{"id":155,"date":"2014-05-14T13:34:49","date_gmt":"2014-05-14T13:34:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=155"},"modified":"2025-07-03T17:47:37","modified_gmt":"2025-07-03T17:47:37","slug":"155","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=155","title":{"rendered":"Tim Sch\u00fcmann Hamburg  (Der Sohn)"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image is-resized\">\n<figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"780\" src=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Tieresehendichan3-1024x780.jpg\" alt=\"Tieresehendichan3\" class=\"wp-image-6877\" style=\"width:174px;height:auto\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Zeichnung Helga Bachmann<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/TimSch\u00fcmannundVater-e1573060505152.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"362\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/TimSch\u00fcmannundVater-e1573060505152.png\" alt=\"Gustav Sch\u00fcmann und Sohn Tim Sch\u00fcmann\" class=\"wp-image-8316\" style=\"width:296px;height:auto\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">v. l. n. r. Tim Sch\u00fcmann mit seinem Vater Gustav Sch\u00fcmann . (Foto ca. 1949)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>                                                                                                                                                                                               <span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\"><span style=\"color: #000000;\">Ein Interview, das eigentlich nicht stattgefunden hat. Der Ton wurde&nbsp; zuf\u00e4llig aufgenommen. Vor einigen Jahren verstarb Tim Sch\u00fcmann. Deshalb kommt hier jetzt die Ver\u00f6ffentlichung des nicht gemachten Interviews. Und w\u00e4re nicht zuf\u00e4llig die Kamera mitgelaufen, mit denen wir das Fotoalbum von Tim Sch\u00fcmann abgefilmt haben, dann g\u00e4be es diese Originalt\u00f6ne (hier protokolliert) nicht. Ich nenne das Interview: L\u00fcgen aus Hamburg.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/StaatsarchivRomahnSchuemann.pdf\">StaatsarchivRomahn&amp;Sch\u00fcmann<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/PDFInterviewTimSch\u00fcmann.pdf\">PDF InterviewTimSch\u00fcmann<\/a><!--more--><\/p>\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Das Gespr\u00e4ch fand am <\/span><\/span><\/span><strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">10.4. 1991 von 11.00-13.00<\/span><\/span><\/span><\/strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\"> Uhr in den B\u00fcror\u00e4umen der <\/span><\/span><\/span><strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Firma Filmtheater Haberland &amp; Sch\u00fcmann<\/span><\/span><\/span><\/strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">, Glockengiesserwall 1,&nbsp; Hamburg 1 <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">statt. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">W\u00e4hrend des Gespr\u00e4ches mit Tim Sch\u00fcmann wissen wir, wir werden angelogen. Diesmal sind es keine Vermutungen, wie sonst immer. Wir mussten f\u00fcr diese Wahrheiten lange Reisen unternehmen. \u00dcber den gro\u00dfen Teich. In die USA und nach Brasilien. Dort lebten die, denen damals die Flucht gelungen war und die nur das nackte Leben retten konnten. Denen damals alles abgenommen wurde. Ein Kinoimperium mit zw\u00f6lf gro\u00dfen Kinos, m\u00e4chtiger als die der UFA zu dieser Zeit. Und auch Kinopioniere.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Fragen an Tim Sch\u00fcmann: <\/span><\/span><\/span><\/strong><strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Frage:<\/span><\/span><\/span><\/strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\"> Wissen Sie auch noch was \u00fcber die Vorbesitzer, bevor ihrem Vater . . . ?<\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Tim Sch\u00fcmann:<\/span><\/span><\/span><\/strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\"> \u201cJa, die Vorbesitzer war eine Firma, die hie\u00df Henschel Film . . . Henschel Film Konzern . . . Und das waren . . . wie sagt man . . . Leute mosaischen Glaubens . . . um nicht zu sagen Juden . . . und das war so die Zeit, wo es mit den Kinos nicht so recht florierte, so 31\/32 . . . so nach der Depression . . . und dann haben die sich also um einen K\u00e4ufer bem\u00fcht . . . das ist dann nachher auch Anfang 33 irgendwie zu einem Vertragsabschluss gekommen . . . und dann \u00fcbernahmen Romahn und Sch\u00fcmann . . . zun\u00e4chst mal als Betriebsgesellschaft, w\u00fcrd ich sagen die Sachen . . . und nachher kauften sie sie auch und der Henschel Konzern war . . . in der Zwischenzeit . . . der Henschel war verstorben irgendwann . . . 30\/31 . . . und die Nachfahren waren eine Familie Streit . . . und eine Familie Urich-Sass, . . . denn die hatten jeweils, ein Herr Streit und ein Herr Urich Sass . . . so muss es wohl gewesen sein, hatten die beiden T\u00f6chter von Herrn Henschel geheiratet . . . Schwiegers\u00f6hne . . . und die emigrierten dann nach her irgendwann . . . wei\u00df nicht wann . . . 34 . . . und es gibt also einen Zweig, dass sind die Streits, die sitzen in Brasilien, zwei Br\u00fcder, die heute sicherlich so in den 70igern und auch ein Herr Urich Sass, Horst Urich Sass, der in Mexiko City bzw. Beverly Hills ans\u00e4ssig ist, weil er es zu einem sehr grossen Verm\u00f6gen gebracht hat. Und hat also auch einen Wohnsitz in Beverly Hills und mit dem hab ich noch guten Kontakt, der kommt alle paar Jahre mal so nach Europa und wenn er denn kommt, denn meldet er sich mal und denn gehen wir mal gemeinsam Essen oder sowas, der ist allerdings auch schon hoch in den siebzigern. Das liegt ja alles schon f\u00fcnfzig Jahre zur\u00fcck . . . und das sind eigentlich die einzigen . . . Ich hab auch mal, aber da war ich auch zu klein, <em>(Anmerkung: Tim Sch\u00fcmann ist 19 Jahre&nbsp; alt, als die Begegnung stattfindet)<\/em> einen der Streits kennengelernt, Rolf Streits, denn die waren nat\u00fcrlich nach dem Kriege hier im Rahmen ihrer Entsch\u00e4digung, die sie nat\u00fcrlich haben wollten, an den erinner ich mich, w\u00e4hrend ich nun Herrn Urich&nbsp; Sass, Herrn Horst Urich&nbsp; Sass, gut kenne, weil der immer sehr treu jedes mal anruft und wir uns dann sehen . . . Er wollte jetzt auch kommen, da brach der Golfkrieg aus, da hat er das nat\u00fcrlich auch unterlassen. Das war ihm dann zu gef\u00e4hrlich. Aber . . . mehr gibt es eigentlich nicht dar\u00fcber zu sagen. Ich wei\u00df nicht, wann die Theater alle aufgebaut worden sind, aber sie datieren ja alle aus einer Zeit, wo es eben doch schon moderne Kinos gab. Mitte . . . Ende der zwanziger Jahre . . . <\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Ich wei\u00df nicht also inwieweit die Herren also in der Lage waren, adhoc so einen Kinokonzern zu kaufen. Es hat wahrscheinlich auch ne Weile gedauert bis dann auch finanziell alles seine Regelung fand und man denn zu Potte kam und man darf ja auch nicht vergessen, es war ja die Zeit als die Nazis an die Regierung kamen, das war ja wohl Ende Januar Anfang Februar 33 und ich nehme an, dass gerade die Filmbranche wurde ja mit Vehemenz von Herrn Goebbels, wie man das so heute liest und h\u00f6rt von j\u00fcdischen Besitzern und so . . . gereinigt. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Ich k\u00f6nnte mir vorstellen, dass das auch politischen Dinge leicht zumindest f\u00fcr die Auswanderung aber auch die wirtschaftlichen Dinge . . . weil sie Schulden hatten und die Gesch\u00e4fte nicht so richtig florierten . . . aber jedenfalls ist es so, da\u00df es urspr\u00fcnglich mal Henschel Film Konzern hie\u00df und das sie denn . . . ich wei\u00df nicht es hie\u00df vielleicht schon vorher Schauburg . . . ich wei\u00df nicht, ob die Herren den Namen eingebracht haben, oder ob das schon vorher Schauburg hie\u00df, das kann ich also nicht sagen . . . <\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Schauburg ist ja ein sehr beliebter Name f\u00fcr Kinos gewesen. Schauburg gab es viele tausend St\u00fcck, die alle miteinander gar nichts zu tun hatten. Son Standard Name Filmpalast, Schauburg, Union, das waren so die . . . naja es gab da ja . . . <\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Frage: <\/span><\/span><\/span><\/strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Sie machen jetzt auch noch Kinos?<\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Tim Sch\u00fcmann: <\/span><\/span><\/span><\/strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Ich hab bis vor kurzem Kinos gemacht. Ich hab also zuletzt die Barke . . . hab ich also betrieben. Die war gerade aufgebaut als mein Vater starb. Herr Romahn war kurz vorher gestorben, dann starb mein Vater und dann hab ich die Dinger \u00fcbernommen, mit einigen Schulden nat\u00fcrlich, aber das Gesch\u00e4ft ging ja damals recht gut, und so florierte dann die Schauburg . . . \u00e4h die Barke und sie wurde nach einiger Zeit zum bedeutendsten Kino hier in Hamburg und ich war immer sehr stolz, dass es also . . . dann nachdem ich dann einige Zeit hatte und mich so mit den Filmen auch gut eingeschossen hatte . . . damals warn ja so die deutschen Filme mit Maria Schell und O.W. Fischer und Heinz R\u00fchmann waren ja so sehr en vogue und da hatte ich mich dann so spezialisiert und dadurch geh\u00f6rte also die Barke zu den umsatzst\u00e4rksten H\u00e4usern in Deutschland \u00fcberhaupt und ich hab immer noch mit den Kinos geerbt, in Rahlstedt hatte ich mal eins und in Neustadt hatte ich mal eins und so und die hab ich dann nebenbei betrieben, aber mein Paradepferd war eben die Barke und denn noch in Kiel<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\"><b> * <\/b><\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">noch ein Theater und dann kam irgendwo in den 60iger Jahren der Niedergang und das hie\u00df nat\u00fcrlich auch, das viele Theater geschlossen worden und ich beispielsweise Winterhuder Weg, da war die Schauburg Uhlenhorst, da war dann der Vertrag gl\u00fccklicherweise irgendwann mal ausgelaufen und ich konnte den Laden dichtmachen, denn der produzierte also nicht unerhebliche Verluste . . . <\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Frage: <\/span><\/span><\/span><\/strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Aber nach dem Krieg war die Schauburg Winterhuder Weg war . . . <\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Tim Sch\u00fcmann:<\/span><\/span><\/span><\/strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\"> Ja, ja die ist also v\u00f6llig intakt geblieben und hat also nur 14 Tage als die Engl\u00e4nder einr\u00fcckten oder so, war die mal geschlossen, aber sonst hat die unentwegt gespielt, ziemliche Zeit, bis zu dem Zeitpunkt irgendwann in den 60igern als die Sache dann umsprang und die Kinolandschaft war ja auch in Hamburg wahnsinnig \u00fcbersetzt (?) es gab ja also, in jedem Stadtteil gab es mindestens vier Kinos, und das war nat\u00fcrlich da in . . . am Winterhuder Weg auch der Fall, da gabs dann Europa, dann kam dahinten die Mundsburg, die Schauburg dazwischen und dann gab es noch ein Theater irgendwo und das war in jedem Stadtteil so, das war in Fuhlsb\u00fcttel, da sa\u00dfen sie denn, Drosselhof, Roxy und wie sie hie\u00dfen, mein Gott, die Namen kennt man ja schon beinah gar nicht mehr. Und . . . ja wie gesagt, da begann der Niedergang und dann wurden diese Theater eben geschlossen, nicht, die waren auch unmodern, keiner wollte nicht mehr hingehen. <\/span><\/span><\/span><strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Frage: <\/span><\/span><\/span><\/strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Haben sie jetzt noch Kinos? <\/span><\/span><\/span><strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Tim Sch\u00fcmann:<\/span><\/span><\/span><\/strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\"> Ja ich hab eins. Darin wird Theater gemacht. Das Schmidts. <\/span><\/span><\/span><strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Frage:<\/span><\/span><\/span><\/strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\"> Das war ja fr\u00fcher auch mal ein Kino?<\/span><\/span><\/span> <strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Tim Sch\u00fcmann:<\/span><\/span><\/span><\/strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\"> Das war das Union das hatte mal von dieser Kuntz, die Tochter von Herrn Struckmeyer. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Jens Meyer 1991<\/span><\/span><\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\"><strong><b>* <\/b>(Anmerkung 2025: Es handelt sich um das Capitol Kino am Dreiecksplatz in Kiel, dass Gustav Sch\u00fcmann und Paul Romahn zusammen mit dem NSDAP Funktion\u00e4r   Richard Adam betrieben hatten. Richard Adam (der Obernazi) war treibende Kraft der NSDAP in Norddeutschland<\/strong> <strong>und ma\u00dfgeblich verantwortlich f\u00fcr die &#8222;Arisierung&#8220; (Enteignung) der j\u00fcdischen Hamburger Kinobesitzer<\/strong>.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">&nbsp;<\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Tim Sch\u00fcmann schildert seinen Vater Gustav Sch\u00fcmann und seinen Teilhaber Paul Romahn als Mitl\u00e4ufer der Nazis. Wir wissen bereits aus den Unterlagen des Document Center in Berlin, dass sowohl Gustav Sch\u00fcmann, als auch Paul Romahn schon mitgelaufen sind, als daf\u00fcr noch keine Notwendigkeit bestand, es sei denn, rechtzeitig bereit zu sein, wenn der F\u00fchrer die versprochenen Geschenke verteilt. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Als der Ortsgruppenleiter seinen Aufnahmeantrag in die NSDAP mit der Nummer 4054623 vom 1. Mai 1937 bef\u00fcrwortet, erkl\u00e4rt sich Gustav Sch\u00fcmann bereit, \u00fcber den monatlichen Mitgliedsbeitrag hinaus, einen einmaligen F\u00f6rderungsbeitrag von 20,00 Reichsmark zu bezahlen. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Unter kaufm\u00e4nnischem Gesichtspunkt eine gut angelegte Investition, wenn man daf\u00fcr einen Filmtheater Konzern mit einem Jahresumsatz von 6 Millionen Reichsmark bekommt. Sein Teilhaber Paul Romahn beginnt sein Mitl\u00e4ufertum bereits einige Jahre fr\u00fcher und hat dadurch auch eine kleinere Nummer: 3037711. Er darf sich seit 1. Mai 1933 PG der NSDAP nennen und w\u00e4hrend sein Teilhaber sich stolz als Theaterbesitzer bezeichnet, reicht es bei Paul Romahn nur zum Direktor. Beide &#8222;Besitzer&#8220; sind auch Mitglieder der SA.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p>(v.l. Die SA M\u00e4nner:&nbsp; Gustav Sch\u00fcmann und Paul Romahn)                                     Paul Romahn, 14. Juli 1895, Hamburg Bergedorf, Karolinenstrasse 10,&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; (Heute:&nbsp;&nbsp;M\u00f6llers Kamp 10). Mitgliedsnummer der NSDAP 303 7711. Mitglied der SA. Eintritt in die NSDAP am Montag, d. 1. Mai 1933.                                                                                                              <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/P1000961.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"480\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/P1000961.jpg\" alt=\"Gustav Sch\u00fcmann Paul Romahn\" class=\"wp-image-514\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Von links nach rechts:  Die SA M\u00e4nner Gustav Sch\u00fcmann und Paul Romahn <\/figcaption><\/figure>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter is-resized\"><a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/P1040974M\u00f6llersKamp10klein.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"780\" height=\"585\" src=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/P1040974M\u00f6llersKamp10klein.jpg\" alt=\"P1040974M\u00f6llersKamp10klein\" class=\"wp-image-6588\" style=\"width:284px;height:auto\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Wohnhaus von Paul Romahn und  Ehefrau Greta Romahn (geb. Fritsche) in Hamburg Bergedorf Karolinenstra\u00dfe 10. 1937 umbenannt  in  M\u00f6llers Kamp 10.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft is-resized\"><a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/P1040995HindenburghausohnePersonenklein.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"780\" height=\"585\" src=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/P1040995HindenburghausohnePersonenklein.jpg\" alt=\"P1040995HindenburghausohnePersonenklein\" class=\"wp-image-6585\" style=\"width:261px;height:auto\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Hindenburghaus Gro\u00dfer Burstah 31. In der Nazizeit Sitz der &#8222;Enteignungsbeh\u00f6rde&#8220; Der Oberfinanzpr\u00e4sident.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft is-resized\"><a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/P1050183Hindenburghaus.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/P1050183Hindenburghaus-1024x768.jpg\" alt=\"P1050183Hindenburghaus\" class=\"wp-image-6697\" style=\"width:256px;height:auto\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Statistik1942klein.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"913\" src=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Statistik1942klein-1024x913.jpg\" alt=\"Statistik1942klein\" class=\"wp-image-6658\" style=\"width:312px;height:auto\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/IMG_0739-e1572986744488.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/IMG_0739-1024x768.jpg\" alt=\"Stadthaus abgerissen\" class=\"wp-image-801\" style=\"width:218px;height:auto\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Stadthausbr\u00fccke. Das Geb\u00e4ude wird entkernt. Foto Jens Meyer<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/P1040997Stadthausklein.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/P1040997Stadthausklein-768x1024.jpg\" alt=\"P1040997Stadthausklein\" class=\"wp-image-6590\" style=\"width:255px;height:auto\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Stadthaus. In der Nazizeit Sitz der Gestapo. Stadthausbr\u00fccke &#8211; Neuer Wall.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft is-resized\"><a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/04051942.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/04051942-1024x780.jpg\" alt=\"04051942\" class=\"wp-image-6660\" style=\"width:246px;height:auto\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Statistik und Foto aus Hans Brunswig, Feuersturm \u00fcber Hamburg. Leider enth\u00e4lt das Buch nur einen unvollst\u00e4ndigen Fotonachweis. Das Foto hat Erich Andres gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Schrift des Feuerwehrmannes Hans Brunswig ist schwer zu lesen. Aus seiner Zahl in der Statistik der &#8222;Luftangriffe auf Hamburg&#8220; kann man den 04. 05. 1942 auch als 09. 05. oder  07. 05. 1942 lesen. Aber vermutlich ist ihm nur die Tinte ausgelaufen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-resized\">\n<figure class=\"alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/By-nc-sa_color.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"720\" height=\"486\" src=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/By-nc-sa_color.png\" alt=\"By-nc-sa_color\" class=\"wp-image-5796\" style=\"width:266px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/By-nc-sa_color.png 720w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/By-nc-sa_color-300x202.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image is-resized\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Nilpferd7.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"717\" src=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Nilpferd7-1024x717.jpg\" alt=\"Nilpferd7\" class=\"wp-image-5638\" style=\"width:196px;height:auto\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Zeichnung Helga Bachmann<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Interview, das eigentlich nicht stattgefunden hat. Der Ton wurde&nbsp; zuf\u00e4llig aufgenommen. Vor einigen Jahren verstarb Tim Sch\u00fcmann. Deshalb kommt hier jetzt die Ver\u00f6ffentlichung des nicht gemachten Interviews. Und w\u00e4re nicht zuf\u00e4llig die Kamera mitgelaufen, mit denen wir das Fotoalbum von Tim Sch\u00fcmann abgefilmt haben, dann g\u00e4be es diese Originalt\u00f6ne (hier protokolliert) nicht. Ich nenne &hellip; <a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=155\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eTim Sch\u00fcmann Hamburg  (Der Sohn)\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2153,2578,2008,1988,2680,4220,1606,4185,2,519,2538,69,2191,561,756,1302,1216,2473,1738,758,1708,650,298,2489,4275,14,2069,8,1245,945,40,450,1864,1726,536,463,1706,53,1870,1871,1872,4514,5,4273,36,2309,1873,4988,37,6,12,1689,4511,2495,4661,327,1536,2225,4377,125,1049,10,2496,2482,2811,45,2490,74,488,35,1475,4513,73,2472,1687,1725,4512,2471,2015],"tags":[3555,4515,4521,1958,710,3541,4519,34,62,4516,817,42,3547,48,3548,3564,46,3551,4520,4517,3550,4518,33,3546,38,977,975,50,819,39,1019],"class_list":["post-155","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-2153","category-2578","category-2008","category-1988","category-2680","category-4220","category-1606","category-4185","category-pro-bla","category-antisemitismus","category-arisierer","category-arisierung","category-auf-der-reeperbahn","category-belo-horizonte","category-beverly-hills","category-bezirk-hamburg-altona","category-bodenspekulation","category-brasilien","category-buergermeister-von-westerland","category-californien","category-clara-esslen","category-deutsche-filme","category-deutscher-film","category-deutsches-reich","category-dr-isidor-kahn","category-enteignung","category-filmbuero-hamburg","category-filmkritik","category-fotoarchiv-jens-meyer","category-fotos","category-frida-henschel","category-fuhlentwiete","category-gaensemarkt","category-genannt-sass","category-goebbels","category-hamburg-altona","category-hanni-seim","category-heinz-b-heisig","category-helene-fick","category-helene-meininger","category-helge-meininger","category-henschel","category-henschel-film-konzern","category-henschel-film-und-theaterkonzern-ohg","category-hermann-urich-sass","category-hermes-buergschaften","category-holger-meininger","category-horst-urich-sass","category-hugo-streit","category-im-kino","category-jeremias-henschel","category-joseph-goebbels","category-juden","category-judenvermoegungsabgabe","category-juedische-fluechtlinge","category-juedischer-friedhof","category-juedischer-friedhof-hamburg-ohlsdorf","category-juli-1943","category-karl-wolffsohn","category-kiel","category-kinobesitzer","category-kinogeschichte","category-landgericht-hamburg","category-los-angeles","category-luegen-ist-eine-grosse-kunst","category-nsdap","category-oberfinanzpraesident-hamburg","category-ranette-salfeld","category-reichsfluchtsteuer","category-richard-adam","category-st-pauli","category-streit","category-thalia-kino","category-theater-nobistor","category-ufa-2","category-urich","category-urich-sass","category-waterloo-filmtheater","category-waterloo-kino","tag-arisierung","tag-barke","tag-bomben","tag-bombentreffer","tag-capitol-kino-am-dreieckplatz","tag-enteignung","tag-feuersturm","tag-gustav-schuemann","tag-hamburger-anzeiger","tag-heinz-ruehmann","tag-henker-frauen-und-soldaten","tag-henschel-film-und-theaterkonzern","tag-hermann-urich-sass","tag-horst-urich-sass","tag-hugo-streit","tag-kiel","tag-kino","tag-lichtbildbuehne","tag-luftangrifffe","tag-maria-schell","tag-nsdap","tag-o-w-fischer","tag-paul-romahn","tag-richard-adam","tag-rolf-arno-streit","tag-sa","tag-schauburg","tag-schauburg-millerntor","tag-schauburg-st-pauli","tag-tim-schuemann","tag-winterhuder-weg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/155","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=155"}],"version-history":[{"count":118,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/155\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":30378,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/155\/revisions\/30378"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=155"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=155"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=155"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}