{"id":381,"date":"2014-06-10T08:26:28","date_gmt":"2014-06-10T08:26:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=381"},"modified":"2025-10-13T11:17:24","modified_gmt":"2025-10-13T11:17:24","slug":"interview-mit-horst-urich-sass-20-juli-los-angeles-1990","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=381","title":{"rendered":"Interview mit Horst Urich Sass am 20. Juli 1990 in Los Angeles"},"content":{"rendered":"<p align=\"JUSTIFY\"><strong><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/pdfurichsassinterview.pdf\">pdfurichsassinterview<\/a><a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Tieresehendichan31.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7184 alignleft\" src=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Tieresehendichan31-1024x780.jpg\" alt=\"Tieresehendichan3\" width=\"110\" height=\"84\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/BeverlyHillsAlpindeDriveklein.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-6278\" src=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/BeverlyHillsAlpindeDriveklein-1024x698.jpg\" alt=\"BeverlyHillsAlpindeDriveklein\" width=\"706\" height=\"481\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/HorstUrichSass19903.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-6276\" src=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/HorstUrichSass19903-767x1024.jpg\" alt=\"HorstUrichSass19903\" width=\"715\" height=\"954\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/HorstUrichSass2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-6266\" src=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/HorstUrichSass2-814x1024.jpg\" alt=\"HorstUrichSass2\" width=\"715\" height=\"899\" \/><\/a>Interview mit<\/strong> <span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass, in Beverly Hills, Californien, USA Sohn des Hamburger Kinobesitzers Hermann Urich Sass. <\/b><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>(Henschel Film &#8211; &amp; Theater Konzern Hamburg)<\/b> <\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong><span style=\"font-family: Courier\\ New, monospace;\">Protokoll des Gespr\u00e4chs vom 20. Juli 1990<\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage<\/b>: Wann genau sind sie genau geboren?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass<\/b>: <strong>Am 1. Februar 1914<\/strong>. Also ich bin noch Friedensware. <!--more--><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Courier New, monospace;\"><b>Frage: <\/b>Welche Erlebnisse haben sie aus der ersten Zeit ihrer Kindheit? Wissen sie da noch irgendwas?<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Courier New, monospace;\"><b>Horst Urich Sass:<\/b> Ja. Ich erinnere eine Familiensituation, die ich nicht aufzeichnen m\u00f6chte, weil ich damit gewisse Personen kompromittieren m\u00f6chte. Es war jedenfalls . . . ich erinnere mich genau, ich mu\u00df zweieinhalb Jahre alt gewesen sein, ich sa\u00df auf dem rechten Bein meines Vaters und ich weinte, es regnete in Hamburg und ein Zeppelin kam \u00fcber Hamburg, das war meine erste meine \u00e4lteste Erinnerung. Dann erinnere ich mich, dass ich . . . gleich nach dem gro\u00dfen Krieg war ja doch diese Spartaner Aufstand in Hamburg und da . . . wir haben in der Schl\u00fcterstrasse gewohnt und die Rebellen waren auf einer Seite \u2013 und auf der anderen Seite \u2013 der Universit\u00e4tsseite waren die Sol . . . <\/span><span style=\"font-family: Courier New, monospace;\">die legalen Soldaten. Da hab ich den Kopf rausgesch\u00fcttelt . . . rausgekuckt aus . . . hat mein Vater mich zur\u00fcckgehoben, hat mir ne Ohrfeige gegeben, denn da gingen die Kugeln los. Dann erinnere ich mich an ne Beerdigung der 34 gefallenen Soldaten, die im Trauerzug durch die Rothenbaumchaussee gefahren wurden und die ganzen Leichenwagen waren mit schwarzen T\u00fcchern bedeckt und die Flugzeuge waren mit schwarzen Leinen und sah das erste mal, da\u00df meine Mutter weinte.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Courier New, monospace;\">Erst viele Jahre sp\u00e4ter bin ich dann darauf gekommen, da\u00df dieses Weinen wahrscheinlich damit zu tun hatte, da\u00df ihr einziger Bruder im ersten Weltkrieg . . . gefallen ist . . . als er als freiwilliger Soldat in den Krieg gegangen ist. Das sind die ersten Erinnerungen, die ich von meiner ersten Jugend habe. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Courier New, monospace;\"><b>Frage<\/b>: Wie war das w\u00e4hrend der Schulzeit? Gab es da sowas wie Antisemitismus in ihrer Schule?<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Courier New, monospace;\"><b>Horst Urich Sass:<\/b> Ja . . . Ich will nicht sagen in der Schule direkt . . . doch es gab auch an Schule. Zum Beispiel weiss ich, ich war ein besonders schlechter Sch\u00fcler und besonders schlecht war ich im Franz\u00f6sischen und da war ein Franz\u00f6sisch Lehrer, der besonders starken Judenhass hatte. <\/span><span style=\"font-family: Courier New, monospace;\">Und die schlechteste Auszeichnung, die es gab, war f\u00fcnf und ich, der ich nun Jude war, bekam als Auszeichnung noch f\u00fcnf. (lacht) Dann war mal ein Jugendbekannter, der hiess Hund mit Nachnamen, der hat mich furchtbar, der hat mich an einen Baum gebunden und hat mich geschlagen, weil ich Jude bin. Wie mein Vater mittags nach Haus gekommen ist, hab ich ihm das erz\u00e4hlt, mein Vater hat sich nachmittags ins Bett gelegt und hat geschlafen, so nun zeig mir mal wo der Junge ist, der spielt jetzt im Universit\u00e4tsgarten. Da ist er hingegangen und hat den Jungen fast totgeschlagen. Vor Wut. <\/span><span style=\"font-family: Courier New, monospace;\">Das sind so Sachen, die erinnere ich . . . Ich mein es hat viele antisemitische Dinge gegeben, man hat gewu\u00dft . . . man . . . ich wu\u00dfte ja gar nicht, was der Unterschied ist zwischen Juden und Nichtjude. Wir waren sehr . . . sehr frei erzogen worden. Aber es gab immer Antisemitismus. Damit ist hat man . . . ist man aufgewachsen. <\/span><span style=\"font-family: Courier New, monospace;\"><b>Frage<\/b>: Haben sie etwas davon mitbekommen, was ihr Vater . . . ihr Vater hat ja sehr viele Kinos da aufgebaut, neu aufgebaut zusammen mit dem Hugo Streit, haben sie von von dieser Aufbauphase dieser beiden . . . also dieser einen grossen Kinogruppe . . . haben sie davon als Kind schon was mitbekommen? <\/span><span style=\"font-family: Courier New, monospace;\"><b>Horst Urich Sass:<\/b> Doch sicher. Ich wu\u00dfte ja immer, da\u00df . . . mein Onkel und mein Vater . . . wieder ein Kino bauten. Der aggressive in diesem Fall war mein Vater und ich wei\u00df auch mal, da\u00df mein Vater zu sehr . . . .zu aggressiv baute und das ihm das Geld ausging und da hat er zu seinem Sozius, meinem Onkel gesagt, da m\u00fcssen wir mal nach Monte Carlo fahren, da ist mein Gro\u00dfvater, der mu\u00df mal mit Geld rausr\u00fccken und da hat er wohl das Geld bekommen, damit sie weiterbauen konnten<\/span><span style=\"font-family: Courier New, monospace;\">. . . und dann wurden die verschiedenen Kinos ziemlich schnell hintereinander . . . .er\u00f6ffnet und jedes mal wurde irgendein bekannter Schauspieler eingeladen. Wie es ich glaube es war die Schauburg . . . Millerntor . . . wie es er\u00f6ffnet wurde, da war glaub ich Henny Porten zur Er\u00f6ffnung, da warn wir noch mit ihr bei Hagenbeck. Und die anderen . . . .K\u00fcnstler . . . die eingeladen wurden . . . das wird bestimmt meine Vetter in Brasilien erinnern, ich erinner das nicht mehr. <\/span><span style=\"font-family: Courier New, monospace;\">Aber es war immer sehr erfolgreiche . . . Er\u00f6ffnungen und auch . . . die Kinos gingen sehr gut. Die einzigen schlechten Tage . . . in dem Kinogesch\u00e4ft waren die Sonntage . . . die Tage mit Sonne, da ging das Publikum nicht ins Kino. <\/span><strong><span style=\"font-family: Courier New, monospace;\">Frage:<\/span><\/strong><span style=\"font-family: Courier New, monospace;\"> Gibts in Hamburg ja nicht so viel Sonnentage.<\/span><span style=\"font-family: Courier New, monospace;\"><b>Horst Urich Sass: <\/b>Damit hat mein Vater ja wahrscheinlich auch gerechnet. <\/span><span style=\"font-family: Courier New, monospace;\"><b>Frage<\/b>: Aus diesen Unterlagen ist nicht immer klar erkennbar ob die . . . also ein Teil der Grundst\u00fccke sind wohl gekauft worden und die H\u00e4user sind wohl selber gebaut worden und ein Teil ist wohl nur gepachtet worden.<\/span><span style=\"font-family: Courier New, monospace;\"><b>Horst Urich Sass:<\/b> Das sind wieder Daten, die ich nicht gerne antworten m\u00f6chte, weil ich wirklich nicht gen\u00fcgend Kenntnisse habe, wie gesagt, da bin ich sicher, da\u00df meine Vetter ihnen genauere Daten geben k\u00f6nnen, denn die haben in der Branche auch gearbeitet. Mein Vetter Heinz in Berlin bei der Universal und sp\u00e4ter meine beiden Vetter . . . Heinz in Brasilien bei der Universal und mein Vetter Rolf . . . was war . . . Columbia glaub ich, zu seiner Frau Ciedra: hat er es dir nicht gesagt? <\/span><strong><span style=\"font-family: Courier New, monospace;\">Ciedra Urich Sass:<\/span><\/strong><span style=\"font-family: Courier New, monospace;\"> Columbia.<\/span><span style=\"font-family: Courier New, monospace;\"><b>Frage<\/b>: Haben sie noch Erinnerungen an ihren Gro\u00dfvater James Henschel? <\/span><span style=\"font-family: Courier New, monospace;\"><b>Horst Urich Sass:<\/b> Ja . . . ich hab bis zu meiner Auswanderung am 25. M\u00e4rz 1936 . . . hatte ich ja Kontakt mit ihm. Und er hat mir geholfen, meine Eltern hatten . . . .meine Mutter, mein Vater war ja schon tot, meine Familie hatte ja kein Geld mehr . . . das wurde ihnen ja wahrscheinlich alles weggenommen . . . Da hat mein Gro\u00dfvater . . . noch da Geld vorgelegt, damit man mir die Ausr\u00fcstung aus . . . ich hatte sechs Anz\u00fcge mitbekommen und Schuhe und Hemd, Fotoapparat . . . das hat er ausgelegt, das wurde sp\u00e4ter von meinem Einkommen zur\u00fcckgezahlt<\/span><span style=\"font-family: Courier New, monospace;\">. . . denn wir wurden . . . Erben von Hermann Urich-Sass, das ist meine Mutter und meine beiden Geschwister und ich, wir bekamen monatlich irgendeinen Betrag . . . und davon wurde es dann wohl bezahlt . . . Ich hab keine Beziehung zu meinem . . . gr\u00f6\u00dfere Beziehung zu meinem Gro\u00dfvater gehabt.<\/span><span style=\"font-family: Courier New, monospace;\"><b>Frage<\/b>: Ihr Vater war ja nun relativ jung noch als er mit . . . ich glaub dreiundvierzig . . . f\u00fcnfundvierzig Jahren und es ist ja auch ein historisches Datum irgendwie. Er starb . . . <\/span><span style=\"font-family: Courier New, monospace;\"><b>Horst Urich Sass:<\/b> Mein Vater starb am 27. Januar 1933 und Hitler kam am 30. M\u00e4rz . . . Januar an die Regierung. Ich hab davon nicht viel mitbekommen, ich hatte einen Nervenzusammenbruch seinerzeit als mein Vater starb und bin von einem Bekannten nach . . . Rudolfstein . . . burg . . . stadt eingeladen worden und bin dann zur\u00fcckgekommen mit starken Depressionen durch den pl\u00f6tzlichen Tod meines Vaters und dann lebte ich drei Jahre unter Hitlerzeit. <\/span><span style=\"font-family: Courier New, monospace;\"><b>Frage<\/b>: K\u00f6nnen sie dar\u00fcber noch was sagen? <\/span><span style=\"font-family: Courier New, monospace;\"><b>Horst Urich Sass:<\/b> Bueno . . . Man erinnert sich an die Freiheitsberaubung . . .\u00a0 eine Freiheitsberaubung ist ja schrecklich . . . schrecklich erlebbar . . . aber als Jude<\/span><span style=\"font-family: Courier New, monospace;\">. . . Freiheitsberaubung . . . das ist ja mit furchtbarer Angst verbunden. Da hat man nat\u00fcrlich Freundinnen gehabt . . . ich war seinerzeit einszweiundzwanzig Jahre alt und das weibliche Geschlecht war nat\u00fcrlich nach wie vor interessant . . . und das war die verbotene Frucht . . . und dann hat man Verabredungen und hatte immer Angst gehabt . . . Angst . . . man hat immer unter Angst gelitten. Und als es eines Tages so weit war . . . dass ich angezeigt wurde . . . bekam mein Gro\u00dfvater, der in einer . . . national . . . <\/span><span style=\"font-family: Courier New, monospace;\">in der Hugenberg Partei war . . . bekam Nachricht durch einen Nazi, da\u00df man mich suchte und da bin von einem Tag zum anderen nach Mexiko gefl\u00fcchtet. Ja, ich hatte Rassenschande begangen. Leider . . . leider viel zu wenig . . . .(lacht) Ja und dann bin ich hier am 16. April . . . 1933 in Vera Cruze . . . mit . . . 1936 . . . mit vier amerikanischen Dollar. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage: <\/b>Welche Erlebnisse haben sie aus der ersten Zeit ihrer Kindheit? Wissen sie da noch irgendwas? <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass:<\/b> Ja. Ich erinnere eine Familiensituation, die ich nicht aufzeichnen m\u00f6chte, weil ich damit gewisse Personen kompromittieren m\u00f6chte. Es war jedenfalls &#8230; ich erinnere mich genau, ich muss zweieinhalb Jahre alt gewesen sein, ich sa\u00df auf dem rechten Bein meines Vaters und ich weinte, es regnete in Hamburg und ein Zeppelin kam \u00fcber Hamburg, das war meine erste meine \u00e4lteste Erinnerung. Dann erinnere ich mich, dass ich &#8230;..gleich nach dem gro\u00dfen Krieg war ja doch diese Spartaner Aufstand in Hamburg und da &#8230; wir haben in der Schl\u00fcterstrasse gewohnt und die Rebellen waren auf einer Seite \u2013 und auf der anderen Seite \u2013 der Universit\u00e4tsseite waren die Sol&#8230; <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">die legalen Soldaten. Da hab ich den Kopf rausgesch\u00fcttelt&#8230; rausgekuckt aus&#8230;.hat mein Vater mich zur\u00fcckgehoben, hat mir ne Ohrfeige gegeben, denn da gingen die Kugeln los. Dann erinnere ich mich an ne Beerdigung der 34 gefallenen Soldaten, die im Trauerzug durch die Rothenbaumchaussee gefahren wurden und die ganzen Leichenwagen waren mit schwarzen T\u00fcchern bedeckt und die Flugzeuge waren mit schwarzen Leinen und sah das erste mal, dass meine Mutter weinte. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Erst viele Jahre sp\u00e4ter bin ich dann darauf gekommen, da\u00df dieses Weinen wahrscheinlich damit zu tun hatte, da\u00df ihr einziger Bruder im ersten Weltkrieg&#8230;.gefallen ist&#8230;als er als freiwilliger Soldat in den Krieg gegangen ist. Das sind die ersten Erinnerungen, die ich von meiner ersten Jugend habe. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage<\/b>: Wie war das w\u00e4hrend der Schulzeit? Gab es da sowas wie Antisemitismus in ihrer Schule? <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass:<\/b> Ja&#8230; Ich will nicht sagen in der Schule direkt &#8230; doch es gab auch an Schule. Zum Beispiel weiss ich, ich war ein besonders schlechter Sch\u00fcler und besonders schlecht war ich im Franz\u00f6sischen und da war ein Franz\u00f6sisch Lehrer, der besonders starken Judenhass hatte. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Und die schlechteste Auszeichnung, die es gab, war f\u00fcnf und ich, der ich nun Jude war, bekam als Auszeichnung noch f\u00fcnf. (lacht) Dann war mal ein Jugendbekannter, der hiess Hund mit Nachnamen, der hat mich furchtbar, der hat mich an einen Baum gebunden und hat mich geschlagen, weil ich Jude bin. Wie mein Vater mittags nach Haus gekommen ist, hab ich ihm das erz\u00e4hlt, mein Vater hat sich nachmittags ins Bett gelegt und hat geschlafen, so nun zeig mir mal wo der Junge ist, der spielt jetzt im Universit\u00e4tsgarten. Da ist er hingegangen und hat den Jungen fast totgeschlagen. Vor Wut.<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Das sind so Sachen, die erinnere ich&#8230;..Ich mein es hat viele antisemitische Dinge gegeben, man hat gewu\u00dft&#8230;man&#8230;ich wu\u00dfte ja gar nicht, was der Unterschied ist zwischen Juden und Nichtjude. Wir waren sehr&#8230;sehr frei erzogen worden. Aber es gab immer Antisemitismus. Damit ist hat man&#8230; ist man aufgewachsen. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage<\/b>: Haben sie etwas davon mitbekommen, was ihr Vater &#8230;ihr Vater hat ja sehr viele Kinos da aufgebaut, neu aufgebaut zusammen mit dem Hugo Streit, haben sie von von dieser Aufbauphase dieser beiden&#8230;also dieser einen grossen Kinogruppe&#8230;.haben sie davon als Kind schon was mitbekommen? <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass:<\/b> Doch sicher. Ich wu\u00dfte ja immer, da\u00df &#8230; mein Onkel und mein Vater&#8230;.wieder ein Kino bauten. Der aggressive in diesem Fall war mein Vater und ich wei\u00df auch mal, da\u00df mein Vater zu sehr&#8230;..zu aggressiv baute und das ihm das Geld ausging und da hat er zu seinem Sozius, meinem Onkel gesagt, da m\u00fcssen wir mal nach Monte Carlo fahren, da ist mein Gro\u00dfvater, der mu\u00df mal mit Geld rausr\u00fccken und da hat er wohl das Geld bekommen, damit sie weiterbauen konnten<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">&#8230;und dann wurden die verschiedenen Kinos ziemlich schnell hintereinander&#8230;..er\u00f6ffnet und jedes mal wurde irgendein bekannter Schauspieler eingeladen. Wie es ich glaube es war die Schauburg&#8230;..Millerntor&#8230;.wie es er\u00f6ffnet wurde, da war glaub ich Henny Porten zur Er\u00f6ffnung, da warn wir noch mit ihr bei Hagenbeck. Und die anderen &#8230;&#8230;K\u00fcnstler..die eingeladen wurden&#8230;das wird bestimmt meine Vetter in Brasilien erinnern, ich erinner das nicht mehr. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Aber es war immer sehr erfolgreiche &#8230;. Er\u00f6ffnungen und auch&#8230; die Kinos gingen sehr gut. Die einzigen schlechten Tage &#8230; in dem Kinogesch\u00e4ft waren die Sonntage&#8230;.die Tage mit Sonne, da ging das Publikum nicht ins Kino. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><strong>Frage:<\/strong> Gibts in Hamburg ja nicht so viel Sonnentage.<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass: <\/b>Damit hat mein Vater ja wahrscheinlich auch gerechnet. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage<\/b>: Aus diesen Unterlagen ist nicht immer klar erkennbar ob die&#8230;..also ein Teil der Grundst\u00fccke sind wohl gekauft worden und die H\u00e4user sind wohl selber gebaut worden und ein Teil ist wohl nur gepachtet worden.<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass:<\/b> Das sind wieder Daten, die ich nicht gerne antworten m\u00f6chte, weil ich wirklich nicht gen\u00fcgend Kenntnisse habe, wie gesagt, da bin ich sicher, da\u00df meine Vetter ihnen genauere Daten geben k\u00f6nnen, denn die haben in der Branche auch gearbeitet. Mein Vetter Heinz in Berlin bei der Universal und sp\u00e4ter meine beiden Vetter&#8230;.Heinz in Brasilien bei der Universal<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">und mein Vetter Rolf&#8230;..was war&#8230;Columbia glaub ich, zu seiner Frau Ciedra: hat er es dir nicht gesagt? <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><strong>Ciedra Urich Sass:<\/strong> Columbia.<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage<\/b>: Haben sie noch Erinnerungen an ihren Gro\u00dfvater James Henschel? <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass:<\/b> Ja&#8230;..ich hab bis zu meiner Auswanderung am 25. M\u00e4rz 1936&#8230;hatte ich ja Kontakt mit ihm. Und er hat mir geholfen, meine Eltern hatten&#8230;..meine Mutter, mein Vater war ja schon tot, meine Familie hatte ja kein Geld mehr&#8230;das wurde ihnen ja wahrscheinlich alles weggenommen&#8230;Da hat mein Gro\u00dfvater &#8230;noch da Geld vorgelegt, damit man mir die Ausr\u00fcstung aus&#8230;ich hatte sechs Anz\u00fcge mitbekommen und Schuhe und Hemd, Fotoapparat&#8230;das hat er ausgelegt, das wurde sp\u00e4ter von meinem Einkommen zur\u00fcckgezahlt<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">&#8230;denn wir wurden&#8230;Erben von Hermann Urich-Sass, das ist meine Mutter und meine beiden Geschwister und ich, wir bekamen monatlich irgendeinen Betrag&#8230;..und davon wurde es dann wohl bezahlt&#8230;Ich hab keine Beziehung zu meinem &#8230;.gr\u00f6\u00dfere Beziehung zu meinem Gro\u00dfvater gehabt.<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage<\/b>: Ihr Vater war ja nun relativ jung noch als er mit&#8230;.ich glaub dreiundvierzig&#8230;.f\u00fcnfundvierzig Jahren und es ist ja auch ein historisches Datum irgendwie. Er starb&#8230;<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass:<\/b> Mein Vater starb am 27. Januar 1933 und Hitler kam am 30. M\u00e4rz&#8230;Januar an die Regierung. Ich hab davon nicht viel mitbekommen, ich hatte einen Nervenzusammenbruch seinerzeit als mein Vater starb und bin von einem Bekannten nach&#8230;..Rudolfstein&#8230;burg&#8230;stadt eingeladen worden und bin dann zur\u00fcckgekommen mit starken Depressionen durch den pl\u00f6tzlichen Tod meines Vaters und dann lebte ich drei Jahre unter Hitlerzeit. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage<\/b>: K\u00f6nnen sie dar\u00fcber noch was sagen? <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass:<\/b> Bueno&#8230;Man erinnert sich an die Freiheitsberaubung&#8230; eine Freiheitsberaubung ist ja schrecklich &#8230;. schrecklich erlebbar &#8230; aber als Jude<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">&#8230; Freiheitsberaubung &#8230; das ist ja mit furchtbarer Angst verbunden. Da hat man nat\u00fcrlich Freundinnen gehabt &#8230; ich war seinerzeit einszweiundzwanzig Jahre alt und das weibliche Geschlecht war nat\u00fcrlich nach wie vor interessant &#8230; und das war die verbotene Frucht &#8230; und dann hat man Verabredungen und hatte immer Angst gehabt&#8230; Angst &#8230; man hat immer unter Angst gelitten. Und als es eines Tages so weit war &#8230; dass ich angezeigt wurde&#8230;..bekam mein Gro\u00dfvater, der in einer &#8230;national&#8230;<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">in der Hugenberg Partei war&#8230;bekam Nachricht durch einen Nazi, da\u00df man mich suchte und da bin von einem Tag zum anderen nach Mexiko gefl\u00fcchtet. Ja, ich hatte Rassenschande begangen. Leider&#8230;leider viel zu wenig&#8230;..(lacht) Ja und dann bin ich hier am 16. April &#8230;1933 in Vera Cruze &#8230; mit &#8230; 1936 .. mit vier amerikanischen Dollar.<a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/HorstUrichSass3mitKameramann.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-6267\" src=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/HorstUrichSass3mitKameramann-624x1024.jpg\" alt=\"HorstUrichSass3mitKameramann\" width=\"624\" height=\"1024\" \/><\/a><\/span>Horst Urich Sass\u00a0 mit Kameramann Dietmar Bruns in Beverly Hills, USA 1990<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage<\/b>: Hat es Schwierigkeiten gemacht, irgendwie ein Visum zu bekommen? In den USA macht es ja wohl gro\u00dfe Schwierigkeiten.<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass<\/b>: Ich bin als Tourist hierher gekommen und hab mir dann nachher die Papiere ordnen lassen &#8230; als &#8230; ich weiss nicht was &#8230; ich hab Papiere bekommen &#8230; legale Papiere. Nach vier oder f\u00fcnf Monaten. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage<\/b>: Wie war denn die erste Zeit in Mexiko? <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass<\/b>: Bueno. Wenn sie zweiundzwanzig Jahre alt sind und sie m\u00fcssen essen, dann nehmen sie jede Arbeit an, die sie bekommen k\u00f6nnen und ich hatte das Gl\u00fcck, da\u00df man mir die Vertretung eines Gro\u00dfhandelsgesch\u00e4ftes in Leeds, England anbot und ich habe Stoffe, Herrenstoffe verkauft, bin privat von einer Person zur anderen geschickt, hab mir immer Visitenkarten geben lassen, von der Person, die ich besucht hab, zu seinem Freund, so wurde ich immer vorgelassen und ich konnte ja nur deutsch und ein wenig Englisch sprechen und ich habe im ersten Monat schon sehr gut Erfolg gehabt. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Ich mu\u00dfte 25 % der gekauften Ware vorauszahlen, ich nahm von meinen Kunden auch 25 % voraus, so konnte ich mich finanzieren und so fing ich an und habe von da an immer erfolgreich gearbeitet. Es hat mir nat\u00fcrlich keinen Spa\u00df gemacht. Ich kam mir wie ein Hausierer vor. Hab viele N\u00e4chte geweint, aber ohne Leid keine Freude. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage<\/b>: Noch mal zur\u00fcck zum Jahr 1933\/34. Der Betrieb ihres Vaters ist ja dann von einer Nachfolgefirma \u00fcbernommen worden und das hat sich wahrscheinlich schon 33 vorbereitet. Haben sie davon was mitbekommen? <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass<\/b>: Ich war eigentlich..ich war ja nicht in der Branche und das besprach mein Onkel mit seinen beiden S\u00f6hnen. Mit meinen beiden Vettern. Ich pers\u00f6nlich und meine Mutter haben \u00fcberhaupt davon nichts erfahren. Ich erinner mich jedenfalls nicht. Es wurde eine Kommanditgesellschaft gegr\u00fcndet. Einzelheiten erinner ich mich nicht.<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Es kam dann so &#8230; es kam so, da\u00df jeder der &#8230; mein Onkel und meine Mutter und ihre Kinder, das waren die other tell ?&#8230; wir bekamen monatlich 1600 Mark, jetzt erinner ich mich, mir standen 400 Mark zur Verf\u00fcgung, die ich allerdings von meiner Mutter nie bekommen habe. (lacht) Das ist die einzige finanzielle Sache, die ich wu\u00dfte. Und in dieser Zeit habe ich kurz vorm Tode meines&#8230;<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Vaters beendete ich meine Lehrzeit und da ich keine Arbeit kriegen konnte, als Jude, bem\u00fchte ich mich bei einer chemischen Fabrik als Lehrling im zweiten Jahr einzutreten. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Trotzdem ich sehr wenig bezahlt bekam, habe ich gedacht, es spielt mir keine Rolle, das Geld, ich mu\u00df arbeiten und dann bin ich dann da angefangen in der Firma und hab da auch einige Jahre gearbeitet, hab mich da hochgearbeitet, hab sehr gutes Geld verdient, ich war Devisenexperte in Hamburg. Hab Geld &#8230; legal rausbekommen f\u00fcr meine Vorgesetzten, die inzwischen nach Pal\u00e4stina ausgewandert sind. Und hatte sehr gutes Geld verdient und wollte nicht weg, aber auf der anderen Seite&#8230;die Gefahr der Nazis&#8230;.. bestand immer gr\u00f6\u00dfer..eines Tages wurde ein von mir angestellter j\u00fcdischer&#8230;ein Mann, der \u00e4lter war als ich &#8230;von mir angestellt, der wurde von meinem Chef entlassen. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Seinerzeit gabs ein Gesetz, wenn ein j\u00fcngerer Angestellter freiwillig seinen Posten opfert, um einen \u00e4lteren Angestellten damit seine Arbeit zu garantieren, dann war der \u00e4ltere Angestellte &#8230;.sicher angestellt. Und das hab ich getan. &#8230;.ich hab gek\u00fcndigt, um einem anderen Bekannten die Arbeit zu sichern und so hab ich das Band gebrochen, damit ich nicht mehr Firma&#8230;blieb&#8230;.weil gut verdiente&#8230;.und der ist gerettet worden dadurch und ich auch.<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage<\/b>: Ihre Mutter, ist die in Deutschland geblieben? <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass<\/b>: Meine Mutter ist sp\u00e4ter hierher gekommen. Nach Mexiko gekommen und dort gestorben. Meine Schwester und mein Bruder auch. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage<\/b>: Wann sind die gekommen? <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass<\/b>: Meine Schwester war ja schon vorher da. Das war ja der Grund, warum ich hierher kam. Die ist ein zwei Jahre vorher hergekommen&#8230;.Aber die hat ja&#8230;.kein Mensch hat ja geglaubt, da\u00df die Sache sich so zuspitzen wird und als ich herkam, wu\u00dfte meine Schwester gar nicht, da\u00df ich kam, ich konnte ihr ja nicht mitteilen, da\u00df ich komme, dann h\u00e4tte die Gestapo ja gewu\u00dft&#8230;wie&#8230;wohin ich geflohen bin. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Mein Bruder kam&#8230;.. 1937, meine Mutter kam 38, sogar meine Gro\u00dfmutter \u2013 die Frau meines Gro\u00dfvaters, die kam noch hierher &#8230;.mit&#8230;.falschen Papieren aus Portugal&#8230;.Aber die ist dann weiter nach New York, weil sie sich hier nicht wohlf\u00fchlte&#8230;..im Mexiko sich nicht wohlf\u00fchlte. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage<\/b>: Wie war das dann sp\u00e4ter in der Zeit als sie in Mexiko waren, das war ja wahrscheinlich&#8230;..die erste Zeit war ja wahrscheinlich sehr schwer und was haben sie nach der Textilgeschichte gemacht?<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass<\/b>:<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Ich war&#8230; ich hab mich mit 24 Jahren mit einer Mexikanerin verheiratet. Eine sehr gute und sch\u00f6ne Frau, mit der ich 15 Jahre verheiratet war mich aber scheiden liess, weil ich keine Kinder bekam&#8230;.ich wollte Kinder haben und habe gearbeitet &#8230;&#8230;und da hab ich immer noch diese Stoff verkauft &#8230; manchmal verlier ich den Faden &#8230; die Freundin meiner ersten Frau&#8230;.erz\u00e4hlte meiner ersten Frau&#8230;..wie herrliche Verdienstm\u00f6glichkeiten, wenn man Gladiolen anpflanzt&#8230;.also was soll ich ihnen lange sagen <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">&#8230; ich habe alles verkauft und hab mir in der N\u00e4he von Mexiko Land gemietet, Haus gemietet und habe eine Gladiolen Farm angelegt&#8230;ich der ich niemals was mit dem Land zu tun hatte&#8230;.hab \u00fcber eine Million Zwiebeln von den Staaten importiert und hab die sauberste Gladiolen Farm&#8230;bis zu 1,70 m hohe Blumen, die ich dann nach Mexiko brachte und dort auf dem Markt verkaufte. Das war ne f\u00fcrchterliche Arbeit &#8230;und nach acht Monaten hab ich da Angst bekommen, denn mein Sozius der hat mit mir nicht gut zusammengearbeitet. Wenn ich Sonne brauchte hab ich Regen bekommen, wenn ich Regen haben wollte, bekam ich Sonne. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Dann haben wir uns in Frieden getrennt. Ich habs aufgegeben. Verkauft, was es mich gekostet hat &#8230; da hab ich mich beteiligt an einer Giesserei. M\u00f6belbeschl\u00e4ge &#8230; aber &#8230; ich mu\u00dfte f\u00fcr die Produktion sorgen..ich war kein Fabrikant &#8230; ich musste auf Reisen gehen und verkaufen, das Gesch\u00e4ft lief fabelhaft &#8230; und nach n paar Monaten kamen die ersten Reklamationen &#8230; das war ein Metall, das leicht brach und da ich kein Gehalt bekam, mein Sozius hat nur arbeiten lassen..ich war nur beim Verdienst beteiligt&#8230;.und ohne angestellt..da hab ich mir gedacht, wenn der seine Interessen sch\u00fctzt &#8230; will ich meine sch\u00fctzen .<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">..da hab ich nichts von den den Reklamationen gesagt &#8230; sagt ihm ich kann hier nicht arbeiten&#8230; die &#8230; der Dampf von diesen &#8230; Dampf nicht der Rauch, der macht meine Lunge kaputt, hab mir auszahlen lassen &#8230; hat mir ausgezahlt &#8230; ein deutscher Freund und dann hab ich mit &#8230; meiner heutigen Fabrik begonnen vor 47 Jahren. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage<\/b>: Was machen sie da genau? <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass<\/b>: Schul &#8230; Schul und B\u00fcroartikel und da hab ich eigentlich immer nur Erfolg gehabt. Jetzt haben wir so viel Erfolg, da\u00df wir gar nicht mehr das liefern k\u00f6nnen, was wir verkaufen&#8230;<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage<\/b>: Wieviel Leute arbeiten da?<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich-Sass<\/b>: Ich weiss nicht genau, ich w\u00fcrde sagen 6 &#8211; 700 <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage<\/b>: Darf mach auch fragen, was f\u00fcrn Jahresumsatz dort gemacht wird? <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass<\/b>: Es gibt keine Geheimnisse, solange man immer ehrlich ist, kann man auch die Wahrheit sagen. Ich w\u00fcrde sagen..wir stellen dieses Jahr 12 Millionen Dollar her, was ein gro\u00dfer Betrag in Mexiko ist, nat\u00fcrlich durch die dauernde Abwertung des mexikanischen Pesos sind es viele Hundert Millionen Pesos oder Tausend Millionen Pesos &#8230;. ab er in Wirklichkeit sind es 12 Millionen Dollar. Aber ich muss ihnen sagen, mit 12 Millionen Dollar kann man ganz gut Geld verdienen&#8230;Umsatz&#8230;. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Und da hab mich meinen Sohn, meinen ersten Sohn, ich glaube ich bin t\u00fcchtig, aber ich glaube mein Sohn ist noch t\u00fcchtiger als ich, das ist ein wunderbares Erlebnis, wenn ein Vater noch mit erleben darf, da\u00df sein Sohn das Gesch\u00e4ft \u00fcbernimmt und so erfolgreich ist. Das ist eine sehr sehr gro\u00dfe Befriedigung. Au\u00dferdem ist mein Sohn ein ganz besonders guter Sohn.<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage<\/b>: Ist das ihr einziges Kind?<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass<\/b>: Wir haben f\u00fcnf Kinder. Meine Frau, eine Lettin, die sie ja kennen. Meine Frau ist die &#8230; ist vor den Kommunisten geflohen. Sie hatte gar keine Probleme mit den Nationalsozialisten die Lettland sozusagen befreit haben. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Die Letten sind ja &#8230; die deutschen Nazis sind ja dann nachher im Krieg in Lettland eingedrungen, als die Sie &#8230; Besieger \u00fcber die Kommunisten. Wie aber die Kommunisten dann wieder zur\u00fcck kamen, da ist meine Frau gefl\u00fcchtet nach &#8230; mit ihrer Familie nach Schweden. Und meine Frau war auch im Gef\u00e4ngnis wegen, weil sie eine J\u00fcdin gesch\u00fctzt hatte und war zum Tode verurteilt, also &#8230;. meine Frau kam nach Mexiko und wir haben uns dort getroffen &#8230; wir haben f\u00fcnf Kinder. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Mein \u00e4ltester Sohn hat die Fabrik, meine \u00e4lteste Tochter die ist im Haus, meine zweite Tochter, die zwei entz\u00fcckende Kinder, mein Sohn hat drei entz\u00fcckende Kinder und mein j\u00fcngerer Sohn hat jetzt in der Fabrik auch angefangen, der hat Film &#8230; Direktion studiert in London, aber ich wollt mal endlich sehen, dass er n paar Cents verdient und meine j\u00fcngste Tochter, die ist auch im Film &#8230; die ist Skript Superviser&#8230; ich wei\u00df nicht, was das ist &#8230; wissen sie was das auf deutsch ist? &#8230; Skript Girl? <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Ich kanns nicht sagen. Sie ist sehr t\u00fcchtig, sehr erfolgreich, sie war erst grade in Jamaika und jetzt hat sie einen Kontrakt bekommen nach Moskau zu gehen f\u00fcr zwei Monate um einen Film dort zu drehen&#8230;sie dreht ihn..sie ist nur der Superviser. Aber gottseidank ist der Film auf ein Jahr verl\u00e4ngert worden, was mir sehr angenehm ist &#8230; ich wei\u00df nicht was in den n\u00e4chsten Monaten in Ru\u00dfland passiert. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage<\/b>: Die ganzen j\u00fcdischen &#8230; alle j\u00fcdischen Betriebe in Deutschland sind ja enteignet worden und es sind ja immer nur so kleine Summen bezahlt worden. K\u00f6nnen sie dar\u00fcber auch was sagen? <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass<\/b>: Nachdem ich 1936 also Deutschland verlie\u00df und ich keine Beziehungen zu Menschen eigentlich hatte&#8230;wirklich keine &#8230; hab ich auch wenig geh\u00f6rt. Wir hatten alle gen\u00fcgend damit zu tun, uns ein Leben aufzubauen &#8230; wir mu\u00dften die Sprache lernen, wir mu\u00dften etwas Geld verdienen <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">&#8230; junge Leute &#8230; wir wollten uns doch vielleicht vergn\u00fcgen &#8230; wir haben uns eigentlich um die &#8230; um das Wohl der j\u00fcdischen &#8230; der deutschen Juden nicht sehr gek\u00fcmmert &#8230; was meine Person anbelangt. Ich wu\u00dfte nur eins &#8230; da\u00df der Jude keine Zukunft in Deutschland hatte und sich diejenigen retten, die irgendwie aus Deutschland noch rausgekommen. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage<\/b>: Nach dem Kriege waren sie doch auch wieder in der Bundesrepublik? Was hatten sie da so f\u00fcr Gef\u00fchle? <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass<\/b>: Das erste mal &#8230; dass ich wieder nach Deutschland ging war 1952 oder 53, das erinner ich nicht genau. Ich war vorher in Holland bei einem angeheirateten Onkel und flog dann von Amsterdam nach Hamburg <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">&#8230; Was sich da ereignet hat im emotionellen Innern von mir kann ich ihnen nicht erkl\u00e4ren &#8230; aber ich kann ihnen erkl\u00e4ren &#8230; was die Reaktion war. Wie das Flugzeug in Hamburg ankam, da stand in Neon &#8230; lila Neon Licht zweimal Hamburg. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Da hab ich gedacht, was m\u00fcssen diese Idioten zweimal Hamburg sagen&#8230;also eine starke Aggressivit\u00e4t. Und ich kam runter und da sah ich die deutsche gr\u00fcne Uniform &#8230; Hamburg hat ja gr\u00fcne Uniformen und da hab ich ihm meinen Pass hingeschmissen &#8230; ich war inzwischen Mexikaner&#8230; und da hat er zu mir gesagt gesagt &#8230; Herr Horst Urich Sass &#8230; sie sprechen auch deutsch? Hab ich gesagt&#8230;Ja. Ich hab &#8230; ich war sehr aggressiv &#8230; er hat sich nicht &#8230; er hat sich nicht st\u00f6ren lassen und da bekam ich einen furchtbaren Deutschenhass. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Die Nacht &#8230; das war der 21. M\u00e4rz &#8230; das erinnere ich noch &#8230; auf den 22. M\u00e4rz &#8230; wie ich morgends aufwachte hat es das erste mal in Hamburg geschneit. Es war sehr kalt &#8230; ich ging auf dem Jungfernstieg &#8230; um in einem Schuhgesch\u00e4ft Schuhe zu kaufen&#8230;..weil ich meine Sohlen d\u00fcnn sind &#8230; in Mexiko tr\u00e4gt man nur d\u00fcnne Sohlen und ich bin zuf\u00e4lliger weise in ein Schuhgesch\u00e4ft gekommen, hab mir Schuhe gekauft &#8230; und dann wie ich weg gegangen bin &#8230; da sind die Leute &#8230; von der Gegenseite &#8230; alle haben sie deutsch gesprochen &#8230; und da hab ich pl\u00f6tzlich eine solche Panik bekommen &#8230; da ist mir erstmal bewu\u00dft gewesen, dass ich wieder unter Deutschen war &#8230; hab ich so einen Deutschenhass bekommen, das k\u00f6nnen sie sich nicht vorstellen. Ich bin seinerzeit mit dem Wagen der Firma nach Paris gefahren <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">&#8230; ich lag in Scheidung&#8230; mit meiner Frau &#8230; ich hatte sehr gelitten und ich war also vollkommen verzweifelt, dass ich in Deutschland war&#8230; hatte einen furchtbaren Hass &#8230; das war die erste Reise in Hamburg und bald nachher lernte ich ja meine heutige Frau kennen &#8230; und ich hab ihr das erkl\u00e4rt, dass ich einen furchtbaren Deutschenhass hatte, da hat sie gesagt, du tust den Deutschen ja nichts schlechtes damit, aber dir tust du was schlechtes damit. Hass ist sinnlos und da hab ich mich selbst erzogen und der Hass ist weggegangen &#8230; ich hab \u00fcberhaupt keinen Hass &#8230; ich kenn keinen Hass gegen keinen&#8230;ich habe eine Aversion gegen das Deutsche. . . <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Nein &#8230; Ich w\u00fcrde nicht erlauben, da\u00df in meiner Familie ein deutsches Auto benutzt wird. Ich weiss, das es dumm ist, aber es gibt Dinge aus Tradition, die ich nicht tue &#8230; zum Beispiel meine Mutter hat mir statt Butter Margarine gegeben und seitdem ich das weiss &#8230; seit wir verheiratet sind &#8230; darf niemals Margarine ins Haus kommen. Nur aus Protest. Also das mit dem Hass hab ich nicht &#8230; aber ich hab einen furchtbaren Hass bekommmen &#8230; ich hatte ihn nicht &#8230; der ist pl\u00f6tzlich aufgetreten und dann waren wir sp\u00e4ter <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">&#8230; das was ich unterdr\u00fcckt hatte kam wieder raus &#8230; dann sind wir sp\u00e4ter meine Frau &#8230; dann waren meine Frau und ich, wir waren mit meinen gr\u00f6\u00dferen Kindern das heisst meine \u00e4lteste Tochter Senja und meinem \u00e4ltesten Sohn Edgar und unseren Nana &#8230; waren wir in Deutschland &#8230; erstmal&#8230;hab ich nen Nervenzusammenbruch bekommen&#8230; hab nen Nervenzusammenbruch bekommen &#8230; und dann wollt ich meinen Kindern den Platz zeigen, wo ich in einer &#8230; in Wolfenb\u00fcttel oder Sesen&#8230; ich erinner nicht mehr den Platz&#8230;da war ich in einer j\u00fcdischen Milit\u00e4rakademie &#8230; drei Jahre&#8230; das wollt ich zeigen &#8230; aber&#8230; das Geb\u00e4ude stand nicht mehr&#8230; jedenfalls ich war so deprimiert wir sind zum Arzt gegangen und hab gesagt &#8230; auf dem schnellsten Weg nach dem S\u00fcden<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">&#8230;aus Deutschland raus&#8230; also &#8230; wir sind nach Italien gefahren &#8230; haben \u00fcberhaupt keinen Platz bekommen &#8230; es war Hochsaison &#8230; das war mein zweites Erlebnis von Deutschland. Ich hatte unheimliches Heimweh &#8230; jahrelang &#8230; aber&#8230; da <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">dann sp\u00e4ter &#8230; zw\u00f6lfmal &#8230; jetzt ist alles tot &#8230; wenn ich jetzt hier diesen Garten sehe und die Pflanzen &#8230; Jede Pflanze hat doch Leben. Alles was ich in Deutschland heute sehe, hat kein Leben mehr. Es ist alles seelenlos f\u00fcr mich &#8230; ich sag nicht, dass es seelenlos ist &#8230; ich empfinde es vollkommmen &#8230; meine Gef\u00fchle &#8230; vollkommen &#8230; <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><strong>Ciedra Urich Sass:<\/strong> Es ist als wenn du nach Hongkong f\u00e4hrst. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass<\/b>: Nein&#8230; es ist&#8230; wenn ich Hongkong bin, das ist etwas fremdes &#8230; aber das &#8230; die Empfindung, die ich habe das ist eine absolute Leere. Vielleicht ist das Selbstverteidigung das ich nicht leiden soll. Ich empfinde nichts mehr<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">&#8230;das kann ich ihnen vielleicht auch nicht erkl\u00e4ren &#8230; was das bedeutet&#8230; Hamburg ist eine herrlich sch\u00f6ne Stadt &#8230; ich w\u00fcrde sagen&#8230;die sch\u00f6nste Stadt der Welt &#8230; ich hab viele St\u00e4dte gesehen&#8230;man hat gesagt &#8230; Rio de Janeiro sei so sch\u00f6n&#8230;.Hamburg ist eine wirklich sch\u00f6ne Stadt, aber ich sehe Hamburg als eine wirklich sch\u00f6ne Stadt an, aber Hamburg bedeutet mir nichts mehr. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage<\/b>: Das hat sicherlich mit den Menschen zu tun, die sie da kennengelernt haben.<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass<\/b>: Das will ich nicht sagen &#8230; das will ich nicht sagen. Ich hab wenig Menschen kennengelernt &#8230; Ich w\u00fcrde besser sagen &#8230; ich w\u00fcrde es so interpretieren &#8230; es wohl ein seelischer Protest, gegen das was man mir getan hat&#8230; mir und den Mitmenschen &#8230; ein Protest gegen das Unrecht, was ich erlebt habe. Das w\u00fcrde meine pers\u00f6nliche Interpretation sein. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage<\/b>: Die Schauburgen sind ja nun auch arisiert worden, wie die Nazis das genannt haben und die beiden Nachfolger&#8230;die die Schauburgen enteignet haben, oder die daran beteiligt waren, waren Romahn und Sch\u00fcmann. Haben sie die mal kennengelernt? <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass<\/b>: Ja beide. Beide hab ich sie kennengelernt. Ich fand sie beide sehr nett. Sie waren beide, glaub ich bei meinem Vater und meinem Onkel angestellt und haben die Situation seinerzeit wahrscheinlich f\u00fcr sich ausgenutzt<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">&#8230; als ich 1952 oder 53 nach Hamburg kam, war ich mit den beiden Herren zusammen &#8230; und Herr Sch\u00fcmann stellte mir seinerzeit noch einen Hamburger Exporteur vor &#8230; einen Herrn Dr. Fahrenkrug mit dem ich auch \u00f6fters Gesch\u00e4fte gemacht habe, ich hab etwas importiert &#8230; und dann starben beide Herren und ich bin auch mit dem Sohn bekannt &#8230; netter Mann. Wir haben nie was politisches &#8230; wir haben nie was pers\u00f6nlich zu tun gehabt&#8230;.sehr erzogener, netter Mann &#8230; wir hatten nie \u00fcber die Vergangenheit gesprochen&#8230; aber&#8230;die haben ja ein Drittel der \u00fcbrig gebliebenen Werte \u00fcbernommen, ein Drittel haben meine Verwandten in Brasilien und ein Drittel haben wir bekommen. Das war nicht viel. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage<\/b>: Es waren ja 12 Schauburgen und am Ende des Krieges waren ja &#8230; wenn ich richtig informiert bin &#8230; elf kaputt&#8230; oder zehn zerst\u00f6rt.<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass<\/b>: Sie haben andere &#8230; irgendwie andere Werte gehabt. Es war&#8230; ich kann Zahlen nicht erinnern &#8230; das wird mein Vetter vielleicht besser wissen. Aber ich war inzwischen schon ein relativ wohlhabender Mann und der Betrag, der mir zustand, war so un &#8230; uninteressiert uninterssant f\u00fcr mich. Es war ja auch keine&#8230; es waren keine grossen <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">&#8230; Es ist ja alles zerst\u00f6rt gewesen &#8230; sie konnten ja nicht &#8230; die &#8230; die Inhaber, die dieses Gesch\u00e4ft \u00fcbernommen haben, die haben ja auch den ganzen Wert durch den Krieg verloren, nicht. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage<\/b>: Aber solche Arisierungen sind ja in der Regel nicht zuf\u00e4llig passiert. Meistens waren es irgendwie &#8230; wenn ich das aus der Literatur richtig sehe &#8230; gute Parteigenossen, die die j\u00fcdischen Betriebe bekommen haben.<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass<\/b>: Es ist anzunehmen, da\u00df beide Herren in der Partei waren &#8230; und die Gelegenheit ausgenutzt haben, durch ihre politische Position sich dieses Gesch\u00e4ftes zu &#8230; anzueignen &#8230; aber davon kann ich ihnen nichts erz\u00e4hlen &#8230; ich bin nicht informiert. Und ich mag nicht etwas sagen, \u00fcber Menschen, die ich kurz kennengelernt habe und in einer Zeit &#8230; wo sie schon sozusagen besiegt waren &#8230; wo sie schon nicht mehr Inhaber sein konnten &#8230; wo sie sozusagen die Schuldigen waren &#8230; es &#8230; man soll den Besiegten an der Erde &#8230; auf der Erde nicht noch treten.<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage<\/b>: Waren sie selber mal als Kind \u00f6fter in diesen Kinos drin oder?<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass<\/b>: Sehr oft mit jungen M\u00e4dels (lacht). Da gab es n\u00e4mlich ein Kino, das hie\u00df City Theater am Steindamm. Und da waren so kleine Logen, da war ich ganz gerne mit jungen M\u00e4dels. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage<\/b>: Das City Theater gibts immer noch (1990!) wahrscheinlich nicht in der Form, wies damals bestanden hat&#8230; aber es gibt da noch eins &#8230; das heisst so.<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass<\/b>: Am Steindamm?&#8230; Ist in der N\u00e4he vom Hansa Theater gewesen. Ja mein Vater hatte auch die Scala in Altona, Faun am G\u00e4nsemarkt, Uhu in Wandsbek und irgendein ein Kost\u00fcm&#8230; ein Gesch\u00e4ft wo man Kost\u00fcme sich leihen kann&#8230; Kost\u00fcmverleih&#8230; Ja &#8230; Da war doch da mein &#8230; ein Onkel meiner beiden Vetter&#8230; der hiess Manfred Hirschel, seine Frau lebt heute noch in Sao Paulo, der hatte aus welchen Gr\u00fcnden der Familie <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">&#8230; das weiss ich nicht, der war an dem Waterloo Theater beteiligt. Ich glaube, die mochten sich gegenseitig nicht leiden &#8230; und wollten ihn nicht als Sozius haben. Jedenfalls &#8230; das war auch &#8230; der war auch noch in der Film &#8230; in der Filmfirma drin.<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage<\/b>: Entsinnen sie sich jetzt nur an die M\u00e4dchen oder auch an die Filme, haben sie da auch mal hingekuckt? <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass<\/b>: &#8230; Wenn ich jetzt zur\u00fcck &#8230; r\u00fcckw\u00e4rts zur\u00fcckdenke, dann erinner ich mich nicht mehr so sehr an die Filme, sondern mehr an die M\u00e4dels (lacht) und auch an die nicht mehr so viel. Inzwischen hab ich eine andere Einstellung zur Frau. Ich bin mit meiner Frau seit 37 Jahren gl\u00fccklich verheiratet und f\u00fcr mich gibts keine andere Frau. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass<\/b>:(zu Ciedra) Herr Meyer hat gefragt, ob ich mich mehr an die Kinofilme erinner oder mehr an die M\u00e4dels &#8230; hab ich gesagt, mehr an die M\u00e4dels aber in letzter Zeit denke ich nur an eine Frau und das bist du. Ich bin doch sehr in meine eigene Frau &#8230;bin sehr geschmacklos mu\u00df ich sagen &#8230; bin in meine eigene Frau verliebt. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Wenn ich mir vorstellen sollte, ich sollte noch mal in Hamburg leben, das w\u00e4r ja vielleicht &#8230; Sibiren f\u00fcr mich &#8230; das w\u00e4re f\u00fcr mich &#8230; wenn ich mir das vorstellen sollte ich sollte noch mal in Hamburg leben &#8230; das w\u00e4re der gr\u00f6\u00dfte Fluch&#8230; nicht &#8230; ich red nicht von Hamburg&#8230; ich m\u00fc\u00dfte in Paris leben &#8230; oder in London &#8230; wenn ich schon in Europa leben m\u00fc\u00dfte&#8230;nur in S\u00fcdspanien&#8230; <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage<\/b>: War das vorhin ein Witz mit ihren Gro\u00dfvater, der das Geld von in Monte Carlo, war der wirklich da? <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass<\/b>: Der hat ein System gehabt &#8230; Geld zu verlieren. (lacht) Der hat nach System gespielt. Nat\u00fcrlich &#8230; er hat &#8230; er war sehr wohlhabend und konnte systematisch verlieren (lacht) hat nicht gewonnen. Der musste oftmals &#8230; einspringen und die Finanzen &#8230; mein Vater war ein ziemlicher Draufg\u00e4nger &#8230; der hat gewu\u00dft &#8230; der alte wird &#8230;. sie nicht allein lassen. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage<\/b>: Das ja wahrscheinlich auch f\u00fcr die beiden f\u00fcr den Hugo Streit und den Hermann Urich-Sass viel Geld gekostet, wie sie die Schauburgen da gebaut haben und dann ging immer das Ger\u00fccht, der Gro\u00dfvater h\u00e4tte wahrscheinlich unter die Arme gegriffen. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass<\/b>: Das glaube ich, stimmte auch. Ich glaub schon. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Mein Vater war &#8230; er hatte eine &#8230; er hatte eine Notwendigkeit gehabt&#8230;kreativ zu sein &#8230; zu bauen. Das hatte ihm unheimliche &#8230; unheimlichen Spa\u00df gemacht und hat sich gesagt &#8230; der Gro\u00dfvater &#8230;. mein Schwiegervater wird uns schon helfen. Hat auch geholfen. Ich nehme auch an, sie haben auch &#8230; alles zur\u00fcckbezahlt, aber \u00fcber die finanziellen Lage weiss ich auch nichts. Jedenfalls &#8230; ich glaube &#8230; mein Onkel war ein sehr g\u00fctiger &#8230;ganz besonders g\u00fctiger Mann, aber sie &#8230; haben nie Entscheidungen treffen k\u00f6nnen&#8230;auch heute nicht meine Vettern &#8230; mein Vater die treibende Kraft &#8230; das darf ich ruhig sagen ohne meinem Onkel &#8230; n\u00e4her zu treten. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Ciedra:. <\/b>&#8230;Dein Sohn genauso, der vergr\u00f6ssert die Fabrik und treibt und macht und nie genug und die Streits auch in Brasilien &#8230; die waren Angestellte ihr Leben lang und waren bequem und haben zu nichts geschafft &#8230; die Streit Seite war sehr ruhig. Die konnten sich nicht entscheiden von Deutschland wegzugehen. Wenn mein Mann nicht gesagt hat, so jetzt ihr geht jetzt&#8230; sie w\u00e4ren vielleicht dageblieben, die konnten sich nicht entscheiden, die konnten nie was entscheiden &#8230;<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass<\/b>: Das Schicksal meiner Verwandten Streit ist mir zuzuschreiben. Mein Onkel rief uns, meine beiden Vettern und mich und sagte uns, wir haben einen Baumeister, der heisst Sass, sein Bruder kommt aus Brasilien, hat einen Zirkus, wir k\u00f6nnen ihm jetzt viel bares Geld geben und er gibt es euch auf dem Schiff zur\u00fcck was haltet ihr davon? Ich war der j\u00fcngste &#8230; hab ich gesagt, das Angebot m\u00fcssen wir annehmen <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">&#8230; ist die einzige M\u00f6glichkeit, wie wir rauskommen. Ich hatte schon sechs portugiesische Stunden &#8230; und dann mu\u00dfte ich fliehen aus Deutschland und sp\u00e4ter sind dann meine Vetter und meine Verwandten nach Brasilien ausgewandert &#8230; Der Zirkusbesitzer Sass hat nie Geld gegeben (lacht) Aber&#8230; mit meine Familie Streit wurde dadurch gerettet &#8230; ich war seinerzeit die treibende Kraft&#8230; der j\u00fcngere &#8230; herzensgute Menschen &#8230; aber nicht gen\u00fcgend Entscheidungskraft &#8230; so wars immer&#8230; unglaublich&#8230;<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage<\/b>: Wie ist das damals f\u00fcr sie gewesen &#8230; ich wei\u00df nicht ob ich die Frage richtig formulieren kann &#8230; Jude zu sein&#8230;bedeutet das sowas \u00e4hnliches&#8230; hat das sehr viel mit Religion zu tun oder &#8230;? <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass<\/b>: Ich kann ihnen nur folgendes sagen, als ich in Mexiko begann zu verkaufen, hatte ich Vertretung von Italien und aus England und was wei\u00df ich &#8230;und ging zu kleinen Gesch\u00e4ften, das waren meistens polnische oder russische Juden<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">&#8230;ich konnte doch kein spanisch und die konnten jiddisch sprechen&#8230;jiddisch und da hab ich mit denen jiddisch die haben mit mir jiddisch gesprochen und ich hab mit ihnen deutsch gesprochen und dann haben die Leute&#8230;.ham mir etwas abgekauft&#8230;und dann ham sie mir sich unterhalten, ob ich Jude oder Deutscher bin, eine Sache ist die Religion und die andere Sache ist die Nationalit\u00e4t&#8230;nein sagten die &#8230;es gibt nur eine Sache Jude zu sein&#8230;..hab ich gesagt nein&#8230;ich bin so erzogen worden das ich ne Nationalit\u00e4t habe und ne Religion &#8230; also&#8230; ich hab mich eben als Deutscher gef\u00fchlt<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">&#8230; und ich f\u00fchl mich auch heute noch als Europ\u00e4er &#8230; und als Jude f\u00fchle ich mich, weil ich mich mit meiner Familie identifiziere &#8230; aber einen Glauben an eine G\u00f6ttlichkeit habe ich nicht &#8230; Denn man sagt so oft, der liebe Gott und wenn ich denke es gibt einen lieben Gott und ich denke an das furchtbare Elend, was die Menschen leiden m\u00fcssen, dann verstehe ich nicht, wo die Liebe des Gottes ist. Also &#8230; <strong>Ciedras Zwischenruf<\/strong> \u00fcberhaupt keine Religion&#8230;<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><strong>Horst Urich Sass<\/strong>: &#8230;doch\u00a0 ich bin sehr religi\u00f6s. Ich bin sehr gl\u00e4ubig &#8230; Aber kein Jude &#8230; Nein Jude nicht. Jude sein ist ein &#8230; Ich halte es f\u00fcr eine &#8230; ich halte es f\u00fcr einen Stock &#8230; eine Religion haben zu m\u00fcssen &#8230; es heisst, die Menschen, die wenig denken &#8230; oder gar nicht denken k\u00f6nnen, die haben in ihrer Religion einen Stock &#8230; aber ich kann&#8230;Lebenshilfe?&#8230; Lebenshilfe mein ich, ja &#8230; Ich glaube an die Natur&#8230; ich glaube an alles was wahres und konkretes aber nicht abstraktes &#8230; ich kann abstrakte Ideen haben &#8230; aber die Religion<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">&#8230;obs bei primitiven oder hochkultivierten V\u00f6lkern ist &#8230; wenn mans genau analysiert &#8230; ist es doch nichts anderes als Macht&#8230;ich jedenfalls habe Symphatien f\u00fcr Israel &#8230; nicht weil es&#8230;nicht weil ich mit den Dingen, die das geschehen einverstanden bin &#8230; sondern, es hat sich nun dieser j\u00fcdische Staat gebildet und nun mu\u00df jeder Jude, der Jude sein will, mu\u00df damit es akzeptieren mit all seinen Fehlern&#8230;<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage<\/b>: Haben sie je \u00fcberlegt, ob sie dahin auswandern wollen? <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass<\/b>: Nach Israel? &#8230; Na das ist genauso, als ob sie mich fragen w\u00fcrden, ob ich heute in Uganda leben m\u00f6chte &#8230; es ist f\u00fcr mich vollkommen fremd. Ja. Israel &#8230; es gibt sicher viel Kulturleben dort und wenn ich fr\u00fch hingegangen w\u00e4re &#8230; oder ich h\u00e4tte dorthin emigrieren m\u00fcssen, dann w\u00e4re ich sicher ein sehr \u00fcberzeugter Israeli geworden &#8230;. denn es sind sehr sehr viele positive Dinge &#8230;\u00a0 aber ich bin kein&#8230; <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><strong>(zu Ciedra)<\/strong> wie nennt man die da? &#8230;.ich bin kein Zionist, nie Zionist gewesen &#8230; Naja das brauch ich ja nicht zu sein&#8230;&#8230;ein Fremdk\u00f6rper&#8230; Israel ist ein Fremdk\u00f6rper in diesem Teil der Welt&#8230;.umgeben von einem &#8230; von Mohammedanern, die sehr fanatisch sind bildet sich da ein kleines, tapferes, kluges, t\u00fcchtiges Volk und die Araber &#8230; glaub ich &#8230; f\u00fchlen sich besch\u00e4mt und sehen darin irgendeine Gefahr und auch der&#8230;.Hass, der besteht macht es dem Staate Israel es nicht leicht, dort zu leben. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage<\/b>: Waren sie mal in&#8230;.<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass<\/b>: Ja, sehr interessant. Wir warn ein paar mal dort. Au\u00dferordentlich interessant, aber&#8230; auch als ich nach Israel kam, hab ich sofort Dinge gesehen, die mir nicht gefallen hat&#8230;ich habe geglaubt&#8230;ich bin ja ein in gewisser Hinsicht ein sehr gro\u00dfer Idealist, ich habe geglaubt, wenn die Juden mal ihr eigenes Land&#8230;bekommen werden, dann werden sie es so pflegen &#8230;. es wird wie kleines &#8230; die Stra\u00dfen sind krumm und quer, die T\u00fcren sind schmutzig, also das war, ich konnts gar nicht verstehen &#8230; sie sind nicht besser und nicht schlechter als andere L\u00e4nder. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Ich hab nicht geglaubt &#8230; das ist mit so viel Blut&#8230; dieses Land &#8230; erk\u00e4mpft haben, dass sie nachher die Strassen nicht gleichm\u00e4\u00dfig gebaut haben, durcheinander gebaut haben und die T\u00fcren nicht sauber waren, das kann ich mir gar nicht vorstellen, aber es war unheimlich interessant &#8230; ich war mal&#8230; <strong>(zu Ciedra)<\/strong> war ich zuerst mit Edgar da? Mein Sohn war 11 Jahre alt&#8230;der war in einer zionistis &#8230; war in einer j\u00fcdischen Organisation, Sportverein &#8230; ich hab aber nicht gewu\u00dft, dass es Zionisten sind <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">&#8230; (lacht) eines Tages sagt mein Sohn zu mir&#8230;Papi zu meinem Geburtstag m\u00f6chte ich gerne &#8230; zu meinem 11 j\u00e4hrigen Geburtstag m\u00f6chte ich gerne, da\u00df du mich nach Israel bringst. Ich hab geglaubt, ich bin &#8230; ich hab nicht richtig geh\u00f6rt &#8230; aber ich bin mit meinem Sohn nach Israel gefahren &#8230; und das war einige Wochen nach der Beendigung des Sechs Tages Krieges und da haben wir gestanden und einmal hat mein Sohn &#8230; er wollte was hochnehmen<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"> &#8230; nein, nein, nein&#8230; das war ne Handgranate &#8230; es war noch alles nicht gesperrt&#8230; wir waren noch in einer gewissen &#8230; es war noch nicht alles abgesperrt &#8230; dann sind wir nachher &#8230; sind wir mit einer weiteren &#8230; weitl\u00e4ufigen Cousine von mir sind wir mit ihrem Wagen durch den Sinai gefahren &#8230; mein Sohn &#8230; und dann haben wir gesehen am Horizont kam die Eisenbahn zur\u00fcck&#8230; lange,lange Eisenbahnen voll von Tanks, die von den Schlachtfelder zur\u00fcckgebracht wurden &#8230; zur\u00fcck nach Israel&#8230; <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">ich bin seinerzeit mit der Air France zur\u00fcckgeflogen, das war der erste Flug, den die Air France gemacht hat und mein Koffer&#8230; ein Koffer von mir ging verloren &#8230; ich war ja schon mit ihr (lacht), ich hatte einen Sohn von ihr&#8230; aber ich war nicht verheiratet mit ihr &#8230; also jedenfalls ich habe meiner Frau&#8230;Schmuck &#8230; arabischen Schmuck gekauft &#8230;.hast du den bekommen&#8230; ja den hab ich bekommen&#8230; und ich hab&#8230;all die Fotografien sind verloren gegangen &#8230; war da in dem Koffer waren&#8230;also die wertvollsten Sachen hab ich verloren &#8230; Ciedra (unverst\u00e4ndlich) <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Dann erinnere ich mich noch, wir sind zur\u00fcckgefahren durch eine arabische &#8230; arabisches Dorf, das hiess Ariesch glaub ich &#8230; Ariesch &#8230; in der N\u00e4he von der Grenze und das sassen die ganzen Araber&#8230; sehr bedr\u00fcckt &#8230; und ich kam mit einem Wagen aus &#8230; Israel Nummer&#8230; ich f\u00fchlte mich sehr besch\u00e4mt, da\u00df ich als Sieger durchfuhr <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">&#8230; ich bin ja kein Sieger gewesen &#8230; ich fand es nur schrecklich wie die Leute so besch\u00e4mt zu sehen &#8230; das waren die Besiegten &#8230; es war seinerzeit sehr sehr unangenehm f\u00fcr mich &#8230; was war das 19&#8230;? Wann war das &#8230; sieben &#8230;. der Krieg &#8230; das war&#8230; Edgar war elf Jahre alt &#8230; jetzt ist er dreiunddreissig &#8230; zweiundzwanzig Jahre zur\u00fcck das w\u00e4ren neunzig, achtzig, siebzig, das muss siebenundsechzig\/achtundsechzig gewesen sein der Krieg&#8230; wissen sie das zuf\u00e4lligerweise? <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Siebenundsechzig.<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><strong>Horst Urich Sass:<\/strong> Da war ich da. Unheimlich interessant, dann waren wir noch mal da, da war eine bestimmte Messe unterhalb einer katholischen Ciedra: orthodoxe Kirche, die hatten die Geburt von Jesus &#8230; Waren sie mal in Jerusalem? <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Das m\u00f6chte ich auch gerne, nach Jerusalem, das ist das gr\u00f6\u00dfte Erlebnis &#8230; Ciedra: Drei Religionen, die katholische?, die j\u00fcdische Religion und die mohamedanische alle vereint dort <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass<\/b>: Die gr\u00f6\u00dften Eindr\u00fccke in meinem Leben&#8230;.da wo ich nicht reingegangen bin&#8230;.das sind die Erinnerungen an die &#8230;.Holocaust&#8230;.da bin ich nicht reingegangen. Da gibts doch so einen Platz, wo man alles sehen kann&#8230;ich bin da nicht reingegangen&#8230;ich kann so\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 was nicht sehen&#8230;.also die gr\u00f6\u00dften Eindr\u00fccke, die ich vom Leben habe&#8230;.das ist Erbeben&#8230;.das k\u00f6nnen sie sich nicht vorstellen, das grauenhafteste was sie sich vorstellen, dann das Erleben eines&#8230;eines wie ein geboren wird &#8230; wie ein &#8230; was nachts losgeht&#8230; das Feuer&#8230; wie ein Vulkan bildet &#8230; an einem Vulkan stehen und an einem Vulkan stehen und &#8230;. wie heisst das&#8230;.Lava&#8230;.Lava rausquillt &#8230; nachts &#8230; Ciedra sind wir spazieren gegangen&#8230; stand draussen &#8230; alles andere war Lava&#8230;<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass<\/b>: Das ist ein Eindruck und Jerusalem &#8230;ein unheimlicher Eindruck &#8230; mein gr\u00f6\u00dfter Eindruck nat\u00fcrlich war, als ich meine Frau gesehen habe. Das will ich noch kurz erz\u00e4hlen. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Ich wollte nicht&#8230;ich war sieben Monate geschieden, ich war sehr deprimiert, ich hab meine Frau &#8230; mich nicht scheiden lassen, weil ich sie nicht lieb hatte &#8230; sondern ich wollte Kinder haben&#8230;..ich war wahnsinnig hungrig nach Kindern und dann bin ich eines Samstags mit einem Bekannten nach Kuana Vaka gefahren, einem Vorort von Mexiko gegen meinen Willen, aber ich war alleine, der hat mich mitgeschleppt <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">und &#8230; ein anderer Mann ist auch mitgefahren mit dem auch nicht gerne gesinnt war und dann sind sie ein kleines Privathaus gegangen, wo eine Fest stattfinden sollte und ich wollte auch nicht in den Garten reingehen&#8230;zum Schluss haben sie mich da reingeschleppt&#8230; in den Garten und da sah ich auf eine Entfernung von &#8230; so wie diese B\u00e4ume&#8230; ungef\u00e4hr zwanzig Meter entfernt &#8230; stand an einem Swimming Pool eine junge Frau &#8230; im Badeanzug &#8230; und als ich sie sah&#8230;dachte ich mir&#8230;.das ist die Mutter meiner Kinder&#8230;..hab mich in sie verliebt&#8230;.(lacht) ich hab nach ersten zweiten Tag schon gesagt zu meiner Frau&#8230;.wieviele Kinder m\u00f6chtest du haben? Das war meine Heiratserkl\u00e4rung. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage<\/b>: Wie haben sie die angesprochen? <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass<\/b>:&#8230;Nachher &#8230; wir haben zusammen getanzt die ganze Nacht &#8230; da war ein Fest &#8230; ich hab sie nat\u00fcrlich nicht mehr allein gelassen, sie hat sich sehr h\u00fcbsch angezogen zu dem Fest &#8230; ich musste Karten spielen &#8230; ich war ganz nerv\u00f6s &#8230; ich wurde gern mit ihr zusammen &#8230; und zum Schlu\u00df war ich mit ihr zusammen bis 4 Uhr morgends &#8230; und hab mich so sehr in sie verliebt&#8230; ich hab keine andere &#8230; ich hatte mich gerade mit einer anderen sehr h\u00fcbschen Frau &#8230; mit einer Schauspielerin befreundet gehabt&#8230;ich hab sie stehengelassen und &#8230; bin dann das Opfer dieser Frau geworden&#8230;<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage<\/b> an Ciedra: Stimmt das? <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass<\/b>: Als Europ\u00e4er&#8230; in Mexiko eine Europ\u00e4erin zu finden, und ein Leben aufzubauen, das ist sehr sehr schwer&#8230; gerade in Mexiko Stadt &#8230; meine Frau auch&#8230;.meine Frau hatte gewisse Prinzipien, sie wollte gerne einen Europ\u00e4er heiraten &#8230;die Mutter hatte ihr gesagt, sie soll einen Juden heiraten&#8230;weil die j\u00fcdischen M\u00e4nner angeblich gute V\u00e4ter sind, was ich ja nun nicht war, das kriege ich jeden Tag vorgeworfen &#8230;.ich sagte, du sagst doch ich bin ein so schlechter Vater&#8230;.und meine Frau hatte gedacht&#8230;wenn der Jude&#8230;der europ\u00e4ische Jude noch ein paar Cents &#8230; Pfennig dabei hat &#8230; dann ist das gar nicht schlecht &#8230; ich hatte ein paar Cents&#8230;.also dann gings ziemlich schnell &#8230; die Entscheidung der Frau&#8230; sie war auch so h\u00e4\u00dflich &#8230; dass sie sich gefreut hat noch einen &#8230; Mann bekommen hat. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage<\/b>: Und was war mit der Mitgift? <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass<\/b>: Mitgift&#8230;auf die warte ich ja immer noch. (lacht)&#8230; Nun sagen sie mir mal &#8230; Wie heisst das wenn man kompensiert. Nun sagen sie mir mal &#8230; ich h\u00e4tte niemals die Tropen kennen gelernt&#8230; Subtropen &#8230; ich h\u00e4tte niemals erlebt &#8230; eine Nacht zu \u00fcberleben mit 44 Grad Hitze ohne eine Dusche zu haben, das heisst die Dusche war da, aber sie war noch heisser als 44 Grad &#8230; ich war im Tropen in einem Hotel&#8230;irgendwas zu sagen &#8230; das war Tropenregen &#8230; und das Hotel war nicht &#8230; war &#8230; liess Wasser durch <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">&#8230;da hab ich ein Doppelbett gehabt&#8230;.und da hab ich geschlafen und dann bin ich aufgewacht, weil die Tropfen an meinem Bein runterliefen &#8230; da hab ich mich auf die andere &#8230; da ist es da runtergekommen und so bin ich mit dem Bett die ganze Nacht hin und hergewandert (lacht) und hab Regen bekommen, solche Dinge &#8230; ich mein es sind tausende von solchen Sachen &#8230; hab ich erlebt&#8230;die ich in Europa wahrscheinlich nicht erlebt h\u00e4tte. Ich bin sehr viel &#8230; wie sagt man&#8230;wenn du mich nicht geheiratet h\u00e4ttest&#8230;.das ist ja nur Schicksal&#8230;ich weiss nicht wer &#8230;die oder der beg\u00fcnstigte war <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">&#8230;. (lacht) Ciedra: Du sagst immer du bist verheiratet&#8230;wir sind verheiratet&#8230;ich bin verheiratet&#8230;.wir sind gl\u00fccklich verheiratet..Ich bin der verheiratete und meine Frau ist gl\u00fccklich. Und die Kinder und die Enkelkinder<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">&#8230;ich bin ein alter Vater&#8230;ich bin erst mit vierzig Jahren Vater geworden, dadurch dass ich schon mal vorher verheiratet war ich bin aber auch jetzt in guten Beziehungen zu meiner ersten Frau&#8230;sie hat sich auch wieder verheiratet &#8230;.hat ein Kind angenommen &#8230; aber der hab ich&#8230;.wenn ich ein menschliches Unrecht begangen habe,dann war es ihr gegen\u00fcber&#8230; ja &#8230;<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Frage<\/b>: Ich kann es ja nachrechnen, aber wie alt sind sie jetzt genau. Ich bin genau&#8230; sechsundsiebzigeinhalb Jahre &#8230;<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Horst Urich Sass<\/b>: Wie gef\u00e4llt es dir in dem warmen Wasser? <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><strong>Fotos:<\/strong> Meine Schwester Vera, mein Bruder Hans J\u00fcrgen, das mu\u00df 1921 gewesen sein. Der in der Mitte ist mein Gro\u00dfvater James Henschel zur linken ist mein Onkel Hugo Streit zu rechten ist mein Vater Hermann Urich-Sass. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Das ist seinerzeit von Foto Schauburg aufgenommen worden&#8230;das waren Freunde von meinen Eltern, die ein Fotostudio in verschiedenen Schauburgen hatten. &#8230; Ich w\u00fcrde annehmen das mu\u00df Ende der zwanziger Jahre gewesen oder 1930.<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Das ist mein Vater, den ich ganz besonders geliebt habe&#8230;<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Fotoerkl\u00e4rungen<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>Das Interview wurde am 20. Juli 1990 in Beverly Hills, Californien, USA gemacht. Fragen: Jens Meyer, Kamera: Dietmar Bruns.<\/strong><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b><a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/HorstUrichSass1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-6264\" src=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/HorstUrichSass1-1024x696.jpg\" alt=\"HorstUrichSass1\" width=\"640\" height=\"435\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/By-nc-sa_color.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-5796 alignleft\" src=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/By-nc-sa_color.png\" alt=\"By-nc-sa_color\" width=\"207\" height=\"140\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/By-nc-sa_color.png 720w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/By-nc-sa_color-300x202.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 207px) 85vw, 207px\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Nilpferdzweiaugen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-5636 alignright\" src=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Nilpferdzweiaugen-1024x759.jpg\" alt=\"Nilpferdzweiaugen\" width=\"244\" height=\"181\" \/><\/a>Fotos Jens Meyer<a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/UrichSassAlpineDrive.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6289 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/UrichSassAlpineDrive-1024x692.jpg\" alt=\"UrichSassAlpineDrive\" width=\"770\" height=\"521\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Tieresehendichan31.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7184 alignright\" src=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Tieresehendichan31-1024x780.jpg\" alt=\"Tieresehendichan3\" width=\"108\" height=\"82\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/?attachment_id=9739\" rel=\"attachment wp-att-9739\">pdfBerichtvonFritzKuhnertUFA05021932<\/a><\/b><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/?attachment_id=9749\" rel=\"attachment wp-att-9749\">pdfurichsassinterview<\/a><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Horst Urich Sass ist am 19. April 2000 in den USA verstorben. Ciedra Urich Sass (Seine zweite Ehefrau) ist am 26. September 2016 in den USA\u00a0 (Beverly Hills) gestorben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>pdfurichsassinterviewInterview mit Horst Urich Sass, in Beverly Hills, Californien, USA Sohn des Hamburger Kinobesitzers Hermann Urich Sass. (Henschel Film &#8211; &amp; Theater Konzern Hamburg) Protokoll des Gespr\u00e4chs vom 20. Juli 1990 Frage: Wann genau sind sie genau geboren? Horst Urich Sass: Am 1. Februar 1914. Also ich bin noch Friedensware.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2358,1988,2449,2210,2,69,756,758,2069,1245,945,1726,470,53,293,5,36,6,12,1536,10,826,49,2482,1388,35,2304,1725,757],"tags":[660,3602,773,3618,526,3620,529,769,528,763,777,771,765,522,2483,486,767,525,521,520,3547,48,524,3548,759,775,3603,3540,755,661,762,761,768,774,3553,527,659,753,764,492,772,766,523,326,518,770,517,32,754,516,41,3619,760,531,658,776,3883],"class_list":["post-381","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-2358","category-1988","category-2449","category-2210","category-pro-bla","category-arisierung","category-beverly-hills","category-californien","category-filmbuero-hamburg","category-fotoarchiv-jens-meyer","category-fotos","category-genannt-sass","category-geschichten-aus-dem-leben","category-heinz-b-heisig","category-heinz-riech","category-henschel-film-konzern","category-hermann-urich-sass","category-im-kino","category-jeremias-henschel","category-juedischer-friedhof-hamburg-ohlsdorf","category-kinogeschichte","category-licht-bild-buehne","category-lichtbildbuehne","category-los-angeles","category-norbert-kobler","category-richard-adam","category-talmud-tora-schule","category-urich","category-usa","tag-amsterdam","tag-antisemitismus","tag-besiegten","tag-beverly-hills","tag-butter","tag-californien","tag-city-theater","tag-deutschenhass","tag-deutsches-auto","tag-devisenexperte","tag-edgar-urich-sass","tag-fahrenkrug","tag-falsche-papiere","tag-freiheitsberaubung","tag-friedensware","tag-gestapo","tag-giesserei","tag-gladiolen","tag-hagenbeck","tag-henny-porten","tag-hermann-urich-sass","tag-horst-urich-sass","tag-hugenberg","tag-hugo-streit","tag-hund","tag-israel","tag-james-henschel","tag-jeremias-henschel","tag-juden","tag-jungfernstieg","tag-kommanditgesellschaft","tag-leeds","tag-lettland","tag-logen","tag-manfred-hirschel","tag-margarine","tag-mexiko","tag-monte-carlo","tag-nazis","tag-new-york","tag-parteigenossen","tag-portugal","tag-rassenschande","tag-romahn","tag-rothenbaumchaussee","tag-schauburgen","tag-schlueterstrasse","tag-schuemann","tag-spartakus","tag-spartaner-aufstand","tag-ufa","tag-usa","tag-vera-cruze","tag-waterloo-theater","tag-zeppelin","tag-zionist","tag-zirkusdirektor-sass"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/381","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=381"}],"version-history":[{"count":40,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/381\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":31103,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/381\/revisions\/31103"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=381"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=381"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=381"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}