{"id":201,"date":"2014-05-16T14:36:54","date_gmt":"2014-05-16T14:36:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=201"},"modified":"2025-07-03T13:42:52","modified_gmt":"2025-07-03T13:42:52","slug":"schliesslich-bin-ich-beamter-der-vobo-kurzfilm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=201","title":{"rendered":"Alle Welt tuts &#8211; der Leidensweg eines VOBO Kurzfilmes"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image is-resized\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/cameraman-05.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"332\" height=\"449\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/cameraman-05.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-16556\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/cameraman-05.jpg 332w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/cameraman-05-222x300.jpg 222w\" sizes=\"auto, (max-width: 332px) 85vw, 332px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\"><b><a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Tieresehendichan3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6877 alignleft\" src=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Tieresehendichan3-1024x780.jpg\" alt=\"Tieresehendichan3\" width=\"191\" height=\"145\" \/><\/a><\/b><\/span><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Schlie\u00dflich bin ich Beamter Der Leidensweg eines Vobo Kurzfilmes. <\/b><\/span><span style=\"font-size: large;\">Wenn der Namensvetter mit 450 Kopien \u201cstartet\u201c (wie die Branche das so nennt), dann ist das schon was.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Pdf-Volkszaehlungsfilm.pdf\">Pdf Volksz\u00e4hlungsfilm<\/a><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Abseits dieser Geldmenge vollzog sich in den letzten Monaten ein anderer \u201cKinogro\u00dfversuch\u201c. Mit \u00fcber 80 Kopien wurde der Anti-Volksz\u00e4hlungsfilm \u201cAlle Welt tuts\u201c in den Kinos gezeigt.<\/span> <span style=\"font-size: large;\">Finanzierung, Produktion und Vertrieb gleicht eher einem Abenteuerroman. Wie immer wenn Linke in diesem -ihrem- Lande daran gehen, etwas herzustellen, dann gibt es diese st\u00e4ndigen Wiederholungen: Erstens ist kein Geld da und zweitens ist es auch zu sp\u00e4t, um etwas aufzutreiben. \u00dcbrig bleibt nur die Idee. Diesmal Ideenmacher Thomas Amman und Niels Bolbrinker. Der eine hat grade in einem Fernsehbeitrag gezeigt, wie leicht die Geldautomaten der Hamburger Sparkasse zu \u00fcberlisten sind. Statt nun dies Wissen, wie jeder vern\u00fcnftige Mensch, f\u00fcr sich zu behalten und in Zukunft immer \u00fcber gen\u00fcgend Bargeld zu verf\u00fcgen, was macht er? F\u00fcr ein vergleichsweise j\u00e4mmerliches Honorar einen Magazinbeitrag. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Die Folge: Die Hamburger Sparkasse k\u00fcndigt das Konto. Beleidigt \u00fcber so viel \u00d6ffentlichkeitsarbeit. Kein Konto, kein \u00dcberziehungskredit f\u00fcr den VOBO Kurzfilm. Ohne Geld bekommt man keinen Rohfilm, kein Kopierwerk arbeitet umsonst, keine Kamera kann gemietet werden. Es ist M\u00e4rz und die Volksz\u00e4hlung steht vor der T\u00fcr. W\u00e4hrend viele noch \u00fcberlegen, ob sie sie reinlassen, sitzen Amman und Bolbrinker am K\u00fcchentisch und \u00fcberlegen, wie das n\u00f6tige Geld zu beschaffen ist. Am Stichtag &#8211; wir erinnern uns &#8211; es sollte der 25. Mai (1987) sein &#8211; sollen die Kopien in den Kinos laufen. Im n\u00e4chsten Monat lernen sie eine Menge: \u00dcber sog. Rohfilm, \u201cSelbstverwaltete Filmf\u00f6rderung\u201c \u00fcber \u201ckommunale\u201c und \u201cBeamtenkinos\u201c, \u00fcber B\u00fcrokratie und \u201clinke alternativ-B\u00fcrokratie\u201c und auch \u00fcber den Beifall, mit dem man nicht rechnet.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Der \u201cH\u00fcrdenlauf\u201c der Finanzierung beginnt in Hamburg. Beim \u201cselbstverwalteten\u201c Hamburger Filmb\u00fcro e. V.. Seit der Gr\u00fcndung 1979 hat sich dieses B\u00fcro zu einem \u201csozialdemokratischen Musterprojekt\u201c entwickelt.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Kein Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, kein Buchhalter, keine Schreibkraft, die nicht mindestens die F\u00e4higkeit von Politikern haben &#8211; n\u00e4mlich Werbung zu machen, ohne etwas von der Sache zu verstehen. Am linken Rand der SPD &#8211; aber eben doch SPD. Fraktionszwang. F\u00fcr spontane Politik ist kein Platz. Reden werden gehalten: In der Zeitung mu\u00df es stehen, am besten, wenn noch ein Bild dabei ist. Da geht es nur zuletzt um Film. Da m\u00fcssen die richtigen Formulare ausgef\u00fcllt werden. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Die Einreichfristen m\u00fcssen eingehalten werden. Da mu\u00df die Richtung stimmen. Da werden Politik-Karrieren angefangen. Und wenns nicht in die richtige Richtung geht, da gibt es eine Menge Vorschriften, mit denen unliebsame Projekte und Personen beiseite geschoben werden k\u00f6nnen. Nein &#8211; kein Geld f\u00fcr die VOBO Film. Erstens, der Einreichtermin ist verstrichen. Zweitens, das Gremium hatte bereits einen \u00e4hnlichen Film kurz vorher abgelehnt. Wie man es gewohnt ist, zum Schlu\u00df wird die Ablehnungsbegr\u00fcndung auch noch solidarisch: Man w\u00fcrde ja privat gerne wollen . . . aber leider.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Der Vorstand &#8211; wie bei vielen Vereinen &#8211; \u00e4hnlich mutig auf die Frage, wie sich denn das Filmb\u00fcro e. V. in der Volksz\u00e4hlung selber verhalten wolle. Im Valentin Mus\u00e4um h\u00e4ngt die Antwort an der Wand: <em>\u201cM\u00f6gn t\u00e4ten wir schon wollen, aber d\u00fcrfen haben wir uns nicht getraut.\u201c<\/em> Schlie\u00dflich kann man nicht vor der B\u00fcrgerschaftswahl f\u00fcr die SPD werben und hinterher die Herren in die Pfanne haun. F\u00fcr Hamburg hei\u00dft die Schlu\u00dffolgerung: Wer 10 Mille Subvention haben will, mu\u00df die hohen Herren der Politik bei Laune halten. Grade machen hat auch seinen Preis. Gratisangst? Vielleicht. Zum Ausprobieren reicht der Mut nicht. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Kein Geld vom Hamburger Filmb\u00fcro e. V.. Also eine Antrag an Netzwerk Hamburg. Nur leider geht das Ger\u00fccht, die h\u00e4tten zurzeit \u00fcberhaupt keine Gelder frei. Zeit ist knapp, also erst mal angefragt, ob das Ger\u00fccht stimmt. Daf\u00fcr sind die \u201cAlternativ-Banker\u201c wieder zu fein. Sie bestehen auf einem Antrag.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">In drei Wochen trifft sich der Vergabeausschu\u00df, der \u00fcber den Antrag befindet. Netzwerk Berlin hat mehr Geld. Manfred Herold mit Berliner Wohnsitz \u00fcbernimmt die Verhandlungen. Geld ist da. Zust\u00e4ndig, so befindet der Netzwerkgutachter in Berlin ist zun\u00e4chst einmal Hamburg. In sechs Wochen tagt der n\u00e4chste Vergabeausschu\u00df \u201cNetzwerk Berlin\u201c. Die \u201cBerliner Abteilung\u201c \u00fcbersendet der \u201cHamburger Filiale\u201c einen Fragenkatalog. Der sieht so aus, wie 1980 Frageb\u00f6gen ausgesehen haben. Wie denn die Produzenten politisch einzusch\u00e4tzen seien, ob Hamburg das Projekt unterst\u00fctzen w\u00fcrde, wenn es Geld h\u00e4tte und \u00e4hnlich hypothetische Fragen. Die Volksz\u00e4hlung findet doch auch in Berlin statt? Der Einwand zieht nicht. Konzepte werden verschickt und begutachtet. Hamburg begutachtet und verweist mangels Masse nach Berlin zur\u00fcck.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Nach 6 Wochen hin und her, findet der \u201cAntragsannehmer\u201c von Netzwerk Berlin das Konzept sei sehr schlecht und ausserdem sei es ja viel zu sp\u00e4t f\u00fcr den Film. Aber: nach ihm gehe es ja nicht. Inzwischen auch das Ergebnis des Landes NRW in M\u00fchlheim. Auch hier &#8211; wie in Hamburg &#8211; die formale Begr\u00fcndung. Man w\u00fcrde ja gerne den Film f\u00f6rdern, aber man k\u00f6nne nicht. Die Einreichfristen w\u00e4ren verstrichen. Welche Kinos in Berlin denn diesen Kurzfilm zeigen werden?<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Der Verleih in Hamburg war in der Zwischenzeit fleissig. Es gibt zehn: Bali, Filmkunst 66, Filmb\u00fchne, Sputnik, Movimento, Eiszeit, Notausgang, Xenon, Graffiti, und Kino im Kob. Die sollen die Leute von Netzwerk anrufen. Machen sie aber leider nicht. Hin und her. Sitzungen, Anh\u00f6rungen. Dann die erste Finanzhilfe. Ein Verein aus Kreuzberg spendet 1.000,00 DM. Auch Netzwerk Berlin ist inzwischen so weit, es kommen 4.000,00 DM. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Die Produktionssumme ist damit noch nicht zusammen. Aber ein Anfang. Die Bayern Gr\u00fcnen sagen einen Zuschuss zu. Klausel: Alle anderen Landesverb\u00e4nde der Gr\u00fcnen sollen auch bezahlen. Die AL in Berlin wird angefragt. Jemand kennt den Kassenwart dort und winkt ab, zwecklos. Bei der GAL in Hamburg tobt der Wahlkampf. Keine Zeit f\u00fcr den Nebenschauplatz. Doch die \u201cB\u00fcrovorsteherin\u201c setzt sich sehr f\u00fcr das Projekt ein. Einige Bezirke bringen 1.000,00 DM zusammen.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Auf der Suche nach weiteren Geldgebern f\u00e4llt dem Verleih auch die TAZ ein. Viel Papier wird gegen die Volksz\u00e4hlung bedruckt, warum sollten da nicht 3.000,00 DM f\u00fcr Kinobilder \u00fcbrig sein? Die Redaktionskonferenz schmettert den \u00fcblen Bettelversuch eines \u201canderen Projektes\u201c ab. Kein Geld f\u00fcr Bilder.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Die Bundesgr\u00fcnen sind immer nicht erreichbar. (Bisher hat nur die Bundespost an dem Projekt gut verdient. Die Telefonkosten schnellen in die H\u00f6he.) Schlie\u00dflich findet sich bei den Bundesgr\u00fcnen doch eine Ansprechpartnerin. Eine Zusage kommt. Die Kinos sollen die Kopien bezahlen. Ein ungew\u00f6hnliches Ansinnen. Normalerweise kriegen sie Geld f\u00fcr die \u201cWerbefilme\u201c, die sie zeigen. Amman und Bolbrinker haben schon mal mit der Herstellung des Kurzfilmes angefangen. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Konntens wieder nicht abwarten. Inzwischen sind 12.000,00 Mark zusammen. Ungef\u00e4hr die H\u00e4lfte des ben\u00f6tigten Geldes. Der Verleih telefoniert mit Kinos (gewerblichen und subventionierten). Erstaunliches kommt da zu Tage. Ungesehen und ohne Papier bezahlt das Kommunale Kino in Hamburg zwei Kopien. Doch auch das andere Extrem: Der Direktor des Deutschen Filmmuseums (wie sich der Leiter des Kommunalen Kinos in Frankfurt gerne nennen l\u00e4\u00dft) hat eine andere Antwort bereit: \u201cLeider ginge das nicht &#8211; weder zeigen, noch bezahlen. Schlie\u00dflich sei er Beamter im Staatsdienst.\u201c Ob Beamte denn keine eigene Meinung haben d\u00fcrfen und ob er den Film nicht mal wenigstens vorher sehen will? \u201cNein, will er nicht.\u201c <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Auch die Beteuerung, dass kein Boykottaufruf im Film enthalten ist, bringt keine Zusage aus Frankfurt. Beamte sind eben Beamte. Auch in Kiel beim Kommunalen Kino gehts \u00e4hnlich ab. Man will dar\u00fcber diskutieren und meldet sich wieder. Der Verleih wartet vergeblich auf den R\u00fcckruf. Schlie\u00dflich meldet sich der Verleih wieder in Kiel. Die zust\u00e4ndige Sachbearbeiterin ist leider in Urlaub gefahren. Eine Ansichtskopie wird geschickt. Innerhalb einer Woche sollen sie diese ansehen und bei Nichtgefallen zur\u00fcckschicken. Die Woche vergeht. Keine Kopie kommt. Also wird der Film in Kiel gezeigt. Denkste. Der Stichtag ist vor\u00fcber (25. Mai 1987), die Kopie kommt zur\u00fcck. Kleiner Zettel: \u201cFilm konnte leider nicht gezeigt werden. Er kam zu sp\u00e4t\u201c.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Mit dem Mut ist das so eine Sache. Offener dann doch die Leute vom Cinema Quadrat in Mannheim. Ihr B\u00fcro ist direkt im Rathaus Mannheim (E5). Wenn sie den Kurzfilm zeigen, werden die Zusch\u00fcsse gestrichen. Das ist ihnen die Sache nicht wert. Das kann man akzeptieren. Lieber so, als windelweich. Die Kollektive unter den Kinos gibts ja auch noch. Der chronische Geldmangel bestimmt ihre Arbeit. In Freiburg und Stuttgart wird so richtig demokratisch entschieden. Ob man noch mal wieder anrufen kann? Der Programmausschu\u00df tagt am Montag. Mit Freiburg klappts dann noch. Mit Stuttgart nicht. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Inzwischen hat Flebbe aus Hannover 10 Kopien gekauft. Das gibt Auftrieb. Die AG Kino hilft beim Telefonieren. Doch der amtierende Vorsitzende schaltet sich ein. Er m\u00f6chte keine Bestellscheinaktion. Schlie\u00dflich die Frage, was ist mit Kino Abaton im gleichen Hause? Das kann nur der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer entscheiden, sagen die Angestellten. Doch der ist nicht zu erreichen. Schlie\u00dflich, eine Kulturveranstaltung, der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Abaton h\u00e4lt eine Rede. F\u00fcr Filmemacher Bolbrinker ist es die Gelegenheit, den Kurzfilm anzubieten. Er findet den Film gut. Kann aber nicht allein entscheiden, das h\u00e4tte nun niemand gedacht. Schlie\u00dflich stimmen auch die anderen zu. Letztlich doch nur eine Formsache.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Alle Kinobesitzer fliegen an die Cote da Sur. Cannes ruft. Auf Frau Gregor vom Arsenal in Berlin hat den Flugschein schon gekauft. Sie verspricht zur\u00fcck zu rufen. Der Verleih wartet &#8211; wie so oft bei den Beamtenkinos &#8211; vergeblich. Alf Boldt w\u00e4re der richtige, aber der ist noch bei den Kurzfilmtagen in Oberhausen.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Auch die Filmtheaterbetriebe Kloster &amp; Steenwerth (York, OFF, Manhattan u. a.) in Berlin melden sich nicht wieder. Die h\u00e4ngen am Tropf der Filmf\u00f6rderungsanstalt, vermutet die Berliner Kinoszene. Er h\u00e4ngt so direkt am Tropf, dass er denkt, die machen Schwierigkeiten. Kein Georg Kloster. Da kommen dann doch eher die armen Kinos infrage: Sputnik, Movimento, Bali, Steinplatz und richtig, die nehmen auch Kopien. Bayern ist &#8211; wie gedacht &#8211; ein wenig erfolgreicher Versuch. M\u00fcnchen ja, zun\u00e4chst die beiden Freak Kinos &#8211; Werkstatt und Maxim &#8211; und dann noch ein Kino der AG Kino. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">In Regensburg sind wir wider Erwarten mit einer Kopie erfolgreich (Ostentor Kino, Werner Hofbauer). Im Augsburger Stadtkino ist der Bearbeiter gerade in Urlaub. Die Weber Broth. sind nach Cannes abgeflogen. Die anderen Mitarbeiter des Klein Konzerns haben keine Kompetenz f\u00fcr eine Ausgabe, die 100,00 DM \u00fcberschreitet. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Wir schicken drei Ansichtskopien, mit der Ma\u00dfgabe, diese bei Nichtgefallen innerhalb einer Woche zur\u00fcckzusenden. Die Kopien kommen zur\u00fcck, aber erst am 20. August (1987) mit einem kleinen Zettel der Buchhalterin, Kopien wurden nicht angefordert, nicht gezeigt, werden also auch nicht bezahlt. Was ist mit den Franken los, hat denen der Strau\u00df auch schon den Schneid abgekauft? Ich beginne einen kleinen Streit.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Doch nicht nur Zustimmung, denen vom Roxy Kino in Dortmund ist unser Angriff zu seicht, sie h\u00e4tten gerne was sch\u00e4rferes. Sie schicken die Kopie wieder zur\u00fcck, aber innerhalb der besagten Woche. Das geht in Ordnung. Auch beim Arsenal Kino in T\u00fcbingen passiert eigenartiges. Die Kino Gruppe begutachtet den Film, will ihn einsetzen, aber der Vorf\u00fchrer hat Angst, also wird er bezahlt, aber nicht gezeigt. Gleichzeitig hat auch Zimmermann (Friedrich Zimmermann, damals Innenminister, heute tot) einen Werbefilm zimmern lassen, der bundesweit gestartet wird.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Viele Kinos weigern sich, diesen in die Werbebl\u00f6cke aufzunehmen und schicken ihn an die Agentur zur\u00fcck. Wenn jetzt unser kommt, dann gibt es unterschiedliche Reaktionen:<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">1) Die pluralistische (Wir haben nicht f\u00fcr die Volksz\u00e4hlung geworben, also d\u00fcrfen wir jetzt auch nicht gegen die Volksz\u00e4hlung werben) bzw., beide zu zeigen, wobei sie bei ersten Geld bekommen und beim zweiten Geld bezahlen sollen. (Was sie nat\u00fcrlich meistens nicht einsehen). Hier bricht das vorhandene Manuskript ohne jede Zusammenfassung ab . . . <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Vom Original Manuskript \u00fcbertragen von <a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Tieresehendichan3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6877 alignright\" src=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Tieresehendichan3-1024x780.jpg\" alt=\"Tieresehendichan3\" width=\"220\" height=\"168\" \/><\/a><\/b><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Jens Meyer am 15. Mai 2014<\/b><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Der Kameramann, der diesen Film fotografiert hatte, Niels Bolbrinker, ist am 4. April 2025 in Berlin gestorben. Aus diesem Anla\u00df habe ich diesen alten Text noch mal herumgeschickt. Hamburg, d. 15. April 2025<\/p>\n<figure id=\"attachment_5750\" aria-describedby=\"caption-attachment-5750\" style=\"width: 686px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/?attachment_id=5750\" rel=\"attachment wp-att-5750\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-5750\" src=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/ZimmermanndemoHachmannplatz-724x1024.jpg\" alt=\"Demonstrant in Hamburg\" width=\"686\" height=\"970\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-5750\" class=\"wp-caption-text\">Hachmannplatz<\/figcaption><\/figure>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Betrifft: Volksz\u00e4hlung Stichtag 25. Mai 1987<\/b><\/span><\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image is-resized\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Nilpferdzwinkert.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"993\" height=\"756\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Nilpferdzwinkert.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-17341\" style=\"width:282px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Nilpferdzwinkert.jpg 993w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Nilpferdzwinkert-300x228.jpg 300w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Nilpferdzwinkert-768x585.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schlie\u00dflich bin ich Beamter Der Leidensweg eines Vobo Kurzfilmes. Wenn der Namensvetter mit 450 Kopien \u201cstartet\u201c (wie die Branche das so nennt), dann ist das schon was. Pdf Volksz\u00e4hlungsfilm Abseits dieser Geldmenge vollzog sich in den letzten Monaten ein anderer \u201cKinogro\u00dfversuch\u201c. Mit \u00fcber 80 Kopien wurde der Anti-Volksz\u00e4hlungsfilm \u201cAlle Welt tuts\u201c in den Kinos gezeigt. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=201\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eAlle Welt tuts &#8211; der Leidensweg eines VOBO Kurzfilmes\u201c<\/span> 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