Abschrift aus der LichtBildBühne (LBB)

Abschrift des Artikels aus der Lichtbildbühne (LBB) vom Montag, d. 30. Januar 1933:

“Hermann Urich-Saß zum Gedenken

Wie im größten Teil unserer Sonnabend-Ausgabe mitgeteilt, ist Hermann Urich-Saß am Freitag abend im blühenden Alter von 45 Jahren einem Herzschlag erlegen. Seine Beerdigung findet heute Montag, d. 30. Januar, 3 Uhr nachmittags, in Hamburg Ohlsdorf auf dem Israelitischen Friedhof statt. Tief erschüttert steht die Fachwelt des Films vor dieser furchtbaren Kunde. Einer der an Schaffensdrang und an Erfolg reichsten Pioniere ist mitten aus der Blüte der Jahre und der Arbeit aus dem Sein gerissen worden. Hermann Urich-Saß – ein Name, der nicht nur mit dem stolzen Henschel-Film- und Theaterkonzern in Hamburg, sondern mit dem deutschen Lichtspielwesen überhaupt untrennbar verbunden war und bleibt. Sein Lebenswerk: Hamburgs Schauburgen. Neun Theater. Außerdem drei andere Kinos, die zum Konzern gehören. Ein rundes Dutzend maßgebender Filmstätten, das betreut und verwaltet sein mußte. . . . Und Hermann Urich-Saß, unterstützt von einer Reihe tatkräftiger Mitarbeiter wie seinem Schwager und Sozius Hugo Streit und den Brüdern Traugott, verwaltete seinen Besitz mit Umsicht, gesellschaftlichem Weitblick, Klugheit und Wagemut. Wie hätte sich sonst der Henschel-Konzern zu einem der größten und führendsten Deutschlands entwickeln können! Das konnte nur durch einen Menschen geschehen, der seinem Unternehmen auch den Stempel seiner Persönlichkeit aufzuprägen verstand. Wie als Unternehmer so war Hermann Urich-Saß eine Persönlichkeit auch als Mensch. Seinem bescheidenen Charakter lag es nicht, hervorzutreten und nach außen hin eine Rolle zu spielen. Um so mehr trat sein Können in den Auswirkungen seiner Arbeit in Erscheinung. Streng in der Pflichterfüllung gegen andere und vor allem gegen sich selbst. Der korrekte Hamburger Kaufmann. Voll Ausdauer und Ehrgeiz und voller Vitalität, der er die Verwirklichung seiner Pläne verdankte. Ein Charakter voll Zuverlässigkeit. Ein Mann von untadeliger Gesinnung. Einer, dem Hochschätzung und Sympathien bis über das Grab hinaus bei allen sicher ist, die ihm, wie wir, in langen Jahren näher treten durften. Hätte er diese Eigenschaften nicht besessen, er wäre niemals Konzern-Beherrscher geworden. So aber erntete er bald die Erfolge seiner Arbeit; es dauerte nicht lange und er landet seinen ersten großen Schlag: Auf dem Trichtergelände am Millerntor will er ein Großkino bauen lassen. Das war, in Anbetracht der damaligen Zeit ein beinahe phantastisches Projekt. Er verwirklichte es: im Februar 1927 wurde die Schauburg Millerntor eröffnet. Und nun folgen rasch aufeinander jene großen Bauprojekte, die Hamburg aufhorchen ließen, und die den Namen des Henschel Film- und Theaterkonzerns so bekannt machten. Nachdem das ehemalige Astoria-Theater in den Besitz von Saß übergegangen und den Namen Schauburg Barmbeck erhalten hatte, folgte der Neubau Schauburg Nord. Später (das ehemalige Alhambra-Theater war inzwischen zur Schauburg Uhlenhorst geworden) wurden innerhalb von 3 Jahren die Schauburgen Hammerbrook, Wandsbeck und Hamm erbaut. Auch Altona bekam eine Schauburg. In Harburg erwarb der Henschel-Konzern zwei Theater, den Gloria Palast und das Union-Theater. Die beiden Innenstadtkinos, Schauburg Hauptbahnhof und City Theater vervollständigen die Reihe der Henschelbesitzungen. In dem Zeitraum von wenigen Jahren also hatte sich Hermann Urich-Saß vom kleinen Kinobesitzer zum Inhaber des größten Hamburger Lichtspieltheater-Konzern emporgearbeitet. Der 45jährige hatte damit ein Werk vollendet, auf das er nicht nur mit Stolz blicken durfte, sondern das er weiter mit seinem Geiste hätte erfüllen und ausbauen können. Ein vergängliches Menschenleben ist nicht mehr, – aber sein Werk lebt!“ (Aus Lichtbildbühne (LBB) vom 30.01. 1933)

Foyer Schauburg Millerntor

Tiere sehen Dich an (1)
von links Hugo Streit und Hermann Urich Sass
von links Hugo Streit Hermann Urich Saß

Cópia do LichtBildBühne em 30 de janeiro de 1933 Hermann Urich-Saß em memória

Conforme comunicado na maioria de nossa edição de sábado, Hermann Urich-Sass sucumbiu a um batimento cardíaco na noite de sexta-feira, aos 45 anos de idade. Seu funeral acontecerá hoje segunda-feira, 30 de janeiro, 15h, em Hamburgo Ohlsdorf, no Cemitério Israelita. O mundo profissional do filme está profundamente abalado por esse cliente terrível. Um dos pioneiros mais ricos em desejo e sucesso criativos foi arrancado de ser no meio da florada de anos e trabalho. Hermann Urich-Saß – um nome que estava e permanece inextricavelmente ligado não apenas ao orgulhoso grupo de cinema e teatro Henschel em Hamburgo, mas também à indústria cinematográfica alemã. O trabalho de sua vida: os castelos de espetáculos de Hamburgo. Nove teatros. Além disso, outros três cinemas pertencentes ao grupo. Uma dúzia de locais de filmes relevantes que precisavam ser supervisionados e gerenciados. . . . E Hermann Urich-Sass, apoiado por vários funcionários ativos, como seu cunhado e sócio Hugo Streit e os irmãos Traugott, administrava sua propriedade com cuidado, previsão social, prudência e ousadia. De que outra forma o Grupo Henschel poderia se tornar um dos maiores e líderes da Alemanha! Isso só poderia ser feito por uma pessoa que sabia como estragar sua empresa em sua personalidade. Como empresário, Hermann Urich-Saß era uma personalidade como pessoa. Não era seu caráter humilde se destacar e desempenhar um papel externamente. Além disso, suas habilidades se tornaram evidentes nos efeitos de seu trabalho. Rigoroso no desempenho de tarefas para com os outros e, acima de tudo, contra si mesmo: o comerciante correto de Hamburgo. Cheio de perseverança e ambição e cheio de vitalidade, a que devia a realização de seus planos. Um personagem cheio de confiabilidade. Um homem de disposição impecável. Alguém que tem certeza de apreço e simpatia além da sepultura por todos que, como nós, conseguem se aproximar dele há muitos anos. Se ele não tivesse essas qualidades, nunca teria se tornado um governante corporativo. Mas assim ele logo colheu o sucesso de seu trabalho; Não demorou muito para que ele desse seu primeiro grande golpe: ele queria ter um grande cinema construído no local do funil no Millerntor. Em vista do tempo, esse foi um projeto quase fantástico. Ele percebeu: o Schauburg Millerntor foi inaugurado em fevereiro de 1927. E agora esses grandes projetos de construção, que fizeram Hamburgo prestar atenção e que tornaram tão conhecido o nome do grupo de cinema e teatro Henschel, se sucedem rapidamente. Depois que o antigo Astoria Theatre se tornou propriedade de Sass e recebeu o nome Schauburg Barmbeck, o novo edifício Schauburg Nord se seguiu. Mais tarde (o antigo Alhambra Theatre tornou-se Schauburg Uhlenhorst), os castelos Hammerbrook, Wandsbeck e Hamm foram construídos em três anos. Altona também ganhou um castelo de espetáculos. Em Harburg, o Grupo Henschel adquiriu dois teatros, o Gloria Palast e o Union Theatre. Os dois cinemas da cidade, Schauburg Hauptbahnhof e City Theatre, completam a série de propriedades de Henschel. No espaço de alguns anos, Hermann Urich-Sass passou de um pequeno dono de cinema para o dono da maior companhia de teatro de Hamburgo. Assim, o jogador de 45 anos completou um trabalho que ele não apenas se orgulhava de ver, mas que poderia ter continuado a realizar e expandir com seu espírito. Uma vida humana efêmera não existe mais, mas seu trabalho vive! ”(De Lichtbildbühne (LBB) de 30 de janeiro de 1933)

Apropos Kleidergrösse

»Ja, der Innenminister hat meine Kleidergrösse!«

Diesen Satz hat der Drehbuchautor Holger Karsten Schmidt, der Schauspielerin Katja Danowski, die die stellvertretende Staatsanwältin Agnes Sonntag in dem Film »Mörderische Jagd« von Markus Imboden spielt, in das Drehbuch geschrieben. Wer den Satz sucht, findet ihn in der 82 Minute, kurz vor Ende des Filmes. Wunderbar. Es gibt nicht viele, die in Deutschland solche Drehbücher verfassen können. Obwohl Herr Schmidt hat auch schon mal danebengehauen, wie wir uns erinnern.

Daneben gehauen: Nebel im August, Pressevorführung im Abaton, 23. August (2016) 10.00 Regie: Kai Wessel, Drehbuch: Holger Karsten Schmidt; Produzent: Ulrich Limmer, Start am 29. September 2016 Ein Presseheft ohne Starttermin, das ist selten. Das Heft ist aufwendig gestaltet. Vier- Farb-Druck, 31 Seiten, viele Fotos. In den Texten wimmelt es von deutscher Betroffenheitslürick, so will ich das mal nennen: “Bewegendes Drama”, “Tatsachenroman” (was ist das?), “tief beeindruckend” und anderen sprachlichen Lapsen. (ist das wirklich die Mehrzahl von Lapsus?) Nur ein Beispiel: ”Das Drehbuch legte Ulrich Limmer in die Hände des erfahrenen Holger Karsten Schmidt”. Das kann man sich richtig vorstellen. Aber warum? Erschüttert und berührt sollen wir sein. Leider stellt sich das Gegenteil ein. Sogar eine Zeittafel ist auf einer Seite abgedruckt. Sie beginnt mit dem 30. Januar 1933 und endet mit dem 8. 5. 1945, das Datum ist bekanntlich das offizielle Datum für die “Kapitulation des Deutschen Reiches” ist, wie das Presseheft noch mal in Erinnerung bringt. Kurz, das Presseheft sieht so aus, als wenn die Bundeszentrale für politische Bildung dieses selbst hergestellt hätte. Und der ist es bekanntlich egal, wann so ein Film in die Kinos kommt, also gestartet wird und ob er dort Erfolg haben kann oder eben nicht. Schließlich haben es die Besucher, die die Hefte der Bundeszentrale für politische Bildung in der Hand haben, nicht in der Hand, wenn sie das Kino verlassen wollen. Kino ist in diesem Zusammenhang keine unterrichtsfreie Zeit. Und wenn man vorzeitig geht, wirkt sich das auf die Fehlzeiten im Zeugnis aus. Nun ist das Presseheft das eine und der Film das andere. Am Anfang des Filmes wird dem Hauptdarsteller der Kopf rasiert. (Vermutlich, wegen der Läuse, die sich auf seinem Kopf befinden), was durch eine Sequenz vorher signalisiert wird. (Stellt sich die Frage: Gab es damals noch keinen Goldgeist?). Aber während der Dreharbeiten wachsen die Haare auch nicht nach und am Ende, als der Junge umgebracht wird, ist er noch genauso kahl geschoren, wie am Anfang. Aber es fehlt die Szene einer erneuten Rasur, aus der man erkennen würde, um welche Art Maßnahme es sich bei der Kopfrasur handelt. Nebensächlichkeiten. Die Mörder, die hier gezeigt werden, sind eindeutige Sympathieträger, obwohl sie doch eigentlich Mörder und Mörderinnen sind. Eine bildhübsche Krankenschwester vermischt das Gift mit Himbeersaft, damit die Kinder das nicht wieder ausspucken. Die gute Krankenschwester ist nicht halb so hübsch. Der Obermörder ist eben auch ein guter Mensch, der liebevoll mit den Kindern spielt, bevor er sie umbringen lässt. Und er ist der etwas weniger hübschen Krankenschwester auch gedanklich weit überlegen. Weist er sie doch auf den Widerspruch hin, dass es nicht besonders konsequent sei, sich gegen den Abtransport mit dem LKW in die Gaskammern nicht zu wehren, aber dann, wenn der Mord im Haus selbst vorgenommen wird, plötzlich dagegen zu opponieren. Ja, gar die Sache hintertreiben und mögliche Todeskandidaten auch noch zu verstecken. Da kommt die Krankenschwester ins Grübeln und der Zuschauer auch. Nein, dieser hier ist ein moderner Nazi. Einer mit “innovativen Methoden”, wie man das heute nennen würde. So ist er der Erfinder der Suppe, der durch langstündiges Kochen sämtliche Nährstoffe und Vitamine entzogen werden, so dass, wie er stolz verkündet, “der Patient gefüttert wird und dabei verhungert”. Das spart teure Medikamente, die sonst für die Ermordung eingesetzt werden müssten. Die deutsche Bürokratie, an einem großen Tisch versammelt, ist begeistert. Ich finde, der Film ist in eine Falle gelaufen, die er sich selbst gestellt hat. Und warum die Haare des Hauptdarstellers, der den Ernst Lossau spielt, nicht während der Dreharbeiten nachwachsen, bleibt leider in der Dunkelheit des Drehbuchs verborgen. Ergebnis: die NSDAP war eben doch eine fortschrittliche Partei, die schon damals Sachen gedacht und gemacht hat, die erst heute wieder bei uns salonfähig werden. Und diese Wirkung haben die Produzenten des Filmes mit Sicherheit nicht beabsichtigt, aber erreicht. Nur das mit dem Nebel im August, das wird uns nicht klar. Sollte es sich eventuell um den Nebel handeln, den Ulrich Limmer mit diesem Film unbeabsichtigt, vermute ich mal, erzeugt. Wie war das noch?

Er hat das Drehbuch in die Hände des erfahrenen Holger Carsten Schmidt gelegt. Was zu zwei Fragen ermuntert: War es da schon fertig? Und wenn, sei die Frage gestattet, ob die Arbeit Drehbücher zu schreiben wirklich nur Handarbeit ist? Manchmal gehört sicher auch ein wenig Kopfarbeit dazu, die wir hier leider vermissen. Jens Meyer, 23. August 2016 (Da ist mir doch noch eingefallen wo Holger Karsten Schmidt daneben gehauen hat. Aber vermutlich ist er daran gar nicht schuld. Man muss ja auch für die Brötchen arbeiten; Jedenfalls hat er andrerseits bewiesen, dass er kann, wenn er will und gelassen wird, Herr Limmer)

Auch ein Pabel kann sich irren: Die Elbstrasse in Hamburg

Reinhold Pabel Alt Hamburger Strassennamen. Edition Temmen. 2. Auflage 2004. Seite 84:

ELBSTRASSE

„Bis 1899 war der Weg in Erste, Zweite und Dritte Elbstrasse geteilt. Die erste ging von den Hütten bis zur Peterstrasse, die Zweite von dort bis zum Steinweg und die Dritte bis zur Schlachterstraße.“ (Seite 85)

Offensichtlich irrt hier Reinhold Pabel. Nach dem Adressbuch von Hamburg ist es bis 1899 genau anders herum. Nach den Adressbüchern (nach Strassen und nach Namen sortiert), beginnt die Erste Elbstrasse an der Schlachterstr. (die es nicht mehr gibt) und geht bis zum Neuen Steinweg. Von da an heisst die Strasse Zweite Elbstr, die geht weiter bis zur Peterstrasse und dann kommt die Dritte Elbstrasse die geht von der Peterstrasse bis zur Marienstrasse (die es auch nicht mehr gibt). 1900 wird dann alles anders. 1900 ist die Richtung die gleiche aber die Nummerierung wechselt. Die ungeraden Zahlen sind von der Mühlenstrasse links (Nummer 3) bis zu Hütten Nummer 149. Die geraden Zahlen sind gegenüber und beginnen rechts von Schlachterstrasse mit der Nummer 4 bis zur Marienstrasse Nr. 134. Die Marienstrasse gibts auch nicht mehr. Und die Elbstrasse ist in Neanderstrasse umgetauft worden. Warum eigentlich? Passiert ist es 1946. Warum wurde die alte Elbstrasse in Neanderstrasse umgetauft? Die alte Bebauung von 1900 ist fast komplett weg. (Krieg?). Bemerkt wurde der Vorgang von mir erst als ich die »Israelitische Armenschule Talmud Tora Schule« von 1805 unter der genannten Anschrift Elbstrasse 122 gesucht und nicht gefunden habe. So eine lange Elbstrasse gab es bis 1900 nicht. Die war in drei Teile geteilt (Erste, Zweite und Dritte Elbstrasse). Das haben sie alle immer nur voneinander abgeschrieben, vermute ich.

Wolfgang Ziemssen (1928 – 2012) über Persilscheine

Abschrift aus: Wie man einen verlorenen Krieg gewinnt (Seite 280) »Persilscheine«

Zum Thema Persilscheine: Sich Freikaufen von der Vergangenheit

“Jeder zweite, der in Kiel vor die Spruchkammer kam, hatte einem Juden das Leben gerettet, einen Demokraten vor dem KZ bewahrt und war ein geheimer Gegner der Nazis gewesen. Die Fragebögen wurden en masse* gefälscht. Neben der Wand mit den Tauschzetteln hingen jeden Tag die Anschläge der Militärregierung: »Wegen falscher Angaben wurde bestraft . . . «. Auf die Frage, wo der Schwarzhandel am besten gedeihe, erhielt man damals zur Antwort: am Bahnhof und vor der Spruchkammer! Da wurden – je nach Belastungsstufe – Kartoffeln, Eier, Mehl, Margarine, Hühner und Karnickel gegen »Persilscheine« getauscht. Gegen Bezahlung in Naturalien kaufte man sich frei von der Vergangenheit. Oder die alten Nazis legten einfach einen von den Spruchkammern errechneten Betrag auf den Tisch und waren von diesem Moment an keine Nazis mehr. Die als »Mitläufer« eingestuften zahlten etwa 200 RM; das juckte keinen, da das Geld ohnehin nichts wert war. Bloß die Kleinen, die Block- und Zellenleiter hat man rangenommen und als Trümmerauguste eingesetzt, während die vermögenden Pgs schon wieder in den Vorzimmern der Militärregierung saßen und auf ihre Lizenz warteten und frische Brötchen aus kanadischen Mehl aßen. Kein Wunder, daß uns die Entnazifizierung als Farce erschien!“ Wolfgang Ziemssen, ehemaliger Marineflak-Helfer in Kiel, dann Bauhilfsarbeiter, später Schauspieler. (Tonbandprotokoll) Wolfgang Ziemssen (1928 – 2012) * en masse = in besonders grosser Menge

Holsatia Werke

Holsatia 1912 -1945 ist ursprünglich ein jüdisches Unternehmen. In Hamburg Altona. Julius Neumann 1869 – 1930 Gründer und erster Besitzer Erich Buchholz (1893 – 1932) Zweiter Besitzer Holsatia (l=lateinisches Wort für Holstein)

1912 Holsatia Neumanns Spezial Möbel Fabrik Arnoldstrasse 16 – 20 Geschäftsführer Julius Neumann 1925 Holsatia Werke Neumann Arnoldstrasse 22 1926 Holsatia Werke Neumann KG auf Aktien Arnoldstrasse 3/5 1927 Holsatia Werke Neumanns Holzbearbeitungsfabriken Aktiengesellschaft (A.G.) Arnoldstr. 3 /5 1928 Holsatia Werke Neumanns Holzbearbeitungsfabriken Aktiengesellschaft (A.G.) Arnoldstr. 3 /5 1929 Holsatia Werke Neumanns Holzbearbeitungsfabriken Aktiengesellschaft (A.G.) Arnoldstr. 3 /5 1930 Holsatia Werke Aktiengesellschaft (A.G.) Kluckstrasse 4 (E=Grundeigentümer aus dem Adressbuch von Altona) 1933 Holsatia Werke Aktiengesellschaft Kluckstrasse 4 / Kruppstrasse 59 1935 Holsatia Werke Aktiengesellschaft, Kruppstrasse 57/59

Holsatia 1912 -1945 ist ursprünglich ein jüdisches Unternehmen. Julius Neumann 1869 – 1930 Gründer und erster Besitzer, Erich Buchholz (1893 – 1932) Zweiter Besitzer Holsatia (l=lateinisches Wort für Holstein) 1912 Holsatia Neumanns Spezial Möbel Fabrik Arnoldstrasse 16 – 20 Geschäftsführer Julius Neumann 1925 Holsatia Werke Neumann Arnoldstrasse 22 1926 Holsatia Werke Neumann KG auf Aktien Arnoldstrasse 3/5 1927 Holsatia Werke Neumanns Holzbearbeitungsfabriken Aktiengesellschaft (A.G.)Arnoldstr. 3 /5 1928 Holsatia Werke Neumanns Holzbearbeitungsfabriken Aktiengesellschaft (A.G.) Arnoldstr. 3 /5 1929 Holsatia Werke Neumanns Holzbearbeitungsfabriken Aktiengesellschaft (A.G.)Arnoldstr. 3 /5 1930 Holsatia Werke Aktiengesellschaft (A.G.) Kluckstrasse 4 (E=Grundeigentümer) 1933 Holsatia Werke Aktiengesellschaft Kluckstrasse 4 / Kruppstrasse 59 1935 Holsatia Werke Aktiengesellschaft, Kruppstrasse 57/59 Folgende Vermutung liegt nahe: Bei dem Unternehmen, von dem Dimitry Rostowsky (Dimitry Rostowsky Zwangsarbeiter bei der Firma Holsatia; verschleppt aus der Ukraine nach Deutschland) erzählt hat, handelt es sich vermutlich um die ehemals jüdische Fabrik, die 1912 unter dem Namen Holsatia Neumanns Spezial Möbel Fabrik, von dem jüdischen Unternehmer Julius Neumann, Arnoldstr. 16 – 20, gegründet und betrieben wurde. Der spätere Fabrikbesitzer Heinz Meyer (Firma: Holsatia-Werke Heinz Meyer KG Hamburg) wollte von ihm nach 1945 einen Persilschein*, dass er immer gut zu den 700 „Ostarbeitern“ gewesen sei. Diesen Schein hat Dimitry R. nicht unterschrieben. Heinz Meyer wohnt in Flottbek/Othmarschen, Noerstrasse 11. (Im Adressbuch von Hamburg, Strassenverzeichnis 1951 ist als Eigentümerin des Grundstücks eingetragen: Meyer, I. später: 1952-1965: Meyer, Frau Irmg.). Als Mieter: Meyer, Heinz, Fabrikt.). Heinz Meyer ist später gestorben. Hat aber seine Fabrik zurückerhalten, die sein Sohn später übernommen hat. Der hat jetzt eine teure Villa in Hamburg Othmarschen. Nach weiteren Recherchen stellt sich heraus: Die Firma hiess: >Holsatia-Werke Heinz Meyer KG< in Hamburg.