{"id":844,"date":"2014-08-24T16:12:52","date_gmt":"2014-08-24T16:12:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=844"},"modified":"2022-08-06T13:52:31","modified_gmt":"2022-08-06T13:52:31","slug":"waldegeschichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=844","title":{"rendered":"Geschichten aus der Walde 81 \/ Bemalung 1. Mai 1975"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Pdf-Zehn-Texte-aus-der-Walde.pdf\">Pdf Zehn Texte aus der Walde<\/a><a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/?attachment_id=7681\" rel=\"attachment wp-att-7681\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7681 alignnone\" src=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/nilpferd_tumb-1024x816.png\" alt=\"\" width=\"146\" height=\"116\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/waldemai-6.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2984 alignnone\" src=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/waldemai-6.jpg\" alt=\"waldemai 6\" width=\"666\" height=\"915\"><\/a><\/b><\/span><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Zehn Texte aus der Waldemarstrasse 81<\/b><\/span><\/span><br><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>1 Der Zollstock.<\/b> Ich weiss nicht mehr genau, wer es war. Es war eine Frau. Jedenfalls, diejenige die im ersten Stock in der Mitte sp\u00e4ter eingezogen ist. Der Herbst war schon da, der Winter stand vor der T\u00fcr. Die Heizung lief noch nicht. Es war im Oktober oder September. Es wurde nachts schon sehr kalt. 4 Zimmer auf der ersten Etage. 6 Zimmer in der zweiten Etage, ebenso sechs in der dritten und dann gab es noch das Dachgeschoss. Ausser dem Erdgeschoss, das Gemeinschaftsetage werden sollte mit einer K\u00fcche war noch nichts verteilt. Ich war an der Heizung zu gange. Die lief noch nicht wieder. \u00dcberall gab es Leckagen. Im zweiten Stock riss mir ein Rohr ab, das ich nur kurz angefasst hatte. Und dann kam ich am ersten Stock, dem mittleren Zimmer vorbei und da war eine Frau am Ausmessen \u201eIhres\u201c Raumes. Ich war ersch\u00fcttert. W\u00e4hrend alle anderen an Gemeinschaftsinteressen dachten, dachte sie offensichtlich nur an ihre individuellen, obwohl eine Raumverteilung noch gar nicht stattgefunden hatte. Mich hat das damals sehr emp\u00f6rt.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>2 Ich nehm immer alles gerne, was aus dem Osten kommt. <\/b>Wir hatten ein sehr sch\u00f6nes Flugblatt gemacht. Mit unserem Logo \u201eWir bleiben drin\u201c. Mit vielen Fotos und wenig Text. Ganz im Gegensatz zu den Parteiheinis vom roten Haus gegen\u00fcber, die immer m\u00f6glichst viel Text auf ihren Flugbl\u00e4ttern unterbrachten. Ich erinnere kaum, wie sie alle hiessen. KPD\/SEW\/KBW\/USW. Jedenfalls waren wir stolz, dass unser A 3 Blatt weder mit dem nahen Osten noch mit dem fernen Osten etwas zu tun hatte. Rainer (Graff) hatte die Fotos der H\u00e4user geliefert. Dann sind wir mit den riesigen Bl\u00e4ttern von Wohnung zu Wohnung gegangen. Ich glaub die R\u00fcckseite war t\u00fcrkisch gedruckt. Und dann hat uns mal eine Oma aufgemacht und gesagt, geben sie mal her, ich nehm immer alles gerne, was aus dem Osten kommt. Noch Jahre sp\u00e4ter war ich ersch\u00fcttert \u00fcber solche Ignoranz. Wo wir uns doch solche M\u00fche gegeben hatten.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>3 Ein Weihnachten nicht wie jedes Jahr.<\/b> Wir hatten uns viel vorgenommen. Michael arbeitete bei der Schnapsfirma . . . als Lagerverwalter. Weiss der Teufel wie er die Kartons mit dem Zeugs vor der Inventur gerettet hat. Wir haben sie jedenfalls abgeholt. Ich glaub mit unserm VW Bus. Kann aber auch ein anderes Auto gewesen sein. Jedenfalls machten sich alle daran (Michael vorneweg, der der hatte die Best\u00e4nde schlie\u00dflich vor der Inventur gerettet), die gef\u00e4hrlichen Drogen zu entsorgen. Dry Gin und Bobadilla 103, der damals bei uns gerade modern war. Wenn man das Wort Bobadilla noch einwandfrei aussprechen konnte, dann war man noch nicht betrunken. Irgendwie wurde dann aber alles weniger witzig, weil bei Michael kam Eifersucht auf und er meinte, das seine Frau Sonja mit Loretto rummache beziehungsweise er mit ihr. Zuerst gingen die M\u00f6bel im Erdgeschoss zu Bruch, aus einem Tischbein wurde ein Kn\u00fcppel, mit der Michael auf die Suche nach dem vermeintlichen Nebenbuhler ging, den er aber nicht fand. Irgendwann wussten wir keinen Rat mehr, der Kn\u00fcppel war ziemlich lebensbedrohlich. Polizei war verp\u00f6nt aber letztlich wussten wir nichts anderes mehr. Sie kamen dann auch. Und im nu war Michael wieder n\u00fcchtern und ging zur T\u00fcr, als sie klingelten und sagte den Herren Polizisten, die sonst \u00fcblicherweise Bullen hie\u00dfen, der Randalierer sei schon weg. Und das war denn ja auch so. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>4 Kost\u00fcm im Hof. <\/b>Einmal hatte Michaela ihr Kost\u00fcm gesucht. Michaela kam gerade aus der Tschechoslowakei und hatte sich noch nicht an unsere Kleiderordnung angepasst. G\u00fcnther war mit ihr verheiratet, hatte auch ein Kind mit ihr. In Prag hatten sie geheiratet. Und weil sie vom Westen viel geh\u00f6rt hatte, hatte sie eben auch ein Kost\u00fcm. Ihr wertvollstes St\u00fcck. G\u00fcnther war diese Woche f\u00fcr die W\u00e4sche zust\u00e4ndig. Und das Kost\u00fcm hatte er dann im Kochwaschgang in die Waschmaschine gesteckt, weil er eben politische \u00d6konomie studierte und in den einfachen Dingen des Lebens nicht so bewandert war. Irgendwie war es anschliessend auf die W\u00e4scheleine im Hof gelangt, weil man es nicht mehr als Kost\u00fcm erkennen konnte. Aber G\u00fcnter war sich keiner Schuld bewu\u00dft. Sie fand es dann im Hof auf der W\u00e4scheleine (oder unter der W\u00e4scheleine?).<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>5 Der Fr\u00fchst\u00fcckstisch ist \u00f6d und leer<\/b> <b>die Wohngemeinschaft guckt bl\u00f6d umher.<\/b> Ein Fleischmesser und kein Fleisch. Zu erz\u00e4hlen von Helmut und allen Beteiligten. Wer noch beteiligt war, wei\u00df ich nicht mehr, wir hatten ja immer zu zweit K\u00fcchendienst. Jedenfalls gab es kein ordentliches Messer in der K\u00fcche und so war ich der Meinung, wenn man nur einmal am Essen spart hat man f\u00fcr Jahrzehnte ein ordentliches Werkzeug. So kaufte ich f\u00fcr 45 Mark ein Messer und 5 Mark waren dann glaub ich noch \u00fcbrig f\u00fcr Essen. Das war doch eine sinnvolle Investition, das Messer haben die doch heute noch! Und einmal Fasten ist doch nur gesund. Zum Ausgleich hab ich einmal einen Zentner Miesmuscheln angeschleppt, das Pfund f\u00fcr 90 Pfennig. Kann mich noch heute an den Genu\u00df erinnern!<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>6 Linke Seite Ventile abgerissen.<\/b> Loretto hatte im Lotto einen VW Bus gewonnen. Einen mit Mittelt\u00fcren und geteilter Frontscheibe. Das Fahrzeug hatte einem Urlaub von zwei Familien gedient. Dann war der T\u00dcV abgelaufen. Jedenfalls beschloss die Wohngemeinschaft, den Bus als Gemeinschaftsbus zu \u00fcbernehmen. Ob mit oder ohne Geld, wer wei\u00df das heute schon noch? Jedenfalls wurde das Ding ohne T\u00dcV in den Hof gestellt und rostete so eine Weile vor sich hin. Plenumsbeschlu\u00df hin oder her. Irgendwann haben wir uns dann dran gemacht. Alle Holme waren durchgerostet. Ich seh mich heute noch unter dem Ding liegen, neue Holme einschweissen und wie mir das brennende Terroson (der Unterbodenschutz, den man damals verwendete) immer erst L\u00f6cher in die Kleidung und dann in die Haut brannte. Es dauerte mindestens ein Jahr. Dann war der Boden komplett. Leider stellte sich anschlie\u00dfend heraus, dass beim Schwei\u00dfen, die Stromversorgung gelitten hatte. Irgendjemand (war es Helmut?) hat sich dann daran gemacht, alle Kabel des Gemeinschaftsbusses auszutauschen. Und wir haben das Ding tats\u00e4chlich durch den T\u00fcv bekommen (Ohne Zahnpastaschweissn\u00e4hte, wie immer wieder empfohlen wurde). Dann kam der grosse Tag der Probefahrt. Das ganze Haus eingeladen und auf die Avus. Jedenfalls blieben wir mitten auf der Avus liegen. Irgendjemand war im ADAC und hat die Pannenhilfe angerufen. Die kam dann auch. Motorhaube offen. Wir sollten mal den Anlasser drehen. Nach dreimal drehen und horchen hat er dann gesagt: \u201eLinke Seite sind die Ventile abgerissen.\u201c Und das war dann auch so. Selten habe ich wieder jemand getroffen, vor dessen Fachwissen ich noch heute Respekt habe. Es gibt doch immer wieder mal Leute (so alle zwanzig Jahre), die verstehen was von dem Handwerk, das sie aus\u00fcben. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: x-large;\"><b>7<\/b><\/span><\/span> <span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: x-large;\"><b>Peter Lorenz im Keller. <\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: x-large;\">Es war vor irgendeiner Wahl in Berlin. (Ich durfte ja in Berlin nicht w\u00e4hlen, weil ich noch nie etwas behelfsm\u00e4\u00dfiges haben wollte, schon gar keinen behelfsm\u00e4\u00dfigen Ausweis). Jedenfalls war Peter Lorenz f\u00fcnf Tage weg. Dann war er wieder da. Und alle Wohngemeinschaften wurden razziert. Tags zuvor hatten sie das Rauchhaus in Schutt und Asche gelegt. Jetzt kamen sie zu uns (Nach Helmuts Erinnerung ein Sonntag). Ich seh mich noch heute neben Cossi im ersten Stock, neben uns einer in voller Kampfausr\u00fcstung, Maschinenpistole im Anschlag. Er hat Cossi dann gefragt, warum er so zittert. Und ich hab ihn dann gefragt, ob er nicht wenigstens mal die Sicherung rein tun kann. Wei\u00df nicht mehr, ob ers gemacht hat. Sp\u00e4ter als sie weg waren, haben wir dann das ganze Haus abgesucht, weil die Bullen hatten damals die schlechte Angewohnheit, selber Sachen zu verstecken, um dann ne Stunde sp\u00e4ter noch mal wiederzukommen und sie dann zu finden. Ich hab dann in der Waschk\u00fcche im Hof noch ein altes Gewehr (in \u00d6lpapier eingepackt) aus dem ersten Weltkrieg gefunden. Damals gab es noch das Gesetz der Alliierten, das f\u00fcr Waffenbesitz (dazu geh\u00f6rten auch Schwerter) die Todesstrafe vorsah. Ich glaub aber, zu der Zeit haben sie das nicht mehr angewendet. (Die Recherche hat folgendes ergeben: Die Wahl fand statt am Sonntag, d. 3. M\u00e4rz 1975. Parole des Spitzenkandidates der<\/span><\/span><strong><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: x-large;\"> CDU Peter Lorenz war<\/span><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: x-large;\"> damals: \u201e<\/span><\/span><strong><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: x-large;\">Mehr Tatkraft, schafft mehr Sicherheit\u201c.<\/span><\/span><\/strong><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: x-large;\"> (Die Entf\u00fchrer hatten da Peter Lorenz offensichtlich ein wenig missverstanden).<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>8<\/b> <b>Im Treppenhaus. <\/b>Bei der Szene auf dem Treppenabsatz mit den Bullen in Kampfausr\u00fcstung war ich auch dabei. die hatten wirklich Maschinenpistolen! Seh ich auch noch vor mir wie Cossi mit den Z\u00e4hnen geklappert hat und mir die Knie gezittert haben. Dann kam der Befehl jeder gehe in sein Zimmer und jeder wurde von der Staatsmacht begleitet, die dann in den Zimmern rumschn\u00fcffelte, die B\u00fccher be\u00e4ugte und scheints irgendwas suchte. Mitgenommen haben sie nach meiner Erinnerung nichts, auch nichts besch\u00e4digt. Beim Rausgehen hat dann noch einer mit bezug aufs Rauchhaus sinngem\u00e4\u00df gesagt, <strong>&#8222;Ihr seht, wir k\u00f6nnen auch anders&#8220;<\/strong>. Ich glaub die hatten das gleiche wie im Rauchhaus vor und waren dann verunsichert weil wir keine Jugendlichen waren, sondern Familien mit Kindern. Es war \u00fcbrigens ein Sonntag Vormittag. Wir sehen beim Fr\u00fchst\u00fcck aus dem Fenster wie eine Hundertschaft die Stra\u00dfe vorn und hinten abriegelt. Aber w\u00e4hrend der Gefangenschaft Peter Lorenz im Volksgef\u00e4ngnis haben sie ihn doch auch bei uns gesucht und in den Kohlen (im Koks, sprich Steinkohle) rumgestochert. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>9<\/b><b> Peter Lorenz in Lankwitz. <\/b>Ich finde es langsam auff\u00e4llig, dass Jens sich vor allem an Ereignisse der ganz ersten Zeit erinnert, als wir von der 2. Waldegeneration noch nicht dort eingezogen waren. Es hei\u00dft doch immer, je \u00e4lter, desto fr\u00fcher die Erinnerungen. Naja. ich hoffe es geht k\u00fcnftig vorw\u00e4rts mit seinen Erinnerungen. An Konrad Lorenz war ich damals \u00fcbrigens viel dichter dran. Er wurde in Lankwitz in der Siemensstra\u00dfe festgehalten, nur zwei H\u00e4user neben der Kriegsruine, in der ich damals gehaust habe. War mir v\u00f6llig unbegreiflich, wie das in der spie\u00dfigen Umgebung m\u00f6glich war. Aber ich habe viele Zusammenh\u00e4nge damals nicht begriffen, ja ja auch heute ist es nicht viel besser, aber heute ist ja noch nicht damals.(Wiebke)<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Ubuntu;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>10 Nougatbouletten.<\/b> K\u00fcchendienst mit Uwe, dem Vegetarier. Zur Walde f\u00e4llt mir immer wieder die Geschichte mit dem K\u00fcchendienst ein. Uwe war schon damals Vegetarier, ich nicht! Er hatte schon mehrfach vergeblich versucht sich durch seine Kochk\u00fcnste vom K\u00fcchendienst suspendieren zu lassen. Voller Mi\u00dftrauen verlie\u00df ich mich bei dem ersten gemeinsamen Wirtschaften auf seine Kenntnisse der fleischlosen Kost. Es h\u00f6rte sich auch ganz passabel an. Pizza und Nougatbouletten. Da ich mich damals mit fremdl\u00e4ndischer K\u00fcche nicht auskannte, fand ich es nicht weiter bedenkenswert, dass die Pizzen fl\u00e4chendeckend mit Peperoni belegt wurden. Die Zutaten der Bouletten verhie\u00dfen allerdings nichts Gutes. Heute kauft man solche verschrumpelten Kugeln als Fr\u00fcchteb\u00e4llchen in einschl\u00e4gigen Gesch\u00e4ften. Ich glaube f\u00fcr meine bis heute un\u00fcberwindbare Abneigung wurde damals der Grundstein gelegt. Nun gut, alle sa\u00dfen am Tisch und trommelten schon, da wie so oft die Garungszeit sich unkalkulierbar dehnte. Das erste Blech wurde aufgeschnitten und gerecht verteilt. Nun waren wir ja durch viele Experimente im Zusammenleben, Kochen und Genie\u00dfen einiges gewohnt. Deshalb wurden Neuerungen zun\u00e4chst einmal wohlwollend und neugierig betrachtet, bzw. gekostet. So auch die ersten St\u00fccken der gelungenen Pizza. Die Kinder lie\u00dfen die ersten erstickten Hilferufe ert\u00f6nen. Einige der Erwachsenen versuchten zun\u00e4chst die Tr\u00e4nen zu unterdr\u00fcckten und die Unerfahrenen wie ich bem\u00fchten sich, die teuflische Sch\u00e4rfe mit Fl\u00fcssigkeit zu mildern, sie bezahlten daf\u00fcr mit einer grundlegenden Lebenserfahrung: Teuflische Sch\u00e4rfe l\u00e4\u00dft sich nicht ers\u00e4ufen, sie muss durchgestanden werden. Schlie\u00dflich sa\u00df nur noch Uwe kauend vor seinem Teller und behauptete, er k\u00f6nne die Nahrungsverweigerung der anderen nur als Ignoranz der vegetarischen K\u00fcche verstehen. Als Trost k\u00fcndigte er die Nachreichung von Bouletten an. In manchen Gesichtern breitete sich vorsichtig hoffnungsvolle Zuversicht aus. Mit der Darreichung dieser vorgeblichen K\u00f6stlichkeiten endete die Mahlzeit ziemlich abrupt. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, ob die B\u00e4llchen wirklich geworfen wurden oder ob ich es nur erwartet hatte. Fakt ist, dass weder Uwe noch ich vom K\u00fcchendienst befreit wurden, aber in der Folgezeit gesellte sich jeweils eine erprobte Kraft an unsere Seite bis, ja bis ich eine Spezialit\u00e4t meiner Heimat servierte &#8211; die Mehlbeutel, aber das ist eine andere Geschichte. (Wiebke)<br><\/span><\/span><\/p>\n<dl>\n<dd>\n<dl>\n<dt>\n<dl>\n<dd>\n<dl>\n<dt>\n<dl>\n<dt>\n<dl>\n<dd>\n<dl>\n<dt>\n<dl>\n<dt>\n<dl>\n<dd>\n<dl>\n<dt>\n<dl>\n<dt>\n<dl>\n<dd>\n<dl>\n<dt>\n<dl>\n<dt>\n<dl>\n<dd>\n<dl>\n<dt>\n<dl>\n<dt><strong style=\"font-size: medium;\"><a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/NilpferdzweiAuge.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2945 alignright\" src=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/NilpferdzweiAuge.jpg\" alt=\"NilpferdzweiAuge\" width=\"191\" height=\"120\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/NilpferdzweiAuge.jpg 772w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/NilpferdzweiAuge-300x188.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 191px) 85vw, 191px\" \/><\/a>Falls jemand das Gericht nicht kennen sollte, das sich da auf dem Teller befindet, es handelt sich um die Hamburger Spezialit\u00e4t &#8222;Labskaus&#8220;. <\/strong><a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/SWN-29-21.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2985 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/SWN-29-21-674x1024.jpg\" alt=\"SWN 29-21\" width=\"492\" height=\"743\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/werbleibtwodrin.odt\">werbleibtwodrin<\/a><a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/labkausmit.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3001 alignnone\" src=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/labkausmit.jpg\" alt=\"Kodak Tri X\" width=\"473\" height=\"397\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Wandmal.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3002 alignnone\" src=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Wandmal-674x1024.jpg\" alt=\"Wandmal\" width=\"365\" height=\"554\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/By-nc-sa_color.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1755 alignleft\" src=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/By-nc-sa_color.png\" alt=\"By-nc-sa_color\" width=\"121\" height=\"81\" srcset=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/By-nc-sa_color.png 720w, https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/By-nc-sa_color-300x202.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 121px) 85vw, 121px\" \/><\/a><\/dt>\n<dt><strong><a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/werbleibtwodrin0001.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3007 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/werbleibtwodrin0001-677x1024.jpg\" alt=\"werbleibtwodrin0001\" width=\"547\" height=\"827\"><\/a><\/strong><a href=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Tieresehendichan31.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7184 alignright\" src=\"http:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Tieresehendichan31-1024x780.jpg\" alt=\"Tieresehendichan3\" width=\"140\" height=\"107\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/AbschriftausInfoBug45Jahre.pdf\">PDF AbschriftausInfoBug45Jahre<\/a><\/dt>\n<\/dl>\n<\/dt>\n<\/dl>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<\/dt>\n<\/dl>\n<\/dt>\n<\/dl>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<\/dt>\n<\/dl>\n<\/dt>\n<\/dl>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<\/dt>\n<\/dl>\n<\/dt>\n<\/dl>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<\/dt>\n<\/dl>\n<\/dt>\n<\/dl>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<\/dt>\n<\/dl>\n<\/dd>\n<\/dl>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/IMG_7852Wirbleibenalle.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10956\" width=\"649\" height=\"649\"\/><figcaption>2020. Nein, wie hast Du Dich ver\u00e4ndert!<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a id=\"wp-block-file--media-942f2c98-0041-46cb-9a35-aef622ed0e67\" href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/AbschriftausInfoBug45Jahre-1.odt\">AbschriftausInfoBug45Jahre<\/a><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/AbschriftausInfoBug45Jahre-1.odt\" class=\"wp-block-file__button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-942f2c98-0041-46cb-9a35-aef622ed0e67\">Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a id=\"wp-block-file--media-d8f1fa76-97a6-4ffe-afcc-24f2385a0e8b\" href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/AbschriftausInfoBug45Jahre.pdf\">AbschriftausInfoBug45Jahre<\/a><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/AbschriftausInfoBug45Jahre.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-d8f1fa76-97a6-4ffe-afcc-24f2385a0e8b\">Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a id=\"wp-block-file--media-1b03b61c-9779-4f6f-a584-f67af5e7bcf2\" href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/AbschriftausInfoBug45Jahre-1.odt\">AbschriftausInfoBug45Jahre-1<\/a><a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/AbschriftausInfoBug45Jahre-1.odt\" class=\"wp-block-file__button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-1b03b61c-9779-4f6f-a584-f67af5e7bcf2\">Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/AbschriftausInfoBug45Jahre-1.odt\" alt=\"\" class=\"wp-image-11032\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"740\" height=\"737\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/4Walde81.png\" alt=\"Waldemarstrasse 81\" class=\"wp-image-11837\"\/><figcaption>Foto Meinolf Haarmann<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"748\" height=\"751\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/3Walde81.png\" alt=\"Foto Meinolf Haarmann\" class=\"wp-image-11836\"\/><figcaption>Foto Meinolf Haarmann<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"748\" height=\"746\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/2Walde81.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-11835\"\/><figcaption>Foto Meinolf Haarmann (Selbstausl\u00f6ser)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"737\" height=\"742\" src=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/1Walde81.png\" alt=\"Foto Meinolf Haarmann (Menne)\" class=\"wp-image-11833\"\/><figcaption>Foto Meinolf Haarmann<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pdf Zehn Texte aus der WaldeZehn Texte aus der Waldemarstrasse 811 Der Zollstock. Ich weiss nicht mehr genau, wer es war. Es war eine Frau. Jedenfalls, diejenige die im ersten Stock in der Mitte sp\u00e4ter eingezogen ist. Der Herbst war schon da, der Winter stand vor der T\u00fcr. Die Heizung lief noch nicht. Es war &hellip; <a href=\"https:\/\/www.medienberatungev.org\/?p=844\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eGeschichten aus der Walde 81 \/ Bemalung 1. 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