Krankenhaus. Und ringt dort mit dem Tode. Unter dem tuts die Degeto nicht. Das Leben der Freundin h\u00e4ngt an einem seidenen Faden.  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Da ist es nicht falsch, das die Mutter des Jungen sich auf die Suche nach der Mutter ihrer Freundin macht. Doch auch die Schauspielerin dieser Mutter gl\u00e4nzt durch einen Kurzauftritt, der nicht viel kostet, weil er eben so kurz ist. Sie hat auch nur einen Satz zu sprechen. Ich erinnere den nicht mehr genau.  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Normal sagt eine Mutter oder ein Vater, wenn sie sich von dem Nachwuchs getrennt haben, immer diesen Satz, der immer irgendwie \u00e4hnlich klingt: &#8222;Ich habe schon lange keinen Sohn (keine Tochter) mehr&#8220;. L\u00e4sst das Budget einen zweiten Satz zu, so lautet dieser in der Regel: &#8222;Sie (er) ist schon vor langer Zeit f\u00fcr mich gestorben&#8220;. Das Geheimnis des Zerw\u00fcrfnisses zwischen Mutter und Tochter wird auch angesichts des drohenden Todes der Tochter nicht gel\u00fcftet. (Ausl\u00e4nder, die nicht alle Seiten der deutschen Sprache beherrschen, verstehen diesen Satz oft falsch, weil die Bedeutung in der Art liegt, wie die Betonung erfolgt. Er ist nicht<strong> f\u00fcr  mich<\/strong> gestorben, sondern er ist f\u00fcr mich <strong>gestorben<\/strong>. (Mit anderen Worten: Das kann man nicht lesen. Das kann man nur h\u00f6ren.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Und noch bevor die Freundin der Ehefrau ihr Ged\u00e4chtnis verlor, hat sie etwas gesehen, was sie besser nicht gesehen h\u00e4tte. Und damit wir als Zuschauer auch wissen, was die Freundin jetzt wei\u00df, wird davon nicht erz\u00e4hlt, sondern wir, die Zuschauer, sind hautnah dabei, als es passiert. So wird der Bericht der Freundin auch gleich viel glaubw\u00fcrdiger. Wir schlagen uns auf ihre Seite (die Seite der Freundin). Warum glaubt sie nicht, was ihre Freundin (und wir auch) dort gesehen haben? Warum ist sie so verblendet, das sie ihrer Freundin die T\u00fcr weist? Jedenfalls ist die Spannung auf dem H\u00f6hepunkt. Ich bin an Kalle Blomquist erinnert, den wir Kinder immer warnen wollten, wenn da ein B\u00f6sewicht hinter der T\u00fcr lauerte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">An der roten Ampel kommt die Freundin der Frau mit ihrem Auto zum Halt. Sie traut ihren Augen nicht. Dort im Auto daneben sitzt der Ehemann der Frau mit einen anderen Mann. Und sie k\u00fcssen sich. Nein. Hat man so was schon gesehen. Zwei M\u00e4nner, die sich k\u00fcssen. Vor laufender Kamera! Es ist dies dieser junge Mann, der drau\u00dfen im Auto auf die Stichs\u00e4ge, oder war es die Bohrmaschine (?), jedenfalls  auf ein Werkzeug gewartet hatte, und den die Ehegattin der Freundin zum Essen ins Haus hereingebeten hatte. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Ja, jetzt ist die Bombe geplatzt. Welch eine Dramatik! Siebzehn Jahre! Und nun das! F\u00fcr die Ehefrau bricht eine Welt zusammen. Sie will es nicht glauben. Und auch uns f\u00e4llt es schwer. Schon wollen wir der Schauspielerin zurufen: Aber wir haben es doch selbst gesehen. Da f\u00e4llt uns ein: Die kann uns ja gar nicht sehen oder gar h\u00f6ren. Auch wenn die Ansagerinnen am Ende der Nachrichten oft sagen, wann sie wieder auf dem Bildschirm zu sehen sein werden und dass wir uns dann wiedersehen, obwohl sie doch wissen, das sie uns gar nicht sehen k\u00f6nnen. Nun gut. Sei es, wie es sei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Kurz, sie Mutter des Jungen setzt ihre Freundin mit der ungeliebten Wahrheit vor die T\u00fcr. Stellt aber dann ihrem Ehemann, die in jedem Film, der sich dieser Problematik des Seitensprunges annimmt, die entscheidende Frage: Hast Du mit ihm &#8211; <strong>wahlweise mit ihr &#8211; <\/strong>geschlafen? Wir sind doch schon froh, dass die Degeto uns nicht zeigt, wie der Beischlaf vollzogen wurde. Erstaunlich jedenfalls, dass es siebzehn Jahre dauert, bis die Sache herauskommt, dass der Ehemann lieber mit M\u00e4nnern, als mit Frauen Geschlechtsverkehr haben mag. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">In \u00e4lteren Filmen waren es oft die Ehefrauen, die die Zettel mit den Telefonnummern in der Jackentasche ihres Gatten gefunden hatten. Aber dies soll nach dem Willen der Degeto ein moderner Film werden. Und deshalb ist es die Nachricht auf einem H\u00e4ndi, die diesen Mann verr\u00e4t. Die Methode aber, ist gleich geblieben.  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Das war schon immer so. Wir kennen es aus hundert Jahren Filmgeschichte: Immer wenn dem Drehbuchautor oder der Drehbuchautorin nichts mehr einf\u00e4llt, dann l\u00e4sst er (sie) irgendwo ein Telefon klingeln. Das war fr\u00fcher an bestimmte Orte gebunden. Heute k\u00f6nnen H\u00e4ndis \u00fcberall klingeln und wenn man es nicht braucht (das Telefongespr\u00e4ch, weil man nichts zu sagen oder zu h\u00f6ren hat), dann ist es die Mailbox oder das Funkloch, was eine Telefonverbindung unm\u00f6glich macht. Jedenfalls ist mit den H\u00e4ndis das Drehbuchschreiben (ob Frau oder Mann) viel einfacher geworden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Auch der Sohn verlangt jetzt nach Aufkl\u00e4rung und fragt zun\u00e4chst die jetzt -ehemalige- Freundin seiner Mutter. Die will nichts sagen  und r\u00e4t dem Jungen: Frag deinen Vater, was er denn auch tut. Die Degeto zeigt uns, wie das heute zu handhaben ist. Mit kaum zu \u00fcbertreffender Peinlichkeit, erkl\u00e4rt der Vater dem Sohn, dass er ein Leben lang gegen seine Neigung gek\u00e4mpft habe, aber ein b\u00fcrgerliches Leben und Kinder wollte. Und Kinder k\u00f6nnen nun mal in einer Beziehung ohne Frauen schlecht gezeugt werden. Der Drehbuchautor oder die Drehbuchautorin &#8211; ich habe mir den Namen nicht notiert &#8211; wei\u00df, was wir Zuschauer unbedingt wissen wollen.  Die Frage der Eltern, ist der Sohn nun schwul oder nicht schwul, ist ja noch nicht beantwortet. Und da jede Frage einer Antwort bedarf, nimmt der Autor die vorher gelegte Spur wieder auf. Und schwupps ist sie auch schon da. Eine, f\u00fcr die er extra ein Lied geschrieben hat. Ein Liebeslied. Und wir atmen erleichtert auf, als sie in seinem Zimmer verschwindet. Und die Mutter nat\u00fcrlich auch. Ich habe dann nicht mehr abgewartet, wie der Film zu Ende geht. Ach doch. Da f\u00e4llt es mir wieder ein, wie sie die Sache gewuppt haben, die von der Degeto. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Der Sohn m\u00f6chte so gerne, dass seine Eltern zu seinem ersten Auftritt als Gitarrist zum Schulfest kommen. Der nicht schwule Sohn legt seine Eltern herein. Der Mutter sagt er, dass der Vater nicht kommen wolle und dem Vater sagt er, dass die Mutter nicht kommen will. Und dann kommen beide und wollen sich und uns die Peinlichkeit ersparen, das der betr\u00fcgende Gatte und die betrogene Gattin das Schulfest verlassen. Und auch die vorher versto\u00dfene Freundin der Frau darf wieder auftreten und schon, schwupps, ist der Film zu Ende. Und es gab im Abspann sogar eine Angabe, wer sich dieses Drehbuch ausgedacht hat. Ich habe mir den Namen nicht notiert. Aber irgendwo mu\u00df sich ja jeder und jede seine und ihre Br\u00f6tchen verdienen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Hier kommt Ard Degeto &#8211; Wir sind zwei <\/strong><\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>(Ein weiterer Prototyp)<\/strong> <strong>(II)<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\"> Die Kleinstadt. Wir kennen sie. Angek\u00fcndigt als Ehe-Tragikom\u00f6die oder so. Ich habs vergessen. Wieder Vater, Mutter, Tochter. Tochter so um die siebzehn. Selbst schon am anderen Geschlecht interessiert. Wieder das Tuscheln der Nachbarn. Die Mutter macht zusammen mit ihrer Freundin einen Wellness Urlaub. Und geht mit dem gut aussehenden Trainer ins Bett. Gezeigt wird nur der Anfang. Besonders ausf\u00fchrlich wird gezeigt, wie wenig die Frau auf diesen Seitensprung vorbereitet ist. Der Besorgung des Pr\u00e4servatives f\u00fcr den bevorstehenden Geschlechtsverkehr wird viel Zeit gegeben. Sehr ausf\u00fchrlich  wird dieser Vorgang geschildert. Schlie\u00dflich hilft die Freundin ihr aus. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Bei der R\u00fcckkehr nach Hause ist die Frau wie umgewandelt. Das f\u00e4llt sogar der Tochter auf, die sonst sehr viel mit sich selber zu tun hat. Dann wird ihrer Mutter pl\u00f6tzlich in der K\u00fcche schlecht, sie hat gerade eine Backform in der Hand. Und es ist ihr v\u00f6llig peinlich, dass sie sich erbrechen muss, was die Tochter aber nicht merkt. Das erkennt man daran, dass sie ihre Mutter fragt, ob sie einen Kuchen backen wolle. Aber wir Fernsehzuschauer wissen es besser, wir wissen genau, was passiert ist. Das haben wir schon 5000 x mal gesehen. Das Pr\u00e4servativ &#8211; der Name des Produktes wird hier nicht genannt- hat nicht funktioniert. Die Frau ist schwanger. Die Folgen dieser Schwangerschaft wird dem Film eine enorme Dramatik verschaffen. Das wissen wir und die Schauspielerin wei\u00df es auch. Aber die Schauspieler-Verwandten, die zu Hilfe eilen, nicht. Und schon nimmt alles seinen Lauf. Man kann sich schon vorstellen, was in der Siedlung los ist, wenn diese Schwangerschaft nicht unterbrochen wird. Der Mann, der sie geschw\u00e4ngert hat, ist schwarz. So sind jetzt alle Problematiken zusammen, die hier von der  <strong>ARD Degeto <\/strong>behandelt werden wollen. Und weil dieser schwarze Mann nat\u00fcrlich ein <strong>\u00dcberdeutscher<\/strong> ist, will er die Frau und sein Kind nicht alleine lassen und, nein, zieht bei ihr ein. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Der Gatte ist vorher gefl\u00fcchtet. Und hat schnell noch die Gelegenheit ergriffen, endlich mit der Kollegin, auf die er schon die ganze Zeit scharf war, in die Kiste zu springen. Oder haben sie es gar im B\u00fcro getrieben? Ich habe es vergessen.  Die Tochter findet ihre Eltern unm\u00f6glich und verschwindet mit ihrem Freund. Mit dem neuen Liebhaber geht es der werdenden Mutter auch nicht so gut. Vorher aber noch kommen die Verwandten und wollen die Ehe der Mutter und werdender Mutter retten, als sie dann aber sehen, das der neue Liebhaber schwarz ist, fallen sie vom Glauben ab. Und dann zieht der schwarze <strong>\u00dcberdeutsche<\/strong> auch gleich wieder aus.  Das neue Kind ist gar nicht so schwarz, wie es sein eigentlich sein m\u00fcsste und der Ehegatte vergibt der treulosen Gattin und kehrt ins Haus zur\u00fcck. Ich hab vergessen, wie sie das hinbekommen haben. Aber am Ende gibt es keinen Verlierer und alle sind zufrieden und das Baby ist mindestens schon acht Monate alt.  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Vielleicht gibts f\u00fcr Babyschauspieler irgendein Mindestalter. Aber hier haben wieder einen typischen <strong>ARD-Degeto Fernsehfilm<\/strong>.  F\u00e4llt mir nur noch ein:  <strong>Wo ist eigentlich Harald Martenstein, wenn man ihn wirklich einmal braucht? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Tieresehendichan1klein.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13767\" width=\"286\" height=\"202\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Tieresehendichan1klein.jpg 500w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Tieresehendichan1klein-300x212.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 286px) 85vw, 286px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/HansHillmannMaskeinFilmNr8klein3-739x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-14516\" width=\"214\" height=\"296\"\/><figcaption>Grafik Hans Hillmann<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"689\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/027a-1024x689.jpg\" alt=\"Sonne die uns t\u00e4uscht\" class=\"wp-image-642\"\/><figcaption>Foto Jens Meyer<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/By-nc-sa_color-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-14958\" width=\"190\" height=\"128\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/By-nc-sa_color-1.png 720w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/By-nc-sa_color-1-300x203.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 190px) 85vw, 190px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Pandemie zwingt mich vor den Fernseher. 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