{"id":384,"date":"2014-06-10T09:10:36","date_gmt":"2014-06-10T09:10:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=384"},"modified":"2025-07-27T08:12:02","modified_gmt":"2025-07-27T08:12:02","slug":"malve-heisig-witwe-von-heinz-b-heisig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=384","title":{"rendered":"Waterloo Kino &#8211; Malve Heisig &#8211;  Witwe von Heinz Bernhard Heisig"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n<p><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/pdf-Protokoll-Malve-Heisig.pdf\">pdf Protokoll Malve Heisig<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Tieresehendichan31.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7184 alignleft\" src=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Tieresehendichan31-1024x780.jpg\" alt=\"Tieresehendichan3\" width=\"101\" height=\"77\" \/><\/a>Protokoll eines Gespr\u00e4ches mit <b>Malve Heisig,<\/b> <b>am Dienstag, d. 24. Januar 1989<\/b> im Haus der Jugend M\u00fcmmelmannsberg. Malve Heisig ist zu diesem Zeitpunkt 72 Jahre alt. <!--more-->Sie war verheiratet mit Heinz Bernhard Heisig, der 1984 gestorben ist. Geboren ist er 1900 <strong>(*)<\/strong>. Sie hat Heinz B. Heisig 1961 geheiratet, nachdem sie ihn 1956 im Esplanade Kino kennengelernt hatte. Er war damals der Besitzer dieses Kinos. Geboren ist Heinz B. Heisig 1900.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Folgende Aufzeichnungen habe ich 1989 nach dem Gespr\u00e4ch angefertigt:<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><strong>Malve Heisig<\/strong>, Keramische Unikate, Heimfelder Strasse 48, Witwe von Heinz B. Heisig, der 1984\u00a0 gestorben ist. Sie ist 1989-\u00a0 72 Jahre alt. Malve H. hat ihren Mann 1956 im Esplande Kino kennengelernt. 1961 haben sie geheiratet. Er ist Jahrgang 1900. Das Waterloo Theater in der Dammtorstrasse 14 wurde von James Henschel gegr\u00fcndet. <\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">1919 wurde es an die Hirschel Gruppe (Juden) verkauft. Heinz B. Heisig war bei seinem Vater 1918 als Vorf\u00fchrer in Recklinghausen angestellt. Dann versuchte er sein Gl\u00fcck als Filmtheaterleiter in Liegnitz, Danzig und Tilsit. Wegen seiner Erfolge holte ihn 1923 die UFA und setzt ihn in verschiedenen Theater der Ufa in Essen, W\u00fcrzburg, Worms und Berlin ein. <\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><strong>Anmerkung 2022<\/strong>: Die <strong>Norddeutsche Filmtheater KG Hirschel &amp; Co<\/strong> (American Kino, Theater am Nobistor, Neues Reichstheater, Inhaberin: Frau Rosa Hirschel), wurde 1933 enteignet. Sie nennen es &#8222;Arisierung&#8220;. Die\u00a0 Familie Hirschel fl\u00fcchtet aus Deutschland. Nach dem Krieg verlangt Manfred Hirschel am 28. September 1949 beim &#8222;Central Claims Registry in Bad Nenndorf&#8220; die R\u00fcckgabe seines\u00a0 <strong>Waterloo Kinos.<\/strong> Doch die neuen Eigent\u00fcmer, ma\u00dfgeblich <strong>Clara Esslen<\/strong> und <strong>Heinz B. Heisig<\/strong>, wollen nichts zur\u00fcckgeben. Es kommt zum Proze\u00df vor der sog. &#8222;Wiedergutmachungskammer&#8220; des Hamburger Landgerichtes. <\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><strong>Anmerkung 2022<\/strong>:In einem Filmbuch, erschienen in Hamburg 2008, wird der Nutznie\u00dfer einer &#8222;Arisierung&#8220; in folgender Weise vorgestellt: &#8222;Heinz B. Heisig l\u00f6ste 1934 (Manfred) Hirschel als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer ab&#8220;. Besser kann man einen Raub nicht verharmlosen.<br \/><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">1930 wurde im Ufa Konzern der nationalsozialistische Druck sp\u00fcrbar, das Unternehmen <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">wurde von \u201cj\u00fcdischen Elementen gereinigt\u201c. Heinz Bernhard Heisig ging von der Ufa weg zur <strong>Waterloo Theater<\/strong> Inhaberin: Frau Clara Esslen. W\u00e4hrend der Nazi Zeit in Hamburg das einzige Kino, in dem auch Filme gezeigt werden, die sonst nicht auf der Linie der Reichsfilmkammer des Herrn Goebbels lagen. Gegen\u00fcber im Geb\u00e4ude der Schulbeh\u00f6rde hatte die Gestapo einen ihrer Hamburger Sitze. <\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Malve Heisig ist verbittert, das an dem Geb\u00e4ude zwar ein Hinweisschild auf den Architekten, aber kein Hinweis auf die Gestapo vorhanden ist. 1945 ist Heinz Bernhard Heisig in Hamburg der einzige Filmtheaterleiter, der f\u00fcr die Besatzungsbeh\u00f6rden noch vorzeigbar ist. Er ist der einzige Hamburger Kinobesitzer ohne NSDAP Mitgliedschaft.<br \/><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Die Gunst der Stunde nutzt Heinz Bernhard Heisig: In den ehemaligen Tanzsaal des Esplanade (Hotels) baut er das Esplanade Kino ein. In D\u00fcsseldorf baut er das Residenz Theater (1943 v\u00f6llig zerst\u00f6rt) wieder auf. Weiterhin ist er auch Mitinhaber der \u00bbWaterloo Theater GmbH\u00ab in der Dammtorstrasse 14. Kreditgeber f\u00fcr \u00bbEsplanade\u00ab und \u00bbResidenz\u00ab Theater: Franz\u00f6sische Kreditgeber: \u00bbPallas Filmverleih\u00ab.<br \/><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><strong>Anmerkung 2023: <\/strong>Die Besitzerin Clara (Klara) Esslen u. Miteign. der Grundst\u00fccke Dammtorstr. 14\/15 verpachten das \u00bbWaterloo\u00ab Kino an \u00bbMGM\u00ab. Von nun an hat es den Namen \u00bbMGM-Waterloo\u00ab. Heinz Heisig, der das Kino seit 1932 gemacht hatte, erf\u00e4hrt aus der Zeitung von dem neuen P\u00e4chter. N<\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">ach dem Tod von Clara Esslen (1959) \u00fcbernimmt die Erbengemeinschaft, bestehend aus Eva Haass, geb. Esslen, Werner Eberhard Erlo Esslen und G\u00fcnther Esslen die Grundst\u00fccke Dammtorstr. 14\/15. <\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><strong>1963<\/strong> wird das \u00bb<strong>Esplanade Kino\u00ab<\/strong> renoviert. Zum Teil mit Material aus dem Capitol Theater in der Hoheluftchaussee 52. Im Esplanade Theater findet die deutsche Erstauff\u00fchrung des Filmes \u201cOrphee\u201c von Jean Cocteau in Anwesenheit des Regisseurs statt.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Axel Springer ist w\u00e4hrend der Nazi Zeit Volont\u00e4r bei Heinz B. Heisig. Im Waterloo findet die Premiere von \u201cSterben f\u00fcr Madrid\u201c in der Nazi Zeit statt. \u201cDas Waterloo war son kleines Widerstandsnest.\u201c (Malve Heisig)<\/span>.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Mit dem Wechsel der offiziellen Linie ab 1955 wurde die Situation f\u00fcr Heinz (Heinrich) Bernhard Heisig immer schwieriger. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Er wurde als Kommunist denunziert. Das Haus (Hotel) in der Esplanade wurde an den Phrix Konzern verkauft, der einige Jahre sp\u00e4ter ebenfalls in wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet und an BASF verkauft wurde. <\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">1966 erkrankte Heinz Bernhard Heisig schwer. Das Esplanade Theater kam in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Zwei Monatsmieten war Heinz Bernhard Heisig im R\u00fcckstand. Das Unternehmen war noch nicht schuldenfrei. 150.000,&#8211; DM. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Er verhandelte darauf hin mit der Firma Robert Billerbeck wegen der \u00dcbernahme des Hauses. <\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Sp\u00e4ter verhandelte der Phrix Konzern in der gleichen Sache und wurde mit Herrn Robert Billerbeck handelseinig. Kaufpreis ist nicht bekannt. Malve Heisig sch\u00e4tzt die Kaufsumme auf 600.000 DM. <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Die urspr\u00fcngliche Besitzerin des Esplanade Hotels war Frau Lange, der geh\u00f6rte auch der Reichshof, die verkaufte an den Phrix Konzern. <\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><strong>Baubeginn<\/strong> Esplanade 1947. Gro\u00dfes Kino mit 400 Pl\u00e4tzen. Fertigstellung 1948. <\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Zur Premiere des Films \u00bb<strong>Ehe im Schatten\u00ab<\/strong> mit Ilse Steppat im <strong>Waterloo Theater<\/strong> nach dem Kriege, vermutlich <strong>am 3.10.1947<\/strong> (Start in den Westzonen) Datum ???, war auch <strong>Veit Harlan<\/strong> erschienen. Es hatte ihn niemand eingeladen. Heinz Bernhard Heisig verwies ihn des Theaters. Der <\/span><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Film von \u00bbKurt Maetzig\u00ab wurde in der Sowjetischen Besatzungszone gedreht. (BRD und DDR wurden erst sp\u00e4ter gegr\u00fcndet). <\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\">Die Urauff\u00fchrung des Filmes war am <strong>3. Oktober 1947<\/strong> im \u00bb<strong>FAT\u00ab<\/strong> <strong>\u00bbFilmtheater am Friedrichshain\u00ab<\/strong> (Berlin, sowjetischer Sektor) und am gleichen Tag in der <strong>Kurbel<\/strong> (Berlin, britischer Sektor), im <strong>Prinzenpalast<\/strong> Gesundbrunnen (Berlin,\u00a0 franz\u00f6sischen Sektor),im <strong>Cosima<\/strong> (Berlin, amerikanischen Sektor) und vielleicht auch am gleichen Tag im <strong>Waterloo Theater<\/strong> (Hamburg, britischen Sektor)<br \/><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><strong>PS<\/strong>: Malve Heisig kannte die Geschichte ihres Mannes aus eigener Kenntnis erst ab 1956. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b>Jens Meyer (1989\/2023)<br \/><\/b><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Courier New,monospace;\"><b><a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Tieresehendichan31.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7184 alignright\" src=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Tieresehendichan31-1024x780.jpg\" alt=\"Tieresehendichan3\" width=\"122\" height=\"93\" \/><\/a><\/b><\/span><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\"><b> Nachtrag 2020: Ein Leserbrief an das Hamburger Flimmern <\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">ver\u00f6ffentlicht im: <\/span><\/span><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">(<strong>Hamburger Flimmern 4\/98<\/strong>, <strong>Seite 7<\/strong>) <\/span><\/span><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Esplanade-Kino: <\/b><em>&#8222;Ihr Artikel \u00fcber das \u201eEsplanade\u201c- Kino hat mir gut gefallen. Durch einen Zufall habe ich 1989 die Witwe von Heinz B. Heisig, Malve Heisig, kennengelernt. Sie war damals 72 Jahre alt und hatte noch eine Menge weitere Informationen zum Lebensweg ihres Mannes erz\u00e4hlt, auch aus einer Zeit, in der sie noch nicht mit ihm zusammen war. <\/em><\/span><\/span><em><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Das \u00bbWaterloo-Theater\u00ab wurde in der NS-Zeit enteignet (arisiert). Es geh\u00f6rte der j\u00fcdischen Firma Nordeutsche Filmtheater KG (Manfred Hirschel), die das Kino 1929 von Hugo Streit und Herman Urich Sass \u00fcbernommen hatte. Neue \u201earisch-deutsche\u201c Besitzerin wurde Frau Clara Esslen, die als Witwe die beiden Grundst\u00fccke Dammtorstr. 14 und 15 von ihrem verstorbenen Ehemann Karl Friedrich Esslen geerbt hatte. Heinz Bernhard Heisig wurde als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der\u00a0 Neugr\u00fcndung: \u00bbWaterloo Theater GmbH\u00ab eingestellt. Vorher, von 1923 bis 1934, war er Theater-Direktor der UFA in Berlin (u. a. im dortigen UFA-Palast). <\/span><\/span><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">W\u00e4hrend der Zeit als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des \u201eWaterloo\u201c-Theaters (1934-1945) wurde das \u201eWaterloo\u201c von der UFA mit Liefersperren neuer Filme behindert, so da\u00df Heisig gezwungen war, andere Filme zu zeigen. Das f\u00fchrte u. a. dazu, dass hier auch lange Zeit noch amerikanische Filme gezeigt wurden. Das f\u00fchrte mit dem Einmarsch der britischen Truppen fast automatisch dazu, da\u00df er als einziger Hamburger Kinobesitzer als \u201eunbelastet\u201c galt und als erster wieder eine Lizenz von den Alliierten Milit\u00e4rbeh\u00f6rden erhielt. Alle anderen Kinobesitzer standen bei Heisig Schlange, um einen <strong>\u00bbPersilschein\u00ab<\/strong> von ihm zu bekommen. Er mu\u00df sehr gro\u00dfherzig gewesen sein, was sich jedoch sp\u00e4ter nicht f\u00fcr ihn ausgezahlt hat. Clara Esslen, der das Grundst\u00fcck geh\u00f6rt,\u00a0 verpachtet\u00a0 das Kino 1957 an\u00a0 \u00bb<strong>MGM\u00ab. <\/strong>Das Kino bekommt den Namen \u00bbMGM-Waterloo\u00ab. <\/span><\/span><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Auch Herr Robert Billerbeck hat sich Bei der \u00dcbernahme des \u00bbEsplanade\u00ab Kinos nicht besonders erkenntlich gezeigt. 1966 erkrankte Heinz Bernhard\u00a0 Heisig schwer, so da\u00df er sich entschlo\u00df, das Kino zu verkaufen. Er verhandelte mit Robert Billerbeck \u00fcber das \u00bbEsplanade\u00ab Kino. Zu einem <\/span><\/span><\/em><em><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Kaufvertrag zwischen Heinz Bernhard Heisig und Robert Billerbeck ist es nicht mehr gekommen. Robert Billerbeck hat das Kino von der Phrix AG, die das Geb\u00e4ude 1951 ersteigert hatte, schuldenfrei \u00fcbernommen. Die aufgelaufenen Kredite (rund 80.000 DM kostete allein die Umr\u00fcstung auf das CinemaScope-Format) mu\u00dften von Heinz Bernhard Heisig weiter gezahlt werden, ohne da\u00df er von Robert Billerbeck irgendeine Summe erhielt &#8211; und das alles vor dem Hintergrund, da\u00df er das <strong>\u00bbEsplanade\u00ab Kino\u00ab<\/strong> 1948 selber hatte erbauen lassen. Seine Frau, Malve Heisig, hatte seitdem die Familie mit T\u00f6pferkursen in H\u00e4usern der Jugend notd\u00fcrftig \u00fcber Wasser halten k\u00f6nnen und erst 1984 &#8211; kurz vor seinem Tode &#8211; waren die Schulden abbezahlt. Hier gilt, was man bei Malern und anderen K\u00fcnstlern gew\u00f6hnlich schreibt: Er starb v\u00f6llig verarmt. <\/span><\/span><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Der gr\u00f6\u00dfte Teil seines schriftlichen Nachlasses, seine gesch\u00e4ftlichen sowie die privaten Korrespondenzen, ging im Laufe der Jahre leider verloren; nur ein kleiner Rest konnte von Frau Heisig \u00fcber die Patriotische Gesellschaft zur Aufbewahrung an das Staatsarchiv \u00fcbergeben werden.\u00a0<\/span><\/span><\/em><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\"> \u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 <a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Nachtrag-Heinz-Heisig.pdf\">PDF Nachtrag Heinz Heisig<\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>Nachtrag 2020<\/strong>: Leider hat sich das urspr\u00fcnglich positive Bild von Heinz B. Heisig, das ich von Heinz B. Heisig zum Zeitpunkt des Interviews <strong>(Dienstag, d. 24. Januar 1989, 15.00 Uhr<\/strong>) mit seiner Witwe Malve Heisig hatte, im Laufe der Recherchen seit 1989 ziemlich ge\u00e4ndert. Er war zwar von den Kinobesitzern Hamburgs einziges Nichtmitglied der NSDAP und ihrer Gliederungen aber (zusammen mit Clara Esslen) Nutzniesser der Nazi Enteignungs (Arisierung) Massnahmen. Das wird insbesondere durch die Prozessakte deutlich, in der der ehemalige Besitzer Manfred Hirschel nach dem Kriege die R\u00fcckgabe seines Eigentumes von Heinz B. Heisig und Clara Esslen verlangt hatte. Es dr\u00e4ngt sich die Vermutung auf, dass die neuen Besitzer (seit 1938) des &#8222;Waterloo Theaters&#8220; Clara Esslen und Heinz Bernhard Heisig darauf vertraut haben, dass die Einzelheiten im &#8222;Wiedergutmachungsproze\u00df&#8220; nach dem 2. Weltkrieg nicht in die \u00d6ffentlichkeit gelangen w\u00fcrden. Erst die Vollmacht des Sohnes von Manfred Hirschel, G\u00fcnther Harald Hirschel, hat es erm\u00f6glicht, Einsicht in die Prozessakten von damals zu bekommen. Dort stellt sich die Sache v\u00f6llig anders dar. Doch am Ende lief Manfred Hirschel die Zeit davon und er hat sich mit den beiden &#8222;Arisierern&#8220; Clara Esslen und Heinz B. Heisig verglichen.\u00a0 50 TDM waren das Ergebnis.<strong> Eine geradezu l\u00e4cherliche\u00a0 Summe.<\/strong><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">(*) Ps. Ob das Geburtsjahr, das Malve Heisig von ihrem Ehemann angegeben hatte (1900), wei\u00df ich nicht. Eine andere Quelle schreibt von 1899 (31. August 1899. Staatsarchiv Hamburg, Akte Familie Heisig 622. 2. 4) Vielleicht hat er sich ein Jahr j\u00fcnger gemacht? Wer weiss das schon.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Jens Meyer 2023<\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Dammtorstrasse-14-25051989.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"718\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Dammtorstrasse-14-25051989-1024x718.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-21406\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Dammtorstrasse-14-25051989-1024x718.jpg 1024w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Dammtorstrasse-14-25051989-300x210.jpg 300w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Dammtorstrasse-14-25051989-768x538.jpg 768w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Dammtorstrasse-14-25051989-1200x841.jpg 1200w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Dammtorstrasse-14-25051989.jpg 1408w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Dammtorhaus, (ohne Waterloo Theater) Dammtorstrasse 14 &#8211; 15 , fotografiert am 25. Mai 1989 Foto Jens Meyer<\/figcaption><\/figure>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Cine-CaramdiroManfred-Hirschel-scaled-e1671888867826.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"499\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Cine-CaramdiroManfred-Hirschel-499x1024.jpg\" alt=\"Manfred Hirschel\" class=\"wp-image-20772\" style=\"width:248px;height:509px\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Leoparden k\u00fcsst man nicht<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n<p>Sa\u00f5 Paulo <\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/By-nc-sa_color.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"720\" height=\"486\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/By-nc-sa_color.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-17924\" style=\"width:115px;height:77px\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/By-nc-sa_color.png 720w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/By-nc-sa_color-300x203.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/milpferd_einauge-e1671899244730.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"686\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/milpferd_einauge-1024x686.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7687\" style=\"width:210px;height:auto\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Zeichnung Helga Bachmann<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>pdf Protokoll Malve Heisig Protokoll eines Gespr\u00e4ches mit Malve Heisig, am Dienstag, d. 24. Januar 1989 im Haus der Jugend M\u00fcmmelmannsberg. Malve Heisig ist zu diesem Zeitpunkt 72 Jahre 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