{"id":20963,"date":"2023-01-02T10:50:22","date_gmt":"2023-01-02T10:50:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=20963"},"modified":"2026-03-07T08:27:53","modified_gmt":"2026-03-07T08:27:53","slug":"briefe-an-wiebeke-xxxiii-goldglanz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=20963","title":{"rendered":"Briefe an Wiebeke (XXXIII-33) Goldglanz"},"content":{"rendered":"\n<p>Briefe an Wiebeke (XXXIII) Goldglanz<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-resized\">\n<figure class=\"alignleft size-large\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/NiederhafenPostkarteoR.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"712\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/NiederhafenPostkarteoR-712x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-20916\" style=\"aspect-ratio:0.6953173755594371;width:191px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/NiederhafenPostkarteoR-712x1024.jpg 712w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/NiederhafenPostkarteoR-208x300.jpg 208w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/NiederhafenPostkarteoR-768x1105.jpg 768w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/NiederhafenPostkarteoR-1067x1536.jpg 1067w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/NiederhafenPostkarteoR.jpg 1109w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image is-resized\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Roemische-Zahlen-am-Heck.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"220\" height=\"330\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Roemische-Zahlen-am-Heck.jpg\" alt=\"Romische Zahlen am BUG\" class=\"wp-image-17347\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Roemische-Zahlen-am-Heck.jpg 220w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Roemische-Zahlen-am-Heck-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 220px) 85vw, 220px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Hallo Wiebeke, die Zeiten \u00e4ndern sich tats\u00e4chlich. Habe ich gestern bemerkt. Beim traditionellen Weihnachtstreffen der Familie. Sieben gro\u00dfe Tafeln Schokolade der Firma Lindt, die mit N\u00fcssen und 300 Gramm schwer hatte ich (der Opa) mitgebracht. Sieben Kinder wurden erwartet, aber es kamen nur f\u00fcnf. Den anderen Kindern war ein Familientreffen wahrscheinlich zu langweilig gewesen. Erst nachdem alle Kinder nach der Bescherung auch vom Gem\u00fcse genascht hatten, kam Opa mit seiner Schokolade zum Einsatz. Ein alter Trick, wie man sich in das Ged\u00e4chtnis der Kinder einschleichen, einschleimen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Einem Onkel von mir war dies auf diese Weise vor 70 Jahren gegl\u00fcckt. Allerdings nicht in der  Weise, in der er sich das selber vorgestellt hatte. Er war Mitglied der Gewerkschaft, welcher, weiss ich nicht, wohnte in Barmbeck und arbeitete bei der GEG, bzw. der Produktion, wie die Firma hie\u00df. Wir Kinder nannten ihn Onkel Guschi. Vermutlich hie\u00df er Gustav. Die Gewerkschafter hatten damals eine eigene Schokoladenfabrik. Meistens machten sie BABETTE Schokolade, aber manchmal auch Sarotti. Ich glaube, der genannte Onkel war in der Wurstfabrik der GEG.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-resized\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Logo-Produktion.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"318\" height=\"320\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Logo-Produktion.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-21031\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Logo-Produktion.jpg 318w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Logo-Produktion-298x300.jpg 298w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Logo-Produktion-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 318px) 85vw, 318px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image is-resized\">\n<figure class=\"alignleft size-large\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/GEG-Logo-.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"812\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/GEG-Logo--812x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-21034\" style=\"aspect-ratio:0.7929743118686068;width:195px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/GEG-Logo--812x1024.jpg 812w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/GEG-Logo--238x300.jpg 238w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/GEG-Logo--768x968.jpg 768w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/GEG-Logo-.jpg 991w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Nach dem Genuss einer dieser Gewerkschaftprodukte, die er aus der GEG mit nach Hause gebracht hatte, wurde mir ziemlich schlecht und ich mu\u00dfte mich, wie es vornehm genannt wurde: erbrechen. Kotzen, haben wir es genannt. Ob es die vergammelte Schokolade oder die vergammelte Wurst war, habe ich damals nicht herausfinden koennen. Jedenfalls kam beides als Kotze ans Licht.<\/p>\n\n\n\n<p>Was das mit der Zeiten\u00e4nderung zu tun hat? Ganz einfach. Dazu ist wichtig, das Du wei\u00dft,  auf welche Weise meine Lindt Schokoladen an die Enkel gelangt sind: Ich habe jedes Kind gen\u00f6tigt, die gro\u00dfe Schokolade selbst aus einem Beutel herauszuholen, den ich in der Hand hielt. Insgesamt sind so f\u00fcnf Tafeln an ihre Empf\u00e4nger und Empf\u00e4ngerinnen gelangt. Zwei Tafeln wurden den Eltern \u00fcberreicht, die mir vorher ein Gel\u00fcbde ablegen mu\u00dften, das die zwei Tafeln auch wirklich den betreffenden Personen \u00fcbereignet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Tag hat die Oma mich telefonisch erreicht und mir mitgeteilt, dass drei Tafeln der Schokolade in ihrer Wohnung verblieben waren, vergessen wurden. Zwei vergessene Tafeln kann man leicht erkl\u00e4ren: Mit dem Stress der Eltern beim Aufbruch und dem abgelegten Gel\u00fcbde. Sie wu\u00dften um die Versuchung, derer sie ausgesetzt gewesen w\u00e4ren und haben die zwei Tafeln deswegen einfach vergessen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bleibt eine Tafel \u00fcbrig, die von einem Kind vergessen wurde. Und in dieser Hinsicht haben sich die Zeiten tats\u00e4chlich ge\u00e4ndert. Vor siebzig Jahren h\u00e4tte kein Kind eine Schokolade vergessen. Das gab es nicht. Und nun kommst Du.<\/p>\n\n\n\n<p>Apropos vergessen: Heute konnte man, zum ersten mal seit drei Jahren, wieder 2,5 Tage lang, Silvester B\u00f6ller kaufen. Aber Raketen wie fr\u00fcher gibt es nicht mehr. Sie wurden umbenannt und heissen jetzt, wie auf dem Budni Kassenbon vermerkt: Com. Goldglanz. Das h\u00e4ttsde jetzt nicht gedacht, wa?<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcbrigens bin ich mit meinen Untersuchungen, wie man mit dem Tellerwaschen Million\u00e4rin werden kann, ein St\u00fcckchen weiter gekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>In dem Sinne, dass ich die Wohnanschriften der Famlie Kramp in der fraglichen Zeit herausgefunden habe. Wieder mit Hilfe des Scherl Adressbuches von Berlin. Ziemlich unwahrscheinlich was da von Biografen immer wieder erfunden wurde. Sogar angeblich seri\u00f6se Quellen (Munzinger) werden dadurch unglaubw\u00fcrdig. Munziger schreibt, sie sei in Neuk\u00f6lln geboren, also im S\u00fcden von Berlin, wo doch die Familie Kramp im Norden von Berlin ihren Wohnort hatte. Berlin Rudow, oder Berlin Neuk\u00f6lln ist der Geburtsort von Ilse Kramp? Ziemlich unglaublich.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wohnungen, in denen die Familie Kramp in den Berliner Adressb\u00fcchern der Firma Scherl auftaucht, befinden sich mehr im n\u00f6rdlichen Teil von Berlin. Kaum zu glauben, dass eine Pianistin, ihre Mutter, weite Reisen unternimmt um einer Nebent\u00e4tigkeit als Stummfilmbegleiterin nachzugehen. Ilse war als Name in meiner Kindheit verp\u00f6nt. Unser Reim: Ilse bilse, keiner willse, kam ein Koch, nahm sie doch! Auch der Beruf des Kochs war verp\u00f6nt. Wer eine Klassenarbeit mit einer f\u00fcnf nach Hause brachte, dem wurde empfohlen: werd B\u00e4cker, oder auch: werd Steineklopfer. Damit waren aber nicht die Steinmetze genannt,  die die Grabsteine mit Buchstaben versehen, sondern die Menschen, die die Stra\u00dfen gepflastert haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Anschriften des Brieftr\u00e4gers, im Scherl Adressbuch von 1918, nennt er sich Hermann Kramp mit der Berufbezeichnung: \u00bbOb. Postschaffn.\u00ab und  ist verortet in Berlin N 65, in der Transvaalstr. 18 im vierten Stock. 1931 findet er sich wieder auf Seite 1741 des selben Scherl Adressbuches als: Kramp, Hermann, Postsekr., im gleichen Bezirk: N 65 in der Glasgower Str. 6. Diese Strasse wird auch in dem Spiegel Artikel von 23. Januar 1957 genannt. Die Hausnummer wird in dem Spiegel Artikel nicht genannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dort hat auch Ilse Kramp gewohnt, bis sie 1938 die Ehe mit Hans Wilhelm Kubaschewski eingegangen war und mit ihm die Wohnung im Bezirk NW 87, in der H\u00e4ndelallee 14 bezogen hatte. Der Scherl vermerkt als Besonderheit mit einem Versal T, das  die Wohnung  ein Telefon (T) hat. Die Telefonnummer wird dort aber nicht genannt. In diesem Haus gibt es auch ein B\u00fcro: Die &#8222;Filmtheater Betriebsgesellschaft Kramp &amp; Co&#8220;, ebenfalls mit einem Telefon. Der Eintrag befindet sich in dem Adressbuch der Firma Scherl von 1939 auf Seite 351.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem Grabstein sind dann alle wieder versammelt. Der Stein von oben nach unten gemeisselt: Ilse Kubaschewski, Hans W. Kubaschewski, Hermann Kramp (Vater), Maria Kramp (Mutter), Erich Kramp (Bruder), Gerda Kramp (Schwester) und ein Heinz Steckel, wer immer das auch ist. Der vermutlich Letztgestorbene hat diesem Steinmetz die entsprechenden Anweisungen hinterlassen. Doch in welchem Kino Ilse sozialisiert wurde, hat Ilse offensichtlich mit ins Grab genommen.  Nur damit Du nichts falsch verstehst: Die Bezeichnungen: Vater, Mutter, Schwester und Bruder sind nat\u00fcrlich nicht auf dem  Grabstein mit eingemeisselt.<\/p>\n\n\n\n<p>Vergessen hatte ich den sauberen Gatten von Ilse: Der angebliche &#8222;Fillialleiter&#8220; der UFA, der immerhin Vorgesetzer von 34 Angestellten der Berliner &#8222;Filiale&#8220; war. W\u00e4hrend die Hamburger UFA &#8222;Filiale&#8220; nur zehn Angestellte hatte, wie die Lichtbildb\u00fchne vom 27. Juli 1938 preisgibt.  In dem Buch von Curt Riess: &#8222;Das gabs nur einmal&#8220; schreibt dieser \u00fcber Kubaschewski, das Pg Kubaschewski politisch und charakterlich einwandfrei gewesen sei, was man vor allem deswegen bezweifeln kann, weil Curt Riess das gar nicht wissen kann, weil er in dieser Zeit im Ausland weilte. Nicht ohne Grund weilte er dort. Als Jude war er vor den Nazis aus Deutschland gefl\u00fcchtet. Bleibt nur anzumerken, das Adolf Eichmann &#8222;seine&#8220; SS Leute ja auch gelobt hatte, das sie bei der Ermordung der Juden &#8222;anst\u00e4ndig&#8220; geblieben seien.<\/p>\n\n\n\n<p>Als jedenfalls Hans W. Kubaschewski 1952 den Auftrag gab, die Nazis aus dem Film \u00bbCasablanca\u00ab zu entfernen und aus dem Widerstandsk\u00e4mpfer Viktor Laslo den Strahlenforscher Viktor Laslo zu machen war Pg. Hans Wilhelm Kubaschewski schon Generaldirektor der Warner Bros. Deutschland.<\/p>\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/PDF-Abschrift-Leserbriefe-Daum-Fischer.pdf\">PDF Abschrift Leserbriefe Daum + Fischer<\/a><\/p>\n\n\n<p>Die Kombination von Ilse und Hans war \u00fcbrigens sehr eintr\u00e4glich. In den Biografien von Ilse Kubaschewski tauchen  die Geldquellen aus ihrer Anfangszeit auf: Die Abfindung als Chefdisponentin der Firma Siegel in H\u00f6he von 100 TRM, die ihr der &#8222;Reichsbeauftragte f\u00fcr die deutsche Filmwirtschaft&#8220; Max Winkler von der Cautio verschafft hatte. Nur damit Du nicht nachgucken mu\u00dft: Die Cautio war die  Tarnfirma des Propagandaminsters  Joseph Goebbels. Gezahlt wurde, als Joseph Goebbels den Filmverleih von Siegel mit Hilfe von Max Winkler in den UFI Konzern eingliederte. (<strong>Anmerkung 2. Januar 2023:<\/strong> In dem Buch von Michael Kamp, das er mir freundlicher Weise als PDF geschickt hat, gibt es dazu eine ganz andere Version. Danach kam eine Abfindung von 43.000 RM keineswegs von der Cautio, sondern von der Firma Siegel Film. Also heisst es wieder: noch mal nachkratzen.) <\/p>\n\n\n\n<p>Eine erste Spur fand ich in einem Filmbuch aus dem falschen Berlin: Ostberlin. Jener Staat der 1948, mit Stalins Hilfe den Versuch unternommen hatte, durch eine Blockade zu erreichen, sich den Westteil Berlins einzuverleiben. Schon allein durch diesen Versuch und seine einseitige Sichtweise war jedes Buch aus der DDR eine Waffe im Kampf der Systeme. Auch wenn es nachpr\u00fcfbare Fakten gab, h\u00f6rte man im Westen nicht gerne, wenn ein Horst Knietzsch in seinem Buch &#8222;Film gestern und heute&#8220; zum Thema Amerikanischer Filmverleih folgendes schrieb:<\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Anf\u00e4nglich nahmen es einige amerikanische Offiziere der f\u00fcr das zivile Leben verantwortlichen Milit\u00e4rbeh\u00f6rden recht genau mit Filmlizenzen. Der Krieg gegen das faschistische Deutschland wirkte in ihnen noch nach. In den 131 Paragraphen ihrer Fragebogen blieb so mancher Faschist, mancher faschistische F\u00f6rderer oder Nutznie\u00dfer des Hitlerregimes h\u00e4ngen, der geglaubt hatte, \u00fcber das lukrative Filmgesch\u00e4ft wieder zu einer g\u00fcnstigen wirtschaftlichen Ausgangsposition gelangen zu k\u00f6nnen.&#8220;<\/em>                                                                                                                                              ( . . . )                                                                                                                                                  <em>Aber bald lockerten sich ihre politischen Grunds\u00e4tze betr\u00e4chtlich. Amerikaner und Deutsche machten bei der Lizenzverteilung eintr\u00e4gliche Gesch\u00e4fte. Auf diese Weise wurden die Grundlagen f\u00fcr manchen Gro\u00dfverleih in Westdeutschland gelegt. Erstaunliche Karrieren zeichneten sich ab. Zu den Vertrauten der amerikanischen Milit\u00e4rbeh\u00f6rden geh\u00f6rte Hans W. Kubaschewski, der schon vor dem Krieg mit Filmverleihern der USA verbunden war. Dann hatte er den Posten des Berliner Filialleiters der faschistischen Deutschen Film-Vertriebs-GmbH bekleidet, die zur UFA geh\u00f6rte. Zusammen mit einem gewissen Walter Klinger aus Hollywood verlieh Kubaschewski nach 1945 die ersten Filme, vor allem Reprisen aus der Produktion vergangener Jahre. Der erzielte Gewinn ging in die Millionen. Kubaschewski war klug genug, sich nicht selber einen Filmverleih aufzubauen. Das tat seine Frau. Er mit seinen guten Verbindungen kn\u00fcpfte die Beziehungen und gab die richtigen Tips. Sp\u00e4ter wurde er der Verantwortliche des Warner-Brothers-Verleih und dann, von 1959 bis zu seinem Tode, Direktor der Bavaria in M\u00fcnchen. Ilse Kubaschewskis Gloria-Verleih entwickelte sich zu einer der gr\u00f6\u00dften Verleihfirmen in Westdeutschland<\/em>.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Wie wenig souver\u00e4n man mit diesen Quellen aus der DDR umgehen konnte, zeigt ein Buch, das 1973 in der BRD erschienen ist. Geschrieben hat es Dr. Klaus Kreimeier, der mein Dozent an der dffb war, der sich damals streng auf dem Boden des Marxismus-Leninismus, Ausgabe Maosedong, bewegte. Ich hab das Buch aufbewahrt. Ich war mit vielen Sachen damals nicht einverstanden und habe diese Stellen, was sonst nicht meine Art war und ist, mit Bleistift unterstrichen, manchmal sogar mit Kugelschreiber.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier findet sich in seinem Kapitel: \u00bbTabuala rasa? Klassenk\u00e4mpfe in den Westzonen\u00ab auf Seite 46 das Zitat aus dem Buch von Horst Knietzsch, aber so zitiert, das man nicht erkennen kann, woher es eigentlich stammt. Man k\u00f6nnte vermuten, es stammt aus dem Buch von Peter Pleyer und nicht von Horst Knietzsch, den man im Westen offensichtlich nicht zitieren konnte. Und doch, wenn man es heute \u00fcberpr\u00fcft, der Mann (Horst Knietzsch) hatte Recht und zwar noch mehr als er selber herausgefunden hatte. Der Beweis stammt aus einem Buch, das mit F\u00f6rderung eines BRD Innenministers entstanden ist. Da mu\u00df man allerdings sehr genau hinauschauen, um zu erkennen, was damals passiert ist. Ich versuche mal eine Art \u00dcbersetzung.<\/p>\n\n\n\n<p>Der amerikanische Offizier, der damit beauftragt wurde, die Leute wieder mit Filmen zu versorgen war Sergeant Walter A. Klinger. Walter A. Klinger war am 12. Mai 1912 in Wien geboren und arbeitete ab 1929 f\u00fcr die Firma Warner Bros..<\/p>\n\n\n\n<p>Erst in Wien und anschlie\u00dfend in Berlin. Walter Klinger war Jude. Bei der Macht\u00fcbergabe an die Nazis 1933 fl\u00fcchtete er aus Deutschland und heiratete 1935 in Wien Hertha Bley. Als im M\u00e4rz 1938 die Deutsche Wehrmacht in \u00d6sterreich einmarschierte, fl\u00fcchteten  sie nach Trinidad, wo Walter Klinger f\u00fcr Warner Bros. t\u00e4tig war.<\/p>\n\n\n\n<p>Als 1940 Frankreich kapitulierte,  wurden die Klingers als unerw\u00fcnschte Ausl\u00e4nder in Trinidad interniert. 1940 wurde  dem Ehepaar Gelegenheit gegeben, B\u00fcrger der USA zu werden. Walter Klinger war zu diesem Zeitpunkt 28 Jahre alt und wurde Soldat der US Armee. 1946 schied er aus der Armee aus und ging zuruck zu Warner Bros. und arbeitete in deren Lateinamerika Abteilung. Walter Klinger starb am 15. M\u00e4rz 2003 in Camarillo in Kalifornien. Was dazwischen so passiert ist, mu\u00df ich erst noch herausfinden. Sei versichert, Du erf\u00e4hrst es zuerst, J.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_2357kleinDer-Reisende.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"800\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_2357kleinDer-Reisende.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-31448\" style=\"width:193px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_2357kleinDer-Reisende.jpg 800w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_2357kleinDer-Reisende-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_2357kleinDer-Reisende-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_2357kleinDer-Reisende-768x768.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/nilpferd_tumb.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1042\" height=\"830\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/nilpferd_tumb.png\" alt=\"Nilpferd\" class=\"wp-image-15\" style=\"width:179px;height:auto\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Zeichnung Helga Bachmann<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Briefe an Wiebeke (XXXIII) Goldglanz Hallo Wiebeke, die Zeiten \u00e4ndern sich tats\u00e4chlich. Habe ich gestern bemerkt. Beim traditionellen Weihnachtstreffen der Familie. Sieben gro\u00dfe Tafeln Schokolade der Firma Lindt, die mit N\u00fcssen und 300 Gramm schwer hatte ich (der Opa) mitgebracht. Sieben Kinder wurden erwartet, aber es kamen nur f\u00fcnf. Den anderen Kindern war ein Familientreffen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=20963\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eBriefe an Wiebeke (XXXIII-33) Goldglanz\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6105,4185,2485,1886,2536,1933,4621,2410,6268,6224,6275,6301,199,595,3306,84,2948,650,298,2489,2620,5648,1714,6443,536,1659,1657,1658,1689,4511,1049,10,9007,826,49,2039,45,7997,8012,4403,4216,7265,1660,8153,1687,1,7992,757,77,7252,7742,2701,2702,6170,7422],"tags":[8174,7208,8179,8178,8187,8176,3466,3560,8190,8184,290,8182,8151,8180,8185,7108,3720,3721,8189,4973,7107,8173,8183,7134,8177,8172,7209,8175,8152,8188,1667,1670,7947,1974],"class_list":["post-20963","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-6105","category-4185","category-2485","category-1886","category-2536","category-1933","category-4621","category-2410","category-6268","category-6224","category-35-mm-film","category-algemeiner-filmverleih","category-berlin","category-carl-laemmle","category-carl-laemmle-2","category-ddr","category-deutsche","category-deutsche-filme","category-deutscher-film","category-deutsches-reich","category-film","category-film-kurier","category-fragebogen","category-geschichte-des-films","category-goebbels","category-hans-wilhelm-kubaschewski","category-ilse-kramp","category-ilse-kubaschewski","category-joseph-goebbels","category-juden","category-kinobesitzer","category-kinogeschichte","category-klaus-kreimeier","category-licht-bild-buehne","category-lichtbildbuehne","category-mars-lichtspiele-berlin-rudow","category-nsdap","category-nutzloses-wissen","category-nutzl-oses-wissen","category-obrigkeit","category-prominente","category-rutoli","category-sergeant-walter-a-klinger","category-sergeant-walter-klinger","category-ufa-2","category-uncategorized","category-universal","category-usa","category-westberlin","category-widerstand","category-zufallsfund","category-zusammensprudelln","category-zusammensprudeln","category-zweispaeltiges-hollywood","category-zwiespaeltiges-hollywood","tag-babette","tag-bavaria-filmkunst","tag-berlin-neukoelln","tag-berlin-rudow","tag-camarillo","tag-com-goldglanz","tag-coproduktionen","tag-ddr","tag-dr-klaus-kreimeier","tag-filmtheaterbetriebsgesellschaft-kramp","tag-gegenkurs","tag-gerda-kramp","tag-hans-wilhem-kubaschewski","tag-hermann-kramp","tag-hertha-bley","tag-horst-knietzsch","tag-ilse-kramp","tag-ilse-kubaschewski","tag-jacoby","tag-joseph-goebbels","tag-klaus-kreimeier","tag-lindt","tag-maria-kramp","tag-max-winkler","tag-munzinger","tag-onkel-guschi","tag-roeber","tag-sarotti","tag-sergeant-walter-klinger","tag-trinidad","tag-walter-a-klinger","tag-walter-klinger","tag-warner-bros","tag-wien"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20963","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=20963"}],"version-history":[{"count":65,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20963\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":31451,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20963\/revisions\/31451"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=20963"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=20963"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=20963"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}