{"id":6642,"date":"2018-06-02T10:37:44","date_gmt":"2018-06-02T10:37:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=6642"},"modified":"2018-06-16T20:03:36","modified_gmt":"2018-06-16T20:03:36","slug":"gibt-es-in-hamburg-eine-kurt-tucholsky-strasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=6642","title":{"rendered":"Gibt es in Hamburg eine Kurt Tucholsky Strasse ?"},"content":{"rendered":"<p align=\"left\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Vermutlich nicht. Es hat nur zu einem Tucholsky Ring gereicht. Und der Text, den ich in der Gesamtausgabe (Drei B\u00e4nde) im Band 2 auf Seite 972 finde, ist vermutlich nicht auf der Internet Seite der Friedrich Ebert Stiftung (Der hat in Hamburg zwei Stra\u00dfen bekommen) zu finden. Eine Buchbesprechung ( Von 1927). <\/span><\/span><!--more--><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Das Buch heisst <b>\u201cFriedrich Ebert K\u00e4mpfe und Ziele\u201c<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\">\u201c<span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Das wollen wir uns nicht antun. Einseitige Kritik ist feige, der Mann kann sich nicht wehren und auf die kindlichen Bewunderer Eberts, die diesen Mann, von dem in zwanzig Jahren kein Mensch mehr sprechen wird, zum &gt;Staatsmann&lt; aufzuplustern, wird an andrer Stelle geschossen. Es war keiner da, um die Revolution zu machen? <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Der war immer da. Und weil er immer da war, dr\u00e4ngelte er sich zum Reichspr\u00e4sidenten hinauf, ein mittlerer B\u00fcrger, die schlimmste Mischung, die denkbar ist: pers\u00f6nlich rein und sachlich schmutzig. Der hat viele Arbeiterjahre Zuchthaus auf dem Gewissen&#8230;Die Sammlung seiner Aufs\u00e4tze ist trostlos; dagegen kann man nicht polemisieren. Ich wei\u00df, da\u00df man die Tagesarbeit von Gewerkschaften nicht mit Hallo und Pathos machen kann \u2013 aber jede Arbeit hat doch ihren Klang, ihrem bestimmten Ton&#8230;dies ist pappen, dumpf klein, schlau und dumm. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Vorn wird in Vater-Sentimentalit\u00e4t gemacht, ich kann mich nicht besinnen, da\u00df dieser Mann jemals solche Gef\u00fchle f\u00fcr seine Klassengenossen aufgebracht h\u00e4tte, die er den Milit\u00e4rs und den Richtern \u00fcberliefert hat; hinten erz\u00e4hlt \u2013 wie unvorsichtig! &#8211; ein Vollbart eine &gt;Anekdote&lt;. Ein Fotograf habe Ebert gebeten, etwas mehr nach rechts zu r\u00fccken, und der Erz\u00e4hler habe dazu gesagt &gt;Noch mehr nach rechts kann er ja gar nicht!&lt; <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Der so sprach, war der w\u00fcrttembergische Gesandte in Berlin, Herr Hildenbrandt; f\u00fcr seine Staatstreue, f\u00fcr seinen realpolitischen Blick, f\u00fcr seine &gt;staatspolitische Mitarbeit&lt; hat er denn auch von Herrn Bazille einen Tritt bekommen und ist geflogen. Auch Noske ist in dem Buch vertreten. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\">Niemand sch\u00e4mt sich. Nur wenige sagen dieser Gesellschaft Bescheid&#8230;Um etwas ernsthaft Politisches anl\u00e4\u00dflich Eberts anzuschneiden: was ist das f\u00fcr eine neue Verlegerunsitte, die B\u00fccher mit Prospekten vollzustopfen, die man vor der Lekt\u00fcre erst alle heraussch\u00fctteln mu\u00df? Einer f\u00e4ngts an, und alle machen es nach. Das lacht mich nicht an&#8230; (Nachzulesen im Band 2, 1925 -1928, der dreib\u00e4ndigen Gesamtausgabe, Seite 972 -973)<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Gerne h\u00e4tte ich in der Zwangsbrosch\u00fcre, die jeden Monat ungefragt in meinem Briefkasten landet, also dem Heft der Krankenkasse, mal dieses Gedicht von Kurt Tucholsky gelesen. War aber nicht. War immer nur dieses Bild von dem Herrn, der der Sache vorsteht. Also mu\u00df man es abschreiben, damit die Herren der Krankenkasse, die dieses Heft gestalten, es beim Surfen in der Mittagspause es auch finden (B\u00fccher lesen ist sicher nicht drin und wird vermutlich schwer geahndet. (Dreib\u00e4ndige Gesamtausgabe, Kurt Tucholsky, Band III, 1929 \u2013 1932). Geschrieben hat er es 1930, was wenn man es liest gar nicht so lange her ist, wie es scheint. (Seite 461 &#8211; 463)<\/span><\/span><\/p>\n<p>\u201c<span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">DIE ORTSKRANKENKASSE<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Ich komme in eine fremde Stadt<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">&#8211; Kasolz oder Ober-Crammin &#8211;<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">und nehme im Hotel ein Bad,<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">dann tu ich den Mantel anziehn<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">und gehe durch den fremden Ort<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">an L\u00e4den und Kirchen vorbei<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">und gucke hier und da und dort<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">und seh eine Metzgerei,<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">das Postamt . . . eine Bilderschau . . .<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">und immer, in jeder Stadt,<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">steht ein gro\u00dfer, pr\u00e4chtiger, neuer Bau,<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">den man grade errichtet hat.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\"> Und dann frag ich. Und in jeder Stadt,<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\"> die einen turnenden Schutzmann hat,<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\"> sagt er auf, wie das brave Kind in der Klasse:<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\"> &gt;Das? ist die neue Ortskrankasse&lt;<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">So ein gro\u00dfes Haus . . . ! Sieh mal einer an . . . !<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Ein riesiger Kasten. Ja, wer so kann!<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Das tut jede Verwaltung, die auf sich h\u00e4lt;<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">die Herren haben wohl sehr viel Geld.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wenn zwei Deutsche im Hof n\u00e4mlich Holz zerspalten,<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">stehn drei andere herum, die das verwalten.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Und ich seh an dem feuchten Neubau hinauf,<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">und dies steigt vor meinem Auge auf:<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Korridore mit vielen T\u00fcren,<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">die alle in kleine B\u00fcrozimmer f\u00fchren.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">In den Zimmern ist nichts Besondres los . . .<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Und es gibt zweierlei Sorten von B\u00fcros:<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Solche, in denen die Buchhaltungfritzen,<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">die gew\u00f6hnlichen Schreiber sitzen;<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">die bebr\u00fcten Akten und f\u00fchren Listen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Das sind die gemeinen Papier-Infanteristen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Kino, Kollegenklatsch, etwas Sport . . . <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">wie schnell das Klassenbewu\u00dftsein verdorrt!<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">F\u00fcr eine Handlungsvollmacht, f\u00fcr einen Posten<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">tun sie alles, wobei sie die Chefs nichts kosten.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Und es haben die M\u00e4dels in der Buchhalterein<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">einen Wunsch:<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\"> Hier raus und geheiratet sein!<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Und alle schreiben und schreiben und schreiben<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">und m\u00fcssen ewig hinter den Pulten bleiben. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die schuften ihr ganzes Dasein vergebens.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\"> Doch in den andern B\u00fcros<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\"> hockt dick und gro\u00df<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">das Ideal des Wirtschaftslebens:<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Da sitzt der Mann an der Arbeitsstatt,<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">der ein Sekretariat und ein Vorzimmer hat,<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">(\u00fcber jenen, die an ihren Arbeitsst\u00e4tten<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">gern ein Sekretariat und ein Vorzimmer h\u00e4tten)<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Hier wird der Deutsche erst richtig heiter:<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">kein Mensch mehr \u2013 nur noch Abteilungsleiter.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Hier regiert er und wirkt und macht und tut . . .<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Das Telefon klirrt, die Gehirnt\u00e4tigkeit ruht &#8211;<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">denn zwischen Arbeiten und Promenieren<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">gibts noch ein Drittes: Organisieren.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Hier steigen auf die kolossalen<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Ressort-Stunks und die B\u00fcro-Kabalen<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">zwischen wildgewordenen Angestellten,<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">denn jeder will mehr als der andre gelten.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Hier s\u00e4gt eine Lokomobile Holz,<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">mit dem sie geheizt wird.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\"> Und wieviel Stolz,<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">wieviel Eitelkeit steckt in diesen Puppen!<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Sie meinen sich, und sie sprechen von Gruppen<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">von Verbandsinteressen und Gemeinschaftsideen<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">und k\u00f6nnen nicht bis zur T\u00fcre sehn.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\"> H\u00f6r zu, mein Kind:<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\"> Diese Leute sind<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">in gesch\u00e4ftiger Faulheit und wackrer Routine<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">der Leerlauf der deutschen Verwaltungsmaschine.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\"> Es ist ein schwerer Krankheitsfall.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\"> Und das ist \u00fcber-, \u00fcberall:<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Ob Ortskrankenkasse, ob Filzfabrik;<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">ob Finanzamt, ob Hochschule f\u00fcr Musik;<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">ob Stadtheater, ob Magazin,<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">ob Eisenh\u00fctte oder Farbindustrien -:<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\"> Stets sitzt auf jedem Unternehmen<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\"> &#8211; neben jenen, die andern das Brot wegnehmen &#8211;<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\"> ein Ballon der Verwaltung, dick und breit,<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\"> eine Allegorie der Nutzlosigkeit<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\"> Denn dieser ganze Verwaltungstrara<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\"> ist nur um seiner selbst willen da.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\"> Sie glauben, da\u00df sie in USA sind.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\"> und haben vergessen, wozu sie da sind.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Kranke Proleten und deren Interessen . . . ?<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Vor lauter Verwaltung total vergessen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Noch eine neue Kartothek,<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">noch eine Quittung und noch ein Beleg &#8211;<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Ingenieure? ein Kumpel? ein Prolet?<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Ein Kerl, der an seinem Schraubstock steht?<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Mu\u00df sein. Das ist ja alles ganz richtig.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Aber wichtig?<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\"> Verwaltung ist wichtig.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">F\u00fcr die ist Geld da. F\u00fcr die die neuen<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">K\u00e4sten, die wie die Festungen dr\u00e4uen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Forts des Leerlaufs und Depots der Papiere.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Drinnen Juristen . . . alte Offiziere . . . <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Steh am Schraubstock, du Ochse \u2013 la\u00df deine Maschinen<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">laufen, du Tor \u2013 du wirst nichts verdienen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Verdienen tut der, der verwalten kann:<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">der ist f\u00fcr die Wirtschaft der richtige Mann.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Und so vegetieren die betrogenen Massen <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">als Zwangsabonnenten von Ortskrankenkassen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">(Aus Kurt Tucholsky. Gesamtausgabe in drei B\u00e4nden. D\u00fcnndruck. Band III 1929 -1932. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: medium;\">Seite 461 \u2013 463) (1930)<\/span><\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Tieresehendichan3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6877 alignright\" src=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Tieresehendichan3-1024x780.jpg\" alt=\"Tieresehendichan3\" width=\"152\" height=\"116\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vermutlich nicht. Es hat nur zu einem Tucholsky Ring gereicht. Und der Text, den ich in der Gesamtausgabe (Drei B\u00e4nde) im Band 2 auf Seite 972 finde, ist vermutlich nicht auf der Internet Seite der Friedrich Ebert Stiftung (Der hat in Hamburg zwei Stra\u00dfen bekommen) zu finden. 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