Briefe an Sabine (V) Über GG

Hallo S. du willst wissen wie es weiterging? Damals bei Zentral Film. Ich versuchs mal, aus heutiger Sicht. Das ist ja nun schon fast vierzig Jahre her. Ja, sicher kann man daraus lernen. Ich habs mal genannt über GG.

Nach dem Termin auf dem Landgericht? Dann fang ich mal so an: Wenn ich mich nicht irre, dann hat sich der Richter koestlich amuesiert und vorgeschlagen, dass man ja die Mit-gliederversammlung mit der Neuwahl des Vorstandes hier gleich im Gericht machen koenne, wenn beide Parteien damit einverstanden waeren. Aber der, den ich spaeter immer nur noch als Stalinisten bezeichnet habe (nicht ohne Grund) hat es abgelehnt. Darauf hin hat dann der Richter entschieden, das die einberufene Mitgliederversammlung – die bereits einberufen war – stattfinden kann. Und C. hatte sich nicht geirrt. Er wurde nicht wiedergewaehlt. Damit war die Sache aber noch nicht zu Ende. Er ist dann – das haben wir erst spaeter bemerkt – losgezogen und hat das Vereinsmaterial – das von Zentral Film verliehen war – Filmkopien und 16 mm Filmprojektoren bei den Leuten abgeholt und behauptet, er kaeme im Auftrag des Vereins Zentral Film. Ich habe ihn dann oeffentlich einen Betrueger genannt, was ihn dann wiederum zum Landgericht getrieben hat, und das Landgericht dazu gebracht, eine einstweilige Verfuegung zu erlassen, die es mir mit einer Strafandrohung untersagt 50.000,00 DM das noch mal zu behaupten. Meine Formulierung war dann immer: „Es ist mir gerichtlich bei Strafandrohung von 50.000 DM untersagt worden Herrn C. als Betrueger zu bezeichnen. Deswegen unterlasse ich das. Das ist mir zu teuer.“ Seither weiss ich, man darf jemanden nur als Betrueger bezeichnen, wenn er durch ein Gericht bereits als Betrueger verurteilt worden ist. Ich hab damals bei Blohm und Voss als Maschinenschlosser gearbeitet und es hat mir doch viel Freude gemacht, einen sogenannten GG (Germanistik Genossen) so vorzufuehren. J.

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