Geschichten aus der Walde 81 / Bemalung 1. Mai 1975

7 Peter Lorenz im Keller. Es war vor irgendeiner Wahl in Berlin. (Ich durfte ja in Berlin nicht wählen, weil ich noch nie etwas behelfsmäßiges haben wollte, schon gar keinen behelfsmäßigen Ausweis). Jedenfalls war Peter Lorenz fünf Tage weg. Dann war er wieder da. Und alle Wohngemeinschaften wurden razziert. Tags zuvor hatten sie das Rauchhaus in Schutt und Asche gelegt. Jetzt kamen sie zu uns (Nach Helmuts Erinnerung ein Sonntag). Ich seh mich noch heute neben Cossi im ersten Stock, neben uns einer in voller Kampfausrüstung, Maschinenpistole im Anschlag. Er hat Cossi dann gefragt, warum er so zittert. Und ich hab ihn dann gefragt, ob er nicht wenigstens mal die Sicherung rein tun kann. Weiß nicht mehr, ob ers gemacht hat. Später als sie weg waren, haben wir dann das ganze Haus abgesucht, weil die Bullen hatten damals die schlechte Angewohnheit, selber Sachen zu verstecken, um dann ne Stunde später noch mal wiederzukommen und sie dann zu finden. Ich hab dann in der Waschküche im Hof noch ein altes Gewehr (in Ölpapier eingepackt) aus dem ersten Weltkrieg gefunden. Damals gab es noch das Gesetz der Alliierten, das für Waffenbesitz (dazu gehörten auch Schwerter) die Todesstrafe vorsah. Ich glaub aber, zu der Zeit haben sie das nicht mehr angewendet. (Die Recherche hat folgendes ergeben: Die Wahl fand statt am Sonntag, d. 3. März 1975. Parole des Spitzenkandidates der CDU Peter Lorenz war damals: „Mehr Tatkraft, schafft mehr Sicherheit“. (Die Entführer hatten da Peter Lorenz offensichtlich ein wenig missverstanden).

2020. Nein, wie hast Du Dich verändert!
Waldemarstrasse 81
Foto Meinolf Haarmann
Foto Meinolf Haarmann
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Foto Meinolf Haarmann (Selbstauslöser)
Foto Meinolf Haarmann (Menne)
Foto Meinolf Haarmann
Zeichnung Helga Bachmann
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Zeit vergeht nicht – das Cinemoritz

PDF Planet der Affen

Zeit vergeht nicht: 17 Jahre später:

Das Cinemoritz zum Abgewöhnen Protokoll eines Besuches ,                                                                                                                am    Montag, der 11. August 2014. 12.20 Uhr.milpferd_einauge „Zeit vergeht nicht – das Cinemoritz“ weiterlesen

Ein Brief vom 14. August 1933 von Leopold Gonser.

PDFBrief von Leopold Gonser

„Wer die Macht hat, hat das Recht“ Ein Brief aus Lübeck

Auszug aus einem der Briefe, die Leopold Gonser (Kinopächter der Stadthallen Lichtspiele in Lübeck, zusammen mit Ernst Robert und Wilhelm Markmann) am

14. August 1933 (Lübeck) an den Verband der Norddeutschen Lichtspieltheaterbesitzer in Hamburg schrieb. „Ein Brief vom 14. August 1933 von Leopold Gonser.“ weiterlesen

Foto Blutspuren beseitigen?

IMG_0739War das nötig? Nur wegen der Blutspuren das ganze Innenleben dieses Hauses herauszureissen? Fotografiert am Sonnabend, d. 9. August 2014 um 17.18 Uhr. (Siehe Uhr). Nur für die, die den Ort nicht kennen: Es handelt sich um das Gebäude in der Stadthausbrücke. Ehemaliger Sitz der Hamburger Baubehörde und ehemaliger Sitz der Gestapo in Hamburg. Foto Jens Meyer

Zeichnung Helga Bachmann
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Norbert Kobler (USA) Sohn des Schauspielers Julius Kobler

Norbert Kobler bei einem Interview in LA
Norbert Kobler bei einem Interview in LA

NorbertKoblerInterviewbearbeitet2020

NorbertJKobler1NoorbertJKobler

Kroatien Foto Jens MeyerIMG_0078-300x225

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Fotos Dietmar Bruns + Jens Meyer

Interview Jens Meyer

Am 21. Juli 1990 in LA. USA

aus: Rita Bake–„NS-belastete Straßennamen in Hamburg“

„Prof. Dr. med. Konjetzny war sowohl NSDAP Mitglied als auch zahlreicher weiterer NS-Organisationen gewesen. 15 Kilometer von dieser Straße entfernt heißt seit 1988 im Stadtteil Langenhorn eine Straße nach Julius Kobler (1866-1942), einem NS-Opfer, der als bekannter Schauspieler im Thalia-Theater und im Deutschen Schauspielhaus auf der Bühne gestanden hatte und 1934 aus so genannten rassischen Gründen entlassen worden war.

„Im Juni 1942 wurde er mit starken Beschwerden [Magenkrebs] zunächst ins Universitätskrankenhaus Eppendorf eingeliefert, wo man ihm jedoch schon nach wenigen Tagen mit der Begründung entließ, dass Juden dort nicht mehr operiert werden dürften, da ein Erlass von 1936 vorschrieb, dass jüdische Patienten nur noch in‚ extremen Notfällen‘ zu behandeln seien.“ 5

In dieser Zeit war Georg Ernst Konjetzny Leiter der chirurgischen Klinik des Universitätskrankenhauses Krankenhauses Eppendorf. Er war seit 1933 in der SA, seit 1936 im NS-Dozentenbund und 1937 in die NSDAP eingetreten. Seit 1939 war er Mitglied des NS-Ärztebundes. 6

Zwar fand Julius Kobler Aufnahme im sehr schlecht ausgestatteten Israelitischen Krankenhaus, aber die ein oder zwei Wochen später aus geführte Operation „hat ihm nicht mehr das Leben retten können; er verstarb dort am 22. Juni 1942. Wenn auch drei ärztliche Gutachten in den 1950er-Jahren einen im medizinischen Sinne unmittelbaren kausalen Zusammenhang zwischen der Verweigerung der Operation im Universitätskrankenhaus und dem Tod Julius Koblers verneinten, war er unzweifelhaft Opfer rassistischer Diskriminierung und Verfolgung durch das NS-Regime.“            Rita Bake Julius Kobler