Aus dem Fotolabor von Larry Lazarus, Wexstrasse 42

Im Februar 2026 ist Larry Lazarus gestorben. Er war wirklich ein Könner, der die von mir geerbten Glasnegative von Werner Hensel und Rudolf Meyer und anderen Photographen aus dem Verein „Freie Vereinigung von Amateurphotographen zu Hamburg“ (gegründet 1898) erneut vergrößert hat. Hier kommt eine kleine Auswahl.

Larry Lazarus

„Larry Lazarus, geboren in London und von F.C. Gundlach nach Hamburg geholt, um dessen Dunkelkammer zu leiten, war über Jahrzehnte prägende Figur der analogen Schwarz-Weiß-Fotografie in Hamburg. In seiner Dunkelkammer brachte er die Werke anderer Fotograf:innen ins Licht. Mit THE LAZARUS LEGACY – photographs steht nun erstmals umfassend sein eigenes fotografisches Werk im Mittelpunkt. Kuratiert von seiner Tochter Joya Erlebach, zeigt die Ausstellung analoge Silbergelatine-Abzüge aus mehreren Jahrzehnten. Lazarus’ Fotografien sind geprägt von Licht, Schatten, Kontrast, Komposition und einer besonderen Verbindung von Auge, Handwerk und Lichtarbeit. Sie zeigen seine Art, durch die Welt zu gehen: melancholisch, humorvoll, präzise, zärtlich und manchmal „hübschhässlich“, wie er selbst gesagt hätte. Die Ausstellung ist eine Würdigung seines Lebenswerks, ein persönlicher Abschied und zugleich die letzte Einzelausstellung der Gallery Lazarus in der Wexstraße.“

Zeichnung Helga Bachmann
Creative commons.org
Fotos von Werner Hensel,
Rudolf Heinrich Meyer
und Jens Meyer

Hans-Adolf Kellinghusen (Ein Bruder des Photographen Walter Kellinghusen)

Walther Kellinghusen photographiert von Rudolf Heinrich Meyer
Archivrat Hans Adolf Kellinghusen, fotografiert von seinem Bruder Walther Kellinghusen.

Die Landeszentrale für politische Bildung schreibt über: Hans-Adolf Kellinghusen: „Hans Kellinghusen (1885 Bergedorf – 1971) 1908 Promotion zum Dr. phil. 1928 Archivrat, ab 1937 Mitglied der NSDAP, von 1948 bis 1951, Leiter des Hamburger Staatsarchivs, Roonstraße 7 in Hamburg Bergedorf (Privatadresse). Diese Straße gibt es heute nicht mehr. Jürgen Sielemann schreibt über Hans Kellinghusen: „ Seine Schreiben aus der NS-Zeit charakterisieren ihn als willigen und hartnäckigen Bürokraten der Rassenideologie, und dies auch im Dienst der mörderischen sogenannten Erbgesundheits-forschung. ‚Der gesamte Schriftverkehr mit parteiamtlichen Stellen vollzog sich […] völlig reibungslos‘, schrieb Kellinghusen 1935 und betonte die vielfältigen Beziehungen zum Sachverständigen für Rasseforschung beim Reichsminister des Innern und die umfangreiche Auskunftstätigkeit für den berüchtigten Fanatiker Dr. Wilhelm Holzmann vom Hamburger Amt für Rasseforschung. Für die Zukunft verkündete Kellinghusen 1935 das Folgende: ‚Der Erbgesundheitsforschung wird das Staatsarchiv ein ganz großes und reiches Material zur Verfügung stellen können. […] Die Ausnutzung dieses Materials für die Erbgesundheitsforschung steht erst in den Anfängen.‘(…)

In Kellinghusens Entnazifizierungsverfahren kam all dies nicht zur Sprache. In völliger Verkennung der Tatsachen charakterisierte ihn ein englischer Vernehmungsoffizier im September 1947 wie folgt: ‚Kellinghusen ist ein zivilisierter Mann westeuropäischen Zuschnitts. Er besitzt einen ausgeprägten Sinn für Humor und gutes Benehmen, aber kein Anzeichen für außer-gewöhnliche Intelligenz. Seine gesamte Persönlichkeit entspricht derjenigen eines unpoli-tischen Menschen und es ist äußerst unwahrscheinlich, dass er jemals mit radikalen Bewegungen sympathisierte.‘So war es dann kein Wunder, dass Kellinghusen in die Entnazifizierungskategorie V eingestuft wurde und damit zu den ‚Entlasteten‘ gehörte. Wenn Kellinghusen und Reincke [Heinrich Reincke Direktor des Staatsarchives] ‚nicht arische‘ Vorfahren von Antragstellern ermittelten, begnügten sich nicht damit, ihnen die geforderten Urkunden zuzustellen und den Fall damit als erledigt zu betrachten. In solchen Fällen informierten sie hinter dem Rücken der Antragsteller deren Arbeitgeber und Parteidienststellen vom Ergebnis der Nachforschungen. Zu diesen Denunziationen waren sie nicht gezwungen – sie handelten aus eigenem Antrieb. (…)

Wie viele Personen, die sich zur Urkundenbeschaffung an das Staatsarchiv gewandt hatten, von Kellinghusen und Reincke bei NSDAP- und anderen Stellen hinterrücks als ‚Vierteljuden‘, ‚Halbjuden‘ und ‚Volljuden‘ denunziert wurden, ist aufgrund der Aktenverluste nicht abzuschätzen. Nur ihre Auskünfte an die Gauleitungen von Berlin und Hamburg sind in größerem Umfang erhalten; sie weisen Mitteilungen über die jüdische Abstammung von über 300 Personen auf. (…)“. Was Kellinghusens und Reinckes Auskünfte in vielen Fällen angerichtet haben, lässt sich unschwer erahnen. (…)

Die erhalten gebliebenen Dokumente zeigen, dass Reincke und Kellinghusen durchaus nicht aus bloßem Opportunismus handelten, sondern von der nationalsozialistischen Rassenideologie überzeugt waren. Anders sind ihre Wortwahl und ihr Eifer auf diesem Gebiet schwerlich zu erklären. Davon war nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft allerdings keine Rede. 1951 trat Kellinghusen als Oberarchivrat in den Ruhestand, wurde 1960 mit der Lappenberg-Medaille des Vereins für Hamburgische Geschichte geehrt und 1966 zu dessen Ehrenmitglied ernannt. (…).“

„Als hauptverantwortliche Erfüllungsgehilfen des Rassenwahns sind die Professoren Heinrich Reincke und Hans Kellinghusen auszumachen“. (Seite 94, Jürgen Sielemann)

PDF  Walther Kellinghusen Zelle 5

Tier
Zeichnung Helga Bachmann

Der Hamburger Mantel 1905 – 2020

Foto von 1905. Familie Hirte. Im Kinderwagen Annelise Hirte. Mit Strohhut Hermann Hirte. Mit Blumenhut Cäcilie Hirte. Das Ehepaar hatte zehn Kinder. Die älteren Kinder sind nicht auf dem Foto.Hamburger Mantel (ganz links). Im Mantel Tante Püppi (mit Strohut).  Foto von 1905. Fotograf unbekannt Foto der Familie Hirte. Im Kinderwagen Annelise Hirte. Dahinter ihre Eltern. Nicht auf dem Foto: Weitere fünf Kinder.

Hamburger Mantel (Mitte)         Foto Werner Hensel 1938                                                          Foto links  unten Werner  Hensel   (1940)

Foto rechts unten  Hamburger Mantel  1953

Foto links Jens Meyer  (1982)

Fotos  Werner Hensel 1940 – 1953

Foto Rakna Abigt Arredondo

Mantel (Hamburg)

Foto (Ausschnitt) Werner Hensel. Hamburg 1954

Schiffe Fotos von Werner Hensel, Rudolf Heinrich Meyer, John Holler und . . .

Fotos von Werner Hensel, Rudolf Heinrich Meyer, John Holler.

 

Auf der Suche nach Ludwig Averdieck

Erinnerungen an die Zukunft der Vergangenheit Auf der Suche nach Ludwig Averdieck Förderantrag für einen Film. Exposee (1982) pdfErinnerungenaneinenDeserteur

Die Gräber wurden gepflegt. Man stieg von Motorrollern auf Kleinwagen um. Unbequeme Menschen waren längst vergessen. Nur einige Steine mit Namen konnte man noch lesen. Halb vergammelt. Moos und Schimmel bedeckten die Steine. Buchsbaumhecken, Heldengedenksteine. Jeden Sonntag der Ausflug mit meinem Vater zu seinem Vater. Stinkiges Blumenwasser und alte Frauen. „Auf der Suche nach Ludwig Averdieck“ weiterlesen

Hamburger Fotografen Werner Hensel, Walther Kellinghusen, Rudolf Heinrich Meyer

Paul und Margarete Schumacher (links) Wentorferstrasse 19 und Richard und Johanna Schultz Wentorferstrasse 21. Richard Schultz ist Milchhändler von Beruf. Paul Schumacher ist Privatier und hat seit 1901 ein Fuhrgeschäft.
Wentorferstrasse 19 / 21
Paul und Margarete Schumacher
Richard Schultz Milchhändler
Photograph Werner Hensel geb. 14. Dezember 1893, gestorben am 6. Januar 1986 und Anneliese Meyer, geb. Hirte. Geb. am 27. Oktober 1904 gestorben am 30. Oktober 1987 (Das Foto wurde 1951 gemacht-Fotograf war Rudolf Heinrich Meyer . geb. 24. Januar 1904, gest. am 29. August 1979)

Zitronen

Fotos (oben) Jens Meyer

Foto von Walter Kellinghusen (Photograph) Hamburg Bergedorf. Das Adressbuch von Hamburg gibt als letzte Wohnanschrift (1936) Hamburg Bergedorf, Wentorferstrasse 23 an. Die Nachforschungen haben ergeben, daß er 1936 verhaftet und in das Gefängnis  in Hamburg Bergedorf eingeliefert wurde. Sein Vater war Rechtsanwalt. In der Haft hat er sich das Leben genommen. Der § 175 wurde erst am 11. Juni 1994 aus dem StGB Deutschland ersatzlos gestrichen.

Fotografiert von Rudolf Heinrich Meyer 1928.

Walther Kellinghusen

Pädagogisches Institut der Universität Hamburg

GlasplatteTalmudTora1Glasnegativ von Rudolf Heinrich Meyer (1904 – 1979By-nc-sa_colorTieresehendichan3) Wann diese Aufnahme entstanden ist, ist mir nicht bekannt. Ich vermute, die Aufnahme ist zwischen 1916 – 1930 entstanden. Jens Meyer

Foto Rudolf Heinrich Meyer

Kinder in Hamburg Johann Hamann Werner Hensel Rudolf H. Meyer

kindermitFotografFoto Werner Hensel By-nc-sa_colorSpielbudenplatzum1900(Spielbudenplatz ca. 1900) Foto Johann Hamann (1859 – 1935)

Mönckebergstrasse (mit Strassenbahn) Foto Rudolf Heinrich Meyer

SchottscheKarreRHM

Werner Hensel und Annelise Meyer, geb. Hirte. 1951. St. Peter Ording. Foto: Rudolf Heinrich Meyer.

Walther Kellinghusen (1902 – 1936)

Walther Kellinghusen (geb. 1. Februar 1902 – gest. 27. September 1936), Wentorferstrasse 23, in Hamburg Bergedorf, fotografiert 1928 von Rudolf Heinrich Meyer (geb. 24. Januar 1904 – gest. am 29- August 1979), Wentorferstrasse 19,  in Hamburg Bergedorf).
By-nc-sa_color

Foto Rudolf Heinrich Meyer
RHM fotografiert von Walther Kellinghusen
Foto Walther Kellinghusen

Walther Kellinghusen (1902-1936)

Zeichnung Helga Bachmann