Briefe an Wiebeke (V) Ewige Wahrheiten

Hallo Wiebeke, ich habe wirklich vorher gesucht und nicht gefunden, nicht mal bei der Maus. Also: wieso geht das 19. Jahrhundert vom 1. Januar 1801 – 31. 12. 1900 und das 20. Jahrhundert vom 1. Januar 1901 bis zum 31.12. 2000. Nach dergleichen Logik muessten die 50 iger Jahre von 1941 – bis 1950 gehen und die 60 iger Jahre von 1951 – 1960 und soweiter, wie das? Das schuettelst Du doch bestimmt aus dem Aermel, odr? J.

Ja, das kann ich tatsaechlich aus dem Aermel schuetteln, aber wie erklaert man’s am besten. Hm. Also eigentlich sind das zwei Fragen. Fangen wir mal mit der ersten an: Wieso faengt das 19. Jhdt. mit dem Jahr 1801 an (und entsprechend fuer alle anderen Jahrhunderte)? Das kommt daher, dass das erste Jahrhundert mit dem Jahr 1 anfing. Egal ob man sich nun auf das Maerchen von Jesus oder auf irgend ein anderes kulturell einschneidendes Ereignis beruft, man faengt halt bei eins an zu zaehlen. Also das 1. Jahrhundert ging von 1 bis 100, das 2. von 101 bis 200, usw. Und das 21. Jahrhundert geht offiziell von 2001 bis 3000, worauf eine Menge von pedantischen Korinthenkackern hingewiesen hat, als die Welt sich anschickte, das neue Jahrhundert zum Jahreswechsel 1999/2000 einzulaeuten: „Ist ja noch gar nicht soweit! Erst naechstes Jahr!“ Damit hatten sie logisch betrachtet recht, aber intuitiv ist 1999-2000 natuerlich eine groessere Sache als 2000-2001. Das die 50er Jahre nicht entsprechend im Jahr 1941 anfangen, liegt daran, dass es ja nicht „das 5. Jahrzehnt“ heisst. Das wuerde tatsaechlich 1941 anfangen (weil das 1. Jahrzehnt im Jahr 1 anfaengt, das 2. im Jahr 11, usw.). Aber „50er“ ist einfach nur ein Adjektiv wie „vergeudet“ oder „gluecklich“: Die vergeudeten Jahre sind die, die man vergeudet hat, die gluecklichen Jahre sind die, in denen man gluecklich war, und die 50er Jahre sind die, die die Zahl „50“ im Namen haben. Ja? Wenn das zur Erklaerung nicht ausreicht, koennen wir die Frage bei naechster Gelegenheit muendlich weiter eroertern. W.

Auch ein Pabel kann sich irren: Die Elbstrasse in Hamburg

Reinhold Pabel Alt Hamburger Strassennamen. Edition Temmen. 2. Auflage 2004. Seite 84:

ELBSTRASSE

„Bis 1899 war der Weg in Erste, Zweite und Dritte Elbstrasse geteilt. Die erste ging von den Hütten bis zur Peterstrasse, die Zweite von dort bis zum Steinweg und die Dritte bis zur Schlachterstraße.“ (Seite 85)

Offensichtlich irrt hier Reinhold Pabel. Nach dem Adressbuch von Hamburg ist es bis 1899 genau anders herum. Nach den Adressbüchern (nach Strassen und nach Namen sortiert), beginnt die Erste Elbstrasse an der Schlachterstr. (die es nicht mehr gibt) und geht bis zum Neuen Steinweg. Von da an heisst die Strasse Zweite Elbstr, die geht weiter bis zur Peterstrasse und dann kommt die Dritte Elbstrasse die geht von der Peterstrasse bis zur Marienstrasse (die es auch nicht mehr gibt). 1900 wird dann alles anders. 1900 ist die Richtung die gleiche aber die Nummerierung wechselt. Die ungeraden Zahlen sind von der Mühlenstrasse links (Nummer 3) bis zu Hütten Nummer 149. Die geraden Zahlen sind gegenüber und beginnen rechts von Schlachterstrasse mit der Nummer 4 bis zur Marienstrasse Nr. 134. Die Marienstrasse gibts auch nicht mehr. Und die Elbstrasse ist in Neanderstrasse umgetauft worden. Warum eigentlich? Passiert ist es 1946. Warum wurde die alte Elbstrasse in Neanderstrasse umgetauft? Die alte Bebauung von 1900 ist fast komplett weg. (Krieg?). Bemerkt wurde der Vorgang von mir erst als ich die »Israelitische Armenschule Talmud Tora Schule« von 1805 unter der genannten Anschrift Elbstrasse 122 gesucht und nicht gefunden habe. So eine lange Elbstrasse gab es bis 1900 nicht. Die war in drei Teile geteilt (Erste, Zweite und Dritte Elbstrasse). Das haben sie alle immer nur voneinander abgeschrieben, vermute ich.

Die zwei Gesichter des Lehrers Daniel Wormser (Talmud- Tora-Schule), Elbstrasse 122, Kohlhöfen 19/20 in Hamburg

Die zwei Gesichter des Lehrers Daniel Wormser (1840 – 1900)

„Daniel Wormser (1840 -1900) unterrichtete seit 1864 an der Talmud-Tora-Schule und war als „Vater der Auswanderer“ hoch geachtet. „Die zwei Gesichter des Lehrers Daniel Wormser (Talmud- Tora-Schule), Elbstrasse 122, Kohlhöfen 19/20 in Hamburg“ weiterlesen

Wie kommt es nun, daß die Arbeiter trotzdem weiterleben?

Darstellung der Realität im Kinderbuch – Leseprobleme von Arbeiterkindern im 19. Jahrhundert Auf dem Dachboden gefunden. Ein Text aus dem Jahr 1970:

Wie kommt es nun, daß die Arbeiter trotzdem weiterleben? „Wie kommt es nun, daß die Arbeiter trotzdem weiterleben?“ weiterlesen

Gottlieb Planck – Der Schöpfer des BGB

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003Hier wirkte Gottlieb Planck Schöpfer des BGB. 1855 – 1859 Richter am kl. Obergericht Dannenberg. Was lernt man daraus? Um das BGB zu schreiben brauchte Gottlieb vier Jahre und wurde 85 Jahre alt.

By-nc-sa_colorFoto Jens Meyer

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