Briefe an Eugen (IV) Naphthalin

PDF Briefe an Eugen (IV) Naphthalin

Hallo Eugen,

Romische Zahlen am BUG

ja bisher hatte ich auch noch nie von diesem Menschen gehört. Aber bei you tube habe ich einen Beitrag gefunden, der die Sache plausibel macht. Du findest ihn wenn Du in einer Suchmaschine Deiner Wahl eingibst: »Das selbstentzündliche Taschentuch“. Dort wird vorgeführt wie das geht und wie das vermutlich auch damals ging. Dr. Wilhem Schatz hatte es schon 1933 beschrieben.

Danach ist das alles Quatsch, das mit den Kohleanzündern. Die bestanden 1933 aus Holzmehl und Rohnaphthalin. Damit einen Reichstagsbrand auszulösen ist so gut wie unmöglich. Inzwischen sind ja auch die Urteile gegen den damals verurteilten angeblichen Brandstifter alle aufgehoben. Ich habe mir das Buch von Hans Bernd Gisevius mal genauer angesehen. Merkwürdiger Weise lautet der Titel nicht, wie immer überall wiederholt: »Bis zum bitteren Ende« sondern »Bis zum bittern Ende« .

Das Buch ist 1946 in Zürich erschienen. Gisevius hatte als Zeuge im Nürnberger Prozess ausgesagt. Was er dort genau gesagt hat, habe ich noch nicht herausgefunden. Lediglich einen Zeitungsausschnitt einer Zeitung, die in Wien erschienen war, konnte ich entnehmen, daß Goebbels die Idee hatte und Göring dafür gesorgt hatte, dass die Brandleger durch den bekannten Tunnel in den Reichstag gelangen konnten.

In seinem Buch nennt Gisevius auch die Namen der Personen die diesen Auftrag ausgeführt hatten. An der Spitze der SA Mann Hans Georg Gewehr. Erst fünfzehn Jahre später 1961 hat der ehemalige SA Mann einen Zivil Prozeß vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht angestrengt, in dem Gisevius untersagt werden sollte seine Behauptung, Hans Georg Gewehr habe die Brandstifter angeführt, weiterhin zu wiederholen. Stellt sich natürlich die Frage, warum der ehemalige SA Mann dem ehemaligen Gestapo Mann erst fünfzehn Jahre später widersprochen hatte.

Die einfachste Erklärung scheint mir zu sein. Der ehemalige SA Mann wird seine Gründe gehabt haben, warum er so lange gewartet hatte. Gisevius hatte bereits bei der Herausgabe seines Buches 1946 angenommen, das auch Gewehr schon tot war. So wie alle anderen Beteiligten SA Männer ermordet. Gisevius nimmt in seinem Buch einen langen Anlauf. Erst auf Seite 53 wird er bezüglich der Brandstiftung konkreter.

Mir fiel noch der etwas hochnäsige Tonfall auf, mit denen er die Täter beschreibt. Das macht seine Schreibe nicht besonders symphatisch. Jedenfalls hat es ihn 30.000 DM gekostet, J.

Tunnel Reichstag
Nachforschungen im Keller des ausgebrannten Reichstages. 3. von vorn (mit Brille) Hans von Dohnanyi, der spätere Widerstandskämpfer, als Mitarbeiter des Reichsjustizministeriums
Der Tunnel
Brandstiftung Berlin
Uwe Soukup, Heyne Verlag 2923

PDF Brandstiftung Interview Soukup