{"id":31695,"date":"2026-05-12T17:20:08","date_gmt":"2026-05-12T17:20:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=31695"},"modified":"2026-05-13T11:32:21","modified_gmt":"2026-05-13T11:32:21","slug":"briefe-an-eugen-warum-henschel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=31695","title":{"rendered":"Briefe an Eugen. Warum Henschel?"},"content":{"rendered":"\n<p>(Zeichen 9.561) <\/p>\n\n\n\n<p>Briefe an Eugen. Die Henschel Suche. Hallo Eugen, Deine Fragen sind nicht einfach zu beantworten. Aber ich versuche es mal. Die Suche nach Henschel und warum. Als ich am 1. 9. 1970 mein Studium an der dffb begann, war ich 24 Jahre alt. Es gab in der Pommernallee 1 (Berlin 19) im 4. Stock einen Leseraum mit einer gro\u00dfen Filmbibliothek. Und weil ich sehr hungrig war, verschlang ich alles, was sich mir dort bot. Renate Wilhelmi sei Dank.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Fleisch-Sonderkarte.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"920\" height=\"791\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Fleisch-Sonderkarte.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-31727\" style=\"aspect-ratio:1.1630768793916437;width:129px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Fleisch-Sonderkarte.jpg 920w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Fleisch-Sonderkarte-300x258.jpg 300w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Fleisch-Sonderkarte-768x660.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Ich geh\u00f6re zu der Generation, die von ihren Eltern keine oder nur unbefriedigende Antworten bez\u00fcglich der Geschichte zwischen 1930 und 1945 bekommen hatte. Noch heute habe ich Fleisch-Sonderkarten, die meine Mutter bis zu ihrem Tode aufbewahrt hat (Fleisch Sonderkarte f\u00fcr 4 Wochen). Auch einen ganzen Stapel FI-Wochenkarten des Landes- und Hauptern\u00e4hrungsamt Hamburg).<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Postkarte.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"669\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Postkarte-1024x669.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-31707\" style=\"aspect-ratio:1.5306122222008853;width:165px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Postkarte-1024x669.jpg 1024w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Postkarte-300x196.jpg 300w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Postkarte-768x502.jpg 768w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Postkarte-1536x1004.jpg 1536w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Postkarte-1200x784.jpg 1200w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Postkarte.jpg 1619w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Auch zwanzig unbeschriebene Postkarten, Deutsches Reich 7 \u00bd  mit dem Aufdruck Gen.-Gouv. Warschau geh\u00f6ren zu den geerbten Sachen aus jener Zeit. Erst viel sp\u00e4ter habe ich mich an die offenen Fragen wieder erinnert, die damals einfach offen geblieben waren. Es gab so viel Wichtiges zu fragen, da kam die Geschichte der Kinos erst ganz zu Letzt. Es mu\u00df so ca. 1985 gewesen sein, als ich beschloss, diese L\u00fccken von damals zu schlie\u00dfen. Warum ich in dieser Zeit anfing zu suchen, wei\u00df ich nicht mehr. Und als ich sie dann gefunden hatte, die S\u00f6hne und T\u00f6chter jener Kinobesitzer, dann haben sie mir die gleiche Frage gestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wieso hat es sechzig Jahre gedauert, bis jemand nach unserem Verbleib fragt? Die konnte ich nicht beantworten. Schon zehn Jahre vorher als Student der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) waren mir in der dazu geh\u00f6renden Bibliothek in der Pommernallee die Reichskinoadressb\u00fccher in die Hand gefallen. Jedes Jahr eine neue Ausgabe.<\/p>\n\n\n\n<p>Da tauchte sie auf: eine Firma mit Namen Henschel. Die hatte in Hamburg und in L\u00fcbeck Kinos. Kinos, von denen ich noch nie geh\u00f6rt hatte. Kinos in Hamburg, die ich nicht kannte. Nicht in Bergedorf, wo ich aufgewachsen war und auch nicht in der Hamburger Innenstadt. Grosse Kinos: Kinos mit mehr als 1.500 Sitzpl\u00e4tzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das begann mit Beginn der Filmgeschichte und endete 1940. Irgendwann habe ich dann angefangen zu suchen. Nicht systematisch. Sondern eben nur so nebenbei. Auch wenn es auff\u00e4llig war, da\u00df diese Firma, die 1930 so gro\u00df war und 1952 im Kinoadressbuch f\u00fcr die Westzonen nicht mehr auftauchte. Die M\u00f6rder von damals liefen alle frei herum. Eine ganze Generation hatte teilgenommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Ende waren alle T\u00e4ter zu Mitl\u00e4ufern erkl\u00e4rt wordeen. Wer lange genug Krimis liest, weiss um das gr\u00f6\u00dfte Problem des M\u00f6rders und der M\u00f6rderin: Das Verstecken der Leiche und dabei insbesondere der Kopf, der sich nicht leicht verstecken l\u00e4sst. Krimileser sind immer noch auf der Suche nach dem perfekten Mord und der wird mit den neuen technischen Moeglichkeiten immer unm\u00f6glicher. Und kann deshalb natuerlich auch nicht verfilmt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Anders dagegen ist es, wenn sich ganze V\u00f6lker auf vielf\u00e4ltige Weise an diesem Mord beteiligen, gemeinsam die Beute teilen und die Leichen gemeinsam verstecken. Dann wird die Sache f\u00fcr jeden Einzelnen schon viel leichter. Dann halten sie alle zusammen. Und wenn es dann auch noch um Leute geht, die man normalerweise nicht wahrnimmt, weil sie selbst in einem Teil des Unternehmens arbeiten, dass man als Kunde nicht wahrnimmt. Oder kennst Du den Menschen, der f\u00fcr die Cinemaxxe die Filme aussucht? Oder gar jenen Menschen, der noch vor einigen Jahren als Besitzer jener Kinos den Zeitungen Interviews gab? Nat\u00fcrlich nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Manchmal begegnen uns die Kassiererin, manchmal der Vorf\u00fchrer, aber schon der Buchhalter ist dem Publikum nicht bekannt. Und noch ein Tatsache aus den Krimis. Verstecken l\u00e4sst sich etwas am besten, wenn es mit anderen gleichen Sachen zusammenliegt. Fleisch am besten bei Fleisch, Papier bei Papier. Auch diese Erkenntnisse haben eine weite Verbreitung. Wenn man Papier nicht mehr rechtzeitig vernichten kann, dann versteckt man es am besten bei anderem Papier und erfindet Regeln, nach denen es nicht gelesen und nicht ver\u00f6ffentlicht werden darf. Sie nennen es Datenschutz.<\/p>\n\n\n\n<p>Manchmal helfen auch Zugangsregelungen und Geb\u00fchrenordnungen, die es nur den ganz Hartn\u00e4ckigen erlauben, ihre Suche fortzusetzen. Im Falle der j\u00fcdischen Mitb\u00fcrger war die Sache einfach. Man brauchte keine \u00c4ngste zu haben. Die \u00fcberlebten, waren froh zu leben und wollten nicht auch noch daran erinnert werden, wie es war als man sie mit dem Tode bedrohte und die anderen waren ermordet worden. Das Papier, mit dem man die Vorg\u00e4nge von damals h\u00e4tte aufkl\u00e4ren k\u00f6nnen war verbrannt. Alles verbrannt, so klang es fr\u00f6hlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich aus Brasilien von einem Obernazi namens Adam h\u00f6rte, der ma\u00dfgeblich die Enteignung der j\u00fcdischen Kinobesitzer in Norddeutschland \u201cvorangetrieben\u201c hatte, ahnte ich nicht, da\u00df es fast zwanzig Jahre dauern w\u00fcrde, bis wir Richard Adam endlich finden w\u00fcrden. Auf dem Friedhof in Kampen fanden wir seinen Grabstein. Bis zu seinem Tode am 26. November 1967 hatte niemand nach ihm gesucht. Auch, als er noch lebte, wohnte er an Orten, die mir im Traum nicht eingefallen w\u00e4ren. In einem Haus an der Prachtstra\u00dfe Elbchaussee Nr. 99 [heute Elbchaussee Nr. 454] in Hamburg und in Kampen auf Sylt in der \u00bbVilla Paradieschen\u00ab.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/RIMG0103adamkeitum-e1572987279183.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"574\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/RIMG0103adamkeitum-1024x574.jpg\" alt=\"Richard Adam\" class=\"wp-image-1251\" style=\"aspect-ratio:1.7839445303364954;width:139px;height:auto\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Zehn Jahre haben wir nach einem Foto des T\u00e4ters gesucht, der damals die Enteignung der j\u00fcdischen Kinobesitzer in Hamburg (Henschel Film und Theaterkonzern) massgeblich organisiert hat. Dann haben wir seinen Wohnort gefunden. Elbchaussee 451 in Hamburg und anschliessend in Kampen auf Sylt. Beerdigt ist er in Keitum auf Sylt. Ein h\u00fcbsches Grab mit Blick auf die Nordsee. Einfach ein wenig zu sp\u00e4t zum Suchen. Aber vorher hatte keiner gesucht. Anmerkung 2017. Auf dem gleichen Friedhof liegt auch Heinz Friedrich Reinefarth. Todestag 7. Mai 1979. Letzte Wohnanschrift Stadumstrasse 43, 2280 Westerland<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die Akte aus dem \u00bbWiedergutmachungsproze\u00df\u00ab des Waterloo Kinos in Hamburg enth\u00e4lt einen Brief von diesem Richard Adam. Dort wird er als Zeuge benannt und vernommen. Adam schreibt an das Landgericht in Hamburg:<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00bbIhre Zeugenvorladung in <\/em><em>obiger Angelegenheit (Hirschel gegen Esslen) vom 17. Juli mit dem <\/em><em>Poststempel vom 23. Juli erreichte mich heute hier in Kampen a. Sylt, <\/em><em>wohin ich seit einiger Zeit meinen Wohnsitz verlegt habe. Ich bin gerne <\/em><em>b<\/em><em>ereit, als Zeuge zu erscheinen, mache Sie jedoch darauf aufmerksam, dass <\/em><em>mir dadurch an Fahrtkosten 2. Kl. Eisenbahn DM 54.20 entstehen. Ich bitte <\/em><em>Sie, mir diesen Betrag rechtzeitig vorher zuzusenden und zwar an die <\/em><em>Adresse Richard Adam, Kampen a. Sylt. Ich sehe Ihrer entsprechenden <\/em><em>N<\/em><em>achricht entgegen. Hochachtungsvoll. Richard Adam\u00ab<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Kampen hatte 2008 &#8211; 670 Einwohner und war und ist die reichste Gemeinde Deutschlands. Genauer: Im Hamburger Abendblatt vom 07. Juni 2012 wird der Hausmakler Engel &amp; V\u00f6lkers zitiert: Der Quadrat Meter Preis bei einem Hauskauf im Kampen betr\u00e4gt zwischen 28.000 \u20ac und 35.000 \u20ac pro Quadratmeter. 1952 kommt das Gericht seiner Bitte um eine Vorauszahlung der Fahrkosten nach Hamburg nicht nach. Es wird verf\u00fcgt, da\u00df er vor einem Richter in Westerland seine Zeugenaussage machen kann. Nur nebenbei: In dieser Zeit ist der Schl\u00e4chter vom Warschauer Ghetto, Heinz Reinefahrt, der B\u00fcrgermeister von Westerland.<\/p>\n\n\n\n<p>Richard Adam befindet sich also in Gesellschaft. Keiner guten. Im Gegenteil, wenn die Justiz 1952 so arbeiten w\u00fcrde, wie man sich das als Laie vorstellt, dann h\u00e4tte im Gerichtssaal eine Festnahme stattfinden m\u00fcssen. Aber nein. Die Fahrtkosten werden ihm nicht erstattet, denn von Kampen nach Westerland h\u00e4tte er auch mit der Inselbahn kommen k\u00f6nnen, die es damals noch gab.<\/p>\n\n\n\n<p>Richard Adam ist zu dieser Zeit Kinobesitzer in Kiel. Zusammen mit Paul Romahn und Gustav Sch\u00fcmann betreibt er seit vielen Jahren das Capitol Kino am \u00bbDreieckplatz 1\u00ab mit 881 Sitzpl\u00e4tzen. Romahn und Sch\u00fcmann haben dieses Kino vermutlich gekauft und bezahlt. Die Vermutung leitet sich aus dem Umstand her, da\u00df der Vorbesitzer, Ewald Stoldt, der am 26. Februar 1935 starb und zwei Gesellschaften hinterlie\u00df, die Nord Film GmbH und die Nord Film Theater GmbH auch ein Freund der \u00bbneuen Gesellschaftsordnung\u00ab war.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem Nachruf im Hamburger Anzeiger vom 27. Februar 1935 wird er f\u00fcr seine \u00bbhervorragende Gesinnung\u00ab gelobt. Ein \u00bbArier\u00ab war gestorben. Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer zum Zeitpunkt seines Todes war der Rechtsanwalt Dr. Otto Bauer, der in Kinodingen auch bei der Enteignung des \u00bbWaterloo Kinos\u00ab in Erscheinung getreten ist.<\/p>\n\n\n\n<p>1937 \u00fcbernahmen dann Paul Romahn und Gustav Sch\u00fcmann das Capitol Kino in Kiel. Sie nehmen den \u00bbAriseur\u00ab Richard Adam als Teilhaber in ihre Firma auf. Es steht zu vermuten, da\u00df Romahn und Sch\u00fcmann sich Richard Adam zu Dank verpflichtet f\u00fchlten. Immerhin hatte er Ihnen durch die Enteignung, Arisierung genannt, einen Kinokonzern in Hamburg mit zw\u00f6lf Kinos und einem Jahresumsatz von f\u00fcnf Millionen Reichsmark verschafft.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus Kiel kommt \u00e4hnliches. Die Kaiserkrone ist Theater, Kino, Restaurant und Treffpunkt des J\u00fcdischen Kegelklubs. Sie geh\u00f6rt seit 1923 Josef Ehrlich. Ehrlich ist Jude und wohlhabend. Dazu gibt es eine Zeitungsnotiz, die in dem Buch von Horst Reimers, \u00bbVon der Kaiserkrone zum Cinemaxx\u00ab, erschienen 1999, so zitiert wird:<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>&#8222;Jetzt in arischem Besitz und unter arischer Leitung&#8220;<\/em><\/strong> (KNN-Kieler Neueste Nachrichten vom 11. 1. 1936), die von Reimers so kommentiert wird: <strong><em>\u201cDer K\u00e4ufer, der das Kino \u00fcbernommen hat, ist August G. Scepanik, der damit seine Kinot\u00e4tigkeit in Kiel beginnt.\u201c<\/em> (<\/strong>Horst Reimers, S. 230)<\/p>\n\n\n\n<p>Wahrheit sieht anders aus. Kieler Sch\u00fcler haben 2015 herausgefunden, was tats\u00e4chlich passiert ist. Josef Ehrlich wollte sein Kino nicht verkaufen. Der \u00bbK\u00e4ufer\u00ab [August G. Scepanik] der Kaiserkrone kannte diese gut. Er war im Restaurant der Kaiserkrone von Josef Ehrlich als Oberkellner angestellt gewesen. Am 31.12. 1935 wird Josef Ehrlich enteignet. Am 9. 11. 1938 verhaftet. Sie nennen es \u00bbSchutzhaft\u00ab. Am 4. Dezember 1941 nach Riga deportiert. Am 5. Januar 1942 im Lager Riga-Jungfernhof ermordet.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Version gelangte nicht in das Buch \u00bbVon der Kaiserkrone zum Cinemaxx\u00ab von Horst Reimers. Wie hat es angefangen? L\u00fcgen und Schweigen. Informationen keine. Warum, wollte ich wissen. Nun denn, zwanzigtausend Zeichen sollen es sein und spannend. Gar nicht so einfach. Und dann soll es auch noch jemanden interessieren. Alles ist schon lange her.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch ist es nie so richtig bekannt geworden. Warum ich eigentlich damals damit angefangen habe, wei\u00df ich auch nicht genau. Einen Film machen? Es war doch so weit weg. Aber es hatte was mit Kino zu tun und daf\u00fcr interessiere ich mich schon so lange, wie ich denken kann. Eugen, lass es! Ja, ich kenne den Dialog aus dem Dschungelbuch. Ja, ich kenne Deine Zwischenrufe. <\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Suche nach dem Fotograf Louis Segall, der das Foto von den Angestellten des Henschel Film &amp; Theater-Konzerns am 1. Mai 1936 gemacht hatte, stelle ich fest, da\u00df sein Verbleib nach 1937 ungekl\u00e4rt ist. 1936 hat er ein Foto Atelier [zusammen mit Paul Waibel \/ Paul Weibel] in der Fuhlsb\u00fcttler Stra\u00dfe 165 im Erdgescho\u00df, neben der Schauburg Nord. Au\u00dferdem ist er Inhaber des \u00bbAtelier Schauburg\u00ab in Hmb 15, S\u00fcderstra\u00dfe 73 und wohnt in der Beneckestra\u00dfe 22. 1937 ist er in die Bismarckstra\u00dfe 108 umgezogen. [Nebenbei: Auch das Haus in dem der genannte Rechtsanwalt Dr. Otto Bauer 1936 wohnt. Stichwort: Enteignung Waterloo Theater.] Ein Jahr sp\u00e4ter, 1938, wohnt ein Lilje, O. Prok. in dieser Wohnung.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Telefonbuch von 1938 [Handels-, Gewerbe- und Berufsverzeichnis zum amtlichen Fernsprechbuch f\u00fcr den Reichpostdirektionsbezirk] findet sich der Hinweis, das die Firma \u00bbAtelier Schauburg\u00ab von Louis Segall + Paul Waibel 1938 nur noch einen Inhaber hat und sich jetzt \u00bbAtelier Schauburg Inhaber Paul Waibel\u00ab nennt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das hei\u00dft, da mu\u00df noch mal gekratzt werden. Die Frau, die ich liebe, mag schon keine fremden St\u00e4dte mehr mit mir zusammen besuchen. Irgendwann w\u00fcrde ich immer so einen merkw\u00fcrdigen Drall bekommen und sie in eine bestimmte Richtung zerren und dann wisse sie schon was bald zu sehen sein werde: Ein Kino oder ein ehemaliges Kino. Und nun kommst Du. J.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/NilpferdAugenoffen-Kopie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1010\" height=\"792\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/NilpferdAugenoffen-Kopie.jpg\" alt=\"Zeichnung Helga Bachmann\" class=\"wp-image-28942\" style=\"aspect-ratio:1.2752606292413524;width:134px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/NilpferdAugenoffen-Kopie.jpg 1010w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/NilpferdAugenoffen-Kopie-300x235.jpg 300w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/NilpferdAugenoffen-Kopie-768x602.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Zeichnung Helga Baumann<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Zeichen 9.561) Briefe an Eugen. Die Henschel Suche. Hallo Eugen, Deine Fragen sind nicht einfach zu beantworten. Aber ich versuche es mal. Die Suche nach Henschel und warum. Als ich am 1. 9. 1970 mein Studium an der dffb begann, war ich 24 Jahre alt. Es gab in der Pommernallee 1 (Berlin 19) im 4. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=31695\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eBriefe an Eugen. Warum Henschel?\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[10376,2008,2126,2398,2626,2409,2698,1988,4679,5875,1606,1204,3537,6105,4185,2485,1886,2536,1933,4621,2410,6268,6224,4994,2684,2105,2361,1587,6275,6278,10403,8059,4355,4523,2538,7408,69,6313,595,3306,1708,2948,650,2489,7015,6535,4247,4248,8762,2620,9099,8346,6305,6306,88,16,1706,4514,5,4273,280,7621,7622,6,3276,6880,12,4511,327,1536,1049,10,4219,826,49,1990,9533,9552,54,45,7997,8012,10016,2490,74,10026,8266,488,35,8058,7306,4513,5634,1,1725,4512,8036,2471,2015,9594,7307,1604,5418,10347,7742,2701,2702,7422],"tags":[9537,10411,9545,120,5681,78,8276,10415,10405,10413,10408,11,42,10407,6916,10412,9547,9546,3647,3564,9528,3623,10414,1014,9551,10409,10410,10404,3137,326,9560,32,3649,9542,531,7606],"class_list":["post-31695","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-april-1933","category-2008","category-2126","category-2398","category-2626","category-2409","category-2698","category-1988","category-4679","category-5875","category-1606","category-1204","category-3537","category-6105","category-4185","category-2485","category-1886","category-2536","category-1933","category-4621","category-2410","category-6268","category-6224","category-4994","category-2684","category-2105","category-2361","category-1587","category-35-mm-film","category-35-mm-projektoren","category-all-quiet-on-the-western-front","category-all-quiet-on-the-westrn-front","category-anita-urich-sass","category-annita-urich-sass","category-arisierer","category-arisiert","category-arisierung","category-brandbombe","category-carl-laemmle","category-carl-laemmle-2","category-clara-esslen","category-deutsche","category-deutsche-filme","category-deutsches-reich","category-diebstahl","category-dritten-reich","category-elbchaussee-454","category-elbchaussee-99","category-ernemannn","category-film","category-filmgeschichte","category-films","category-fritz-kuhnert","category-fritz-kuhnert-revisionsabteilung-ufa","category-grindelallee","category-hamburg","category-hanni-seim","category-henschel","category-henschel-film-konzern","category-henschel-film-und-theaterkonzern-ohg","category-holsatia","category-holsatia-sperrholzwerk","category-holsatia-werke-heinz-meyer-kg","category-im-kino","category-im-westen-nicht-neues","category-im-westen-nichts-neues","category-jeremias-henschel","category-juden","category-juedischer-friedhof","category-juedischer-friedhof-hamburg-ohlsdorf","category-kinobesitzer","category-kinogeschichte","category-klaus-michael-kuehne","category-licht-bild-buehne","category-lichtbildbuehne","category-lichtburg-kino","category-louis-segall","category-lucie-englisch","category-manfred-hirschel","category-nsdap","category-nutzloses-wissen","category-nutzl-oses-wissen","category-oberfinanzpraesident","category-oberfinanzpraesident-hamburg","category-ranette-salfeld","category-raub","category-reichsfilmkammer","category-reichsfluchtsteuer","category-richard-adam","category-rohnstein-film-gmbh","category-rueckerstattung","category-streit","category-theater-lebender-photographien","category-uncategorized","category-urich","category-urich-sass","category-viktor-abel","category-waterloo-filmtheater","category-waterloo-kino","category-waterloo-theater","category-wegnahme","category-wiedergutmachung","category-zerstoerung","category-zirkusweg","category-zufallsfund","category-zusammensprudelln","category-zusammensprudeln","category-zwiespaeltiges-hollywood","tag-atelier-schauburg","tag-buergermeister-von-westerland","tag-capitol-kino","tag-cinemaxx","tag-datenschutz","tag-dffb","tag-dr-otto-bauer","tag-ehrlich","tag-elbschaussee-454","tag-ewald-stoldtt","tag-heinz-reinefahrt","tag-henschel","tag-henschel-film-und-theaterkonzern","tag-horsst-reimers","tag-horst-reimers","tag-inselbahn","tag-josef-ehrlich","tag-kaiserkrone","tag-kampen","tag-kiel","tag-louis-segall","tag-luebeck","tag-nord-film-gmbh","tag-paul-waibel","tag-paul-weibel","tag-reimers","tag-reinefahrt","tag-renate-wilhelmi","tag-riga","tag-romahn","tag-scepanik","tag-schuemann","tag-sylt","tag-villa-paradieschen","tag-waterloo-theater","tag-westerland"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31695","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=31695"}],"version-history":[{"count":27,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31695\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":31732,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31695\/revisions\/31732"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=31695"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=31695"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=31695"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}