7 Peter Lorenz im Keller. Es war vor irgendeiner Wahl in Berlin. (Ich durfte ja in Berlin nicht wählen, weil ich noch nie etwas behelfsmäßiges haben wollte, schon gar keinen behelfsmäßigen Ausweis). Jedenfalls war Peter Lorenz fünf Tage weg. Dann war er wieder da. Und alle Wohngemeinschaften wurden razziert. Tags zuvor hatten sie das Rauchhaus in Schutt und Asche gelegt. Jetzt kamen sie zu uns (Nach Helmuts Erinnerung ein Sonntag). Ich seh mich noch heute neben Cossi im ersten Stock, neben uns einer in voller Kampfausrüstung, Maschinenpistole im Anschlag. Er hat Cossi dann gefragt, warum er so zittert. Und ich hab ihn dann gefragt, ob er nicht wenigstens mal die Sicherung rein tun kann. Weiß nicht mehr, ob ers gemacht hat. Später als sie weg waren, haben wir dann das ganze Haus abgesucht, weil die Bullen hatten damals die schlechte Angewohnheit, selber Sachen zu verstecken, um dann ne Stunde später noch mal wiederzukommen und sie dann zu finden. Ich hab dann in der Waschküche im Hof noch ein altes Gewehr (in Ölpapier eingepackt) aus dem ersten Weltkrieg gefunden. Damals gab es noch das Gesetz der Alliierten, das für Waffenbesitz (dazu gehörten auch Schwerter) die Todesstrafe vorsah. Ich glaub aber, zu der Zeit haben sie das nicht mehr angewendet. (Die Recherche hat folgendes ergeben: Die Wahl fand statt am Sonntag, d. 3. März 1975. Parole des Spitzenkandidates der CDU Peter Lorenz war damals: „Mehr Tatkraft, schafft mehr Sicherheit“. (Die Entführer hatten da Peter Lorenz offensichtlich ein wenig missverstanden).




















