Leute seid vernünftig lasst die Frau durch

Leute seid vernünftig, lasst die Frau durch, denn sie will noch schnell mal in Schauburg – Zur Geschichte eines jüdischen Kinokonzerns in Hamburg.

Video von Jens Meyer, BRD / USA / Brasilien 1994, Kamera: Dietmar Bruns, Recherchen: Reinhold Sögtrop, Jens Meyer, Reinhard Saloch, Geschichtswerkstatt Barmbek; Schnitt: Echtzeit Video Christian Lempp; Produktion: Otto Meyer Filmproduktion mit Unterstützung des Hamburger Filmbüro e. V. S-VHS, 68 Min. Farbe.

Vom 22. April 1897 bis zum 27. Januar 1933 dauerte die Geschichte der Kinobesitzer Familie Henschel in Hamburg, Berlin, Kiel und Lübeck. Als den deutschen Nazis die Macht übergeben wird, werden den Partei – und Volksgenossen viele Geschenke versprochen. Ein Geschenk davon sind die Kinos des Henschel Film – & Theaterkonzerns. Doch auch Deutsche wissen, was man verschenken will, muß man erst haben. Die Besitzer werden enteignet und mit dem Tode bedroht. Die neuen Herren haben keine lange Freude an den Geschenken ihres Führers. Englische und amerikanische Bomberpiloten machen 1943 – 44 elf Kinos des Henschel Konzerns dem Erdboden gleich. Nur ein Kino wird nicht bombardiert. Die Bomben haben Spuren im Gedächtnis der Beschenkten hinterlassen.

Als ich 1987 mit den Recherchen zu diesem Film beginne, finde ich zunächst nichts. Nicht in den Archiven, nicht in den Köpfen der Beteiligten, nichts bei ihren Söhnen und Töchtern. Alles verdrängt, vergessen, verbrannt. Nicht allen der enteigneten „arisierten“ Kinobesitzern glückte die Flucht ins Ausland. Und nur wenige Überlebende kamen nach dem Krieg zurück. Die Richter von damals, die die Enteignungen „begleitet“ hatten, waren schon wieder in Amt und Würden. Keine guten Voraussetzungen für eine Wiedergutmachung. Eines wußten die (neuen) Besitzer genau. Besser ist, wenn über ihre Rolle in jener Zeit nichts geschrieben, gedruckt oder im Fernsehen gezeigt wird. Meine Vermutung, dass die ehemaligen Besitzer Juden waren, bestätigt sich bald. Nur der Zufall hilft uns dann bei der Suche. Eine dreizehn Zeilen Meldung in der Tageszeitung Licht Bild Bühne (LBB) ist so ein Zufall. In der Samstag Ausgabe vom 28. Januar 1933 der (LBB) steht, daß ein Herr „Urich-Saß, eine leitende Persönlichkeit im Henschel Konzern in Hamburg, am 27. Januar, im Alter von 45 Jahren, einem Herzversagen erlegen ist“. Am 30. 1., am Montag dann die Ergänzung: „Seine Beerdigung findet heute um 3 Uhr statt“. Auf dem Jüdischen Friedhof in Hamburg Ohlsdorf, der durch einen Zaun vom Friedhof von Hamburg Ohlsdorf getrennt ist.

Grabstein auf dem jüdischen Friedhof in Hamburg Ohlsdorf

Hier finde ich mit Hilfe des Friedhofswärters den Grabstein von Hermann Urich-Sass, geb. am 18. Juni 1887 (5647), gestorben am 27. Januar 1933 (5693). Der Stein ist gut erhalten. Das Grab wird gepflegt. Die jüdische Gemeinde hat viele Erfahrungen in Deutschland gemacht und hält Namen und Anschriften der Angehörigen der Toten geheim. Aber die Jüdische Gemeinde verspricht, meinen Brief an die Angehörigen des Toten weiterzuleiten. Nach einiger Zeit bekomme ich tatsächlich Ant-wort. Aus Mexiko, den USA und Brasilien. Verwunderung über den verrückten Hamburger, der nach 60 Jahren nach dem Verbleib des Henschel – Film und Theaterkonzerns sucht. Vor mir hatte noch keiner gefragt.

Ich danke Horst Urich-Sass, Beverly Hills / Mexico City, Norbert J. Kobler, Los Angeles, Rolf Arno Streit, Hilde Streit und Carl Heinz Streit, Belo Horizonte Brasilien d. 18. Oktober 1994.

Adolf Hitler verläßt um 12 Uhr 40 die Reichskanzlei dem damaligen Sitz des Reichspräsidenten in der Wilhelmstrasse.in Berlin.

Jetzt – zehn Jahre später- im August 2004 – nehme ich die Kontakte wieder auf. Meine damaligen Gesprächspartner: Norbert Kobler (Sohn des Hamburger Schauspielers Julius Kobler), Horst Urich-Sass (Sohn des Hamburger Kinobesitzers Hermann Urich-Sass), Rolf-Arno Streit (Sohn des Hamburger Kinobesitzers Hugo Streit, Carl Heinz Streit (ebenfalls Sohn des Hamburger Kinobesitzers Hugo Streit) sind verstorben. Damit bin ich auch von meinem Versprechen entbunden, das ich dem Sohn des Kinobesitzers Horst Urich Sass in Beverly Hills gegeben hatte. Über den Selbstmord seines Vaters nichts zur veröffentlichen, so lange, bis er und seine Frau Ciedra Urich Sass verstorben sind. An dieses Versprechen habe ich mich gehalten.

Hermann Urich Sass muß 1933 geahnt haben, was passieren wird. Er hat sich am 27. Januar 1933 das Leben genommen. Als er am Montag, den 30. Januar 1933 um 3 Uhr auf dem Jüdischen Friedhof in Hamburg Ohlsdorf beerdigt wird, hat der Reichspräsident Paul von Hindenburg um 12.30 Uhr die Macht an Adolf Hitler übergeben und ihn zum Reichskanzler ernannt.

Doch jetzt gibt es Zugang zu den damals verschlossenen Archiven. Die zutage kommenden Dokumente, beweisen, was schon immer vermutet wurde. 1938 wurden viele Juden beraubt. In einer bisher nicht genannten Dimension. 1930 gab es in Hamburg viele Kinos. Allein die Firma Henschel hatte 12 Kinos mit durchschnittlich 1200 Sitzplätzen pro Kino. 1930 betrug die Gesamtanzahl der Sitzplätze 50 Tausend. Die Enteignung im großen Stil begann 1933 mit der Machtübergabe an die Nazis. Nur rund 20 Tausend Sitzplätze verblieben bei Kinounternehmern, die schon vor 1932 aktiv gewesen waren.

Der Text des Schauburg Schlagers (gemacht für Werbezwecke 1925) „Kinder seid vernünftig lasst die Frau durch, denn sie will noch schnell mal in die Schauburg, das Fräulein Tochter, der Herr Sohn und der Papa und all die anderen Verwandten sind schon da.“ Der Text wird 3 x wiederholt. Die Schallplatte mit dem Lied hat Reinhard Saloch von der Geschichtswerkstatt Barmbek 1990 gefunden. Gespielt von Paul Godwin mit seinen Jazz Symphonikern (1925)

Abschrift aus der LichtBildBühne (LBB)

Abschrift des Artikels aus der Lichtbildbühne (LBB) vom Montag, d. 30. Januar 1933:

“Hermann Urich-Saß zum Gedenken

Wie im größten Teil unserer Sonnabend-Ausgabe mitgeteilt, ist Hermann Urich-Saß am Freitag abend im blühenden Alter von 45 Jahren einem Herzschlag erlegen. Seine Beerdigung findet heute Montag, d. 30. Januar, 3 Uhr nachmittags, in Hamburg Ohlsdorf auf dem Israelitischen Friedhof statt. Tief erschüttert steht die Fachwelt des Films vor dieser furchtbaren Kunde. Einer der an Schaffensdrang und an Erfolg reichsten Pioniere ist mitten aus der Blüte der Jahre und der Arbeit aus dem Sein gerissen worden. Hermann Urich-Saß – ein Name, der nicht nur mit dem stolzen Henschel-Film- und Theaterkonzern in Hamburg, sondern mit dem deutschen Lichtspielwesen überhaupt untrennbar verbunden war und bleibt. Sein Lebenswerk: Hamburgs Schauburgen. Neun Theater. Außerdem drei andere Kinos, die zum Konzern gehören. Ein rundes Dutzend maßgebender Filmstätten, das betreut und verwaltet sein mußte. . . . Und Hermann Urich-Saß, unterstützt von einer Reihe tatkräftiger Mitarbeiter wie seinem Schwager und Sozius Hugo Streit und den Brüdern Traugott, verwaltete seinen Besitz mit Umsicht, gesellschaftlichem Weitblick, Klugheit und Wagemut. Wie hätte sich sonst der Henschel-Konzern zu einem der größten und führendsten Deutschlands entwickeln können! Das konnte nur durch einen Menschen geschehen, der seinem Unternehmen auch den Stempel seiner Persönlichkeit aufzuprägen verstand. Wie als Unternehmer so war Hermann Urich-Saß eine Persönlichkeit auch als Mensch. Seinem bescheidenen Charakter lag es nicht, hervorzutreten und nach außen hin eine Rolle zu spielen. Um so mehr trat sein Können in den Auswirkungen seiner Arbeit in Erscheinung. Streng in der Pflichterfüllung gegen andere und vor allem gegen sich selbst. Der korrekte Hamburger Kaufmann. Voll Ausdauer und Ehrgeiz und voller Vitalität, der er die Verwirklichung seiner Pläne verdankte. Ein Charakter voll Zuverlässigkeit. Ein Mann von untadeliger Gesinnung. Einer, dem Hochschätzung und Sympathien bis über das Grab hinaus bei allen sicher ist, die ihm, wie wir, in langen Jahren näher treten durften. Hätte er diese Eigenschaften nicht besessen, er wäre niemals Konzern-Beherrscher geworden. So aber erntete er bald die Erfolge seiner Arbeit; es dauerte nicht lange und er landet seinen ersten großen Schlag: Auf dem Trichtergelände am Millerntor will er ein Großkino bauen lassen. Das war, in Anbetracht der damaligen Zeit ein beinahe phantastisches Projekt. Er verwirklichte es: im Februar 1927 wurde die Schauburg Millerntor eröffnet. Und nun folgen rasch aufeinander jene großen Bauprojekte, die Hamburg aufhorchen ließen, und die den Namen des Henschel Film- und Theaterkonzerns so bekannt machten. Nachdem das ehemalige Astoria-Theater in den Besitz von Saß übergegangen und den Namen Schauburg Barmbeck erhalten hatte, folgte der Neubau Schauburg Nord. Später (das ehemalige Alhambra-Theater war inzwischen zur Schauburg Uhlenhorst geworden) wurden innerhalb von 3 Jahren die Schauburgen Hammerbrook, Wandsbeck und Hamm erbaut. Auch Altona bekam eine Schauburg. In Harburg erwarb der Henschel-Konzern zwei Theater, den Gloria Palast und das Union-Theater. Die beiden Innenstadtkinos, Schauburg Hauptbahnhof und City Theater vervollständigen die Reihe der Henschelbesitzungen. In dem Zeitraum von wenigen Jahren also hatte sich Hermann Urich-Saß vom kleinen Kinobesitzer zum Inhaber des größten Hamburger Lichtspieltheater-Konzern emporgearbeitet. Der 45jährige hatte damit ein Werk vollendet, auf das er nicht nur mit Stolz blicken durfte, sondern das er weiter mit seinem Geiste hätte erfüllen und ausbauen können. Ein vergängliches Menschenleben ist nicht mehr, – aber sein Werk lebt!“ (Aus Lichtbildbühne (LBB) vom 30.01. 1933)

Foyer Schauburg Millerntor

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von links Hugo Streit und Hermann Urich Sass
von links Hugo Streit Hermann Urich Saß

Cópia do LichtBildBühne em 30 de janeiro de 1933 Hermann Urich-Saß em memória

Conforme comunicado na maioria de nossa edição de sábado, Hermann Urich-Sass sucumbiu a um batimento cardíaco na noite de sexta-feira, aos 45 anos de idade. Seu funeral acontecerá hoje segunda-feira, 30 de janeiro, 15h, em Hamburgo Ohlsdorf, no Cemitério Israelita. O mundo profissional do filme está profundamente abalado por esse cliente terrível. Um dos pioneiros mais ricos em desejo e sucesso criativos foi arrancado de ser no meio da florada de anos e trabalho. Hermann Urich-Saß – um nome que estava e permanece inextricavelmente ligado não apenas ao orgulhoso grupo de cinema e teatro Henschel em Hamburgo, mas também à indústria cinematográfica alemã. O trabalho de sua vida: os castelos de espetáculos de Hamburgo. Nove teatros. Além disso, outros três cinemas pertencentes ao grupo. Uma dúzia de locais de filmes relevantes que precisavam ser supervisionados e gerenciados. . . . E Hermann Urich-Sass, apoiado por vários funcionários ativos, como seu cunhado e sócio Hugo Streit e os irmãos Traugott, administrava sua propriedade com cuidado, previsão social, prudência e ousadia. De que outra forma o Grupo Henschel poderia se tornar um dos maiores e líderes da Alemanha! Isso só poderia ser feito por uma pessoa que sabia como estragar sua empresa em sua personalidade. Como empresário, Hermann Urich-Saß era uma personalidade como pessoa. Não era seu caráter humilde se destacar e desempenhar um papel externamente. Além disso, suas habilidades se tornaram evidentes nos efeitos de seu trabalho. Rigoroso no desempenho de tarefas para com os outros e, acima de tudo, contra si mesmo: o comerciante correto de Hamburgo. Cheio de perseverança e ambição e cheio de vitalidade, a que devia a realização de seus planos. Um personagem cheio de confiabilidade. Um homem de disposição impecável. Alguém que tem certeza de apreço e simpatia além da sepultura por todos que, como nós, conseguem se aproximar dele há muitos anos. Se ele não tivesse essas qualidades, nunca teria se tornado um governante corporativo. Mas assim ele logo colheu o sucesso de seu trabalho; Não demorou muito para que ele desse seu primeiro grande golpe: ele queria ter um grande cinema construído no local do funil no Millerntor. Em vista do tempo, esse foi um projeto quase fantástico. Ele percebeu: o Schauburg Millerntor foi inaugurado em fevereiro de 1927. E agora esses grandes projetos de construção, que fizeram Hamburgo prestar atenção e que tornaram tão conhecido o nome do grupo de cinema e teatro Henschel, se sucedem rapidamente. Depois que o antigo Astoria Theatre se tornou propriedade de Sass e recebeu o nome Schauburg Barmbeck, o novo edifício Schauburg Nord se seguiu. Mais tarde (o antigo Alhambra Theatre tornou-se Schauburg Uhlenhorst), os castelos Hammerbrook, Wandsbeck e Hamm foram construídos em três anos. Altona também ganhou um castelo de espetáculos. Em Harburg, o Grupo Henschel adquiriu dois teatros, o Gloria Palast e o Union Theatre. Os dois cinemas da cidade, Schauburg Hauptbahnhof e City Theatre, completam a série de propriedades de Henschel. No espaço de alguns anos, Hermann Urich-Sass passou de um pequeno dono de cinema para o dono da maior companhia de teatro de Hamburgo. Assim, o jogador de 45 anos completou um trabalho que ele não apenas se orgulhava de ver, mas que poderia ter continuado a realizar e expandir com seu espírito. Uma vida humana efêmera não existe mais, mas seu trabalho vive! ”(De Lichtbildbühne (LBB) de 30 de janeiro de 1933)

John Hansen: Vor fünfundzwanzig Jahren

Abschrift aus dem Film Kurier vom 16. August 1930

John Hansen: Vor fünfundzwanzig Jahren Hamburg im August (1930)

Im Herbst 1906 wurde ich vom Militär entlassen und eröffnete am 25. Dezember 1906 mit meinem Vater Albert Hansen zusammen auf unserem Grundstück unser Hansen-Kino, Altona, Schulterblatt 49.

Das Theater wurde unter den Klängen eines elektrischen Pianos eröffnet. Es war damals natürlich schwer, einen geübten Vorführer zu bekommen, d. h. ein mir empfohlener Vorführer verstand vom Vorführen nur etwas mehr als ich – und ich selber hatte gar keine Ahnung. Wir mußten uns die Sache daher selbst ausklügeln. Es kam natürlich auch bei den ersten Vorführungen vor, daß hin und wieder mal ein Film über Kopf oder in Spiegelschrift eingesetzt wurde. Auch das Filmkleben machte zuerst große Schwierigkeiten, aber durch die Pannen wird man klug und so eignete ich mir von der Pike auf die technischen Kenntnisse an. Ich habe später auch viele wissenschaftliche oder Reisevorführungen, wie zum Beispiel Shackleton, Swen Hedin usw. in Sälen zeigen können. Mein Vater war lange Jahre erster Vorsitzender des Hamburger Kinobesitzervereins. Auch unternahm er viele Agitationsreisen, um die Kinobesitzer in ganz Deutschland zusammenzuschließen. Die Filmbeschaffung war zu Anfang sehr schwer, da es sehr wenige Filmfabrikanten gab. Zuerst kauften wir einige 1000 Meter und jeden Tag wurde das Programm etwas anders zusammengestellt; es kehrten natürlich immer dieselben Bilder wieder. Ich habe dann, um Neuheiten zu beschaffen, mit einigen anderen Kollegen meine Filme ausgetauscht. Auch das war auf die Dauer unhaltbar und so fuhren wir schließlich nach Berlin und schlossen mit der Firma Greenbaum wöchentlich ein Programm von ca. 1500 Meter, also 8 – 10 Filme ab. Zuerst ging es sehr gut, und wir waren doch die ersten, die überhaupt wöchentlich wechselten. Bald jedoch war das Lager erschöpft und wir bekamen immer wieder dieselben Filme. So gründete ich daraufhin einen Ring von norddeutschen Kinobesitzern und übernahm den Vorsitz und den Einkauf der Programme. Es wurde jede Woche ein Programm von ca. 1500 Meter gekauft, das der Reihenfolge nach von den Mitgiledern (Mitgliedern?) gespielt wurde. Hernach hatten wir noch Theater, die von uns mieteten. Da das Verlangen nach Neuheiten größer wurde, führte ich den zweimaligen Programmwechsel ein. Dieser Ring wurde später dann durch die Fabrikantenvereinigung aufgehoben, da sie nur noch an Verleiher liefern wollten. Ich habe später nochmals einen großen Teil der Hamburger Theaterbesitzer zu einem Hansen-Ring vereinigt, bei dem wir gemeinsam unsere Filme für eine bestimmte Wochenzahl abschlossen. Dieser Ring wurde während des Krieges * aufgelöst. In Hamburg haben wir übrigens einen Kegelklub “Flimmerfritzen“ gegründet, der nur aus Kinobesitzern besteht und dessen Vorsitzender ich bin.

J o h n H a n s e n, P r o g r e ß – F i l m

*Es handelt sich vermutlich um den ersten Weltkrieg.

Eintrag im Altonaer Adressbuch von 1910: Hansen, Alb., Theater lebender Photographien, Schulterblatt 49. (Aus einem späteren Eintrag geht hervor (E), dass Albert Hansen Eigentümer des Grundstücks ist. 1930 ist Willy Heidtmann als Mitbesitzer des Grundstückes eingetragen.

Norddeutschland Am 23. November 1937 findet sich in der LBB folgende Meldung:

„Nr. 45. Eintragungen im H a n d e l s r e g i s t e r A l t o n a. 12. November 1937. Erloschen : A 2721: Hansen-Kino John Hansen und Willy Heidtmann in Altona (Schulterblatt 49). Die Gesellschaft ist aufgelöst. Die Firma ist erloschen.“

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Wassertum Schanzenpark

Fotos Jens Meyer

Brief von Stinky Müller an seinen Freund Peer

Wer die Überschrift des Artikels Hamburger Kinos sagen Netflix und Co. den Kampf an“ vom 9.3.19 von Jan Haarmeyer und Volker Behrens in die amerikanische Suchmaschine eingibt, kann ihn lesen, ohne zu bezahlen. „Brief von Stinky Müller an seinen Freund Peer“ weiterlesen

Eine teure Flucht

Was kostet 1938 ein Pass? „Eine teure Flucht“ weiterlesen

Henschel Film- und Theaterkonzern in Hamburg OHG / KG

HorstUrichSassUSA1990Horst Urich Sass (Sohn des Kinobesitzers Hermann Urich Sass) in dem Garten  seines Hauses in den USA. Beverly Hills, 719 N. Alpine Drive. Foto 1990. (geb. 1. Februar 1914 in Hamburg). (Gestorben am 19. April 2000 in Beverly Hills)

CarlHeinzStreitCarl Heinz Streit, (geb. am 26. August 1911 in Hamburg, gest. am 24. April 2002 in Belo Horizonte/Brasilien). Das Foto wurde 1990 in der Wohnung seines Bruders (Rolf Arno Streit) in Belo Horizonte gemacht. 1936 zusammen mit seinem Bruder aus Hamburg geflohen. (Carl Heinz und Rolf Arno Streit sind die Söhne des Hamburger Kinobesitzers Hugo Streit, dem 1938 die Flucht aus Hamburg, aus Deutschland gelungen ist. Seine Firma  Henschel Film- und Theaterkonzern war damals schon „arisiert“ (enteignet) und  von den den „Nutzniessern“ Paul Romahn und Gustav Schümann übernommen worden. „Bezahlt haben sie nichts dafür. Dafür hat schon die NSDAP gesorgt, dass den Juden kein Geld zugeflossen ist“. (Rolf Arno Streit 1990 Belo Horizonte.) RolfArnoStreit1990Rolf Arno Streit, (geb. am 9. August 1912 in Hamburg, gestorben am 15. Februar 1993 in Belo Horizonte/Brasilien). Geflohen aus Deutschland 1936. Rolf Arno und Carl Heinz Streit sind die beiden Söhne des Hamburger Kinotheaterbesitzers Hugo Streit, der zusammen mit seinem Teilhaber Hermann Urich Sass den Henschel Film- und Theaterkonzern OHG gründete. Die OHG betrieb in Hamburg die Schauburg Kinos. Nach dem Tode von Hermann Urich Sass, am 27. Januar 1933, wurde die Gesellschaft in eine KG umgewandelt, in die die Erben Urich Sass, (seine Ehefrau Hedwig Urich Sass und seine Kinder, Horst, Hans Jürgen und Vera Urich Sass) eintraten.Nilpferd7By-nc-sa_color

Fotos Jens MeyerSchauburg1936Schauburg Kino, Mönckebergstrasse 8 in Hamburg beim Hauptbahnhof. Die Aufnahme von dem Eingang des Kinos entstand am 31. Januar 1936 (Deutschland Start des Filmes Anna Karenina). Repro: Reinhold Sögtrop.

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Nachtrag: David Urich Sass und Annita Urich Sass

Peter Offenborn hat es herausgefunden (nach der Kultussteuerkartei der Jüdischen Gemeinde Hamburg ). Der Vater von Hermann Urich Sass war David Urich Sass, geb. am 05. Mai 1861 in Lemberg (Galizien), das damals zu Österreich gehörte. Gestorben am 24. Januar 1922 in Hamburg (Beerdigt auf dem Jüdischen Friedhof in Hamburg Ohlsdorf).

Bevor Hermann Urich Sass bei der Kino Firma >J.Henschel< arbeitete, war er Angestellter der Firma Max Blancke & Co . Film- Import/Export, Eimsbütteler Chaussee 112, später Dammthorstrasse 27, deren Inhaber er später wurde). Die Familie wohnte zuletzt in der Schlüterstrasse 1. Später – nach der Emigration der Kinder – wohnte Hedwig in der Grindelallee 23 b. Neumark. Die Mutter von Hermann Urich Sass, war Annita Urich Sass, geb. Italiener, geb. am 17. Juli 1863 in Hamburg. Annita Urich Sass wurde am 17. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert und am 18.12. 1942 dort ermordet.               

Nachtrag 2020: Lange war nicht klar, wann dass unten abgebildete Foto der Belegschaft der Schauburg Hauptbahnhof entstanden ist. Der Aufmarsch der Belegschaft am 1. Mai in der Mönckebergstrasse 8, vor dem Schauburg Kino. Das abgebildete Plakat auf dem Foto des des Filmes „Du kannst nicht treu sein“ Regie: Franz Seitz (Senior),  mit der Schauspielerin Lucie Englisch und dem Schauspieler Hermann Speelmans, wurde am 08. Februar 1936 von der Zensur freigegeben und hatte seine Uraufführung am 11. Februar 1936. (Quelle: Filmportal.de). Das Foto muß also am 1. Mai 1936 entstanden sein. Da waren die ursprünglichen Eigentümer des Schauburg Kinos schon enteignet. „Arisiert“, wie die deutschen Nazis diesen Vorgang der Enteignung genannt haben.  Die „Neuen Besitzer“ der Schauburg Kinos, SA Mann Gustav Schümann links und SA Mann Paul Romahn rechts. 1936

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Rothenbaumchaussee 149
Foto

Foto links oben (Farbe): Aufgenommen am 6. April 2020Foto rechts (mit Cadillac): Aufgenommen (1935) Fotograf Rolf Arno Streit. Foto unten: Rothenbaumchaussee 149 in Hamburg, Auf dem Balkon: Rolf Arno Streit (9. August 1911- 15. Februar 1993) . Fotograf (sein Bruder) Carl Heinz Streit (26. August 1911 – 24. April 2002)

Malve Heisig – Witwe von Heinz B. Heisig (Heinz Bernhard Heisig)

Tieresehendichan3Protokoll eines Gespräches mit Malve Heisig, am 24. Januar 1989 im Haus der Jugend Mümmelmannsberg. Malve Heisig ist zu diesem Zeitpunkt 72 Jahre alt. „Malve Heisig – Witwe von Heinz B. Heisig (Heinz Bernhard Heisig)“ weiterlesen

Die Geschichte von Frida und James Henschel, erzählt von den Enkelkindern – Ein Entwurf zu einem Buch

Tieresehendichan3In einem Schlund ist die Geschichte der jüdischen Kinobesitzer in Hamburg verschwunden. „Die Geschichte von Frida und James Henschel, erzählt von den Enkelkindern – Ein Entwurf zu einem Buch“ weiterlesen