{"id":5639,"date":"2018-02-12T16:07:49","date_gmt":"2018-02-12T16:07:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=5639"},"modified":"2025-08-06T05:45:32","modified_gmt":"2025-08-06T05:45:32","slug":"dimitri-rostowski-etikettendrucker-oelkersallee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=5639","title":{"rendered":"Dimitry D. Rostowsky Etikettendruckerei Oelkersallee 66"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"507\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/oelkers2klein.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10524\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/oelkers2klein.png 500w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/oelkers2klein-296x300.png 296w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 85vw, 500px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"492\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/oelkers1klein.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10523\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/oelkers1klein.png 500w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/oelkers1klein-300x295.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 85vw, 500px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"512\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Oelkers3klein.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10526\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Oelkers3klein.png 500w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Oelkers3klein-293x300.png 293w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 85vw, 500px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"508\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Oelkers4klein.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10528\" style=\"width:630px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Oelkers4klein.png 500w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Oelkers4klein-295x300.png 295w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 85vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Eingang Oelkerscafe<br><\/figcaption><\/figure>\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Dimitri-Rostowski-Etikettendrucker.pdf\">PDF Dimitry Rostowski Etikettendrucker<\/a><\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Screenshot-2025-07-29-at-08-23-21-Entdecke-die-Dokumente-der-Arolsen-Archives-32110000-285.437-Akte-von-ROSTOWSKY-DIMITRY-geboren-am-07.11.1923-geboren-in-KOWERTINO.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"529\" height=\"713\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Screenshot-2025-07-29-at-08-23-21-Entdecke-die-Dokumente-der-Arolsen-Archives-32110000-285.437-Akte-von-ROSTOWSKY-DIMITRY-geboren-am-07.11.1923-geboren-in-KOWERTINO.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-30533\" style=\"width:194px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Screenshot-2025-07-29-at-08-23-21-Entdecke-die-Dokumente-der-Arolsen-Archives-32110000-285.437-Akte-von-ROSTOWSKY-DIMITRY-geboren-am-07.11.1923-geboren-in-KOWERTINO.png 529w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Screenshot-2025-07-29-at-08-23-21-Entdecke-die-Dokumente-der-Arolsen-Archives-32110000-285.437-Akte-von-ROSTOWSKY-DIMITRY-geboren-am-07.11.1923-geboren-in-KOWERTINO-223x300.png 223w\" sizes=\"auto, (max-width: 529px) 85vw, 529px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\"><strong>Dimitry D. Rostowsky<\/strong> hatte 1989 eine Etikettendruckerei in der Oelkersallee 66 (direkt neben dem Oelkers Cafe, in der Oelkersallee 64, Hamburg Altona &#8211; gleichzeitig das Duckenfeld im Oelkers Cafe: Ein Kino mit 22 Sitzpl\u00e4tzen). Am 12. Juli 1989 f\u00fchrte ich mit ihm ein Gespr\u00e4ch \u00fcber sein Leben. Er wurde 1942 von den Deutschen aus Kiew verschleppt. Damit das nicht verschwindet, habe ich dieses Gespr\u00e4ch am 12. Juli 1989 protokolliert. (Durch ein Dokument, das wir 2025 gefunden haben, kennen wir das Geburtsdatum von Dimitry Rostowsky. Geboren ist er am 7. November 1923 in Konertino Balka in der Provinz Poltawa (Russia \/ Ukrainis). 1950 hat er im Schulterblatt 64 im dritten Stock gewohnt.)<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Nach ca. einem halben Jahr mit Zwischenstationen u. a. in Warschau und Neum\u00fcnster gelangte er unter SS Bewachung nach Hamburg. Zum Zeitpunkt der Verschleppung war er 19 Jahre alt und auf einer Kunstakademie (in Kiew?). Die Deutschen haben von allen Familien, in denen mehr als zwei Kinder waren, eins nach Deutschland deportiert. Seine Schwester hatte solche Angst und hat sich unter dem Sofa versteckt. Da ist er mitgenommen worden. Die Schwester haben sie sp\u00e4ter auch noch geholt, die hat dann in einer Eisengie\u00dferei (?) (Eisenfabrik?) in G\u00f6rlitz arbeiten m\u00fcssen. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Er kam dann in ein Lager f\u00fcr &#8222;Ostarbeiter&#8220; in der Ruhrstrasse (in Hamburg Altona). Dort waren ca. 700 M\u00e4nner und Frauen vorwiegend aus der Ukraine, der UdSSR und Polen. Sie arbeiteten f\u00fcr 15 Reichsmark im Monat in der Sperrholzfabrik von Heinz Meyer,&nbsp; &#8222;Holsatia&#8220; in der Ruhrstrasse 57 &#8211; 59 (bis 1940: Kruppstrasse 57 &#8211; 59)  in Hamburg Altona (Holsatia-Werke Heinz Meyer KG Hamburg). Die Fabrik wurde im Krieg zerst\u00f6rt. Einige Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen  haben in der Fischfabrik (Leunastrasse\/Sch\u00fctzenstrasse) gearbeitet. Der Inhaber der Firma der Sperrholzfirma, Heinz Meyer, war ein schlimmer Nazi. Einmal hat er einen &#8222;Ostarbeiter&#8220;, der sich gewehrt hatte, bei lebendigem Leib in den Ofen gesteckt. Menschen, die krank wurden, wurden sofort der SS gemeldet. Sie wurden abgeholt und sind nie wieder aufgetaucht. <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Ostarbeiter-Abzeichen-vector.svg_.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"271\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Ostarbeiter-Abzeichen-vector.svg_.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-30598\" style=\"width:87px;height:auto\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Bei dem gro\u00dfen Bombenangriff mit Phosphor 1943 ist Dimitry Rostowsky in einen Bunker gefl\u00fcchtet, der war total \u00fcberf\u00fcllt. &#8222;Ostarbeiter&#8220; hatten normalerweise keinen Zutritt. W\u00e4hrend der Bombenangriffe sind drei Frauen gefl\u00fcchtet, sind aber von der Gestapo &#8222;geschnappt&#8220; worden. Sie gaben an, dass ein Pole ihnen gesagt h\u00e4tte, das sie zu Bauern fliehen sollten. Der Pole wurde darauf hin auf dem alten Judenfriedhof \u00f6ffentlich (alle 700 Ostarbeiter\/innen wurden zum Friedhof gef\u00fchrt) hinter der Ruhrstrasse hingerichtet. Als sie dort ankamen, war bereits eine gro\u00dfe Grube ausgehoben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Die SS brachte dann den Polen, der gefesselte H\u00e4nde hatte, die schon ganz blau waren, weil sie blutleer waren. Die SS hat ihm dann eine Pistole ans Genick gelegt und ihn erschossen. Dimitry erinnert sich noch daran, das das Gehirn rausgespritzt ist. Danach mussten sie wieder an die Arbeit. Teilweise mussten zwei Schichten hintereinander gearbeitet werden. Die Verpflegung war schlecht, aber oft haben ihnen L\u00e4den in Altona etwas zu essen geschenkt. Ein Schlachter hinter der Br\u00fccke, der hat Ihnen \u00f6fter Gr\u00fctzwurst geschenkt. Sie hatten einen Aufdruck OST, den sie immer tragen mussten. Wer ohne angetroffen wurde, bekam Schwierigkeiten mit der SS oder der Lagerleitung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Nach dem Krieg hat Dimitry &#8222;Wiedergutmachung&#8220; bekommen. Insgesamt 15.000,00 DM. Jetzt will ihm die Rentenversicherung die Jahre der Verschleppung nicht anrechnen. Die Rentenversicherung hat behauptet, das Lager h\u00e4tte es gar nicht gegeben. Er musste in einem ersten Verfahren erst einmal beweisen, dass das Lager an der Ruhrstrasse \u00fcberhaupt existierte, obwohl er von der britischen Milit\u00e4rbeh\u00f6rde einen Ausweis als Deportierter hatte. Den wollte die Rentenversicherung nicht anerkennen, weil sie in Englisch ausgef\u00fcllt war. Auch die AOK hatte behauptet, von vor 1945 keine Unterlagen mehr zu haben. Jetzt hat er zwei Zeugen beibringen m\u00fcssen, die best\u00e4tigen, dass das Lager existierte und er dort interniert war. Jetzt haben sie ihm von der Rentenversicherung nur einen Monat f\u00fcr 1942 angerechnet, obwohl er doch bereits Anfang 1942 von den Nazis verschleppt worden ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Der Fabrikbesitzer <strong>Heinz Meyer<\/strong>&nbsp;<strong> (Holsatia-Werke Heinz Meyer KG Hamburg)<\/strong> wollte von ihm nach 1945 einen <strong>Persilschein*<\/strong> haben, dass er immer gut zu den 700 &#8222;Ostarbeitern&#8220; gewesen sei. Diesen Schein hat Dimitry nicht unterschrieben. Heinz Meyer wohnte in Flottbek\/Othmarschen, in der Noerstrasse 11. (Im Adressbuch von Hamburg, Strassenverzeichnis 1951 ist als Eigent\u00fcmerin des Grundst\u00fccks eingetragen: Meyer, I. sp\u00e4ter: 1952-1965: Meyer, Frau Irmg.). Als Mieter: Meyer, Heinz, Fabrikt.). Heinz Meyer ist sp\u00e4ter gestorben. Hat aber seine Fabrik zur\u00fcckerhalten, die sein Sohn sp\u00e4ter \u00fcbernommen hat. Der&nbsp; hat jetzt eine teure Villa in Hamburg Othmarschen. Nach weiteren Recherchen stellt sich heraus: Die Firma hiess: &gt;<strong>Holsatia-Werke Heinz Meyer KG<\/strong>&lt; in Hamburg.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"799\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/PunkadieKatzedesDuckenfeldesklein.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-11487\"\/><\/figure>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-resized\">\n<figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1005\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/oelkerscafe6x6-1024x1005.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-10517\" style=\"width:315px;height:auto\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Oelkers Cafe, Oelkersallee 64. Bild im Eingang<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Holsatiawerke2.bmp\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"358\" height=\"238\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Holsatiawerke2.bmp\" alt=\"\" class=\"wp-image-30484\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Holsatiawerke2.bmp 358w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Holsatiawerke2-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 358px) 85vw, 358px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Holsatia<\/strong> 1912 -1945 ist urspr\u00fcnglich ein j\u00fcdisches Unternehmen das von Julius Neumann 1869 \u2013 1930 und Erich Buchholz (1893 \u2013 1932) gegr\u00fcndet wurde. (Holsatia ist das lateinische Wort f\u00fcr Holstein und wurde daher oft f\u00fcr Firmennamen benutzt): <strong>1912<\/strong> Holsatia Neumanns Spezial M\u00f6bel Fabrik, Arnoldstrasse 16 \u2013 20 Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Julius Neumann. <strong>1925 <\/strong>Holsatia Werke Neumann, Arnoldstrasse 22. <strong>1926 <\/strong>Holsatia Werke Neumann KG auf Aktien, Arnoldstrasse 3\/5. <strong>1927<\/strong> Holsatia Werke Neumanns Holzbearbeitungsfabriken Aktiengesellschaft (A.G.), Arnoldstr. 3 \/5. <strong>1928<\/strong> Holsatia Werke Neumanns Holzbearbeitungsfabriken Aktiengesellschaft (A.G.), Arnoldstr. 3 \/5. <strong>1929<\/strong> Holsatia Werke Neumanns Holzbearbeitungsfabriken Aktiengesellschaft (A.G.), Arnoldstr. 3 \/5. <strong>1930<\/strong> Holsatia Werke Aktiengesellschaft (A.G.), Kluckstrasse 4 (<em><strong>E <\/strong>= Grundeigent\u00fcmer)<\/em><strong>. 1933<\/strong> Holsatia Werke Aktiengesellschaft, Kluckstrasse 4 \/ Kruppstrasse 59. <strong>1935<\/strong> Holsatia Werke Aktiengesellschaft, Kruppstrasse 57\/59.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/HolsatiaWErke.bmp\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"491\" height=\"364\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/HolsatiaWErke.bmp\" alt=\"\" class=\"wp-image-30478\" style=\"width:307px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/HolsatiaWErke.bmp 491w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/HolsatiaWErke-300x222.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 491px) 85vw, 491px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Vermutlich ein Foto von  Julius Neumann, dem Gr\u00fc\u00fcnder und ersten Besitzer der  Holsatia  mit seiner Familie<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Folgende Vermutung liegt nahe: Bei dem Unternehmen von dem Dimitry Rostowsky (Dimitry Rostowsky Zwangsarbeiter bei Holsatia. Verschleppt aus der Ukraine nach Deutschland) erz\u00e4hlt hat, handelt es sich um die ehemals j\u00fcdische Fabrik, die 1912 unter dem Namen Holsatia Neumanns Spezial M\u00f6bel Fabrik, von dem j\u00fcdischen Unternehmer Julius Neumann, Arnoldstr. 16 \u2013 20, gegr\u00fcndet und betrieben wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Der sp\u00e4tere Fabrikbesitzer <strong>Heinz Meyer<\/strong>&nbsp;(Firma: <strong>Holsatia-Werke Heinz Meyer KG Hamburg<\/strong>) wollte von ihm nach 1945 einen <strong>Persilschein*<\/strong>, dass er immer gut zu den 700 &#8222;Ostarbeitern&#8220; gewesen sei. Diesen Schein hat Dimitry nicht unterschrieben. Heinz Meyer wohnte in Flottbek\/Othmarschen, Noerstrasse 11. (Im Adressbuch von Hamburg, Strassenverzeichnis 1951 ist als Eigent\u00fcmerin des Grundst\u00fccks eingetragen: Meyer, I. sp\u00e4ter: 1952-1965: Meyer, Frau Irmg.). Als Mieter: Meyer, Heinz, Fabrikt.). Heinz Meyer ist sp\u00e4ter gestorben. Hat aber seine Fabrik zur\u00fcckerhalten, die sein Sohn sp\u00e4ter \u00fcbernommen hat. Der&nbsp;hat jetzt eine teure Villa in Hamburg Othmarschen. Nach weiteren Recherchen stellt sich heraus: Die Firma hiess: &gt;<strong>Holsatia-Werke Heinz Meyer KG<\/strong>&lt; in Hamburg.<\/p>\n\n\n\n<p>Abschrift aus: Wie man einen verlorenen Krieg gewinnt (Seite 280) <strong>\u00bbPersilscheine\u00ab<\/strong> Wolfgang Ziemssen: Zum Thema Persilscheine: <strong>Sich Freikaufen von der Vergangenheit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201cJeder zweite, der in Kiel vor die Spruchkammer kam, hatte einem Juden das Leben gerettet, einen Demokraten vor dem KZ bewahrt und war ein geheimer Gegner der Nazis gewesen. Die Frageb\u00f6gen wurden en masse* gef\u00e4lscht. Neben der Wand mit den Tauschzetteln hingen jeden Tag die Anschl\u00e4ge der Milit\u00e4rregierung: \u00bbWegen falscher Angaben wurde bestraft . . . \u00ab. Auf die Frage, wo der Schwarzhandel am besten gedeihe, erhielt man damals zur Antwort: am Bahnhof und vor der Spruchkammer! Da wurden \u2013 je nach Belastungsstufe \u2013 Kartoffeln, Eier, Mehl, Margarine, H\u00fchner und Karnickel gegen \u00bbPersilscheine\u00ab getauscht. Gegen Bezahlung in Naturalien kaufte man sich frei von der Vergangenheit. Oder die alten Nazis legten einfach einen von den Spruchkammern errechneten Betrag auf den Tisch und waren von diesem Moment an keine Nazis mehr. Die als \u00bbMitl\u00e4ufer\u00ab eingestuften zahlten etwa 200 RM; das juckte keinen, da das Geld ohnehin nichts wert war. Blo\u00df die Kleinen, die Block- und Zellenleiter hat man rangenommen und als Tr\u00fcmmerauguste eingesetzt, w\u00e4hrend die verm\u00f6genden Pgs schon wieder in den Vorzimmern der Milit\u00e4rregierung sa\u00dfen und auf ihre Lizenz warteten und frische Br\u00f6tchen aus kanadischen Mehl a\u00dfen. Kein Wunder, da\u00df uns die Entnazifizierung als Farce erschien!\u201c<\/em> Wolfgang Ziemssen, ehemaliger Marineflak-Helfer in Kiel, dann Bauhilfsarbeiter, sp\u00e4ter Schauspieler. (Tonbandprotokoll) Wolfgang Ziemssen (1928 &#8211; 2012) <\/p>\n\n\n\n<p> Wie man einen verlorenen Krieg gewinnt (Seite 280) <strong>\u00bbPersilscheine\u00ab<\/strong>                    Wolfgang Ziemssen: Zum Thema Persilscheine:                                                                <strong>Sich Freikaufen von der Vergangenheit<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PersilWerbung1907klein.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"548\" height=\"421\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PersilWerbung1907klein.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-30323\" style=\"width:211px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PersilWerbung1907klein.jpg 548w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PersilWerbung1907klein-300x230.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 548px) 85vw, 548px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>* Persilschein<\/strong> = Best\u00e4tigungen, die nach Kriegsende 1945 zu Unrecht von Mitmenschen unterschrieben wurden, die damit best\u00e4tigten, dass die Personen f\u00fcr ihre Verbrechen in der Nazi Zeit nicht zur Verantwortung gezogen wurden. Die ausgestellten &#8222;Zeugnisse&#8220; hatten die Funktion, dass Ihre Vergangenheit quasi&nbsp; mit dem Waschmittel &#8222;Persil&#8220; gewaschen wurde.<\/p>\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/PDF-Abschrift-Persilscheine.pdf\" data-wplink-edit=\"true\">PDF Abschrift Persilscheine<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/EineflacheEckewirdplattgemacht.pdf\">PDF EineflacheEckewirdplattgemacht Kai Fabig<\/a><\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/By-nc-sa_color.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"720\" height=\"486\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/By-nc-sa_color.png\" alt=\"Creative commons.org\" class=\"wp-image-1755\" style=\"width:201px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/By-nc-sa_color.png 720w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/By-nc-sa_color-300x202.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Fotos Jens Meyer<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Nilpferdzweiaugen-e1573081307586.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"759\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Nilpferdzweiaugen-1024x759.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5636\" style=\"width:178px;height:auto\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Zeichnung Helga Bachmann<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>PDF Dimitry Rostowski Etikettendrucker Dimitry D. Rostowsky hatte 1989 eine Etikettendruckerei in der Oelkersallee 66 (direkt neben dem Oelkers Cafe, in der Oelkersallee 64, Hamburg Altona &#8211; gleichzeitig das Duckenfeld im Oelkers Cafe: Ein Kino mit 22 Sitzpl\u00e4tzen). Am 12. Juli 1989 f\u00fchrte ich mit ihm ein Gespr\u00e4ch \u00fcber sein Leben. Er wurde 1942 von &hellip; <a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=5639\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDimitry D. 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