{"id":20055,"date":"2022-09-27T20:59:54","date_gmt":"2022-09-27T20:59:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=20055"},"modified":"2025-05-07T18:17:03","modified_gmt":"2025-05-07T18:17:03","slug":"briefe-an-wiebeke-xxii-ueber-angebliche-pioniere-und-richtige","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=20055","title":{"rendered":"Briefe an Wiebeke (XLVIII-48) \u00dcber angebliche Pioniere und wirkliche, die aber leider vergessen wurden."},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Roemische-Zahlen-am-Heck.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"220\" height=\"330\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Roemische-Zahlen-am-Heck.jpg\" alt=\"Romische Zahlen am BUG\" class=\"wp-image-17347\" style=\"width:139px;height:208px\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Roemische-Zahlen-am-Heck.jpg 220w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Roemische-Zahlen-am-Heck-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 220px) 85vw, 220px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Zeichen: 11.299 Briefe an Wiebeke (XLVIII) \u00dcber angebliche und wirkliche Pioniere, die aber leider vergessen wurden.<\/p>\n\n\n<p>Briefe an Wiebeke (XLVI<a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Briefe-an-Wiebeke-XXII-11332-Ueber-angebliche-und-wirkliche-Pioniere.pdf\">II) 11332 \u00dcber angebliche und wirkliche Pioniere<\/a><\/p>\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Hallo Wiebeke, zwei Zitate fand ich aufhebenswert und habe sie f\u00fcr Dich abgeschrieben. Ich wei\u00df sogar noch wo: Das eine f\u00e4ngt so an:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zitat 1:<\/strong> \u201cIch habe Coupery\u2018s Stimme nie geh\u00f6rt. Er war tot, lange bevor ich Ohren hatte.\u201c (Cees Nooteboom, Der Umweg nach Santiago, Seite 71), und f\u00e4hrt dann fort: \u201c . . . und ich wei\u00df nicht, ob der Phonograph den Klang dieser Stimme aufgenommen hat.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zitat 2<\/strong>: \u201cDie Arbeiter sollen arbeiten, deswegen heissen sie ja Arbeiter. Der Unternehmer hei\u00dft Unternehmer, weil er etwas unternimmt: Ins Kino gehen, Urlaub machen und was der T\u00e4tigkeiten noch mehr sind.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ich glaube, das Zitat 2 habe ich mir selber ausgedacht. Ich w\u00fcrde mir das zutrauen. W\u00e4hrend der Corona Zeiten war ich viel zu Hause und im Netz und auch zu Hause.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Bei meinen Nachforschungen \u00fcber die deutsche Tonfassung von \u00bbIm Westen nichts Neues\u00ab wurde oft der Name \u00bbRohnstein\u00ab genannt. In einem Textbeitrag wird diesem \u00bbKonrad Paul Rohnstein\u00ab sogar unterstellt, er sei ein deutscher Pionier bez\u00fcglich der Synchronisationsarbeiten gewesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Dem muss ich hier mal widersprechen. So war es nicht. \u00c4hnlich geht es mir mit einem, der sp\u00e4ter so beliebte Filme, wie \u00bbHurra, die Schule brennt!\u00ab den Du nat\u00fcrlich nicht kennst, weil er 1969 ins Kino kam und Du da noch nicht reindurftest, weil Du noch nicht alt genug warst, regiem\u00e4ssig zu verantworten hatte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Fehlte noch, das dieser Mensch mit Namen \u00bbWerner Jacobs\u00ab, der ebenfalls dabei gewesen sein soll, als die Deutsche Fassung dieses Filmes, die damals nicht ins Kino kam und auch sp\u00e4ter nicht, weil den Nazis die Macht \u00fcbergeben wurde, ebenfalls zu einem Pionier von \u00bbIm Westen nichts Neues\u00ab umgelogen wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Der \u00bbPROMI\u00ab, wie ihn mein Vater noch genannt hatte, manchmal auch z\u00e4rtlich: \u00bbUnser Doktor\u00ab, hatte ein gro\u00dfes Talent gegen Filme zu sein, die er nicht gesehen hatte. Jedenfalls ist nicht \u00fcberliefert, ob sich der sp\u00e4tere \u00bbPROMI\u00ab den Film vorher mal angesehen hatte, bevor er die Stinkbomben und die wei\u00dfen M\u00e4use f\u00fcr die Premiere des Filmes bestellte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Da war er aber noch gar kein \u00bbPROMI\u00ab. Vielleicht ist er doch selber einkaufen gegangen. Das ist aber eher unwahrscheinlich. <strong>Hanns Brodnitz<\/strong> berichtet in seinem Buch: <strong>\u00bb<\/strong><strong>Kino Intim<\/strong><strong>\u00ab<\/strong><strong>:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201c . . . zumal in Parkett wie im Rang des Theaters aus kleinen Pappkartons wei\u00dfe M\u00e4use in solcher Anzahl losgelassen wurden, da\u00df man auf einen Ausverkauf dieses Artikels in s\u00e4mtlichen Berliner einschl\u00e4gigen Tierhandlungen schlie\u00dfen konnte . . . Keiner von den Protestlern hatte den Film gesehen, jeder begn\u00fcgte sich damit, eine Parole gehorsam nachzuplappern, von deren Richtigkeit sich niemand \u00fcberzeugen wollte. Es schien eisern festzustehen, da\u00df dieser Film ein Schandfilm war.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>(Seite 91).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Wei\u00dfe M\u00e4use sind immer noch g\u00fcnstig zu haben. Heute kann man sie f\u00fcr 1,00 Euro pro Maus bestellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sieben Tage nach der Premiere, am <strong>11. Dezember 1930<\/strong> verbot die \u00bbFilmoberpr\u00fcfstelle\u00ab die Auff\u00fchrung dieses Films. Wer sich das Foto des Oberzensors im Netz ansieht, versteht, wer da wie entschieden hat und warum.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Werner Jacobs kommt jedenfalls f\u00fcr die Heldengeschichte des angeblichen \u00bbPioniers\u00ab der Entwicklung der deutschen Synchronisation ebenfalls nicht in Frage. Das liegt schon in seiner Biografie: Geboren am 24. April 1909 in Berlin. Gestorben is<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">t er am 24. Januar 1999.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Dazwischen ist nat\u00fcrlich auch noch was passiert. \u00dcberliefert ist: 1928 ist er in Berlin Sch\u00fcler der Oberrealschule in Steglitz und macht dort sein Abitur. \u00dcberliefert ist weiterhin: Aus finanziellen Gr\u00fcnden war es ihm nicht m\u00f6glich, ein Studium zu beginnen. Vielleicht hatte er auch nur keine Lust?<\/p>\n\n\n\n<p>Jedenfalls berichtet eine andere Quelle, das \u00bbWerner Jacobs\u00ab zwei Jahre lang auf Arbeitssuche war und schlie\u00dflich 1930 bei der Firma <strong>\u00bbRhythmographie GmbH, Alte Jacobstr. 133, Berlin SW 68\u00ab<\/strong> eine Anstellung fand. Ob er sich zwischenzeitlich \u00fcber die Materie \u00bbFilm\u00ab Kenntnisse angeeignet hatte, ist nicht \u00fcberliefert. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Auch nicht \u00fcberliefert: Der Zeitpunkt der Auftragserteilung  durch die Produktionsfirma: <strong>Universal<\/strong>. Die <strong>USA Premiere<\/strong> war am <strong>21. April 1930,<\/strong> die <strong>UK Premiere<\/strong> in London am <strong>14. Juni 1930<\/strong>. <strong>Premiere<\/strong> in <strong>West Germany<\/strong> war am <strong>14. M\u00e4rz 1952<\/strong>, berichtet imdb.com, die man auch nicht mehr ansehen kann, weil, es wimmelt nur so von Werbung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">PS: Ach, was ich noch vergessen hatte. Schnell waren sie ja bei der Ufa. Ich hab schon mal wieder in dem Buch meines ehemaligen Dozenten, Klaus Kreimeier, nachgesehen. Da schreibt er auf Seite 519 seines Ufa Buches: Am 28. M\u00e4rz 1933, \u00fcbrigens ein Dienstag, redet Herr Goebbels in einer Kneipe, im Kaiserhof, zu den \u00bbSpitzen der deutschen Filmindustrie\u00ab und einen Tag sp\u00e4ter beschlie\u00dft der Vorstand der UFA die j\u00fcdischen Mitarbeiter der UFA rauszuschmeissen. Mein ehemaliger Dozent nennt es \u00bbvorauseilender Gehorsam\u00ab Und da hat er ja Recht, der Gute. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Die erste Deutsche Erstauff\u00fchrung der Tonfilmversion hat am <strong>4. Dezember 1930<\/strong> im Mozertsaal Berlin bei <strong>Gerhard Reutlas<\/strong> stattgefunden. Hanns Brodnitz schreibt \u00fcber Gerhard Reutlas im Kapitel \u201eJunger Mann in der Flimmerkiste\u201c:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eReutlas er\u00f6ffnete herzklopfend am 14. Juli 1923 bei 35 Grad Hi<\/p>\n\n\n\n<p>tze im Schatten mit einem Groteskenabend, den er dem dicken Fatty gewidmet hatte. Die n\u00e4chsten Wochen st\u00fcmperte er sich durch. Am 3. September zeigte er einen Film, der niemand interessierte. Ein gewitzter Filmverlei<\/p>\n\n\n\n<p>her hatte ihn f\u00fcr Deutschland um einen Pappenstiel gekauft. Der Film lief siebzehn Wochen vor ausverkauften H\u00e4usern und hie\u00df \u201eMy Boy\u201c, mit Jackie Coogan. Nun konnte Reutlas seine Theorien vom modernen Kino in die Praxis umsetzen. Er machte den Nollendorfplatz zur \u201eamerikanischen Ecke\u201c, zum Weltstadtwinkel des internationalen Spitzenfilms . . .\u201c (Seite 15)<\/p>\n\n\n\n<p>Und Hanns Brodnitz weiter in dem Kapitel:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\"><strong>Der Krieg der wei\u00dfen M\u00e4use:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eReutlas hatte den Film (Im Westen nichts Neues) nach monatelangem Kampf f\u00fcr sein Theater endlich erworben. Die Hersteller waren in ihren Anspr\u00fcchen nach den Resultaten der Auff\u00fchrung in allen L\u00e4ndern ma\u00dflos, und Reutlas versuchte, die Forderungen auf ein ertr\u00e4gliches Ma\u00df herabzudr\u00fccken. Die von ihm \u00fcbernommenen Verpflichtungen waren ungeheuer.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>(Seite 87).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Am einfachsten scheint es mir doch, das ich Dir das Buch ausleihe, bevor ich jetzt alles abschreibe. Das Buch von Hanns Brodnitz ist wirklich sehr kurzweilig geschrieben.<\/p>\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Auzug-aus-HannsBrodnitz-1.pdf\">PDF Auszug aus Hanns Brodnitz<\/a><\/p>\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Dagegen ist mir aus Internet Quellen folgendes Zitat voller Verwirrung in die Augen gefallen, also erst in die Augen gefallen und anschlie\u00dfend kam mir die Verwirrung. Und da ich Dir den Grund meiner Verwirrung nicht vorenthalten will, kommt hier die Aufkl\u00e4rung. Da lebt er auf, der kleine Schulmeister, der in jedem von uns und nat\u00fcrlich auch in mir steckt:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201c<em>Die deutschen Dialoge von Im Westen nichts Neues sind das Werk eines Pioniers, Konrad Paul Rohnstein, der f\u00fcr Jahre eine zentrale Figur deutschen Synchronisation bleiben wird. Seine Firma L\u00fcdtke, Dr. Rohnstein &amp; Co. blieb bis 1945 eines der bedeutendsten deutschen Synchronstudios.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Daran ist so ziemlich alles falsch. Und nun kommst Du.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Fangen wir mal vorn an: Die Firma \u00bb<strong>L\u00fcdtke, Dr. Rohnstein &amp; Co.<\/strong> Berlin\u00ab wurde erst am <strong>9. August 1933<\/strong> gegr\u00fcndet. Eine OHG, die am<strong> 3. November 1933<\/strong> ins Handelsregister eingetragen wurde. Man beachte den Zeitpunkt der Gr\u00fcndung und ziehe vermutlich, so wie ich, daraus<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\"> Schl\u00fcsse, die ich aber hier (noch ) nicht ausbreiten will.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Zum Zeitpunkt der Gr\u00fcndung dieser Firma, war die deutsche Fassung dieses Filmes schon seit <strong>10. Dezember 1930<\/strong> in Deutschland verboten und durfte nur noch in geschlossenen Veranstaltungen gezeigt werden. Die Macht\u00fcbergabe an die Nazis regelte den Rest.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Das Zitat aus Buchers Enzyklop\u00e4die des Filmes, macht die Sache eindeutig: <em>\u201cIn Deutschland gelang es den Nationalsozialisten mittels inszenierter Demonstrationen vor den Kinos, sein Verbot zu erreichen.\u201c <\/em>Das steht beim Bucher auf Seite 26, wenn Du das noch mal nachsehen willst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Hat sich was mit Pionier Rohnstein! Das war vermutlich der Lehrling bei der Firma, die die Deutsche Fassung tats\u00e4chlich hergestellt hatte. Der <strong>Herr Dr.<\/strong> aus <strong>W\u00fcrzburg<\/strong> mit Wohnsitz in <strong>Berlin Spandau<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Da habe ich auch noch was herausgefunden, aber nicht schummeln und hinten nachsehen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Apropos Pionier: Da lob ich mir doch den Kameramann <strong>Karl Freund<\/strong>, <strong>\u201cder im Alter von 15 Jahren als Film<\/strong><strong>vor<\/strong><strong>f\u00fchrer begann\u201c<\/strong> wie der Bucher auf Seite 275 schreibt, der sein Handwerk von der Pike auf gelernt hatte, wie man sich in Berlin auszudr\u00fccken beliebte, als ich dort weilte. Das ist ein wirklicher Pionier gewesen. Er soll sogar die Schlusseinstellung von \u00bbAll Quiet on the Western Front\u00ab erdacht und gefilmt haben. Die Amis nennen ihn sogar in den credits.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Herr Rohnstein hatte dagegen nur eine langweilige Doktorarbeit geschrieben und war bei der Firma mit dem eigenartigen Namen: \u201cRhythmographie GmbH\u201c als \u201eUngelernter\u201c angefangen. Ein Doktor ohne jede Materialkenntnis, der sich dann sp\u00e4ter hochgearbeitet hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Die Pioniere sind jedenfalls andere. Auch sie sind Firmengr\u00fcnder und gr\u00fcnden am <strong>16. September 1929<\/strong> eine Firma mit einem Schreibfehler. Naja, nicht Schreibfehler. Im Firmennamen: \u00bbRhytmographie Gesellschaft mit beschr\u00e4nkter Haftung\u00ab taucht der Buchstabe<strong> H <\/strong>zweimal auf. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">PS: Ach, was ich noch vergessen hatte. Schnell waren s<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">ie ja bei der Ufa. Ich hab schon mal wieder in dem Buch meines ehemaligen Dozenten, Klaus Kreimeier, nachgesehen. Da schreibt er auf Seite 519 seines Ufa Buches: Am 28. M\u00e4rz 1933, \u00fcbrigens ein Dienstag, redet Herr Goebbels in einer Kneipe, im Kaiserhof, zu den \u00bbSpitzen der deutschen Filmindustrie\u00ab und einen Tag sp\u00e4ter beschlie\u00dft der Vorstand der UFA die j\u00fcdischen Mitarbeiter der UFA rauszuschmeissen. Mein ehemaliger Dozent nennt es \u00bbvorauseilender Gehorsam\u00ab Und da hat er ja Recht, der Gute.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Die Pioniere finden sich eher unter den Gr\u00fcndern dieser Firma: Ingenieur<strong> Karl Robert Blum<\/strong>, Ingenieur <strong>Walter Hahnemann<\/strong> und Kaufmann <strong>Karl Egon Martiny<\/strong> und den Angestellten dieser Firma, die seit 1930 ihre Gesch\u00e4ftsr\u00e4ume in SW 68, in <strong>der Alten Jacobstr. 133<\/strong> im vierten Stock haben. Wenn man sich ein wenig M\u00fche gibt, so habe ich herausgefunden, dann kommt man auch mit den digitalisierten Berliner Adressb\u00fcchern der Firma Scherl zu Rande. Man h\u00fcte sich jedoch davor, irgend welche Schl\u00fcsse zu ziehen, aus Erkenntnissen, die man meint, gewonnen zu haben. Was in dem einen Jahr so, ist im n\u00e4chsten Jahr anders.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\"><strong>Viktor Abel<\/strong> wohnte seit <strong>1928<\/strong> in Berlin, denn im Adressbuch der Firma Scherl von 1929 (Redaktionsschluss 15. 10. 1928) taucht er mit Namen und Berufsangabe im Teil I (Einwohner Berlins) auf Seite 2 auf. Dort zu lesen: <strong>Abel, Viktor, Filmdramaturg, Charlottenburg, Rieh<\/strong><strong>l<\/strong><strong>str. 11 <\/strong><strong>(<\/strong><strong>II<\/strong><strong>) <\/strong><strong>T<\/strong> (Und T = Telefon hat er auch: West 1249). Von dem Toningenieur, <strong>Dr. Gerhard Goldbaum<\/strong>, auch ein vergessener Pionier, konnte in den Scherl Adressb\u00fcchern keine Berliner Anschrift finden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">\u00c4hnlich wie mit Viktor Abel ist es mit Carl Robert Blum. Zehn Patente habe ich auf der Seite des Deutschen Patentamtes gefunden. Dabei kam mir mein kleines Gastspiel in der Gitschinerstrasse 97  von damals (1974) zu Hilfe. Du erinnerst Dich vielleicht daran, wie mich das Arbeitsamt, Sachbearbeiter Knebel vom Arbeitsamt Steglitz, hereingelegt hatte? Durch die Kopierarbeiten, zu denen ich im Keller des Deutschen Patentamtes, in der Gitschinerstrasse freiwillig gezwungen wurde, verf\u00fcgte ich \u00fcber sog. Vorkenntnisse: Auslegeschrift usw.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Auch die Firma, die die Ger\u00e4te des Erfinders Carl Robert Blum, manchmal auch Karl Robert Blum, herstellte, ist hier zu nennen. Wenn Pionier, dann schon alle: <strong>H. W. M\u00fcller &amp; Co, Werkstatt f\u00fcr Elektro- und Feinmechani<\/strong><strong>k<\/strong><strong>, SW 48, Besselstr. 21.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Auf der Seite der \u00bbvergessenen Filme\u00ab steht \u00fcber <strong>Max<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\"><strong> Bing:<\/strong> <em>\u201cDer Dialogregisseur Max Bing (1885-1945) war in der Hauptsache beim Rundfunk t\u00e4tig. Er arbeitete vor allem als H\u00f6rspielregisse<\/em>ur.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Und nat\u00fcrlich, und eigentlich zuallererst der Mann, der als Fachmann die Synchronisationsarbeiten geleitet hat: <strong>Viktor Abel.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Auch zu <strong>Konrad Paul Rohnstein<\/strong> gibt es neue Erkenntnisse und Vermutungen, die sich aus den Nachforschungen ergeben die anhand der ins Netz gestellten Adressb\u00fccher m\u00f6glich waren:<\/p>\n\n\n\n<p>Im Adressbuch von Berlin <strong>1922 <\/strong>gibt es einen <strong>Rohnstein, A.,<\/strong> Kaufm., unter der Anschrift, <strong>Falkenhagener Str. 7<\/strong> im Stra\u00dfenverzeichnis von Berlin Spandau. Das ist nat\u00fcrlich noch keine besondere Neuigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Zehn Wohnungen gibt es in diesem Haus. (Adressbuch 1922, Scherl Teil IV Seite: 1163) In den Folgejahren: 1923\/24\/25\/26 wiederholt sich dieser Eintrag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Doch <strong>1927<\/strong> auf <strong>Seite 2814<\/strong> findet sich ein andrer Rohnstein in dem selben Haus: <strong>Falkenhagener Str. 7.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Ein Mensch, der scheinbar sehr stolz auf seinen Namen ist und sorgsam darauf achtet, dass im Adressbuch auch alle seine Titel genannt werden: <strong>Rohnstein, Paul, Dr. rer. pol.<\/strong> (Adressbuch 1927, Teil IV, Seite 2814).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Aus der Tatsache, das <strong>Konrad Paul Rohnstein<\/strong>, dieser eitle Fatzke, sich auch in das Adressbuch von 1924, Redaktionsschluss 15. 10. 1923, mit seinem gerade erst erworbenen Titel (Dr. rer. pol.) in Berlin Spandau, mit der Anschrift <strong>Freiheit 2<\/strong>, II Stock, T (Telefon) 445 um den Sohn, des Kaufmannes <strong>Alfred <\/strong><strong>Rohnstein<\/strong> handelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Wie w\u00e4re es sonst m\u00f6glich, das dieser die Wohnung von Alfred Rohnstein in der Falkenhagenerstr. Nr. 7- 1927 einzieht? Das kann also nur ein naher Verwandter von Konrad Paul Rohnstein sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Und wo bleibt nur die Biografie und das Foto von Walter Lindemann, geb. 4. August 1887, gest. 8. Januar 1971, das mir die Enkelin von Walter Lindemann vor drei Monaten schicken wollte? Ja, jetzt hat sie es endlich geschickt.  Danke!<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Scan-BirgitWalter-Lindemann-rotated.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"279\" height=\"406\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Scan-BirgitWalter-Lindemann-rotated.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-26234\" style=\"width:214px;height:312px\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Scan-BirgitWalter-Lindemann-rotated.jpeg 279w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Scan-BirgitWalter-Lindemann-206x300.jpeg 206w\" sizes=\"auto, (max-width: 279px) 85vw, 279px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Walter Lindemann  (Das Foto wurde uns von Birgit Heidsiek zur Verf\u00fcgung gestellt)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Du erinnerst Dich an diesen mutigen Polizeioffizier aus dem Amt Ritzeb\u00fcttel, Cuxhaven? Der, der die Nazis nach Hause geschickt hat. Wenn ich doch Verbindung mit Walter Lindemann aufnehmen k\u00f6nnte, und mich \u00fcber die faule Enkelin, die immer davon schreibt, das sie auf Panels sitzen w\u00fcrde, bei ihm beschweren k\u00f6nnte, das w\u00e4rs doch ? Oder J.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"> <style type=\"text\/css\">p { margin-bottom: 0.25cm; line-height: 120%; background: transparent }a:link { color: #000080; so-language: zxx; text-decoration: underline }<\/style><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Seeger-Ernst-e1565214288719.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"372\" height=\"372\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Seeger-Ernst-e1565214288719.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-20074\" style=\"width:138px;height:138px\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ernst Seeger von der Filmoberpr\u00fcfstelle <\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/LewisMilestone.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"214\" height=\"317\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/LewisMilestone.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-20071\" style=\"width:146px;height:216px\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/LewisMilestone.jpg 214w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/LewisMilestone-203x300.jpg 203w\" sizes=\"auto, (max-width: 214px) 85vw, 214px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Lewis Milestone<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/HannsBrodnitzKinoIntim.pdf\">PDF BuchumschlagHannsBrodnitzKinoIntim<\/a><\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/My-Boy-19JackiV.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"220\" height=\"343\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/My-Boy-19JackiV.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-20171\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/My-Boy-19JackiV.jpg 220w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/My-Boy-19JackiV-192x300.jpg 192w\" sizes=\"auto, (max-width: 220px) 85vw, 220px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Plakat My Boy<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/milpferd_einauge1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1070\" height=\"717\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/milpferd_einauge1.jpg\" alt=\"Nilpferd Auge zu\" class=\"wp-image-24\" style=\"width:176px;height:auto\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Zeichnung Helga Bachmann<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zeichen: 11.299 Briefe an Wiebeke (XLVIII) \u00dcber angebliche und wirkliche Pioniere, die aber leider vergessen wurden. Briefe an Wiebeke (XLVIII) 11332 \u00dcber angebliche und wirkliche Pioniere Hallo Wiebeke, zwei Zitate fand ich aufhebenswert und habe sie f\u00fcr Dich abgeschrieben. 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