4001 Tagebuch und eine kleine Vorgeschichte

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Tieresehendichan3Das 4001 Kinotagebuch und eine kleine Vorgeschichte

Wir nennen es die Vorgeschichte, oder das erste Kapitel, die vom Mittwoch, d. 1. Januar 1992 bis Dienstag, d. 19. Dezember 1995 geht. Der König der Schachteln stirbt; ein Beamter traut sich nicht nach St. Pauli; Unternehmer erhalten kleine Geschenke; ein Vermieter weiß nicht, wer bei ihm wohnt; ein Spekulant wird Spekulationsobjekt; das Schwein und das Kartellamt.

Wir sind auf der Suche nach alten Kinos, die wieder aufgebaut werden können. Wir: das sind in unterschiedlichen Besetzungen: Paul S., Rainer K., Carl S., Ralf D. und ich. Am Sonnabend, d. 11. Januar 1992 stirbt der König der Kino Schachteln Heinz Riech. (Wir sind daran unschuldig). Besichtigung des ehemaligen Klick Kinos in der Glashüttenstrasse; HEW Kraftwerk in der Lippmannstrasse 79; Rialto Kino Wilhelmsburg, am Vogelhüttendeich 30; Palladium Kino Barmbek; Rinderschlachthalle mit Architekt Ulrich Feyerabend. Die Gewürzfabrik Hermann Laue hat in Ahrensburg neu gebaut. 1989 hat die Stadt ein Vorkaufsrecht für das Gelände, nimmt es aber nicht wahr. Hans-Erich Dabelstein kauft das Gelände und will alles abreissen und Luxuswohnungen bauen. Erhebliche Unruhe im Viertel.

Filmbühne am Steinplatz in Berlin
Filmbühne am Steinplatz in Berlin

Am Sonnabend, d. 5. Juni 1993 Taz HH Bericht 81 Zeilen von SAKO. Überschrift: “Kein Pulverfass, sondern lebendiges Viertel “ . . . Für den Laue Komplex an der Sternstrasse hätten sich nach langen Verhandlungen mit dem Investor Hans Erich Dabelstein auf ein sozial verträgliches Konzept geeinigt. Danach sollen auf dem Gelände zu 60 % Wohnungen (Großteil geförderter Wohnraum) und 40 % Gewerbe entstehen. Großer Haken an der Sache. Trotz der Baureife der Pläne tut sich nichts. Gerüchten zufolge steckt Dabelstein in Geldschwierigkeiten.“

Am Mittwoch, d. 1. September 1993 Taz Bericht 120 Zeilen von Kai von Appen: “Der große Sanierungs-Flop“. Untertitel “Seit über drei Jahren steht das Laue Areal im Schanzenviertel leer. Die Branche munkelt über Liquiditätsprobleme . . . 1990 verscherbelte der Senat das sogenannte Laue Gelände für 17,0 Millionen an Voscheraus Jura Studienfreund Hans-Erich Dabelstein. Jetzt scheint dem Anwalt und Immobilienhändler die Puste auszugehen, der Voscherau Coup zum Flop zu werden.“ Henning Voscherau dementiert am 7. 9. 93:“ . . .  Herr Dr. Dabelstein gehört nicht zu meinen Jura Studienfreunden. “Von 1990 bis 1993 passiert nichts. Die Häuser verfallen. Dabelstein hat sich verspekuliert und geht später pleite. Um ihr Geld zu retten, übernehmen die Banken (Warburg Bank) das Areal. Mehrere Haus Besetzungen. An der Spitze die Wohngruppe “Nimm zwei“. Es ist wie Cowboy und Indianerspiel. Die Häuser werden besetzt, die Eigentümer lassen räumen. Es passiert nichts, ausser, daß die Häuser immer weiter verfallen. Später nach dem Konkurs von Dabelstein sind der Verwaltung die Mietverträge abhanden gekommen. Der Hausmeister bittet die Mieter um Fotokopien ihrer Mietverträge, die sie ihm auch geben.

1994 Dienstag, d. 25. Januar 1994 Taz Bericht von Marco Carini: “Grünes Licht für Kino-Flebbe“. Untertitel : “Senat entscheidet heute über 35-Millionen Projekt“. Die Stadt erhält für die Überlassung des Grundstückes im Erbbaurecht rund 11 Millionen Mark aus dem Portemonnaie von Flebbe und dessen Finanzier Rolf Deyhle . . . Nicht weniger brisant: Flebbe soll das Grundstück zum Schnäppchen Preis bekommen. Rund 17 Millionen  . . . müssten Flebbe und Deyhle berappen. Da dieser Preis  . . .  bei den Investoren nicht durchsetzbar war, verzichtete die Stadt großzügig auf 6 Millionen Mark.“

Dienstag, d. 27. September 1994 erscheint in der Taz HH ein 56 Zeilen Kommentar unter dem Titel “Bogen überspannt“ von Kai von Appen: “Sicher hat diese Zurückhaltung (meint Zurückhaltung der Polizei bei der Räumung) etwas damit zu tun, daß seit dem Polizeiskandal im Apparat Verunsicherung herrscht. Eine andere Ursache liegt aber auch darin, daß sich bei Polizisten langsam die Erkenntnis durchsetzt, daß die Bösen nicht immer diejenigen sind, die Häuser besetzen, sondern auch diejenigen sein können, die intakten Wohnraum leerstehen lassen. Und Hausbesitzer Dabelstein hat den Bogen überspannt – nicht nur nach den Maßstäben derjenigen, die so gern zu Szene gerechnet werden. Dabelstein ist aber kein Alleintäter. Die politischen Verantwortlichen sitzen vielmehr im Hamburger Rathaus. Sie haben allen Warnungen zum Trotz 1989 nicht nur auf das Vorkaufsrecht der Stadt verzichtet, als Laue das Terrain an Dabelstein verscherbelte. Nein, sie haben ihn sogar als Wohltäter für die Stadt gepriesen . . . “

1995 Am Freitag, d. 10. März 1995 erscheint in der Taz Hamburg ein Bericht von Kai von Appen Überschrift: “Sternstrasse 107 – Der Druck wird massiver. Fünf Jahre nach dem Verkauf des Laue Geländes im Schanzenviertel an die Rechtsanwälte Hans-Erich Dabelstein und Michael Backhuß ist die Zukunft des leerstehenden Areals weiter ungewiß. Angeblich wollte Dabelstein alles allein abwickeln, nach Taz Informationen hat er nun das Handtuch geworfen und seine Anteile an seine ehemaligen Partner verditscht.“

Am Sonnabend, d. 22. April 1995 erscheint in der Taz HH ein Bericht (108 Zeilen) von Marco Carini.Titel: “Tauschen gegen Zeit und Geld“. Wohngruppe Nimm 2 besetzte STEG Büro. “Seine Neigung, mit Leuten zu reden, die nur einen Mund, aber keine Ohren haben, ist bei Peter Jorzick, Chef der Stadterneuerungsgesellschaft (Steg) wenig ausgeprägt. Doch da er seine Drohungen (“Ich lasse gleich räumen“) nicht wahrmachte, die vermeintlich schlechten Zuhörerinnen aber auch nicht freiwillig das Büro am Schulterblatt verliessen, blieb Jorzick nichts anderes übrig, als sich den Mund fusselig zu reden: . . . “Seit dem Ausscheiden des Rechtsanwaltes Hans-Erich Dabelstein aus der Investorengruppe am 28. Februar kommen nach Auskunft von Steg Chef Peter Jorzick >die Vorhandlungen voran<. Denn die Zeit drängt: Zwischen der Steg und der personell veränderten Investorengruppe BOSW KG um den Hamburger Bankier Max Wartburg (schöner Schreibfehler) und den Rechtsanwalt Michael Backhuß soll auf Drängen der Stadtentwicklungsbehörde noch bis zum Sommer ein städtebaulicher Vertrag geschlossen werden“.PDF 48Seiten4001Kinotagebuchneu

Am Dienstag, d. 2. Mai 1995 um 17.00 Uhr hat die AG Kino um 17.00 Uhr ein Treffen mit Hamburgs höchsten Kulturbeamten Herrn Volker Plagemann verabredet. Man will sich im B-Movie in der Brigittenstrasse treffen. Aber Herr Plagemann hat Angst ins Viertel zu kommen. Die Morgenpost ist voll von den gestrigen Strassenkämpfen mit Barrikaden. Auch die Hamburger Bank wurde in Mitleidenschaft gezogen. Unter einem Vorwand sagt er das Treffen kurzfristig ab. Es treffen nur die Leute ohne Angst im B-Movie ein (Matthias E., Werner G., Jens M., Dirk E., Rainer K.). Auch die Taz meldet am 3.5. 1995 unter dem Titel: Spanien, Schweiz, Schweden und das Schanzenviertel einen Bericht über die Randale vom 1 auf den 2. Mai. Es wird zitiert der Polizeisprecher Werner Jantosch: “Wir können doch nicht wegsehen, wenn eine Bank überfallen wird.“ Volker Plagemann hat es jedenfalls leicht mit dem Wegsehen, er kommt gar nicht erst her. Der Sommer vergeht, es kommt der Winter.

Am Montag, d. 20. November 1995, 10.00 Uhr Wir machen einen Termin bei STEG Mitarbeiter Reinhard Schramm über mögliche Kinostandorte. Der macht einen gemeinsamen Termin am:

Am Mittwoch, 6. Dezember 1995 um 11.00 Uhr in der Ludwigstrasse 8 bei Thomas Lange (B & D Grundbesitzgesellschaft) und Carlos Nugent (B & D). Zusammen mit Reinhard F. Schramm (STEG) sind Jens Meyer, Frank Stahmann, Peter D. vom 4001 Kino in Gründung dabei. Baupläne. Grundriss Sternstrasse 117. Besichtigung der möglichen Gebäude für ein Kino. Steinway Halle 2000 qm. Die Steinwayhalle liegt nach den bisherigen Planungen am Ende in einem Innenhof mit einer Blockrandbebauung und kommt wegen der möglichem Lärmentwicklung eher nicht in Frage. 8500 qm Wohnungen, 81 Altbauwohnungen (6500 qm), 188 Wohnungen mit 14.000 qm. Der Neubau (der anstelle der jetzigen Laue Fabrik entstehen soll) aus Eigentümersicht ebenfalls nicht, weil der zu erzielende qm Preis in den Erdgeschossflächen doppelt so hoch (40,– DM qm) liegen würde. Lange bietet eine möglichen Neubau in der Sternstrasse/Ecke Kampstrasse an. Abriss der alten Gebäude im März 1996. Fertigstellung im Herbst 1997. qm Preis 20,00 DM netto kalt. Benötigt werden ca. 400 bis 500 qm. Geschosshöhe mindestens 5 m. Zehn Jahres Mietvertrag.

Am Montag, d. 11. Dezember 1995 kommt es zwischen den neuen Eigentümern (mit den alten Angestellten) und der Stadt (STEG/STEB) zu einem Abschluss eines städtebaulichen Vertrages für das Laue Gelände, das im noch gültigen Bebauungsplan als Gewerbefläche vorgesehen ist. FSK Radio Interview Markus (?). Interviewpartner Thomas Lange. Lange beschreibt seine Aufgaben als Projektsteuerer so: “Auswahl der Architekten, Auswahl der beteiligten Bauunternehmen. Versuch das Projekt zeitnah zu realisieren. Bauherr Christian Olearius, Max Warburg, Horst Schlüter. Dr. Dabelstein hat seine Anteile im Februar 1995 verkauft. 300 Sozialwohnungen im Innenbereich der ehemaligen Ketchupstrasse, fast ausschließlich im ersten Förderweg. 14.000 qm Gewerbe. Erste Gebäude werden 1997 fertig, frühestens. Kleinteiliges Gewerbe, kleine Läden. 56/62 Innenabriss begonnen. Sozialterassen. Städtebaulicher Vertrag. Alter Bebauungsplan mit fast 100 % Gewerbe. Gültiger Bebauungsplan Agadi/Dabelstein frei finanziert. Keine frei finanzierten Wohnungen. Übergabetermin Ludwigstrasse 8 am 1.7. 1996 1500 qm. Keine Wohngruppe 107/109. Sternstrasse 30. 4. ausgelaufen. Lange Leerstände. Sanierungsgebiet Konsens. Begonnen wir im zweiten Halbjahr 1998. Fertigstellung 31. 12. 1999. 3,5 Jahre Restbauzeit. Jahrhundertwende/Fabrikgelände, Punkahaus Kampstrasse würden wir gerne anfangen.

Am Dienstag, d. 19. Dezember 1995 kommt von der UIP HH die Mitteilung, daß die Zentrale in Frankfurt entschieden hat, dass “Schweinchen Babe“ trotz Terminbestätigungen für Kindervorführungen nicht ausgeliefert wird. Frau Sönksen tut es furchtbar leid. Wir können die Kopien haben, wenn wir den Film in allen vier Vorführungen zeigen. Das wollen wir aber nicht.

Ein Fall für Supergoof, den Regionalsprecher der AG Kino. Das 3001 Kino hat eine TB ab 18. 1., das Elbe Kino ab 11.1., das Fama Kino ab 11.1., das Abaton ab 25. 1. Gemeinsamkeit ist gefragt, kommt aber nicht zustande. Nur Jörg Ramcke gliedert sich ein und schreibt selbst noch einen Brief an Paul Steinschulte (Direktor UIP Frankfurt) (Tontarra sagt immer: Schweineschulte). Ich telefoniere mit Frau Seiffert vom Landeskartellamt. Ein Kino sagt, sie möchten bei der Aktion nicht namentlich auftauchen, ein Kino sagt, man muß doch auch die UIP verstehen, wenn der Film so gut läuft.

Ich telefoniere mit Dr. Feldmann und Dr. Buchwald in München. Auch das Telefonat mit Detlef Rossmann ist hilfreich. Die Dame vom Kartellamt erreicht innerhalb von zwei Stunden, das alle Hamburger Kinos beliefert werden, auch die, die nicht genannt werden wollen. Ich denke, Solidarität ist machbar, Herr Nachbar und fahre mit Detlev zur Besichtigung des Cinemaxx im Kieler Bahnhof.

Eine Frittenmeile mit angeschlossenem Kino. Aber für Kiel bedeutet es einen Hundert Jahre Sprung bezüglich der Kinotechnik. In Kino 5 des Bahnhof Cinemaxxes beträgt die Sitzbreite 57 cm, der Reihenabstand 1,25 m die Treppenstufen (immer zwei pro Sitzreihe) sind 15 und 20 cm hoch (Also 35 cm von Reihe zu Reihe) Wenn man da an die schrecklichen Ufa Teile denkt, die auch hier Palast genannt wurden. Ein Kieler Sprung ins 20. Jahrhundert, wobei man sagen muß, daß die Kieler Kinos, bevor Herr Riech sie hatte, kurz nach dem Kriege, auch schon mal im 20. Jahrhundert waren. Nicht immer bringt der Fortschritt nur Gutes hervor.

Das zweite Kapitel; Es wird festgestellt, dass die alten Gebäude alle nicht kinotauglich sind; Büroräume bringen derzeit keine Renditen; Spekulanten suchen nach Imageverbesserungen; ein Kettenhund wird losgelassen; ein Baumeister des Sozialismus wird geehrt; Hamburg hat 700 qkm leere Büros; wir lernen cashfloh; Zuhälter gegen Multis; hohe Herren beschäftigen sich mit Kleinkram; folgenlose Briefe an Senatoren; Kinowelt geht an die Börse; ein Verein will sich vereinigen; eine Geldvernichtungsmaschine kommt Ingang.

1996 Am Mittwoch, d. 3. Januar 1996, 20.00 Uhr Grosse Freiheit 75, Frank Stahmann/Jens Meyer. Wir unterhalten uns darüber, wie ein neues Kino gehen kann. 50 TDM geteilt durch 4, ergibt für jeden 12.500 DM. Die Hälfte muß eingezahlt werden. Gründungkosten betragen ca. 6000 DM. Die Gesellschaft könnte KGMS heissen.

Am Sonnabend, d. 13. Januar 1996 erscheint in der Taz Hamburg die dpa Meldung unter dem Titel “Bankrott eines Baulöwen. Die Hamburger Riesenimmobilenpleite. . . . Einer der größten privaten Hamburger Immobilienbesitzer ist pleite. Das Amtsgericht eröffnete am Mittwoch den Konkurs über Hans Erich Dabelstein . . . Über die Höhe wollte der Konkursverwalter Hinnerk-Joachim Müller keine Angaben machen: Eine Milliarde Mark seien aber eher >zu hoch<.“

Am Montag, d. 15. Januar 1996 Taz Hamburg 156 Zeilen, Autor: Florian Marten zum Konkurs von Dabelstein. “Boom Boom Bumerang“ ist der Titel. Untertitel “Hamburgs Spekulantenklinker zeigt Risse“. “Dabelstein ist tief gefallen. Das Amtsgericht hat ein Konkursverfahren gegen ihn eingeleitet . . . Heute bemühen sich die Commerzbank, die Bayrische Hypotheken und Wechselbank sowie die M. M. Warburg Bank, die den größten Teil von Dabelsteins Imperium finanzierten, einen Überblick über den Schaden zu gewinnen: In der Mehrzahl der Projekte sollen die Kredite den aktuellen Verkehrswert übersteigen . . . Wollen die Banken ihr Geld wiedersehn, hilft nur langer Atem“.

Am Freitag, d. 19. Januar 1996. Flug nach Wellington. 21 000 Kilometer/27 Stunden.

Am Mittwoch, d. 27. März 1996 Besichtigung in Boizenburg Kino an der B 5. Ein Kino steht leer und der Bürgermeister hat es am 17. Februar 1996 im Filmecho annociert. Das Buch der FFA “Entwürfe für das Kino von Morgen“ 1990 (von Flagge, Henkel und Birkhäuser, 91 Seiten) und das Buch ”Das Kino von Morgen“ des HDF/Wiesbaden 1987, 88 Seiten ist vergriffen und beide werden auch nicht neu aufgelegt. Boizenburg hat 11 Tausend Einwohner und das Kino wurde bis 1993 betrieben.

Am Mittwoch, d. 15. Mai 1996, 9.30 Uhr Termin bei Carlos Nugent. (B & ). Die Bauprüfabteilung fordert für Kinos: ab 7 Sitzplätze ein PKW Stellplatz 300 Stellplätze in der Tiefgarage. 480 : 7 = 30 vorhanden, 30 nachgewiesen, angemietet. Es wird ein zweiseitige Absichtserklärung über die Planung eines Kinos erstellt zwischen der 4001 Kino GmbH in Gründung und der B & D Grundbesitz GmbH & Co KG. Baubeginn 1.3. 1997, Fertigstellung 30. 9. 1998, 700 qm und 150 qm für Gastronomie. Laufzeit des Vertrages 10 Jahre und 2 x 5 Jahre Option. 6 Monatsmieten Mietkaution, veredelter Rohbau. Planung auf der Grundlage des vorliegenden Entwurfs „Variante 2“ des Architekten Hohaus.

Am Donnerstag, d. 30. Mai 1996 20.00 Uhr Restaurant Vogel. Rothestrasse. Treffen mit Peter Jorzick. Stellplatzfrage. Standortsuche für Kino. Hertie Kaufhaus Eppendorf. Grundstücke der HAGG/STEG ?

Am Mittwoch, d. 24. Juli 1996 14.45 Uhr Werner Grassmann und Jens Meyer (AG Kino) bei Senatsdirektor Rainer Hanus (Senatskanzlei) wegen Kinoförderung in Hamburg. Vortragen des Wunsches der AG Kino: Verlagerung der Kinoförderung von der Kulturbehörde zur Filmförderungs GmbH.

Am Montag, d. 19. August 1996 16.00 Uhr Telefonat mit Peter Illies Stadtplanungsamt Hamburg Mitte. Standort für Kino ist aus unserer Sicht noch nicht klar. Wir würden das Kino lieber auf dem Grundstück in der Schanzenstrasse gegenüber dem 3001 haben. Ich kaufe ein Massband 30 m. Die Front würde ausreichen 37 m, nur die Bebauungstiefe ist etwas kurz. Kontakt durch Ursula Schneider (GAL), Bauausschuss Hamburg Mitte. Die arbeitet im Museum der Arbeit. Telefonische Kontakte mit Kühlhorn (CDU). Niels Boltze (SPD). Ausser Gelaber kommt nichts heraus mit den beiden Abgeordneten. Egbert Kossak wird am 24.8. 1936 geboren und wird laut einem Bericht der Welt vom 19.8. jetzt 60 Jahre alt. W. C. Fields meint: “Aus anderer Leute Taschen ist jeder freigiebig“. und “Ich hungere mit tot. Ich habe es gestern schon probiert“. Und: “Soll ich ihm was an den Kopf schmeissen. Aber es ist doch dein Vater“ (Aus Bank Dick).

Am Dienstag 20. August 1996 18.00 Uhr Treffen mit Stefan Golega. (Zeise Kino), Frank Stahmann. (B-Movie) im Millers Kneipe, Ecke Clemens Schulz Detlev Bremer Strasse. Teilnahme von Stefan Golega. darf nicht in die Ohren von Zeise Gf. gelangen. Sonst fliegt Stefan da raus.

Am Sonnabend, d. 14. September 1996 Taz Hamburg. Bericht 90 Zeilen von Marco Carini, Titel: “Nimm 2 ab Mai dabei“. Wohnprojekt auf dem Laue Gelände kurz vor dem Startschuss. Streit um Kaufpreis dauert noch an. Vermittlerin die Staatsrätin Barbara Maier-Reimer von der STEB.

Am Donnerstag 19. September 1996 17.00 Uhr. Treffen mit Torsten Teichert über die Kinosituation in Hamburg (Dr. Gert Weiland- auch nicht unbekannt in der Stadt) Torsten Teichert findet die Situation der Kinos in Hamburg fatal. Gut wäre der Einstieg eines mittelgrossen Konkurrenten, der beiden Großen (UFA Flebbe) eine Konkurrenz sein könnte. (Beispiel Kloster Berlin). Deswegen war er ja damals auch so dafür, daß nicht Flebbe die Zeise Kinos bekommt, sondern die Leute von Sputnik. Das nimmt ihm Flebbe heute noch übel. Zeise 2 muss kommen. Ich denke, man sollte mal mit Leuten reden, die etwas verstehen, von dem was sie tun. Ich denke: man sollte mal mit CDU Mitglied Klaus Lattmann Kontakt aufnehmen. Guter Mann in Sachen Kultur. Oder sollten wir es lieber mit dem adligen Polizeiobermeister Ingo von Kleist versuchen? Keiner mag. Paul kann nicht, weil er schon mehrfach öffentlich mit ihm aneinandergeraten ist. Oder sollen wir es mit dem Herren der kleinen Anfrage Jürgen Klimke (CDU) versuchen?

Um Grosses zu vollenden, muss man begeistert sein“ (Karl Marx).

Am Dienstag, d. 8. Oktober 1996 18.00 Uhr

Treffen mit Andy Hertel und Reinhard Schramm (jetzt B & D später GON), Schanzenstern. Andy Hertel möchte im Michael Fett Haus von 1896 in der Schanzenstrasse 56 ein Wiener Cafe einrichten. Er hat ja auch noch das Spiegelzelt irgendwo zwischengelagert. (Wird nix). Stattdessen wird er von den Grundstückseigentümern (Warburg) später in die Eidesstattliche Versicherung getrieben, weil er angeblich den Mietvertrag nicht angetreten hat.

Am Sonnabend 16. November 1996 11.00 Uhr. 3001 Kino, Der Gehülfe mit Thomas Lange.

Am Freitag d. 13. Dezember 1996 19.00 Uhr GAL Veranstaltung zur Kinosituation in Hamburg in der Aula der Schule Carsten Rehder Strasse. Von der AG Kino Jörg Ramcke (Elbe) Jens Meyer (3001). Von der UFA (Manfred Glöde), von der GAL (Christine Müller, Jo Müller, Peter Schwanewilms), von der Kulturbehörde (Juana Bienenfeld). Veranstaltung ist ganz gut. Hinterher gibts noch einen Brief von mir an die GAL mit den Zahlen.

1997 Am Donnerstag, d. 9. Jan 1997 16.30 Uhr Meyers Besuch im Cinemaxx Dammtor. Ein Bericht von mir erscheint im Filmecho (gekürzt) am 25.1. 1997 unter dem Titel: “Ein Festspielhaus hab ich nicht gesehen“. Daneben eine Gegendarstellung von der Geschäftsführerin Daniela Behrend Breuer, die mir dann Monate später im Zusammenhang mit einer Sendung von 90,3 (NDR Hamburg Welle) ein Gästebuch vorlegt, wo ich meine Meinung über das Kino reinschreiben soll. Offensichtlich weiß sie nicht, daß ich der Schreiber der abfälligen Zeilen bin. Ich drücke deshalb die Sache positiv aus und schreibe, daß ich es besser gefunden hätte, wenn das Cinemaxx so wie das Civic Kino in Auckland oder das Rex Kino in Paris geworden wäre.

Am Donnerstag, d. 16. Januar 1997 Hamburger Abendblatt Seite 17. Es erscheint ein Artikel von Axö (gut recherchiert). Titel: Neues Kino für das Schanzenviertel. 3001 Macher werden Betreiber – informierte das Amt wieder falsch? Es gibt ein Luftfoto, einen Ausriss aus dem Stadtplan und eine Entwurfszeichnung der Wellenfassade. Ich werde zitiert (richtig?). Der künftige Betreiber Jens Meyer vom 3001:

Das mit dem Wohngebiet scheint uns so problematisch nicht. Gegenüber dem Kino wäre ein Laden, daneben zwei Bankfilialen, nebenan noch ein Laden. Eine ruhige Wohnlage wäre das auch ohne uns nicht und Hamburgs Kino-Landschaft muß vielfältiger werden. Hier laufen zurzeit in 90 Sälen nur 30 verschiedene Filme“, sagte Meyer. Das kleinere München bietet da mehr, von Berlin ganz zu schweigen. Die neuen Multiplex Kinos (2000 Plätze und mehr) schaffen keine Vielfalt im Filmangebot, sondern bringen nur mehr Kopien der selben Filme in größere Säle.

Baubeginn soll noch 1997 sein. Ein Vorbescheids- bzw. Bauantrag wurde noch nicht eingereicht,“ hieß es von Seiten des Investors.“ Der Artikel ist gut recherchiert und bringt noch einen Leif Hörfunkauftritt in 90,3 Abendjournal ein.

Axel Ritscher hiess der Mann, der das geschrieben hatte.

Am Dienstag, d. 21. Januar 1997: DAX/Ibis ist auf 3001

Am Donnerstag, d. 23. Januar 1997 11.00 Uhr Ludwigstrasse 8, Carlos Nugent., Thomas Lange, Frau E., Rainer Krisp, Frank Stahmann, Jens Meyer. Ich messe die Mindestbreiten im 3001. 820 mm Treppenbreite zum Vorführraum, 750 mm Treppenbreite zum Keller, 530 mm hinter dem Tresen. Der Vorführraum ist 3040 mm tief. So, Herr M. muß das mindestens aussehen. Hinter dem Tresen könnte gut mehr Platz sein.

Passt hier zwar nicht her, ist aber trotzdem gut. “Was Bullrich Salz für die Verdauung ist Ulbricht für die Weltanschauung“. Wir zeigen die Lachnummer Walther Ulbricht, Baumeister des Sozialismus. Ulbrichts Losung: “Jedermann an jedem Ort, jede Woche einmal Sport.“

Am Mittwoch, d. 29. Januar 1997 11.00 – 16.00 Uhr. Besuch beim Bali Kino Kassel, Henry Witzel zeigt uns alles: Rainer, Paul und Jens

Am Hamburger Abendblatt vom 1. Februar 1997 In Hamburg stehen zurzeit 700 qkm Büroraum leer. Hamburg ist nur wenig größer: 755 qkm.

Am Mittwoch, d. 12. Februar 1997 9.00 Uhr Planbesprechung Ludwigstrasse 8, Rainer Krisp., Paul Stahmann und ich bei Carlos Nugent und Thomas Lange.

Am Donnerstag, d. 13. Februar 1997 meldet die FFA 132,9 Millionen Zuschauer im Jahr 1996. Jeder Alt- und Neudeutsche ging 1,62 mal ins Kino. Es gibt 3.913 Kinosäle in Deutschland.

Am Sonntag 16. Februar 1997 13.30 Uhr.Treffen mit Michael Kölmel (Berlinale Cafe Einstein/Hamburger Frühstück) Vermittlung durch Michael Flügger. Er ist interessiert an dem neuen Kino. Als Abspielstelle für die Kinos. Classic Reihe. Beteiligung. Marx Brothers mit neuem Werbematerial. Hamburg als Stadt der Printmedien.

Am Dienstag 11. März 1997 9.00 Uhr Planungsbesprechung im Thomas Lange. Büro 12.00 Uhr Termin bei Jörg Ramcke zur Übernahme des Elbe Kinos in der Rosenhagenstrasse. 13.15 Uhr Nachdem der ehemalige Teilhaber verschwunden ist (wir erfahren das nur über Umwege) machen wir einen Termin mit Jürgen Fabricius im 3001 wegen Beteiligung am 4001 Kino und schmieden an einer Programmkino Allianz. Wird dann doch 15.00 Uhr bevor es beginnt. Wir lernen neue Worte: Cashflow und breakevenpoint. Der Duden meint. Überschuss, der einem Unternehmen nach Abzug aller Kosten verbleibt. Und das andere: Übergang zur Gewinnzone/ Rentabilitätsschwelle. Na haben wir doch schon wieder was dazugelernt. Aber wird nix draus.

Am Mittwoch, d. 2. April 1997, 14.30 Uhr. Termin bei Jörg Ramcke. Sein Sohn ist auch dabei. Besprechung der Übergabemodalitäten fürs Elbe Kino, Osdorfer Landstrasse.

Am Donnerstag, d. 3. April 1997, 10.00 Uhr Planungsbesprechung bei Thomas Lange, mit Architekt M., der noch von Dabelstein den Auftrag für die Planung für dieses Gebäude erhalten hat.

Am Dienstag 29. April 1997 8.00 Uhr

Ludwigstrasse 8, Carlos Nugent, Thomas Lange, Jens Meyer, Rainer Krisp, Paul Stahmann. Planungsbesprechung.

Am Montag, d. 12. Mai 1997 15.30 Uhr Planungsbesprechung bei Nugent und Lange.

Am Freitag, d. 23. Mai 1997. 10.00 Uhr Landgericht Saal 717

Ewald Tontarra ./. Columbia Pictures, wegen Liefersperre nach Absetzen des Filmes “Vier lieben Dich“ im Hansa Kino Bergedorf. Anwalt Siegfried von Saldern (guter Mann). Da fällt mir doch die AG Kino Regionalversammlung ein, die im Elbe Kino Foyer stattfand. Ewald Tontarra war umgeben von Zuhältern, oder zumindest solchen Menschen, wie sich Jens Meyer, Rainer Krisp und der wie immer zu spät kommende Stefan Golega diese Sorte Mensch im Aussehen vorstellen. Goldkettchen eben und breite Schultern. Vor Gericht sah das ganz anders aus. Da war ein kleines Kino gegen einen multinationalen Konzern angetreten. Immerhin viel mutiger, als all die anderen Pfeifen, die mit der Faust in der Tasche immer nicht genannt werden wollen, wenn sie etwasirgendwemsagen. Jedenfalls ist der Termin so wichtig, daß ein neuer Termin am 11. Juli um 11.00 Uhr im Landgericht vereinbart wird.

Am Dienstag, d. 10. Juni 1997 11.00 Uhr Stefan G. ist bei Nil Film in München gelandet, die uns noch 3000 Mark schulden. Er meint, wir sollten uns vergleichen. Der Spruch Blöde gibt es viele am Rhein und auch am Nile hat Dagmar K. ordentlich wütend gemacht. Die ordentliche Wut kostet sie später knapp 20 TDM von denen wir leider nur 2 bekommen. Den Rest steckt das Gericht und die Anwälte ein. Aber besser als vergleichen war das allemal und Wolfgang und die Damen haben dafür auch eine Menge gearbeitet. Und auch der Künstleranwalt der Gegenseite hat viel Papier bedeckt.

Am Freitag, d. 13. Juni 1997 16.00 – 18.00 Uhr Gespräch mit Jürgen Fabricius über Beteiligung 4001. Entscheidung in 2 Monaten am Mittwoch 13. 8. 97. Mit Kinowelt möchte er nichts zu tun haben. Da fällt mir drei Jahre später ein: Geschmeidig musst du in dieser Branche sein. Bin ich aber nicht. Jedenfalls habe ich mir damals (für den Notartermin mit Herrn F.) den Geburtstag aufgeschrieben 29. Januar 1954 in Engelskirchen.

Am Dienstag, d. 17. Juni 1997 10.00Uhr. Bauprüfabteilung Herr K., Gespräch über die Stellplatzfrage. Ich fertige eine Aktennotiz. (Scheisse, der 17. Juni ist kein Feiertag mehr. Auszug Roter Kalender 1974 zum 17. Juni: 17. Juni 53, Aufstand in der DDR, Kein Aufstand in der BRD. Seit dem der Tag der deutschen Einheit). Aber kommt nichts bei raus, ausser einer DIN A4 Seite Papier. Symphatischer Mann.

Am Donnerstag, d. 19. Juni 1997 Wir übersenden an Projektsteuerer Nugent und Lange: Darlehenszusage AGIR, Auszug aus den Förderrichtlinien der FFA, Antragsvordrucke, FFA intern August 1996, FFA intern Februar 97, Auszug aus den Förderrichtlinien der Filmförderungs GmbH Hamburg

Am Montag, d. 23. Juni 1997 9.00 Uhr Termin bei Rea Neuling.. Mietvertragsentwurf. Neuling meint, sie haben alle Schweineverträge in einem Entwurf zusammengefasst. Doch aus der Position der Schwäche lassen sich schlecht Veränderungen erreichen.

14.00 Uhr Kinopläne an Kinowelt geschickt. Genau genommen lautet die Postanschrift: Studio Filmtheater z. Hd. Michael Kölmel, Keltenring 12, 82041 Oberhaching.

15.00 Uhr Ich rechne aus, was die Stellplätzablöse an Geld in die Kassen der Baubehörde spülen würde, wenn sie heute bezahlt werden müßten: (Ich gehe von einem Einheitswert von 25.000,– DM pro Stellplatz aus, je dichter an der Börse, desto teurer)

Abaton 500 : 7 X 25 TDM = 1,8 Mill

Studio 340 : 7 x 25 TDM = 1,2 Mill

3001 96 : 7 X 25 TDM = 343 TDM

Zeise 560 : 7 x 25 TDM = 1,8 Mill

Metropolis 270:7 x 25 TDM = 964 TDM

Cinemaxx 2700:7 x 25 TDM = 9,5 Mill

Ufa 3400:7 x 25 TDM = 12,1 Mill

Summe: 27,7 Mill

Das sind die theoretischen Zahlen. Das Studio Kino (auch mal ein Objekt unserer Begierde, aber ein solcher Mensch wie Eberhard Erhardt, das tue ich mir nicht ein zweites Mal an) – Eröffnung 1989 – (Ufa) hat 3 Stellplätze nachgewiesen. Beim Cinemaxx wurde großzüzig auf 9,5 Mill verzichtet (Dazu die 6 Millionen beim Grundstückskauf macht 15.5 Mill/Stellt sich doch die Frage: Wem gehört die Stadt?). Als das Metropolis gebaut wurde (1952), da sind alle Kinobesucher noch mit dem Fahrrad gefahren und nur die Reichen mit dem Motorrad in das Filmkunsttheater Dammtor gefahren.

So ändern sich die Zeiten. Heute gilt der Grundsatz: je größer das Kino oder der Betreiber, desto kleiner Ablass, der in den Stadtsäckel fließt und dann stimmt es ja auch wieder mit der Vergangenheit überein.

Am Mittwoch, d. 25. Juni 1997 11.30 Uhr Meyer bei Rechtsanwalt Dr. Matthias N.

Am Dienstag, d. 15. Juli 1997 11.00 Uhr Treffen mit Anwohnervertreter Ronald H. im Schanzenstern. Die Anwohner haben Angst vor den vielen Autos der Kinobesucher. Das wird so wie in Ottensen beim Zeise Kino. Ich tröste mit der Tiefgarage und 350 Parkplätzen.

Am Mittwoch, d. 18. Juni 1997 19.00 – 23.00 Uhr Gespräch mit Reinhard S. (jetzt GON) über die Kommanditgesellschaft B & D. Die besteht aus Max Warburg, Christian Olearius (ebenfalls Warburg Bank) und Immobilienkaufmann Horst Schlüter. Der Namensgeber ist nicht der russische Geheimdienst, sondern sind die ausgeschieden Vorbesitzerspekulanten: B wie Michael Backhuß und D wie Hans Erich Dabelstein. Die neuen (Drei sind namentlich bekannt) drei waren die letzten 20 Jahre nicht im Kino. Die Kosten für den Kinoneubau betragen für 850 qm ungefähr 4000 DM/qm = also ca 3,4 Mill Mark.

Am Freitag, d. 18. Juli 1997 11.00 Uhr Vorbereitung eines Mietvertrages. Als Voraussetzung nennt Thomas L. (für die Gegenzeichnung des Mietvertrages): Werbevertrag mit Agir. Klärung der Stellplätze (Hanus und Koch), Zusage des Brauereidarlehens, Zusage der FFA, Mietsicherheit 6 Monatsmieten (Haspa/Hamburger Bank)

Am Montag, d. 21. Juli 1997, 11.00 Uhr

Telefonat mit Rainer Hanus (Senatskanzlei) 3681-2007 (Wie kann er auf welche Weise dem kleinen Kino zur Lösung der Stellplatzfrage helfen? Es kommen nur die üblichen Sprüche.

Am Dienstag, d. 12. August 1997 10.00 Uhr Anruf von Architekt Carlos M.. vom Büro Hohaus und Partner. Sie haben fertig. Ob der Bauantrag abgegeben ist, weiss er nicht. Fotobücher schickt er zurück.

Am Mittwoch, d. 13. August 1997, 11.30 Uhr Kreditgespräch (Avalbürgschaft) mit der Hamburger Bank, Zweigstellenleiter Werner D. mit den üblichen Unterlagen. Er darf darüber nicht entscheiden und schickt alles weiter zur Zentrale.

Am Montag, d. 18. August 1997, 12.00 Uhr Termin bei N. und L.

Am Freitag, d. 22. August 1997 Hannover. S. und Meyer. Abschluß eines Werbevertrages mit AGIR in Hannover. Werbestufe 6 = 130 tausend Zuschauer. 400/500 tausend Vorausdarlehen

Am Freitag, d. 29. August 1997 11.00 Uhr Telefonat mit Kühlhorn (?) wegen der Stellplatzfrage

Am Dienstag, d. 2. September 1997 11.00 Uhr Telefonat mit Doris B.. Was ist von den Übernahmegerüchten von Abaton und Kieft und dem angestrebten Mietpreis des Herrn Mayr bezüglich Zeise zu halten? Marlies Kieft würde niemals etwas gegen ihre wirtschaftlichen Interessen machen, würde also schlicht keine 40 DM pro qm bezahlen, 42 schon gar nicht. Sind im Kunstbereich nicht tätig. Machen alles dezentral. Fabritius spielt toter Mann in Sachen Ok Pur Verteilungsrechnung. Bezüglich unserer 4001 Stellplätze sollen wir doch mal an Herrn E. schreiben. Machen wir aber nicht. Bezüglich Abaton Zeise notiere ich von Franz Fanon: “Da wo der Feind übermächtig erscheint, zerfleischen sich die Unterdrückten gegenseitig.“ Gutes Zitat, aber passt das auf die beiden Schlitzohren?

Am Montag, d. 8. September 1997 11.00 Uhr Termin bei Herrn B. von der Haspa wegen Avalbürgschaft 6 Monatsmieten. Paul hat eine schöne Mappe gemacht. Aber die Kredite gehen jetzt über die Zentrale.

Am Mittwoch – Freitag d. 16. – 18. September 1997 München. Treffen am Donnerstag, d. 18. September 1997 um 14.00 Uhr im Hotel Marienbad, Barer Str. 1. 14.00 – 16.00 Uhr. Michael Kölmel kann sich eine Beteiligung von 100 tausend am Kapital und ein Darlehen von 400 tausend gut vorstellen. Kapitalerhöhung von Zentralfilm von 100 auf 200 Tausend DM. Einzelheiten sollen später geklärt werden.

Am Freitag, d. 10. Oktober – Sonnabend 18. Oktober 1997

Filmfestspiele Mannheim. Ich sitze in der AG Kino Jury, zusammen mit Eugen D. (d’Linse) und Martin S. (Universum Kino Bramsche). Wir prämieren Filme fürs Kino. Aber nur wenige davon finden einen Verleih. Das Festival bezahlt die Fahrt und die Übernachtung und einen kleinen Spesensatz (So klein, daß ich vergessen habe wieviel)

Am Dienstag, d. 21. Oktober 1997 17.00 Uhr Meyer bei Matthias N.

Am Donnerstag, d. 23. Oktober 1997 11.00 Uhr

Beerdigung Wolle

Am Donnerstag, d. 30. Oktober 1997 Treffen mit Witha, Ama ist jetzt 10 Jahre tot und in der Nordsee verstreut.

Am Mittwoch 5. November 1997 Paul ist aus den USA zurück KLM

Am Freitag, d. 14. November 1997 12.00 Uhr Anruf bei L.. L. ist nicht da. Montag 17.11. soll er wieder da sein.

Am Freitag, d. 28. November 1997 9.00/10.00 /12.00/16.00 L. ist immer in Besprechung. Es geht nur immer Frau E. ans Telefon. Ich bitte um Rückruf nächste Woche.

Am Mittwoch, d. 3. Dezember 1997 Sohn Fiete nimmt telefonisch den Termin mit Thomas L. für den 15. Dezember bei Noodles um 15.30 Uhr auf, doch L. erscheint nicht. Um 16.00 Uhr rufe ich im Büro an. Er entschuldigt sich und kommt dann gleich.

Am Freitag, d. 5. Dezember 1997, 15.00 Uhr Buchladen Nautilus, Renate F. Unser 3001 Kino Programmzettelkasten an der Fassade vom Nautilus Buchladen, den ich am 27. 11. 97 um 13.00 Uhr dort angeschraubt hatte, ist Herrn Mayr aufgefallen. Der hat darüber Herrn T. informiert, der hat Holger K. informiert, der hat dem Hausmeister Bescheid gesagt, der hat Renate F. Bescheid gesagt, daß der sofort wieder ab muß, weil die Fassade denkmalgeschützt sei. Womit sich die hohen Herren doch beschäftigen, staunt man da, wo sie – wenn es um eigene Interessen geht – doch sonst nicht so sehr auf Gesetze achten.

Am Dienstag, d. 9. Dezember 1997 10.00 Uhr – 11.00 Uhr Gespräch mit Marco C. über die Kinos in Norderstedt. Er hat noch zwei Halbschwestern, beide über 70 Jahre, eine in Italien, eine uninteressiert. Papa ist letztes Jahr (1996?) mit 94 Jahren gestorben. Spektrum Kino (Kosten 2 Mill) Haus gehört Plambeck. 250 tausend Zuschauer pro Jahr. Werbefirma verkauft.

Am Donnerstag, d. 11. Dezember 1997 9.00 Uhr – 14.00 Uhr Bau des Schaukastens

Anschliessend zerbreche ich mir den Kopf,

was Kinos so kosten heutzutage:

31. 10. 1970 300 Plätze Abaton 280 TDM

1.5. 1991 96 Plätze 3001 350 TDM

3.3. 1993 540 Plätze Zeise 1,3 Mill

21.10.1993 160 Plätze Alabama 550 TDM

28. 8. 1997 400 ? Spektrum 2 Mill

Am Montag 15. Dezember 1997, 15.30 Uhr Termin im Büro bei Thomas L.

Am Dienstag 16. Dezember 1997 11.00 Uhr Termin bei Notar Petersen

Am Freitag, d. 19. Dezember 1997 9.00 – 11.00 Uhr Blitzeis/Eisregen

Am Montag, d. 22. Dezember 1997 12.00 Uhr Termin im Büro bei Thomas L.

Am Mittwoch, d. 31. Dezember 1997 Lesen wir im Filmecho, daß Jürgen F. nach München zu Prokino wechselt.

Am Mittwoch, d. 31.12. 1997

Zwischenruf der Statistiker:Wieviel Zuschauer

haben Hamburger Kinos?

Abaton Geh-KA-OH 260 Tausend

3001 35 Tausend

Aladin 52 Tausend

Alabama 35 Tausend

Zeise 260 Tausend

Blankenese 78 Tausend

Hansa Studio 52 Tausend

Elbe 26 Tausend

Koralle 52 Tausend

Magazin 78 Tausend

Mundsburg 156 Tausend

Neues Broadway 130 Tausend

Neues Cinema 26 Tausend

Am 1998 Donnerstag, d. 8. Januar 1998, 9.45 Uhr Telefonat (Versuch) mit Michael Kölmel. Alle Nummern Kinowelt Dann ist aber doch nur die Mobilbox von D1 dran. Ich probiere die Nummer vom Studio Filmtheater, Keltenring 12, Oberhaching. Auch nix.

Am Montag, d. 12. Januar 1998, 11.00 Uhr Gespräch mit Frau H. vom Arbeitsamt über die Bezahlung der Beschäftigungsbeihilfe für Jan F. Frau S. sagt ja, aber nur zu einem Mindestlohn, der merkwürdigerweise über dem liegt, was wir selber verdienen. Aber wir sind eben unterbezahlt.

Am Freitag, d. 16. Januar 1998 11.30 Uhr Termin im Büro der STEB mit der Gebietsbetreuerin Marianne H. zur Vorbereitung des Termins am Montag bei der Bauprüfabt. HH. Mitte

Am Montag, d. 19. Januar 1998 10.15 Uhr Klosterwall 6 K. Frau F. Herr K., Frau H., Jens Meyer. Ergebnis 50 % der Stellplätze müssen abgelöst werden, also 27 x 17.600 DM. 30 müssen gebaut werden. (Vorschläge: Schulhöfe, Spriag Herr M., Schlachthof, Fleischgrossmarkt Herr G., Tunnel). Passt zwar nicht hierher ist aber trotzdem schön.

Der Knecht singt gern ein Freiheitslied, des Abends in der Schänke, das fördert die Verdauung und würzet die Getränke“. (Heinrich Heine)

1863 wurde ST. PAULY noch mit Üpsilon geschrieben.

Am Montag, d. 19. Januar 1998 15.00 Uhr Telefonat mit Conti Markt, Marktleiter Herr L. . 960 Stellplätze sind auf dem Gelände. Ob er das eine langfristige Vermietungsregelung hinbekommt, weiss er nicht. Anruf bei der Sprinkenhof AG Herrn M. Zwischenruf der Statistiker: Hamburg hat 755 qkm. Die Hamburger Kinos befinden sich zu 90 % auf einem Quadrat von 5 km also 25 qkm.

Notiere in mein Büchlein Sprüche aus Filmen:

Kein Prämiensegen und so weiter, weil nur im Trinken Bestarbeiter“. (Kalina Krassnaja). “Wir sitzen hier, wie zwei Haare auf der Glatze“.(Verraten und verkauft von Nikita Michalkow).

Das Abaton macht einen merkwürdigen Kreis um das Abaton, wo keine zweite Kopie wegen Konkurrenzschutz gezeigt werden darf. Der Kreis sieht aus wie eine krumme Acht. In vertraue meinem Tagebuch an: M. E. denkt er spiele in der Bundesliga, dabei spielt er nur in der Kreisklasse. Dabei hatten wir beiden Abaton GFS eine Teilhaberschaft für das neue Kino angeboten. Aber ein ernsthaftes Gespräch weder mit Junior- noch mit Seniorchef kommt nie zustande. (Zwei Jahre später stelle ich fest, die Monopolisierung des Hamburger Kinomarktes scheint beim Juniorchef zu positiven Einstellungsänderungen zu führen)

Am Freitag, d. 23. Januar 1998 10.00-16.00 Staatsarchiv Kattunbleiche, Angebot von Peters und Genossen gefunden für den Bau der Bahnlinie. Gibt es einen Ausgang zur Lagerstrasse? Plankammer Volker Reissmann. Der Bahnhof Sternschanze wurde am 15. Mai 1903 eröffnet. Ich finde ein schönes Foto von einem der Hamann Brüder bei der Landesbildstelle. Ich bestelle einen Kontaktabzug, der ist 18 x 24 groß. So gross ist auch das Glasnegativ. Gestochen scharf. Da könnte sich heute so mancher eine Scheibe von abschneiden.

Am Sonntag, d. 25. Januar 1998 12.00 Telefonat mit Ibo Harder. (ehemals Baubehörde und Stellplatzbeschaffer Schanzenhof). Er meint, das es den Tunnel nicht gegeben habe. Aber als das Stadion gebaut werden sollte, war auch der Tunnel in der Diskussion. Im Winter werden dort noch Ski Reise Züge beladen. Der Viehhof hatte dort Pferche, in denen die Rinder sortiert wurden. Findet er jedenfalls interessant, den Tunnel wieder aufzubauen und keine Ablöse an die Stadt zu zahlen.

Am Dienstag, d. 27. Januar 1998 14.00 Uhr Bürgschaftsgemeinschaft Hamburg GmbH, Habichtstrasse 41, Brigitte C., Werner K. (BG), Frank (Paul) S., Jens Meyer. Paul hat den Termin vorbereitet mit dem üblichen Quatsch: Bilanz Mietvertrag Gewinnerwartung Liquiditätsplan. Gespräch mit der Bürgschaftsgemeinschaft dauert eine Stunde. Ergebnis: Wenn wir genügend Geld hätten (Grundstück von der Oma), dann würde die Bürgschaftsgemeinschaft für uns bürgen. Guter Ratschlag zum Schluß: Wir sollen die Eigentümer des Grundstücks zwingen, die Stellplatzfrage auf eigene Rechnung zu klären. Einen Termin, den man sich auch an die Backe schmieren kann.

Am Mittwoch, d. 28. Januar 1998 12.00 Uhr Telefonat mit Reinhard S. (GON). In der Tiefgarage sind 12 Stellplätze fürs Kino nachgewiesen.

Am Freitag, d. 30. Januar 1998 11.00 Uhr Termin mit Peter Gero, Bezirk Hamburg Mitte. Peter Gero ist nicht da. Er lässt sich entschuldigen und lässt sich vertreten durch den Sanierungsbeauftragten Hamburg Mitte Herrn T. und Herrn K. (jetzt Baubehörde).

Am Dienstag, d. 3. Februar 1998 11.00 Uhr Vertrag fürs Kino abholen bei Reinhard S. (jetzt GON), gemacht. Abgabetermin 9. März 11. Uhr bei Thomas L.

Am Freitag, d. 6. Februar 1998 Briefe an alle Senatoren (Bau/Finanz/STEB/Kultur/Wissenschaft/Bürgermeister/Wirtschaft/ namentlich Ortwin Runde, Willfried Maier, Christina Weiss, Ingrid Nümann Seidewinkel, Eugen Wagner, Thomas Mirow Antwort kommt nur von der STEB. Der Abgeordnete Dr. Martin Schmidt hält unseren Gleichbehandlungansatz für korrekt.

Am Donnerstag, d. 12. Februar 1998 11.00 Cafe Filmbühne am Steinplatz. Treffen mit Ulrike W. (Die U-Bahn Tante aus Hamburg) Magisterarbeit von 1986 Die Hamburger Hochbahn und Bauten bis 1915. Interessante Arbeit, aber kein Tunnelnachweis zu finden.

Am Freitag, d. 13. Februar 1998 11.00 – 13.00 Uhr

Dietmar B., Elsa F. wegen Umbau Neubau Palladium Kino Barmbek. Globetrotter Reisen. Bargkoppelstieg. Aber sie wollen lieber woanders neu bauen.

Am Sonntag, d. 15. Februar 1998 13.30 Uhr Hamburger Frühstück im Cafe Einstein während der Berlinale. Zusammen mit einem englischen Journalisten und Michael F. warte ich vergeblich auf das Eintreffen von Michael Kölmel. Das Händi ist abgestellt.

Sensation: Hertha BSC hat gegen Bayern gewonnen 2:1. Zweite Sensation: Hertha hat alle Tore geschossen. Die Nachrichtensendungen sind voll davon.

Am Donnerstag, d. 26. Februar 1998 Anruf bei Michael Kölmel 9.45 Uhr D1 Mobilbox geht nicht ran. 14. 00 Uhr Anruf bei Dr. Hanno Jochimsen. Schildere die Umstände und frage um Rat, wer eine solche Stellplatzbürgschaft bringen kann. Er nennt Günther B. bei der Hamburgischen Wirtschaftsförderungs Gesellschaft HWF Horst B.. Beide Herren sind nicht da, jedenfalls komme ich nicht über das Vorzimmer hinaus. Händi von Peter J.. Er steht auf einem Bahnhof im Ruhrgebiet. Hört am 31.3. 98 bei der STEG auf. So richtig einfallen tut ihm auch nichts bezüglich der Bürgschaft. Schildert nur noch mal, wies im Schanzenhof gegangen ist, wo die Bürgschaft ins Grundbuch eingetragen ist.

Das gehört auch nicht dazu, ist aber wichtig.

Schon mancher Tunnel hat die Welt verändert. Denken wir nur an den Tunnel zwischen Reichstag und Herrmann Görings Amtssitz, wenn man das denn so nennen will und welche Rolle der Tunnel am 27. Februar 1933 um 21.00 Uhr spielte. Ohne den hätte man das Benzin durch den Vordereingang tragen müssen und damals waren die ja noch nicht so geübt wie später im Fall Gleiwitz.

Am Dienstag, d. 3. März 1998 erscheint der Artikel von Heike Haarhoff in der TAZ Hamburg. 135 Zeilen mit Bild. Überschrift: “Nicht am Ende des Tunnels“. Untertitel Irgendwo muss er sein, der unterirdische Gang vom Schanzenbahnhof zur Lagerstrasse. Mit Kinobetreiber Jens Meyer sucht Heike Haarhoff.

Am Montag 9. März 1998 11.00 Uhr Heute soll der unterschriebene Mietvertrag bei L. abgegeben werden. Ist aber noch nicht zurück von Michael Kölmel. Gebe ihn ab und bitte um Geduld. Kellermiete sollen sie noch mal überprüfen und ein paar andere Kleinigkeiten.

Am Donnerstag, d. 12. März 1998 13.00 Uhr Landgericht HH 3001 ./. Nil Film, Wolfgang M. streitet für unsere gerechte Sache. Letztlich erfolgreich.

Am Mittwoch, d. 18. März 1998 9.00 Uhr erreiche ich Michael Kölmel. Verspricht, der unterschriebene Vertrag kommt noch diese Woche. Tut er aber nicht. Versuche am 26. 3. und 30.3. führen nur zu der Mobilboxdame.

Am Donnerstag, d. 26. März 1998 11.00 Uhr Anruf bei Frau K. FFA Berlin. Die nächsten Termine für Kinoförderanträge sind 31. 3./30.6./30.9./ 6 Wochen später ist die Sitzung, 8 Wochen später kommt das bewilligte Geld.

Am Montag, d. 30. März 1998 wird das Aladin Kino geschlossen. Lothar Behrend (Jahrgang 1915) geht mit 83 Jahren in den Ruhestand. Das Kino wurde 1952 eröffnet.

Am Mittwoch, d. 22. April 1998 L. will es wissen. Es soll einen Termin zwischen Kölmel und ihm geben. Ich verspreche mich zu kümmern. Tue ich auch. Das ganze soll vor dem Urlaubsantritt von L. sein. Der ist am 30. April. Geplant wird Montag der 27. April 11.00 Uhr. Ich erreiche Michael Kölmel über Händi in Berlin am 24. April. Kann er noch nicht zusagen. Stattdessen meldet sich am 27. 4. 1998 Manfred W. am Telefon. Spricht mit Rainer M. Gibt seine Nummer. Michael hätte ihm die Sache übergeben. Er würde sich jetzt kümmern. Ich soll zurückrufen. Ein Händi hat er auch. Er ist von der Studio GmbH der Geschäftsführer.

Ich rufe am

Am Dienstag d. 28. 4. 1998 um 9.30 Uhr das Händi von Michael Kölmel an. Ich spreche mein Sprüchlein, von wichtig und so und was das denn solle. Bin aber ziemlich stinkig, weil dem Mann kein guter Ruf vorausgeht und das hatte ich Michael auch gesagt. Diese Tonbänder sind doch wie tiefe Brunnen, in die man Steine hineinschmeisst und man den Aufschlag ins Wasser nicht hört. Deswegen rufe ich vom Kino aus um 17.15 bei Manfred W. an. Der Knebelvertrag gefällt ihm nicht. Viel zu teuer. Pläne hat ihm Michael Kölmel nicht gegeben. Begrenzte Bürgschaft? Morgen ist er in Bremen, wo sie auch noch Kinos haben. (gekauft 6. 10. 1994 Taz Bremen/verkauft am 3.9.98 Taz Bremen). Ich schicke alles noch mal an die Studio GmbH per Fax . Grundrisse, Rea Brief Hack, Senator Brief, Agir Vertrag an die Schwere Reiterstrasse 35 Gebäude 14 80797 München.

Am Donnerstag, d. 7. Mai 1998 11.00 Uhr Telefonat mit Elinor Schües vom Planerkollektiv über die Stellplatzfrage. Elinor meint. Das ist richtig, die Stellplatzfrage muß man vorher lösen.

Am Dienstag, d. 12. Mai 1998 Erster Ausgabetag der Kinowelt Aktien. Ausgabekurs 7,03 €

Am Donnerstag, d. 28. Mai 1998 kommt Post vom Anwalt Martin Hack. Nicht sehr erfreulich. Eher unerfreulich.

Am Dienstag, d. 2. Juni 1998 Matthias N. schreibt einen Brief an den Rechtsanwalt der Gegenseite Martin Hack. Ich bin jetzt auch mal in Urlaub

Am Mittwoch, d. 3. Juni 1998 11.00 Uhr Paul telefoniert mit Frau B. von der Baubehörde. Diese gibt an den Bezirk weiter, daß dem Bezirk 29 Stellplätze für das Kino empfohlen werden sollen.

Am Mittwoch, d. 24. Juni 1998 Paul S. trifft sich mit Dirk D. wegen des Mietvertrages.

Passt auch nicht, aber musste mal abgeschrieben werden: “Wenn die Bürger schlafen gehen in der Zipfelmütze und zu ihrem König flehn, dass er sie beschütze, ziehn wir festlich angetan, hinter die Tavernen, Schlendrian, Schlendrian unter den Laternen. Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da, die Nacht ist da, das was gescheh. Ein Schiff ist nicht nur für den Hafen da. Es muss hinaus, hinaus auf hohe See. Berauscht und freute sich und liebt und lacht und lebt den schönsten Augenblick. Die Nacht die man in einem Rausch verbracht, bedeutet Seligkeit und Glück. “ . . . Der Rest vom Lied hatte der damals Staatspartei nicht mehr so gut gefallen. Weiter gings: “Wenn der Morgen endlich blaut hinter dunklen Scheiben und die Männer ohne Braut beeinander bleiben, schmieden sie im Flüsterton aus Gesprächen Bomben. Rebellion, Rebellion in den Katakomben . . .“  (Das kommt aussem Kino und wird gesungen. Peinlicher Weise aus dem Film “Tanz auf dem Vulkan“ (DR) 1938 Gustav Gründgens Hans Steinhoff, der gleich danach einen – Werbefilm für die NSDAP gemacht hat, das Leben ist voller Widersprüche). Und ich liege auf Levanzo in der Sonne und trinke Granita al Limone.

Am Mittwoch, d. 24. Juni 1998 Manfred W. kommt nach Hamburg. Paul holt ihn vom Flughafen ab und fährt mit ihm zu Thomas L. und Reinhard S. (GON). Kinowelt möchte noch 2 weitere Kinos in dem Gebäude unterbringen. Kinowelt sagt Mietkautionen und Patronatserklärung zu. Später gibt es einen Entwurf von Hohaus und ein Angebot für die Umplanung,

Am Mittwoch, d. 8. Juli 1998, 15.00 Uhr Telefonat mit Herrn J. von Hasso Kinotechnik. Er schickt ein Angebot für die Kinos Mitte August. Kommt dann auch.

Am Donnerstag, d. 23. Juli 1998 11.00 Uhr Telefonat mit Hanno Z. Bitte um Angebot für die drei Kinos. Kommt dann auch. Im Filmecho Heft 31 erscheint ein Beitrag des Abaton GF Matthias Elwardt unter dem Titel “Unter Kannibalen“. Ich kann mir einen Leserbrief am

Am Mittwoch, d. 5. August 1998 ans Filmecho nicht verkneifen. Ziemlich polemisch das Ganze. Gefällt mir aber immer noch gut (Stand 1. 12. 2000). “ . . .  keinesfalls werde ich mich dazu hinreissen lassen zu schreiben, daß die Flebbe AG und die UFA AG einen Verdrängungswettbewerb begonnen haben und natürlich zuerst die kleinen Hamburger Kinos verdrängen werden (wie das 3001), danach auch die kleinen Großen (wie das Abaton und das Zeise). Sie werden das Verschwinden dieser Kinos nicht begrüssen, aber sie werden auch nicht lange weinen, wenn es diese Kinos nicht mehr gibt. So was werden sie von mir nicht hören. Da schliesse ich mich Herrn Elwardt an, die Namen der Kannibalen werden nicht genannt . . . “ Aber M. E. scheint ziemlich stolz auf seinen Artikel zu sein. Er wird dann auch noch in voller Länge im Abaton Programm Heft abgedruckt. Das bemerke ich allerdings erst viel später.

Am Donnerstag, d. 13. August 1998 17.00 Uhr Treffen der AG Kino Nord im Gasthaus Schanzenstern. Um 18.00 Uhr soll Eva Hubert dazu stossen, weil es geht um die Hamburger Kinoförderung.Dieses Jahr fiel der Sommer auf die Tage: Von Sonnabend, d. 8 August bis Donnerstag d. 13. August. Davor und dahinter ist in Hamburg bestes Kinowetter.

Am Freitag, d. 21. August 1998 heiratet C. seine P. Es wird ein rauschendes Fest und am nächsten Tag habe ich doch einen Muskelkater. Sogar Sabine B. tanzt viel.

Am Dienstag, d. 1. September 1998 gibt es einen Notartermin um 14.00 Uhr bei Notar Petersen. Wir machen die Kapitalerhöhung von 100 auf 200 TDM. Wählen einen zweiten (ebenfalls allein vertretungsberechtigten) Geschäftsführer, gehen hinterher ins Pale essen und schauen dann noch mal bei den Bauherren vorbei. Dabei Rainer K., Jens Meyer, Paul S., Manfred W.. (nach dem Alfabet sortiert). Alles geht ziemlich schnell. Paul hat Manfred W. vom Flughafen abgeholt und ihm die Stadt gezeigt. Stammeinlagen jetzt 16 Tausend Rainer, 32 Tausend Paul, 50 Tausend Jens, 102 Tausend Manfred. (Im Unterschied zu Kinowelt bringen wir unser eigenes Geld mit.)

Am Dienstag, d. 8. September 1998 11.00 – 13.00 Uhr Rathausallee 72, Besichtigung Spektrum Kino Norderstedt, Paul und ich bei Uwe B. 1997 hatten sie 150 Tausend Zuschauer. 1998 hofft er auf 180 tausend. Wegen dem Weber Kartenkomputersystem ist einer von ihnen in der Klappsmühle gelandet. Drei neue Projektoren Ernemann 15. Nebenumsatz 3 DM. B. ist Jahrgang 1940. Er hat keine Belieferungsschwierigkeiten, weil beide Kinos nicht als Hamburger, sondern als Norderstedter Kinos gelten. Seine Tips: Mehrere Einzelbereiche für Verkauf vorsehen. Computersystem von Wolfgang Schrick aus Salzwedel nehmen. Tontarra kannte er auch und Jürgen Hansen vom Gloria in Harburg. Riech hat gekauft. Die Klimaanlage hat der Vermieter Plambeck eingebaut. Batterieraum Verordnung ist in Schleswig Hollstein noch in Kraft. Alle drei Kinos mit Vorhang. Ein fünfer Teller für 2 Kinos.

Am Montag, d. 21. September 1998 10.00 Uhr Pressevorführung von “Love is a devil“ von Time im Holi. Fängt pünktlich an und ich verpasse die erste Viertelstunde. Wär ich doch später gekommen.

Am Mittwoch, d. 23. September 1998 11.00 Uhr Telefonat mit Thomas L.11.10 Uhr Telefonat mit Carlos M. bei Hohaus und Partner. Themen Baufehler: Wendeltreppen/Runde Treppen. Treppung Vorführraum. Fenster in der Aussenfassade. Lastenaufzug.

Am Sonnabend, d. 26. September 1998 12.30 Uhr Ich wette mit Detlef Rossmann (Vorsitzender der AG Kino) für die Verhältnisse nach den Wahlen. Wird der halbe Mehrwertsteuersatz nach der Wahl (Egal welche Regierung) angehoben oder nicht? Ich gewinne eine Flasche Champagner.

Am Donnerstag, d. 1. Oktober 1998 Ich telefoniere mit dem Fraktionsgeschäftsführer (?) oder Kreisgeschäftsführer (?) der SPD Hamburg Mitte Herrn Sühlmann weil Ronald H. erzählt hat, meine Tunnelpläne würden demnächst umgesetzt werden. Ich bin ziemlich überrascht und kann das gar nicht glauben. Aber Herr Sühlmann meint, die STEG STEB würde diese Pläne “in absehbarer Zeit umsetzen wollen“. Danach hört man nichts mehr von Herrn Sühlmann. Ich suche nach einer Filmkopie von Grete Minde, der mal bei der UIP war und finde keine. Auch nicht bei Heidi Genee.

Am Freitag, d. 2. Oktober 1998 11.30 UhrIch telefoniere mit Manfred W. über den Einbau eines 70 mm Projektors im neuen Kino. Er hat noch irgendwo einen.

Feiertag Am 3. Oktober 1998 (ein Sonnabend, wie gemein) Liebes Tagebuch. Die AG Kino ist der taugliche oder untaugliche Versuch, verschiedenen Interessen, die sich auch gegeneinander wenden, zusammenzubringen. Man weiss immer vorher, daß diese Interessen kaum zu bündeln sind. Aber es wird dennoch immer wieder versucht. Das ist wie beim Bauernverband. Dort haben auch nur die Großbauern was zu sagen, aber organisiert sind auch die Kleinbauern. Es müsste so sein, daß keine Interessen gebündelt werden, sondern der Marktanteil gemeinsam verteilt und verteidigt wird. Wie aber soll man gemeinsam etwas machen? Das ist ungelöst. Ein paar Jahre später formuliere ich: Die AG Kino ist wie der Kaninchen Züchterverband, nur ohne Kaninchen.

Am Dienstag, d. 6. Oktober 1998 Wir erfahren von Thomas L. , daß der Bauantrag abgegeben ist und wollen erfahren, ob die notwendigen Änderungen noch aufgenommen worden sind? Weiss er nicht sagt er. Ich soll M. anrufen. Mache ich am

Am Mittwoch, d. 7. Oktober 1998 11.00 Uhr Anruf bei Carlos M.., dem Architekt der Firma Hohaus und Partner. Frage: Sind die gewünschten Änderungen eingezeichnet? Nein. Wer das entschieden hat? Projektsteuerer Carlos N.. Originalton Carlos M.: “Das können wir alles noch ändern“. Beim Vertragspartner GON meldet sich nur Herr Thalheim. Gf S. ist krank. Ich bitte um drei Sätze Zeichnungen, weil M. nur seinem Auftraggeber liefern will. Eine Wette mit Paul: Wie lange braucht in Hamburg ein Bauantrag. Sechs Wochen oder sechs Monate? Thomas L. Kommentar zu dieser Wette: Paul soll schon mal sparen. Anruf bei Manfred W. 15.00 Uhr. Jetzt ist grade die Umwandlungsphase. Demnächst heissen beide Firmen (Also Studio & Futura) Arthaus Kinobetriebs GmbH, darunter wie üblich: Ein Unternehmen der Kinowelt Medien AG. Im Vertrag steht ein § der dem § 184 STBG widerspricht. Soll gestrichen werden. Macht der GON Geschäftsführer später auch. Später lerne ich: Mit langen Laufzeiten bei der Bürokratie kann man Wetten gewinnen.

Am Sonnabend, d. 17. Oktober 1998 lese ich im Filmecho, daß Karl Baumgartner und Reinhard Brundig ihre Butze (Pandora Filmverleih) an Kinowelt verkauft haben. Matthias E. sorgt sich um die Kultur und die Falten in seinem neuen Anzug. Trägt er überhaupt Anzüge?

Ein Text von Wolfgang Neuss: (Neuss Deutschland).

Ich stehe rum. Ich würd ihn viel lieber trinken. Ich wäre gern ne Strassenbahn, dann hätt ich Fenster und man könnte aus mir winken. Und auch die Geschichte von der SED ist nicht schlecht. Ein Gespräch zwischen der (Alt) Genossin Fitmann und Paul Verner (Mitglied des Politbüros): “Genossin Fitmann, hatte Bulle Verner gesagt, wo warste denn auf der letzten Parteiversammlung. Wann war die denn? Am Freitag. Freitag? Tja, wenn ich gewußt hätte, das es die letzte war, dann wär ich auch gekommen.“

Dienstag, d. 3. November 1998 12.00 Uhr Anruf bei Hohaus und Partner. Carlos M.. Wo sind die zugesagten Zeichensätze? Vor einer Woche an Thomas L. gegangen. Anruf bei L.. Sind nicht bei ihm. Rückruf bei Hohaus. Wenn noch nicht gemacht, dann machen wir jetzt. Kommen mit Kurier am Montag, d. 9. November 1998. Kinoschnitte gibt es nicht.Thomas L. Kommentar: Brauchen sie nicht für den Bauantrag. Ich: Brauchen wir aber für die Kinoplanung.

Am Montag, d. 9. November 1998 10.00 Uhr Treffen mit Birgit M. über das Umsiedlungsprogramm der Wirtschaftsbehörde. Confront Rolf W. – die haben 400 TDM für die Neuansiedlung an den Spritzenplatz als besonders zinsgünstiges Darlehen gegeben. Aber in diesem Falle, müßte man das 3001 Kino bei der Neuansiedlung zu machen. Wollen wir aber nicht. Dann gibt es auch keine Fördermittel aus dem Programm. Frau M. will uns gerne helfen, aber aus dem Topf gehts nicht. Der Crone Zigaretten Automat steht jetzt schon seit 20. März 1996 im Foyer und wir haben noch nie Geld gesehen. Den Strom zahlen wir auch.

Am Donnerstag, d. 19. November 1998 AG Kino und Gilde in Frankfurt. Ich fahre zum Vereinigungs Parteitag. Hotelübernachtung wird bezahlt. Hin und Rückfahrt auch. Ein Essen zahlt die Gilde auch. Später am Abend werden alle ziemlich blau. Manche schlafen auch während der Diskussion ein. Jedenfalls wird das alles nix, obwohl ich mir grosse Mühe gebe. Aber Mühe geben allein, reicht eben nicht. Freitag morgen gehts zurück nach Hamburg, aber die Gilde tagt anschliessend noch mit ihren Mitgliedern. Manche sind auch Doppelmitglieder (Dreifachmitglieder gibt’s auch) in beiden Verbänden und plaudern hinterher bei dem anderen Verein.

Am Donnerstag, d. 26. November 1998 11.00 Uhr Telefonat mit Manfred W. über die Patronatserklärung. Die Bilanz 1998 und Zwischenbilanz seit der Kapitalerhöhung (per 30. September 1998). Bezahlung der Einlage und der Übertragung von Pauls Einlageteil (2 TDM) an Kinowelt. Dafür soll Paul ne Rechnung schreiben. Die Patronatserklärung kann (wg. der Höhe) nur von Eduard Unzeitig, dem Finanzvorstand der Kinowelt Medien AG unterschrieben werden. Die Bilanz 1998 soll spätestens am 10. Januar 1999 bei Alis P. sein, damit sie rechtzeitig verarbeitet werden kann. Das ist aber ein Sonntag. Ich telefoniere mit Uwe K., daß wir das auch hinbekommen. Der DVU fehlen in Hamburg nur 195 Stimmen, um über die 5 % Hürde zu kommen. Na gottseidank.

Am 10. Dezember 1998 von 11.00 –15.00 Beim Kinobüro Hannover. Eine Veranstaltung der AG Kino zur Vereinigung mit der Gilde deutscher Filmkunsttheater. Ich fahre hin, bin dafür. Klappt dann aber doch nicht.

1999 Am Montag, d. 11. Januar 1999

Frage an Rechtsanwalt Wolfgang M. Sind Mäuse Ungeziefer im Sinne des Mietvertrages? Wolfgang meint: Ja.

Am Donnerstag, d. 14. Januar 1999 14.00 Uhr Anruf bei Alis P. von Kinowelt. Ob denn alles geklappt hat mit der Bilanzeinspielung Eurofib Zentralfilm 1998? Sie steckt aber noch im Datenstau. Anruf bei Thomas L., Machtwort. Seit drei Monaten warte ich auf den Schnitt durch das grosse Kino. So kann man doch keine Lüftungsanlage planen, wenn man nicht mal weiss, wieviel qm 3 Luft in dem Raum sind. Nützt aber nix.

Am Montag, d. 18. Januar 1999 11.45 Uhr Anruf bei Manfred W.. Thomas L. möchte gemeinsamen Termin für Stellplatzbürgschaft und Patronatserklärung mit der Spitze des Unternehmens von Kinowelt. Manfred W. hält den Termin für Tourismus, weil die oberen Herren beschäftigen sich normalerweise mit solchem Kleinkram nicht, aber er versucht mal einen Termin mit Unzeitig hinzubekommen. Schwerer Fehler meinerseits: ich gebe Manfreds Einstellung locker an Thomas L. weiter. Der ist schwer beleidigt. Aber was denkt er denn, wer er ist? Ich hab von den Eigentümern seiner merkwürdigen Kommanditgesellschaft auch noch nie jemanden gesehen. Oder könnte er sich vielleicht vorstellen, daß ich auf die Idee käme, ein Gespräch mit Max Warburg direkt zu fordern, in dem ich mit ihm über die Farbe der Fassade seines zu bauenden Hauses sprechen kann? Die Herren arbeiten ja nicht selbst, sondern ihr Vorteil ist ja gerade, dass sie andere für sich arbeiten lassen können.

Am Dienstag , d. 26. Januar 1999 11.00 Uhr Anruf bei Detlef Rossmann in Oldenburg. Bei welchem Antragstermin der FFA gibt es die höchste Quote? Kann man leider nicht beantworten. Quote lag immer ziemlich gleich zwischen 20 und 35 % der vorhandenen Anträge. Zu den Terminen am Jahresende gibt es immer mehr Anträge als sonst. Aber eine generelle Aussage gibt es leider nicht. Die Obergrenze liegt bei 300 TDM, aber so hohe Darlehenssummen wurden lange nicht mehr bewilligt. 13.50 Uhr Versuch einer Kontaktaufnahme mit Gerd Hinnerk Behlmer (Staatsrat in der Kulturbehörde), das war 1967 der Mann rechts auf dem Foto, der das Transparent trägt: “Unter den Talaren, der Muff von 1000 Jahren“. Doch ich bleibe im Vorzimmer bei Frau Müller hängen. Die entsprechenden Herren und Damen sind alle nicht zu sprechen. Ob mein Brief denn wenigstens eingegangen sei? Die Beantwortung hat Herr Prof. Denker übernommen, aber der braucht noch etwas Zeit, wie ich später erfahre. Übrigens mit den Antworten, die wir selber alle schon herausgefunden haben und zwar vor Jahren.

Am Mittwoch, d. 27. Januar 1999 Kontakt mit Rainer Hanus (jetzt Wirtschaftsbehörde). Der stellt weiter zu Frau Struck, nachdem ich ihm die derzeitige Notlage erklärt habe. Es kommt heraus: Ein Telefonat mit Frau S. von der Wirtschaftsbehörde bezüglich der Stellplätze und der Gleichbehandlung mit Flebbes Cinemaxx. Sie verspricht: Sie ist am Freitag in der Baubehörde bei Frau B. und klärt mit ihr die Möglichkeiten. Kommt aber nix bei raus, wie ich später erfahre. Auch der neuerliche Anruf bei der Kulturbehörde bei Frau M. gibt keine neuen Erkenntnisse. Keiner da (Behlmer nicht, Plagemann nicht und Denker schon gar nicht). Telefonat mit Werner L. von der GLS Bank über die Möglichkeiten für eine Stellplatz Aval Bürgschaft. Ergebnis des 30-Minuten Gespräches leider negativ. Hauptgrund, dass diese Bürgschaft niemandem zu erklären ist. Ich verstehe das ja selber nicht.

Am Montag, d. 1. Februar 1999 14.00 Uhr Termin mit Annette Ter Meulen. Beruf Bühnenbildnerin am Schauspielhaus. Lichtdesign. Bringt Muster ihrer Arbeit vorbei und ich erzähle, wie ich auf diesen Berufszweig für die Innenausstattung des Kinos gekommen bin. Wir wollen Anfang März ein neues Treffen vereinbaren, sobald die Sache mit dem Kino etwas klarer ist. Macht einen guten Eindruck. Telefonat mit Herrn R. von der Messe Congress GmbH wegen der Stellplätze. Ich soll mich im Sommer noch mal bei ihm melden, wenn klar ist, daß die Messe wirklich dort am Standort bleibt. Es gibt jetzt einen Termin in München mit der Kinowelt Medien AG. Am Mittwoch d, 3. Februar 1999 um 12.00 Uhr bei Kinowelt in der Schweren Reiter Strasse. Ich treffe mich am

Am Dienstag, d. 2. Februar 1999 um 14.00 Uhr mit L. bei Noodles (Once upon a time in Amerika), um den Termin entsprechend vorzubereiten. Ich fahre heute abend mit dem Nachtzug. Er fliegt morgen früh mit der 9.25 Maschine der Lufthansa, die um 10.40 Uhr da sein soll. Anruf bei der Kulturbehörde. Ich hatte doch an Behlmer geschrieben. Wieso er sich nicht damit beschäftigt? Denker hat die Sache übernommen. Ob das die Arbeitsteilung in der Behörde sei. Frau M. Antwort: Ja. Ich denke, na dann gut Nacht Marie und ich werde Wochen später auch nicht enttäuscht. Bis heute hat der Herr Professor noch nicht mal Kontakt mit Frau B. in der Baubehörde aufgenommen. Es kommt genauso wie ich befürchtete. Anruf im Büro von Martin Schmitt (GAL Rathausfraktion). Er hat im Auftrag der Stadtentwicklungsbehörde geschrieben. Ich soll ihm die Unterlagen schicken. Mache ich. Er will dann nachdenken und sich wieder melden. Macht er aber nicht. Melden.

Am Mittwoch, d. 3. Februar 1999 Morgends um 8.00 Uhr ist der Nachtzug von Hamburg in München. Wunderbarer Zug. Es ist der TALGO aus Spanien, der seine Kojen in Längsrichtung hat. Wie bei ″Manche mögens heiss“, nur das damals Marilyn Monroe mit im Abteil war. Ich treffe mich mit meiner Schwester in München. Wir frühstücken zusammen und dann rufe ich von ihrer Wohnung noch mal in Hamburg bei Frau Struck. 9.30 Uhr an bei der Wirtschaftsbehörde. Ob sie was in Sachen Stellplätze erreicht hat? Nein, hat sie nicht.

Um 11.00 Uhr treffe ich auf dem ehemaligen Kasernengelände von Kinowelt auf Thomas L., der sich einen Mietwagen genommen hat, um vom Flughafen hierher zu kommen. Wir sind beide erwartungsfroh. Bekommen beim Empfang die Anstecker von Kinowelt und landen im Büro von Sonja B. und Manfred W., die sich gegenüber sitzen. Es gibt auch einen Ordner mit Zentralfilm 4001, aber auch einen anderen, hinter dem das Zeise Kino steht. Um 12.00 Uhr. Kölmel und Unzeitig sind im Haus aber nicht zu sehen. Sonja B. ruft immer wieder im Sekretariat von Unzeitig an, aber die sind noch in einer Besprechung. Als Unzeitig um 13.00 Uhr immer noch nicht da ist, schlägt Manfred vor, doch erstmal in die Kantine zum Essen zu gehen. Wird gemacht. Während wir die Nudeln mit Tomatensosse reinstopfen, kommen auch die Vorstände der Aktiengesellschaft in die Kantine.

Michael Kölmel und Eduard Unzeitig zusammen mit dem einfachen Volk. Alle duzen sich und essen auch die gleichen Speisen. Ich kann nicht verhehlen, dass es mir eine gewisse Genugtuung bereitet, dass Michael Kölmel auf mich zugeht und mich freundlich begrüsst. Dann wird auch Thomas L. vorgestellt. Die Herren gehen dann gemeinsam zur Essenausgabe und setzen sich dann an einen anderen Tisch. Wir kehren ins Büro zurück, warten dort ein bißchen und eruieren die Möglichkeiten. Ein Grundbucheintragung im Grundstück Kampstrasse lehnt L. ab. Das würde den Wiederverkaufswert des Hauses unzumutbar belasten. W. spricht von einem Grundstück in Bochum, wo man eine solche Eintragung machen könne.

Ich rufe in Hamburg bei der Baubehörde Herrn K.an, wie denn eine solche Sicherheitsleistung erfolgen könne? Aber Herr Koch ist nicht da und Frau Bestmann, sagt, daß sie eine solche Sache nicht entscheiden könne. Die konkrete Frage an Sie lautete: Würde eine Bürgschaft der Kinowelt Medien AG als Bürgschaft für die Stellplätze ausreichen oder nicht? Das würde ihre Kompetenz überschreiten. Formulierungen werden ausgehandelt. Thomas L. telefoniert mit Martin Hack in Hamburg und liest die ausgehandelten Texte vor. Die gehen auch per Fax nach Hamburg. Dann gibt es Änderungswünsche. Die werden eingearbeitet. Hack ist einverstanden.

Unzeitig auch. Es wird unterschrieben. L. und ich sind glücklich und fahren in die Stadt, was Essen. Ich verabrede mich mit Manfred W. um 18.00 Uhr, dann wollen wir zusammen nach Diessen am Ammersee fahren, wo heute abend noch ein Kinowelt Kino eröffnet werden soll. Ich rufe die Schwester an, ob sie Lust hat mit zu kommen. Sie hat Lust, aber sie kann nicht. L. will anschliessend noch ein paar Tage Urlaub machen. Wir verabreden uns für den nächsten Abend im Hofbräuhaus, dann kann ich direkt in den Nachtzug nach Hamburg steigen. Wir (L. und Freundin und ich) treffen uns am nächsten Abend und trinken zusammen Bier. Anschliessend bringen mich beide zum Stachus, wo ich in der U-Bahn zum Hauptbahnhof München verschwinde. Die Rückfahrt ist wunderbar.

Gehört hier auch nicht hin ist aber gut. Die drei Tornados in einem Sketch über die Ökobank, die einen Wasserwerfer (einen Volkswasserwerfer) finanzieren soll:

….Sie reden hier immer von Sicherheit, Eigenkapital….. Alter rück die Kohle raus, dann haben wir mit Sicherheit Eigenkapital..“

Am Mittwoch, d. 10. Februar 1999 Telefonat mit Sabine M. vom Zeise Kino. Kino ist zu verkaufen, die Eigner haben keine Lust mehr. Kaufpreis 2 Mille. Die Miete soll von 18,– auf 37,– DM pro qm steigen. Ist nicht richtig ernst gemeint. Wir witzeln über den Vermieter. Von 0 – auf 100 in 6 Sekunden, Von 18 – auf 37 in 6 Jahren.

Am Donnerstag, d. 11. Februar 1999 15.00 Uhr Ich schaue mir ein Kino von Kinowelt in Berlin an. Kinowelt in den Spreehöfen, das vor kurzem eröffnet worden ist. Die Berliner nennen den Stadtteil Oberschweineöde, richtig heisst er aber Oberschwaneheide. Sehr gute Glasfaserbeleuchtung an der Decke, die den Raum auch hell macht. Sehr praktisch. Man muss nicht an die Decke krabbeln, um die Lampen zu wechseln. Berlin hat jetzt 73 Kinos mit 210 Leinwänden. In den Kinos fangen die Vorführungen erst später an, deswegen komme ich am

Am Sonntag, d. 14. Februar 1999 ein zweites Mal und wähle in Kino 2 ″Der Prinz von Ägypten″. Kein Vorhang keine Bildbegrenzung. Lüftung hörbar zu laut. Unten Schatten auf der Leinwand, oben Köpfe abgeschnitten. Ton ok. Notbeleuchtung ungünstig positioniert. Projektor zu weit vom Bildfenster weg. Treppung ok. Es gibt viele Angestellte, die sich heute ziemlich langweilen, aber dafür Kinoweltpullover anhaben. Ein ferngesteuertes Kino. Die Leute im Kino können mit dem Namen Kinowelt nicht so richtig was anfangen.

Am Mittwoch, d. 17. Februar 1999 11.00 Uhr Besuch bei der Yorck Kino GmbH, Rankestrasse. Georg Kloster. Ich bin nicht verabredet, sie sind trotzdem sehr freundlich und haben auch ein wenig Zeit für mich. Was der Entwurf fürs FAF gekostet hat? So bei 100 TDM. Die Stühle im Cinema Paris kommen aus Norwegen von der Firma Skeije und kosten 430,– DM. Ich schicke Paul noch mal zum Probesitzen.

Am Donnerstag, d. 18. Februar 1999 11.00 Uhr Wir (Paul und ich) treffen Vera D. in ihrem Atelier in der Axel Springer Strasse. Das ist nur ein kurzes Stück von der Lindenstrasse in Kreuzberg und endete früher nach 50 m an der Mauer.

Jetzt fahren die Autos einfach durch. Vera D. hat die Ausstattung im FAF Friedrichshain gemacht. Das gelbe Noppenkino. Toll. Auch das mit den blauen quadratischen Lichtimpulslampen ist toll. Sie erklärt, daß sie das vorher gar nicht ausprobiert hat, sondern einfach gemacht hat. Ich gerate ins Grübeln. Was wäre gewesen, wenn es nicht funktioniert hätte? Das neue AG Kino Info ist da. Der einzig gute Beitrag ist der von Eva Matlok. Der Rest ist die übliche Mischung aus Selbstmitleid, Jammern und Weihrauch, wie gut doch unsere Kinos sind. Ganz schrecklich das Interview mit Jan Schütte. Früher nannte man solche Fragen Suggestivfragen. Bei jeder Frage liefert der Frager die richtige Antwort gleich mit. Man redet sich seine eigenen Kinos gut.

Da fällt mir ein Spruch von der Schiessbude auf dem Hamburger Dom ein. Da stand: “Bei uns werden die Tonröhren nicht abgemeckert, sondern abgeschossen.“

Am Sonntag, d. 21. Februar 1999 Besuch beim FSK Kino am Oranienplatz. Fragen, wie sie in Europa Cinemas gekommen sind und warum sie nicht Mitglied der AG Kino sind? Leider keiner da. Muß man anrufen. Mache ich dann auch.

Am Montag, d. 22. Februar 1999 Der IC Max Liebermann. Der ganze Zug ist völlig leer. Wo wollen die eigentlich die Fahrgäste für ihren Transrapid herbekommen? In dem Wagen, in dem ich sitze, gibt es 12 Abteile mit jeweils 6 Sitzplätzen= 72 Sitzplätze. Davon sind nur drei Plätze besetzt. Der Zug kommt immerhin aus Dresden. Es gibt fünf sog. Langsamfahrstellen auf der Strecke nach Hamburg. Früher gab es drei Züge in jeder Richtung, jetzt sind es 16 in jeder Richtung. Doch der Zug braucht nur 2,5 Stunden.

Vor Jahren hat er noch fast 7 Stunden gebraucht, mit den ganzen Kontrollen und so. Gänsefleisch mal da linge Oohr freimachen? Ich habe mir fest vorgenommen, das Berliner Play it again Modell nach Hamburg zu importieren, nach den Zahlen aus Potsdam und den aus dem FAF. Nur welche Kinos? Zeise 3001 Elbe? Szene NDR Abendblatt HH 19?. Ich telefoniere mal mit Christiane N., die das alles organisiert.

Und mit Thomas B.. Mache ich

Am 26. Februar 1999. Die haben noch Tip und Zitty dabei, die abwechselnd im 14 Tage Rhythmus erscheinen. Ich finde einen Zettel von Jan F. im Büro. Die Filmförderung Hamburg hat angerufen. Es soll am

Am Dienstag, d. 2. März 1999 15.00 Uhr ein Treffen mit den Behördenvertretern über die künftige Kinoförderung stattfinden. Keiner hat Lust. Ich eigentlich auch nicht. Gehe dann aber doch hin. Alle übrig gebliebenen Programmkinos sind anwesend. Das Abaton sogar mit Senior- und Juniorchef.

Es werden flammende Reden gehalten. Christian P. von der Wirtschaftsbehörde Abt. Mittelstandsförderung versteht nicht, was Kinobesitzer gegen die Bürgschaftsgemeinschaft haben, trotz meines glühend vorgetragenen Erlebnisberichtes. Aber am Ende ist es doch nur das Haushaltsloch, das da bestaunt werden soll. Die Geschäftsführerin Hubert fasst nach zwei Stunden zusammen: Sie findet es gut, dass sich 4001 mit Kinowelt zusammengetan hat (Woher sie das wohl hat, jedenfalls nicht aus erster Hand) und ob sie das vorhandene Geld (220 TDM) vielleicht doch irgendwie umschichten soll? Ende gegen 17.30 Uhr.

Am Freitag, d. 26. Februar 1999 sagen wir Vera D. ab. Paul kennt den Menschen, mit dem sie in Hamburg zusammen arbeiten will, als ziemlich unzuverlässig und dann die vielen Telefonkosten und Reisekosten und nicht zuletzt der markierte Satz von dem ″einfach machen“.

Am Montag, d. 8. März 1999 11.00 Uhr Treffen mit Babka und Karatsch über die Lichtgestaltung und Einrichtung im 4001 Kino. Ich gebe ihnen Pläne und das wunderbare französische Buch über Kinos mit. Ich schwärme von der Glasfaserbeleuchtung. Sie denken sich mal paar Vorschläge aus und melden sich dann wieder. Machen sie aber nicht und wir haben auch keinen Grund, sie irgendwie zu drängen.

Montag, d. 15. März 1999 15.00 Uhr Planungstermin bei Querkraft Rolf A..

Am Dienstag 16. März 1999 Sabine M. kümmert sich um 90,3 und play it again. Sollten wir nicht das Abaton fragen? Das musst du machen, ich frag den nicht. Tut sie. Rainer K. will sich um das Abendblatt kümmern, aber dann doch wieder nicht. Mit Hans P. J. will keiner so richtig reden und Sabine ist jetzt ein paar mal mit ihm über quer gewesen. Bei der Szene muß das die Geschäftsleitung entscheiden. Ich lasse mir die Verträge aus Berlin kommen und schreibe sie brav ab, auf Hamburger Verhältnisse umgemünzt. Aber dann geht später doch alles ohne unterschriebenes Papier. Es soll nach dem Filmfest am 7. Oktober 1999 losgehen. Der Herr namens Marko Willke, der das Kino in Boizenburg gekauft hat, hat ein halbfertiges Kino und eine Menge Schulden bei den Handwerkern hinterlassen. Seine Firma Delta Filmtheaterbetriebe ist pleite und der Herr ist flüchtig. In Berlin werden seine Kinos geschlossen. Und wo steckt eigentlich Manfred W.? Er soll am 12. April wieder im Lande sein.

Am Dienstag, d. 13. April 1999 15.30 Uhr telefoniert Paul S. in meiner Anwesenheit mit einem hohen Herrn (namentlich bekannt, weil Aktennotiz) der Baubehörde. Der Mann ist nur Vertretung. Muß aber zugeben, daß die Firma Flebbe bezüglich des Kulturtickets die Baubehörde übern Tisch gezogen hat. Vorher hat er gesagt, er macht das und dann haben sie vergessen, die Abmachung in die Baugenehmigung zu schreiben. Und hinterher hat er gesagt, dass er sich mit dem HVV nicht über den Preis einigen konnte. Jedenfalls hat ihm das ne Menge Geld gespart. Ist eigentlich auch viel zu teuer, weil kein Schwein sich eine Kinokarte im Vorverkauf besorgt (wie z. B. beim Stones Konzert oder so).

Am Donnerstag, d. 15. April 1999 erreiche ich endlich Manfred W. am Telefon. Wo bleibt die Unterschrift? Ist auf dem Weg. (Hört sich fast so an, wie der Scheck ist in der Post). Dirk Evers kommt mit dem Kulturbahnhof an. Wir besichtigen die Hallen und machen einen Termin mit dem Projektentwickler Jeannot und seinem Chef Herrn Ullrich am 20. April (Dirks Geburtstag) 1999 um 11.00 Uhr in der Brandstwiete 1.

Am Donnerstag, d. 27. Mai 1999 stirbt Rolf Petersen nach einer Operation. Wir sind um 12.00 Uhr mit Herrn O. in der V6 verabredet, um sie möglicherweise wieder in Betrieb zu nehmen. Wird aber nix. Wir treffen uns mit Marion Breker, die eventuell auch für die Inneneinrichtung des Kinos in frage kommt und sie zeigt uns ihre Entwürfe. Hat leider auch noch kein Kino gemacht.

Dienstag, d. 29. Juni 1999 11.00 Uhr Anruf von Thomas L. Baugenehmigung ist da. Eine freudige Nachricht, die ich sofort weitergebe an Sonja B.. Wette mit Paul gewonnen.

Mittwoch, d. 30. Juni 1999 Telefonat mit Manfred W.. Aufstellung der Gründungskosten schicken. Das angebotene Union Kino in Berlin ist eine Schrottbude. Kino in Poppenbüttel/Wellingsbüttel (Idee von Paul). Die Dinger in den Nobelvierteln laufen nicht. Da gibt es so eins in Solm. Gebaut für 1,5 Mille. Sechs Monate später wurde es schon für 500 TDM angeboten. In den Spreehöfen hat er unheimlich Randale Schäden, sodaß er einen Sicherheitsdienst eingestellt hat. Grosses Filmpaket gekauft. Eventuell ist „Die Entführer lassen grüssen“ dabei.

Am Donnerstag, d. 8. Juli 1999 11.00 Uhr Sitzung der AG Kino im Kinobüro Hannover. Es geht immer noch darum, wer an der Nichtvereinigung der beiden Verbände die Hauptschuld hat, obwohl es doch eigentlich klar ist: Schuld haben immer die anderen. Auf dem Rückweg fahre ich noch ein bisschen nach Göttingen und besuche die Leute vom Kairos Filmverleih und wie man Kontakt mit der Ikone der Filmkunst Walter Kirchner bekommen kann. Um 15.00 Uhr treffe ich Walter Kirchner. Aber ein Interview mit der Nagra will er auf keinen Fall.

Am Freitag, d. 9. Juli 1999 13.00 Uhr Rolf A. und Thomas L. Besprechungstermin bei N. und L.. Paul, ich und Jörn Plettke warten vor der Tür. Es stellt sich aber nach 15 Minuten heraus, dass Rolf bereits oben ist und alle auf uns warten, während wir unten auf Rolf warten. Geht dann aber doch.

Am Sonnabend, d. 7. August 1999 mache ich Urlaub. Es geht in Richtung Norwegen

Am Montag, d. 20. September 1999 14.00 Uhr DB Imm Treffen mit Jeannot Brandstwiete. Mietvertragsverhandlung fürs Bali Kino. Mietvertrag ab 1. November 2000. 11,– qm /3,50 Nebenkosten. 3 Monatsmieten Kaution. Laufzeit 10 Jahre und 2 x 5 Jahre Option. Frau Rohm und Herr Falke. DB bezahlt Heizung und Wärmedämmung, Elektro und Sanitär und sorgt für die Stellplätze. Alles vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptverwaltung in Frankfurt. Aber die kommt nie. Stattdessen ruft Frau Gronert vom NDR immer wieder an und möchte dabei sein, wenn wir unterschreiben.

Am Donnerstag, d. 23. September 1999 15.00 Uhr Treffen mit Architekt. Carlos M., H.,Rolf A., Paul S., Jens Meyer.

Am Dienstag, d. 5. Oktober 1999 stirbt der (ehemalige Chef) von Architekt Carlos M., der Bürgermeisterbauer Uwe Hohaus. Im Abendblatt gibt es mehrere Todesanzeigen. Eine vom Uhlenhorster Hockey Club, deren Mannschaftskamerad er seit 34 Jahren war. Er wird 59 Jahre alt.

Am Sonntag, d. 10. Oktober 1999 Eröffnung Cinemaxx Harburg. Tag der offenen Tür. Ich besichtige und mache mir Notizen. Aber schreibe nix, weil, es gibt nicht richtig was zu meckern.

Am Montag, d. 18. Oktober 1999 um 17.00 Uhr gibt es einen Empfang im Rathaus. 20 Jahre Kommunales Kino Metropolis. Einer muß hin, aber allein will ich auch nicht. Ich verabrede mich mit Rainer vor dem Rathaus. Wir gehen dann gemeinsam rein und treffen dort auch nette Menschen.

Am Mittwoch, d. 17. November 1999 Paul und Rolf kommen vom Termin mit Frank P., H., M., Falke und Christoph R.. H. meint, daß der Baubeginn im März 2000 sein könnte. Isser aber nicht.

Am Dienstag, d. 14. Dezember 1999 telefoniere ich mit Rechtsanwalt Matthias N.. „Zahlen auf erstes Anfordern ist letztlich eine Machtfrage“, meint er. Wenn icn versuche, irgend Jemandem zu erklären, was die Investoren eigentlich von uns wollen, dann versteht das sowieso niemand, am wenigsten ich selber.

Am Mittwoch, d. 22. Dezember 1999

Thomas L. auf unserem AB. Sein Text: Patronatserklärung/Stellplatznachweis in beiden Fällen hätten wir uns wieder mal nicht gekümmert. Jetzt werden sie am 4. Jan Klage einreichen. Na dann schönes Fest, denke ich.

2000

Vom Montag, d. 3. bis Freitag, d. 7. Januar 2000

laufen in München nur die bekannten Anrufbeanterworterbänder

Am Dienstag, d. 11. Januar 2000

(Telefoniere nie mit einem Kinomann am Montag, du könntest dir Feinde machen) telefoniere ich mit Manfred W.. Es sind jetzt Kosten da, wo bleibt die GmbH Einlage? Und dann kommt ein Satz, der mich richtig sauer macht: Einlage nicht vor Lösung der Konflikte mit dem Vermieter. Stellt sich aber später heraus, das war nicht so gemeint. Einlage kommt dann doch.

Am Mittwoch, d. 12. Januar 2000 Telefonat mit der Mobilbox von Michael Kölmel mit der Bitte um Rückruf. Kommt aber keiner.

Am Freitag, d. 21. Januar 2000 15.30 – 19.30 Uhr Kneipe SchanzensternTreffen mit GON Geschäftsführer Reinhard S.. Die Zeche zahle ich (46 Maak). Lohnt sich das eigentlich? Damals dachte ich dass ich das lohnt. Hat sich aber nicht gelohnt.

Am Sonntag, d. 13. Februar 2000 um 11.00 Uhr

Hamburger Frühstück im Cafe Einstein. Ich bin mit Manfred W. verabredet und muß dafür den ersten Zug von Hamburg nehmen. Wir wollen zu dritt versuchen, die Kulturbehörde in die Pflicht zu nehmen. Es gelingt auch ein Gespräch mit der Senatorin und ihrem Staatsrat, Gert Hinnerk Behlmer. Er schreibt sich (wieder) alles auf.Und dann hört man nichts mehr davon. Anschliessend lande im Künstlerheim Louise. Ein Hotel mit einem Bahnanschluß direkt im Zimmer. Alle dreissig Sekunden kommt ein Zug durchs Zimmer. Ich bin zwar ein Eisenbahnfan, aber das ist mir dann doch zuviel. Wer kommt auf sonne Idee, hier eine Übernachtungsstätte zu bauen?

Es soll einen Termin geben

Am Freitag, d. 3. März 2000. W. und L. sollen die anstehenden Probleme klären. Leider erkrankt die Lebensabschnittspartnerin von W. schwer und der Termin findet nicht statt.

Am Mittwoch, d. 15. März 2000

notiere ich in meinem Tagebuch: Es kommt nicht häufig vor, daß ein Vermieter, der noch keiner ist, weil er noch nichts zu vermieten hat, einen Mieter, der noch keiner ist, weil die Räume noch gar nicht gebaut sind, vor Gericht verklagt. Wir sind jetzt jedenfalls Hamburgs erstes Kino ohne Kino, aber schon mit einem Prozeß mit dem Vermieter.

Am Freitag, d. 31. März 2000 14.00 – 15.20 Uhr

Termin im Büro von L.. Wir (Paul und ich) sollen uns jetzt warm anziehen. Wir seien zwar sehr symphatisch. Aber es reiche ihm jetzt. Besonders der letzte Brief von W., in dem er nur geschrieben hat, was alle Kaufleute wissen sollten – nämlich das eine GmbH nur mit ihrer Einlage haftet – , deswegen heisst sie auch so, ist ihm sauer aufgestossen. Taktisch war das nicht so klug von W.. Ich schreibe einen Brief an die Projektsteuerer, daß wir (und auch Kinowelt) gesprächsbereit sind, um die Konflikte zu lösen. Kommt aber nie ne Antwort.

Am Donnerstag, d. 27. April 2000

erscheint die letzte Ausgabe der Hamburger Rundschau. Das 3001 Kino wird demnächst neun Jahre alt. Die Geschichte des 4001 Kino Projektes wird bald 5 Jahre alt, aber die Statik des Gebäudes ist bis heute nicht gerechnet. Wir frieren unsere Planungen ein, weil von der Ludwigstrasse die Parole der Nachrichtensperre ausgegeben wurde.

Am Mittwoch d. 31. Mai 2000 um 15.00 Uhr

sitzen wir bei Rechtsanwalt Wolfgang M. über der Streitschrift vom KGB & D (der Gegenseite). Es geht um zwei Punkte: „Zahlen auf erstes Anfordern“ und „genehmigungsfähiger Nachweis der Stellplatzfrage“. In der ersten Frage sind nicht wir direkt gemeint, sondern die Kinowelt Medien AG. Auch in der zweiten Frage geht es um ungelegte Eier. Solange man nicht weiss, wieviele Sitzplätze am Schluss herauskommen, weiss man auch nicht, wieviele Stellplätze zum Schluß zusammengezählt herauskommen. Die Stadt hat sich bisher auch immer geweigert, mit uns als Betreiber des Kinos Verhandlungen aufzunehmen. Dann warten wir mal ab, was Richter Sternl dazu sagt. Streitwert des Prozesses der Vermieter gegen uns 800 TDM. Die Geldvernichtungsmaschinen der Anwälte sind begeistert.

Donnerstag, d. 13. Juli 2000 um 10.00 Uhr

treffen beide Parteien sich vor dem Landgericht. Frank Peplau treffe ich beim Essen. Bei Wolfgang M. bin ich jetzt oft im Büro. Rainer erfährt vom Friseur in der Schanzenstrasse, daß der Geschäftsführer der Vermietergesellschaft GON fristlos gekündigt hat oder ist. Jedenfalls ist er nicht mehr da. Der Richter Sternl entscheidet: Der Vermieter muß dem Mieter erst einmal eine Verhandlungsvollmacht für die Stellplätze geben. Kinowelt muß den Passus „auf erstes Anfordern“ unterschreiben. Machen Sie aber nicht, sondern spielen Toter Mann. Der Rechtsanwalt von Kinowelt Upmeier ist erst nicht im Film, dann doch und sagt dem Finanzvorstand Eduard Unzeitig bescheid, daß er er diese Klausel unterschreiben muß. Macht er aber nicht. Der Kugelschreiber ist grade nicht da. Der Prozess kostet 13 TDM und man weiss nicht recht, ob man das Geld von der Gegenseite je wiederbekommt.

Auf Jedenfall herrscht jetzt Funkstille zwischen der Luwigstrasse und der Schanzenstrasse. Hör mal Emma Funkstille

Kapitel drei

Ein Finanzvorstand lässt sich nicht vorschreiben, was er unterschreiben soll; ein Aktiengesellschaftsanwalt weiss erst alles besser, dann nicht mehr; einen Konzernchef sieht man nur im Filmecho; ein Senator beschäftigt sich mehr mit den theoretischen Fragen der Kinolandschaft; eine Kulturbehörde tut das, was sie immer tut; alle handeln nach dem alten Prinzip: liegen lassen und warten, bis sich alles von selbst geklärt hat; Gerichte werden bemüht, um von der Spur der eigenen Untätigkeit abzulenken; ein Banker soll ein netter Mann sein, wenn man an ihn rankommt – weiss aber nur, dass da dicke Luft zwischen uns und seinen Angestellten ist; Dicke Luft jedoch scheint ihm nicht unbekannt: Die Zeit vergeht und so viel bleibt im Strassenstaub (Rio Reiser)

Am Freitag, d. 6. Oktober 2000 fahre ich in Urlaub Richtung Süden. Im Moment würde sowieso kein Platz sein, um die Kinobaustelle einzurichten. Doch das ändert sich nach meiner Rückkehr aus Spanien

Am Sonntag, d. 29. Oktober 2000

Der Rohbau der Terassenbauten daneben ist fast fertig.

Die Dreimallangdreimalkurzgeschichte (SOS) vom 4001 Kino

vom Donnerstag, d. 2. November 2000 bis Donnerstag, d. 28. Dezember 2000.

Am Donnerstag, d. 2. November 2000 8.15 Uhr – 8.55 Uhr. Termin (auf neutralem Gebiet) Stehcafe gegenüber Möwenpick, Spitaler Strasse, Klaas O., Geschäftsführer KGB & D, Jens Meyer Zentralfilm. In der reichsten Stadt der Republik müssen 12 Menschen auf der Spitaler Strasse schlafen. Um 8.00 Uhr packen sie gerade Ihre Schlafsäcke zusammen. Klaas O.:

Wir haben den Eindruck gewonnen, Kinowelt hat sich von dem Projekt 4001 Kino verabschiedet“. Das würde auch die zögerliche Haltung bei der Leistung einer Unterschrift im Rahmen des vorhandenen Mietvertrages mit Zentralfilm erklären. Wir sprechen darüber, wie diese Sicherheit in kurzer Frist geschaffen werden kann. Ein Wort von Michael Kölmel als Konzernchef der Kinowelt würde der KGB & D ausreichend sein. Er soll sagen, ich will, dann könnte man über alle “notwendigen Änderungen“ (meine Formulierung) des Kinoneubaus sprechen und konstruktive, bauliche Lösungen finden. Das Gespräch müsste bis Sonntag, d. 5. November erfolgt sein. Er wäre auch das ganze Wochenende erreichbar. Ich verspreche, mich darum zu kümmern und notiere die Telefonnummern.

Am Donnerstag, d. 2. November 2000 16.00 Uhr Ich probiere die alte Händinummer von Michael Kölmel aus. Sie funktioniert noch, aber es geht nur die freundliche Mobilbox D1 Stimme dran. Ich spreche meinen Wunsch auf Band. Er möge mir den persönlichen Gefallen tun, Klaas Ockens anzurufen und ihm zu versichern, daß Kinowelt an dem 4001 Projekt festhält. Ich spreche beide Telefonnummern auf Band, mit dem Hinweis, daß das Gespräch bis Sonntag stattfinden sollte.

Am Donnerstag 18.30 Uhr Planungsbüro Querkraft. Die nachgereichten Schnitte der als “Ausführungsplanung“ bezeichneten Kinopläne, haben sich – seit dem letzten Stand vor der “Nachrichtensperre“ am 14. Februar 2000 nicht wesentlich geändert. Von den ursprünglich 220 Sitzplätzen in Kino 1 gibt es noch 195 und wenn die Fassade so wellig bleibt, dann reduziert sich die Sitzplatzzahl im grossen Kino 1 notwendigerweise auf 183 Sitzplätze. Im Projektionsraum ist jetzt ein 80 cm hoher Doppel T – Träger, so daß ein Filmprojektor in Normalausführung nicht mehr unter den Träger passt. Sollte es zu einem 4001 Kino kommen, dann müssten diese beiden entscheidenden Fehler (Aussenfassade/ Projektionsraum) beseitigt werden.

Am Freitag, d. 3. November 2000 Ich telefoniere mit dem Sekretariat von Michael Kölmel. Melanie R. ist am Telefon, schreibt sich alles auf, weiß allerdings nicht, ob sich Michael Kölmel noch mal bei Ihr meldet. Sie kann nichts versprechen.

Am Sonnabend, d. 4. November 2000 Von 11.50 – 19.15 versuche ich (jede Stunde einmal) mit Klaas O. per Händi zu telefonieren. Trotz Zusicherung, auch am Wochenende erreichbar zu sein, ist das Händi die ganze Zeit abgestellt. Sonntag Auskunft 11833. Die Auskunft hat zwei Privatnummern von Klaas O. Beide Anschlüsse sind abgemeldet. Ich frage Olaf Holst nach einer Nummer. Auf dem Anschluss meldet sich niemand.

Am Sonntag, d. 5. November 2000 14.00 Uhr erreiche ich Klaas O. am Telefon. Michael Kölmel hat sich noch nicht bei ihm gemeldet. Ich kontere: Konnte er ja auch nicht, weils Telefon abgestellt war. Erzähle, daß Melanie Rechenberg gesagt hat, daß Kölmel vermutlich erst am Mittwoch wieder in Europa sei, sich aber hin und wieder telefonisch im Büro meldet. Montag 9.15 Michael Kölmel ist am Telefon. Ob ich ihm schon auf die Nerven gehe? Nein, sei schon in Ordnung. Er ist auf dem Weg ins Büro und klärt die Sache. 9.20 rufe ich das Händi von Klaas Ockens an und berichte von dem Gespräch. „Dann warten wir mal, was da kommt“.

Am Dienstag, d. 7. November 21.30 Uhr.

Ich treffe Wolfgang M. auf der Strasse. Ein Funkpilot hat die fristlose Kündigung des Mietvertrages im Anwaltsbüro vorbei gebracht. Ich soll ihn morgen mal anrufen. Mache ich

Am Mittwoch, d. 8. November um 10.30 Uhr

Er berichtet die wesentlichen Passagen der Kündigung. Bei Zentralfilm ist noch keine Kündigung angekommen. Wir einigen uns darauf, daß eine Kündigung ordnungsgemäß zugestellt werden muss. Erst dann kann sie als zugestellt gelten. Das schafft uns drei Tage. Ich telefoniere mit Klaas Ockens, ob Michael Kölmel sich bei ihm gemeldet habe. Nein, hat er nicht. Von der fristlosen Kündigung spreche ich nicht. Ich teile mit, daß ich mich weiter um die Verwirklichung des 4001 Projektes bemühen werde.

Am Donnerstag, d. 9. November 2000

Anrufbeantworter, Melanie R. 9.05 Uhr  (noch keiner da) Michael Kölmel 9.10 Uhr. Meine Ansage auf Band. Die haben am Dienstag die fristlose Kündigung des Mietvertrages bei den Rechtsanwälten vorbei gebracht. Am besten wäre die Lösung Kinowelt würde die Kommanditgesellschaft kaufen, aber vielleicht gibt es unterhalb dieser Lösung noch ein kleinere. Ruf mich doch mal an. Entweder zuhause oder im Büro Melanie Rechenberg. Ich wollte Michael Kölmel einen Text schicken. Wie ist die Fax Nummer? Es geht nicht durch. Ist die Nummer richtig. Ja. Sie hat nur grad ein 60 Seiten Fax. Das Fax geht durch. Ich fax es auch an Manfred W.. Nix passiert.

Am Freitag, d. 10. November 2000 12.20 Uhr.Gespräch mit Manfred W.. Manfred kommt nicht an Unzeitig ran und hat auch keine Zeit sich zu kümmern. Die Kinowelt Kinos werden ab 1. 1. 2001 durch Herrn Jochum von Theile Hoyts disponiert. 12.30 Uhr. Es meldet sich nicht die Zentrale von Kinowelt sondern ein Pflegeheim. Der freundlichen Dame scheint das schon öfter passiert zu sein. Ich soll statt der Null eine Sechs wählen. Es meldet sich die Zentrale von Kinowelt, die zum Sekretariat von Unzeitig durchstellt. Es ist ein Band dran. Ich schildere mein Anliegen und hinterlasse meine Rückrufnummer 13.10 Uhr klingelt das Telefon. Die Sekretärin ist dran. Sie kennt weder die Firma Zentralfilm noch das Kinoprojekt 4001, noch die Beteiligung von Kinowelt.

Ich kläre Sie auf, daß wir dringend die Unterschrift von Herrn Unzeitig für das Projekt brauchen. Sie verspricht, sich darum zu kümmern. Ich lasse mir noch mal die Durchwahlnummer des Sekretariats von Unzeitig geben 17.00 Uhr. Ich telefoniere mit Eva Matlok in Berlin, was von den Aktivitäten von Kinowelt zu halten ist, weil sie gerade mal wieder unser Projekt abbuddeln lassen. Wer Theile ist und wie die arbeiten. Theile ein Kinounternehmer aus Darmstadt. Ist zusammen mit Kinowelt groß geworden. Macht zusammen mit Hoyts aus Australien und Kinopolis in Deutschland Multiplexe. Der Geschäftsführer Herr Jochum kommt aus der Programmkino Ecke. Das Sein bestimmt das Bewußtsein. Sie kann mir nur raten, immer wieder anrufen und nachfragen. Rumnerven. Sonst passiert nix.

Und richtig: Passieren tut nichts. Keine Rückruf. Keine Unterschrift. Nix. Um 18.00 versuche ich noch mal die Händinummer von Michael Kölmel. Es meldet sich Melanie R. Apparat Michael Kölmel. Ich fange mir einen Ordnungsruf ein. Also wissen Sie Herrn Meyer, das geht jetzt langsam zu weit. Sie haben Herrn Kölmel, Herrn W. und das Sekretariat von Herrn Unzeitig von ihrem Anliegen unterrichtet. Ich dagegen: Für mich geht es um 5 Jahre Arbeit und 200 TDM, die da grade verschwinden. Sie hat – scheints – ein gutes Herz und will sich noch mal kümmern. Am Wochenende beginnt der Karneval und es herrscht Funkstille.

Die Aktie von Kinowelt liegt jetzt bei 20 € – 9,7 %. 10.11.

2000 Am Montag, d. 13. November 2000 Kein Rückruf auf keiner Leitung von irgendeiner Stelle von Kinowelt. Gespräch mit meinen Teilhabern, was wir noch tun können? Gespräch mit Wolfgang M.. Der mögliche Konkurs von Zentralfilm wird keinen Eindruck bei der Aktiengesellschaft machen. Aber was bleibt anderes?

Am Dienstag, d. 14. November 2000. 6.45 Uhr Anrufbeantworter vom Sekretariat Eduard Unzeitig. Ich spreche auf Band. Zentralfilm Hamburg, Meyer, ich bitte darum, Herrn Unzeitig folgende Meldung zu überbringen: Wir senden seit zwei Monaten SOS Signale aus Hamburg wegen der fehlenden Unterschrift. Kinowelt verspricht Hilfe, aber nichts passiert. Ich möchte darauf hinweisen, daß wenn diese Unterschrift nicht bis Ende der Woche eintrifft, dann werde ich gezwungen sein, den Konkurs der Firma anzumelden. Kinowelt ist immerhin zu 51 % an Zentralfilm beteiligt. Das kann nicht ohne Beunruhigung an der Börse vernommen werden. bricht ab… ob vor der Börse oder hinter… weiß ich nicht.

Die Aktie von Kinowelt liegt jetzt bei 19 € -5 %.

In den letzten sechs Monaten war der niedrigste Stand 17 € – der höchste 70 €.

Am Mittwoch, d. 15. November 2000 Börsenschluß gestern abend 19.70 € + 3,7 %, Händi Michael Kölmel 9.10 Uhr. Er ist dran. Ich: Ich bin schon am Rande der Verzweiflung. Er: Du hast doch die Telefonnummer von Manfred. Ich: Manfred sagt nur, daß er den Unzeitig nicht erreicht. Ich ruf Dich nachher noch mal an. Händi Manfred W. 9.15 Uhr. Ansage: Sie haben die Mobil Box von Manfred W.. Mein Text: Ich bin am Rande der Verzweiflung und gehe durch die Hanfläden, um mir einen kräftigen Strick auszusuchen. Ruf mich doch mal an Sonja B.: 9.20 AB. Mein Text: ich bin am Rande der Verzweiflung und gehe durch die Hanfläden, um mir eine kräftigen Strick auszusuchen. Anruf bei Jürgen Fabritius (jetzt Arthaus) 10.30 Uhr. Der telefoniert. Die Sekretärin schreibt sich meine Nummer auf und verspricht, er ruft zurück. Jetzt ist es 11.30 Uhr. Die Aktie von Kinowelt liegt jetzt bei 19,70 € 0,00 %. 13.30 Uhr Zweiter Versuch. Jürgen Fabritius ist gerade aus dem Haus. Ich melde mich am Nachmittag noch mal unter dem Anschluß – 8900. Bis 13.35 Gibt es nur einen Anruf. Den von Paul S. Die Zeit vergeht und so viel bleibt im Strassenstaub. Wir scheinen dazuzugehören. Kinoweltaktie Schlusstand 19,80 € + O,5 %.

Jörg L. (Broker im München) über Finanzvorstände: “Angst machen kann man ihnen nicht, sonst wären sie nicht Finanzvorstand und an ihr Gewissen appellieren ist ebenfalls zwecklos, weil sie haben keins. Jedenfalls ist die Unterschrift immer noch nicht da. Noch mal mit meinen beiden Gesellschaftern und Wolfgang M. konferiert. Warum bekommt man keine klare Aussage von der Aktiengesellschaft ich welcher Richtung auch immer.

Am Donnerstag, d. 16. November 2000, 6.50 Uhr eine gute Zeit, um ein Fax durch die Leitung zu schicken. Fax an Manfred W. geht nicht durch. Ist wohl der PC abgestellt. Später noch mal versuchen. 7.15 Uhr. Es ist kein Rückruf von der Schweren Reiter Strasse gekommen. Als ich das damals alles angefangen hatte, da gab es diese Aktiengesellschaft noch nicht und ich ahnte nicht davon, wie sehr sie uns mal hängen lassen würde. 11.25 Uhr Manfred W. auf meinem AB. Ich war die letzten Tage nicht im Büro und hatte das Händi nicht dabei. Es wäre nett, wenn Du mich mal anrufen würdest. Mache ich, aber nicht sofort, sondern zur passenden Zeit, nämlich 5 Minuten nach 12.00 Uhr, also 12.05. Die Uhrzeit passt gut zum Stand des 4001 Projektes. Kurz: er –W.- bringt Eduard Unzeitig nicht dazu, eine Unterschrift unter die Formulierung – auf erstes Anfordern – zu leisten.

Das täte ihm zwar sehr leid und das würde wohl das Aus für 4001 bedeuten. Aber wie gesagt, seine Möglichkeiten wären damit erschöpft. Er wäre ja in diesem Bereich auch nur noch der Abwickler. Und ehrlich müsse er sagen, daß er immer wieder, wenn der Vorstand ihn nach den Stellplätzen gefragt hätte, antworten mußte, daß die Stellplatzplatzfrage ungeklärt sei. Der einzige, der Herrn Unzeitig zu einer Unterschrift bringen könne, wäre Herr Jochum, der den Bereich jetzt schon und ab 1.1.2001 betreuen würde. Ich sage:

Die Antwort mit den Stellplätzen wäre auch falsch gewesen. Für 10 Stellplätze gibt es bereits Mietverträge, 16 sind in der Tiefgarage, die zurzeit fertig gestellt wird, die restlichen werden durch das Kulturticket abgemindert und ausserdem steht die benötigte Anzahl noch gar nicht fest, weil gar nicht bekannt ist, wieviel Sitzplätze herauskommen. Die richtige Antwort wäre also gewesen: 60 % der Stellplatzfrage ist geklärt, für die restlichen gibt es genügend Zeit (18 Monate) um sie zu klären.

Wir einigen uns folgendermassen. Er ruft Hans Jürgen Jochum an und gibt ihm die Händi Nummer von Klaas O.. Ich rufe Klaas O. an und gebe ihm die Händi Nummer von Hans Jürgen Jochum. 12.45 Uhr Anruf auf Büroleitung von Klaas O.. Ich berichte die Situation brauche aber eine halbe Stunde, damit er sich wenigstens die Nummer von Jochum aufschreibt. Die andere Seite muss den ersten Schritt tun, ist seine Meinung. Sie seien Kinowelt lange genug hinterhergelaufen. Ich rufe Wolfgang M. an, schildere die Situation mit dem Leberwurstverhalten (er findet nicht) und bitte um einen Vermittlungsversuch, was um 12.55 Uhr dazu führt, dass Manfred W. noch mal bei mir anruft, warum ich denn die Nummer weitergegeben hätte, Jochum wär ja noch gar nicht informiert. Das würde erst um 14.00 Uhr am Freitag passieren. Das spreche ich Wolfgang aufs Band: Jochum ist noch nicht im Film.

16.30 Wolfgang M. auf dem AB (in wörtlicher Rede, weil so gut)

Ja, tach, hier spricht der Rechtsanwalt. Also: Herr Jochum hat mich, nachdem er erst zu der vereinbarten Zeit mich nicht angerufen hat, dann nach einem weiteren Anruf bei ihm auf seine Mailbox, auch sehr prompt dann zurückgerufen und hat mir erzählt, dass er den ganzen Vorgang ja nun erst vor ein paar Tagen auf den Tisch gekriegt hätte, weil seine Firma ja ganz neu damit befasst sei und immerhin hätte er ja 18 Multiplexe zu führen und da hätte er ganz viel mit zu tun, aber er sei ein Mann der Tat und keiner des Verschleppens und deshalb würde er sich jetzt gleich ransetzen und sich drum kümmern und morgen früh hätte er einen Termin mit W. und anschliessend mit Unzeitig. Und ich hab ihm erzählt, daß irgendwie alles ziemlich brennt und dass man dann sich doch bitteschön ein bisschen beeilen sollte, weil man könne vielleicht noch was reissen aber dann müsse man sich jetzt auch kümmern und ausserdem sollen sie gefälligst sagen, was sie wollen und selbst wenn sie sagen sie wollen nicht. Ja und dann sollen sie das auch sagen. Und das fand er auch in Ordnung, weil er ist ja kein Mann des Verschleppens. So also, er hat mir versprochen, daß er mich morgen anruft und denn schaun wir mal.“

Der Silberstreif am Horizont 18.30

Donnerstag, d. 16. November 2000, 21.00 Uhr

Anruf L. Broth. Aus der Beobachtung der Börse ergibt sich, daß Kinowelt etwas klamm ist. Sie bekommen ihr 200 Mill. Filmpaket nicht richtig los. Und das letzte haben sie dann unter Wert verkauft.

Kinowelt Aktie Donnerstag abend 18,90 € – 4,5 %

Am Freitag, d. 17. November 13.00 Uhr Post Susannenstrasse. Ich treffe den Nachbarn aus der Kampstrasse, der über Erikas Eck wohnt. Der hat gestern mit einem Polier von der Baustelle gesprochen. Der hat gesagt, da kommt kein Kino hin. Läden oder so. Das mit dem Kino sei wohl gescheitert. Freitag 15.00 Wolfgang M. im Kino. Der Herr des Verschleppens hat sich nicht gemeldet. War auch bisschen schwierig, weil sie nachmittags das Band laufen haben. Am Wochenende wird wohl nix passieren aus dieser Richtung, beschliessen wir. Und wir haben Recht. Sonnabend und Sonntag bleibt das Telefon tot.

Am Sonntag, d. 19. November 2000Ich schreibe einen Brief an Senator Wilfried Maier von der STEB und bitte um Vermittlungshilfe, die ich per Fax abends an die Behörde und per Post (Susannenstrasse) 3,– DM.

Am Montag, d. 20. November 2000 abschicke. Montag passiert nix. Nur ein Anruf von Rolf A., der auf den Sachstand möchte. Die Spätwiederholung von Markt im Dritten. Es geht auch um Kinos. Die großen Popkornkinos und die kleinen, die auf der Strecke bleiben, weitere Informationen auf www.ndrtv.de. Zu Wort kommen Eva Hubert, Hans Peter Jansen (an der Kasse vom Elbe Kino) und Matthias Elwardt (im Abaton Gang), ausserdem gibt es eine Aussenansicht vom Magazin Kino.

Am Dienstag, d. 21. November 2000, 10.00 Uhr Ich rufe Rolf an und kläre ihn auf. Die müssten doch eine Änderung der Baugenehmigung beim Bezirk beantragen, wenn sie was anderes bauen wollen. Er ruft mal im Planungsbüro an. 12.20 Uhr Anruf bei Rea Wolfgang M. Hat sich der Herr des Verschleppens bei ihm heute oder gestern gemeldet?

Nein hat er nicht. 14.00 Uhr Gespräch mit Teilhaber Rainer K. über Teilhaber Kinowelt: Wer solche Partner (wie Kinowelt) hat, der braucht keine Feinde. Recht hat er. Aber Recht haben genügt leider nicht. Ein Schadenersatzprozeß in gewünschter Höhe (1 Mill DM) kostet mindestens 30 TDM. Woher nehmen? Für einen Anruf bei der Staatsrätin der STEB Barbara Maier-Reimers (ist sie dort überhaupt noch?) ist es heute noch zu früh. Aktienkurs Kinowelt bei Börsenschluss € 19,97 – 4,5 %. Ich grabe zwei alte (einer von 1970/ einer von 1983)

Artikel von Helmut Färber über Kino aus. Wirklich großartig. Über die (fehlende) Kritik an den Arbeitsmethoden der Branche (1970): “Darum wurde der Pressechef der Firma Paramount sofort entlassen, als er einmal in einem Interview sagte >Diese Branche ist eine Branche der Rückständigkeit< und >Alle Gruppen stimmen nicht in diesem Geschäft< und noch etliches, wovon wenigstens fünf Pressechefs verschiedener, großer Verleihfirmen sagten, sie fänden alles richtig, was sie aber nicht gesagt haben durften. Es ist immer aufschlußreich, wenn Leute sich in einem liberalen Land verhalten als wäre hier eine Diktatur.“

Und, das passt zwar nicht hierher, ist aber trotzdem schön:  “Die Revolution machen heisst auch, Dinge an ihren Platz zu stellen, die sehr alt, aber vergessen sind (Charles Péguy)“.

Und 1983 hat er geschrieben: “ . . . Zumal die jetzt in mehrere unterteilten Kinos sind oft so gebaut und technisch ausgerüstet, daß, wer beschreibt, wie es in ihnen zugeht, erwarten kann, daß der Konzern, dem sie gehören, ihn verklagt.“

Die Klagen hat es damals gegeben. Inzwischen sind die Kinos, um die es damals ging, abgerissen oder geschlossen. Ein Konzern ist von einem anderen Konzern übernommen. Die neue Linie der Treppung hat im Lande Einzug gehalten. Und nun sieht jedes Kino so aus, wie ein anderes in einer anderen Stadt und wer aus einem Kino raus kommt, kann sich später nicht mehr erinnern, in welcher Stadt, in welchem Land er einen Film gesehen hat. Es sieht so aus, wie es überall aussieht.

Am Dienstag, d. 21. November 2000, 20.15 Uhr Ein Fax an Reinhard F. S.. Es interessiert ihn. Er will sich melden. Macht er aber nicht.

Am Mittwoch, d. 22. November, 11.30 Uhr Anruf bei Wolfgang M.. Hat sich der Mann des Verschleppens bei ihm gemeldet ? Nein, hat er nicht. Er hat ihm die Privatnummer auf die Mailbox gesprochen. Ich soll ihn nachmittags zu hause noch mal anrufen, ob was passiert ist. Das tue ich um 17.00 Uhr. AB

15.00 Uhr In der Ludwigstrasse wird umgeplant. Die Welle ist jetzt weg. Auf der Baustelle wird Verbau gemacht. Das meint Grundbau. Das Hermes Gebäude steht auf einer Torflinse und damit es nicht jeden Monat ein Stückchen nach unten rutscht, mußten sie da viel Geld im Boden verschwinden lassen.

Es fällt mir der Film “Das Neue Hamburg“ über den Architekten Konstantin Gutschow von Christian Bau ein. Der Architekt des Führers konnte seine Hochbrücke über die Elbe nicht bauen, weil der Untergrund so schlammig ist und auch die vielen anderen “schönen“ Dinge, die uns erspart geblieben sind. Jedenfalls ist das, was sie jetzt auf der Baustelle Kampstrasse machen, noch kein Präjudiz dafür, für das was da später mal hinkommt.

Bis 19.00 Uhr kein Anruf von den Süddeutschen. Vielleicht haben die immer noch Buss und Bettag und nur wir wissen es nicht.Kinowelt Aktie bei Börsenschluss 18,30 € – 8 %.

Am Donnerstag, d. 23. November 10.00 Uhr Anwaltsbüro. Kein Rückruf und keine Unterschrift aus Süddeutschland. Rea und ich beschliessen, sich beide noch mal telefonisch in Erinnerung zur bringen. 15.00 Uhr Ich spreche auf das Band von Hans Jürgen Jochum. Nette Stimme.

16.00 Uhr Oh Wunder ein Rückruf. Im Hintergrund eine Geräuschplatte mit Baugeräuschen. Er sei auf der Baustelle in Rosenheim und kommt nächste Woche Montag nach Hamburg. Das mit den Stellplätzen, was Manfred W. ihm erzählt hat, sieht ja nicht gut aus. Er erzählt von den 18 Multiplexen, die er leitet und wie denn die Situation der Kinos sei, ob da überhaupt noch Platz wäre für ein neues. Meine Antwort ja. Aber ob das Montag noch zu wuppen sei, ist die Frage. Solange die Unterschrift von Unzeitig nicht vorliege, braucht man auch nicht zu telefonieren. Der Anwalt hätte ihn angerufen und da wäre seinerseits noch ein Rückruf fällig, ob ich dort bescheid sagen könne. Mache ich. Ich betone, das ist unser Anwalt. Das ganze klingt nicht nach Entscheidung, sondern nach neuerlicher Verzögerung. Kinoweltaktie bei Börsenschluss 21,50 € + 17,50 % Paul ist in Wien. Am Sonnabend gewinnen wir im Lotto (Wird aber wieder nix).

Freitag, d. 24. November 2000 Bürotelefon ist tot. Na ja nicht richtig. Aber es klingelt nicht. Aber das Amtszeichen ist da. Aber die Türklingel geht noch. Um 12.45 Uhr klingelt es. Rainer geht an die Gegensprechanlage. Ein Herr Hack ist da.

Der Rechtsanwalt als Briefträger.Ich stelle mich vor und er übergibt einen Brief. Er hätte schon zweimal den Gerichtsvollzieher mit dem Brief geschickt, aber der hätte ihm berichtet, daß er von Zentralfilm niemanden angetroffen hätte. Da wäre er selbst jetzt gekommen. Das Schreiben sei daher etwas schärfer ausgefallen. Ich erzähle ihm, daß ich am Montag Herrn Jochum, den Herr über 18 Multiplexe erwarte und hoffe, daß damit der Bau doch noch zu retten sei.

Jedenfalls ist die Kündigung jetzt auch bei Zentralfilm angekommen. Ich rufe Wolfgang M. an und bitte darum, daß er am Montag mit dabei sein solle, wenn Herr Jochum auftaucht. Ich muß jetzt dringend ins Bett.18.30 Uhr Uhr Wolfgang ruft an. Welche juristischen Möglichkeiten gibt es, Kinowelt zu zwingen? Bitte sämtliche Originalverträge bereitlegen. Er kommt Sonntag im Kino vorbei. Kinowelt Aktie Börsenschluss 23,0 € + 8 %

Montag, d. 27. November 2000 Warte von 11.00 – 14.00 am Zentralfilmtelefon auf den Rückruf von Hans Jürgen Jochum. Vergeblich. Rainer K. wartet von 14.00 – 16.00 Uhr (vergeblich) Nur Paul ruft 2 mal an. Und eine Emil aus München. Michael Kölmel hat der Zeitung erzählt, dass Sie 280 Mill DM liquider Mittel haben. Wo ist dann das Problem ?

Dienstag, d. 28. November 2000 Von 10.00 – 11.30 Uhr nix. Dann spreche ich um 11.30Uhr noch mal auf Jochums D1 Mobilbox und warte weiter. Um 15.30 Uhr meldet sich eine weibliche Stimme von Theile Hoyts aus Darmstadt. Herr Jochum hat mich gebeten, Sie anzurufen. Er hat es nicht geschafft. Er wäre am Freitag, d. 8. Dezember in Hamburg. Ob man dann ein Treffen einrichten könne. Die arme Dame kann ja nichts dafür. Aber ich bin doch sehr an den Sketsch von Emil erinnert, der einen Feuerwehrmann am Telefon spielt und immer wieder aus einem brennenden Haus angerufen wird, wann die Feuerwehr den Brand löscht und Emil will dann Termine abmachen. Ich schreibe die Telefonnummer auf 06151/297813.

Verarschen – so hat man bei Blohm & Voss gesagt – können wir uns auch alleine.

Rainer meint – Vergiss es.

Wolfgang M. ruft Herrn Jochum an. Meldet sich 20 Minuten später wieder bei mir. Er wäre in der Sitzung sagt die Dame in Darmstadt, kommt dann aber doch raus, als er das Wort Rechtsanwalt hört. Er ist auch ein armer Mensch, der immer von Tür zu Tür geschickt wird zwischen Kölmel, Unzeitig und W. hin und her. Wolfgang: So gehts uns seit einem Jahr. Morgen trifft er Kölmel. Am Donnerstag meldet er sich. Und dann werden wir am Freitag, d. 8. Dezember eine gemeinsame Beerdigunsfeier auf dem Grundstück in der Kampstrasse organisieren.

Spaten sind da, ich hab noch eine Offiziersmütze von der OPDR, die kriegt Klaas O., für Jochum holen wir eine billige am Hafen, die für Touristen, dann kriegen sie die Spaten (leihweise) in die Hand und Architekt M. kann sein Holzmodell da rein tun. Der Senator könnte mit einer Schere kommen (das wäre ja auch schon eine Aktivität) und zur Feier des Tages das Absperrband durchschneiden.

Ich stelle mir die Frage, wann Hans Erich Dabelstein verstorben ist. Ich finde nur das Datum der Konkursanmeldung: (Mittwoch, d. 10. Januar 1996).

Mittwoch, d. 29. November 2000 Keine Nachrichten aus Süddeutschland. War ja auch nicht zu erwarten. Aber Wolfgang M. hat einen Handelsregisterauszug von der Studio GmbH und der Futura GmbH rausgefischt. Was kann man damit machen? Da gibt es einen Beherrschungsvertrag.

Donnerstag, d. 30. November 2000 Herr Jochum von Theile Hoyts meldet sich (erwartungsgemäss) nicht bei mir und nicht bei Wolfgang M.. Morgen ist Wolfgang nicht im Büro und ich verabrede mich mit Rea Jan Mohr. Gibt es eine Möglichkeit eine Aktiengesellschaft zu irgendwas juristisch zu zwingen, oder soll man besser gleich mit der Tagebuchveröffentlichung im Internet drohen? Wolfgang hält das für eine Kamikaze Aktion. 22.00 Uhr. Morgen sollte ich mal Kai von Appen anrufen. Der weiß bestimmt das genaue Todesdatum von Spekulant Dabelstein. In der Taz gibt es nur das Todesdatum von Willi Dabelstein aus Tonndorf. Der 73 jährige Lottoladenbesitzer, der am 29. Juni 1998 ermordet worden ist. Beim Korrekturlesen fallen mir keine groben Fehler auf. Nur hatte ich vergessen zu schreiben, daß ich mich mehrfach schon mit weisser Mütze und einer Geldtasche auf einem Parkplatz ohne Kino gesehen hatte, um das Geld für die angemieteten Parkplätze, die der Projektentwickler uns immer wieder aufdrängen wollte, wieder rein zu kriegen. Da könnte ich auch auf dem Parkplatz beim Zeise Kino gut kassieren. Da ist wenigstens schon das Kino vorhanden. Die Kinowelt Aktie liegt bei Börsenschluß bei 19,95 € – 4,1 %.

Anruf bei Kai von Appen am

Freitag, d. 1. Dezember 2000.Auch er kann sich leider nicht erinnern, wann Spekulant Hans-Erich Dabelstein verstorben ist. Besuch beim Tierfutterhändler Dabelstein im Schulterblatt. Nee, die Scheiben sind ihm deswegen nie eingeschmissen worden, aber es hat schon immer wieder Nachfragen gegeben, ob er was mit diesem Spekulantenschwein zu tun gehabt hätte. Und der hat ja ziemlich viele Dinger im Schanzenviertel gedreht. Stimmt. Aber jetzt sitzt er unten und wird gekocht, wenn die Bilder aus dem Konfirmaden Unterricht richtig sind. (Sind leider falsch, wie sich später herausstellt, denn er sitzt noch oben am Pool). Anruf beim Hamburger Abendblatt. Lokalredaktion Frau Scheer. Ob Sie mir das Todesdatum von Hans-Erich Dabelstein heraussuchen könne. Ja, macht Sie, aber nicht sofort.

Nikolaus 6. Dezember 2000 (Ein Mittwoch) Rückruf vom HA. 12.00 Uhr. Nach unseren Unterlagen lebt Herr Dabelstein. Auch Norbert Hackbusch von der Gruner & Jahr Dokumentation kann kein Ableben feststellen. 14.00 M. erzählt, dass N. gestern (Dienstag, d. 5. Dezember 2000) einen Änderungsantrag für das Grundstück in der Kampstrasse/Sternstrasse bei der Bauprüfabteilung HH Mitte gestellt hat. Am 8. Dezember vor zwanzig Jahren ist John Lennon erschossen worden, aber Dabelstein lebt. Wo bleibt die Gerechtigkeit? Auch dem anderen Spekulanten scheint es gut zu gehen. Michael Backhus soll in Spanien leben.

Sprüche von Bertold Brecht sind auch immer gut,

passen aber auch oft nicht in den Text:

Frauen: Über das Fleisch, das euch in der Küche fehlt,

wird nicht in der Küche entschieden.“

Und der Spruch, der in Kreuzberg auf einer Fassade stand:

Dass du dich wehren musst, wenn du nicht untergehen willst, das wirst du doch verstehen.“

Ich treffe mich mit Matthias E. und Sabine M. wegen Play it again, dem dritten Durchgang. Hinterher stelle ich fest: Die Monopoliserung auf der Flebbe Ufa Seite, bringt ein äussert angenehmes Klima zwischen den Großen Kleinen und den Kleinen Kleinen hervor. Um 17.30 haben wir das Programm bis Juni fertig gestrickt. Matthias bestellt. Das Abaton und das Zeise werden, wenn der Dezember so bleibt, am Jahresende jeweils 200 Tausend Zuschauer haben. Das 3001 wird 42 tausend Zuschauer haben. Und ob es ein 4001 geben wird, das wird sich hoffentlich am Freitag endgültig entscheiden. Das Warten macht uns ganz krank. Telefoniere mit Uwe Lodemann, ob er mit das genaue Datum herausfinden kann, wann genau Kinowelt an die Börse gegangen ist.

Macht er: (Es ist der 12. Mai 1998, also noch bevor wir am 1. September 1998 mit W. beim Notar waren)

Am Donnerstag, d. 7. Dezember 2000

meldet sich auf dem Zentralfilm AB ein Herr Durek von Theile/Hoyts mit einer Büro und einer Handy Nummer. Ich rufe auf der Büronummer an. Es meldet sich eine freundliche Damenstimme. Der Herr sei auf Dienstreise. Ich probiere die Handy Nummer. Herr Durek hat die Sache von Herrn Jochum übernommen. Er ist jetzt auf dem Weg nach München, um mit Herrn W. über die Sache zu reden. Sobald er informiert ist, meldet er sich wieder. Ob das bedeuten würde, daß der Termin am Freitag um 11.00 Uhr mit Herrn Jochum in Hamburg nicht stattfinde? Ja das würde es wohl bedeuten. Er würde sich dann am Freitag noch mal melden, um einen Termin in der nächsten Woche zu machen. Ob er denn einen schwarzen Anzug habe, ist meine spontane Antwort. Ob er auf dem Weg nach Hamburg wäre? Nein, er wäre auf dem Weg nach Frankfurt. Ich gebe ihm die Kinonummer, wo ich ab 16.00 sein werde, aber er hat keinen Stift, um sich die Nummer aufzuschreiben. Meldet sich dann noch mal, als er einen Stift gefunden hat. Ich sage Wolfgang M. bescheid, daß der Termin mit Herrn Jochum am Freitag vermutlich ausfällt. Wolfgang ist morgends in der Bibliothek. Um kurz vor 2.00 Uhr morgends verlasse ich nach Ghost Dog das Kino und treffe Thomas Bronner am Ausgang. Er kommt vom Abaton Kino (die hatten heute ihre Weihnachtsfeier und brauchten deshalb Ersatz) und berichtet, daß die Flebbe Aktien jetzt ganz im Keller sind, nachdem sie große Verluste im letzten Halbjahr zugeben mussten. Thomas Bronner empfiehlt dafür folgende Lösung. Jeder Cinemaxx-Aktienbesitzer kann seine Aktien im Cinemaxx gegen eine Tüte Popkorn eintauschen, was ungefähr ihrem jetzigen Wert entspricht. Ausserdem legt der Silver Cine Verleih Chef Wert auf die Feststellung, daß er im 3001 Termine für seine Verleihfilme machen wollte, insbesondere Gendernauts. Am Freitag ist Flebbe mit seinen Verlusten und einem großen Bild auf der ersten Seite des Abendblatts. In dem Artikel stehen nur die bekannten Tatsachen. Die einzige Neuigkeit ist der rasante Kursvertall.

Am Freitag, d. 8. Dezember 2000 bin ich ab 10.30 Uhr im Büro. Herr Durek meldet sich nicht und auch Herr Jochum taucht nicht auf. Ich schreibe die Einladung von Jan M. für die GmbH Versammlung am nächsten Donnerstag ab und lasse ihn noch mal Korrektur lesen. Am Freitag um 23.50 faxe ich die Einladungen am W., an Kölmel und nachrichtlich nach Darmstadt zu Herrn Jochum.

Anschliessend wandle ich das Schreiben in eine Emil, um und mehle sie um 23.57 an o.g. Mehlanschrift. Am Sonnabend werde ich das zweiseitige Schreiben per Einschreiben an die Arthaus Kinobetriebs GmbH schicken. Von der STEB gibt es bisher keine Reaktion und ernsthaft warte ich auch auf keine. Die Post Mc Paper in der Susannenstrasse ist bis 13.00 Uhr offen. Um 12.45 Uhr bin ich da. So gibt es jetzt zwei Briefe nach München. Einen per Einschreiben mit Rückschein und einen ganz normalen für 1,10 DM.

Am Sonntag, d. 10. Dezember 20.15 Uhr telefoniere ich mit Michael F.. Er kennt Michael Kölmel ein wenig, aber nicht so richtig. Sie unterhalten sich hin und wieder auf Festivals. Aber wenn er das so richtig beobachtet, dann haben sie bei Kinowelt ja auch eine Menge Probleme. Er war eigentlich eingeladen zur Eröffnung des Kinos von Franz Stadler in Westerland. Der hat dort nicht seinen Alterssitz genommen (wie ich dachte) sondern er soll dort die Kinowelt Kinos machen. Aber das zieht sich auch schon ewig hin, jedenfalls ist bis heute keine Einladung gekommen.

Am Montag, d. 11. Dezember 2000 bin ich den ganzen Tag im Büro. Aber kein empörter Anruf aus Süddeutschland. Merkwürdig. Sollten wir wirklich so unwichtig sein?

Am Dienstag, d. 12. Dezember 2000 heute ist wie Montag. Ich versuche den Kontakt mit Elfriede S.. Max erzählt, daß sie auf einer einsamen Insel sei. Auf Jeden Fall herrscht jetzt Funkstille zwischen der Schweren Reiter Strasse der Luwigstrasse und der Schanzenstrasse. Hör mal Emma Funkstille.

Am Mittwoch 13.12. 2000 18.20 Uhr Manfred W. bei mir zuhause am Telefon. Er kommt Morgen um 9.05 mit dem Flugzeug LH nach Hamburg. Anruf bei Paul: Kann W. nicht vom Flughafen abholen. Kinowelt Aktie bei Börsenschluss € 20,50 + 3,3 %. Telefonat mit Jan M. Wir können morgen in den Konferenzraum der Anwälte.

Am Donnerstag 14. Dezember 2000 11.00 14.00 Uhr Gesellschafterversammlung: Anwesende: Rainer K., Jens Meyer, Frank S. und für Arthaus Kino GmbH Manfred W.. Manfred W. berichtet, dass der Vorstand von Kinowelt

Am Dienstag, d. 12. Dezember 2000 beschlossen habe, das Projekt 4001 Kino nicht weiter zu verfolgen. Er selber habe an dem Vorstandsgespräch nicht teilgenommen, sondern nur die Entscheidung mitgeteilt bekommen. Der Vorstand sei damit einem Rat von Hans Jürgen Jochum gefolgt. Es sei dem Vorstand klar, das ein Ausstieg nicht zum Nulltarif zu haben sei. Die Minderheitsgesellschafter erklären, daß sie an dem Projekt weiter festhalten wollen. In einer weiteren GmbH Versammlung sollen Ausstiegs/Übergabemodalitäten besprochen werden.

Ich notiere: Der neue Aktienmarkt ist nur der alte Kapitalismus mit jovialen Umgangsformen, weswegen man einige Zeit braucht, um ihn zu erkennen.

Anschliessend bringe ich den “Abwickler“ -wie er sich selbst nennt- Manfred W. zur Baustelle 4001 Kino und zu einer Taxe, damit er seinen Flieger nach München bekommt. Die Minderheitsgesellschafter, wie wir uns jetzt nennen, wissen nicht so recht weiter. Ein großer, starker Partner, der den Bauherren Vertrauen einflössen könnte, ist nicht in Sicht. Sollen wir das Unternehmen nicht lieber an Kinowelt verkaufen? Immerhin ist unser Unternehmen mit einem Gründungsdatum vom August 1984 schon älter als alle Kinowelten der Kölmels zusammen. Aber werden sie einen angemessenen Preis dafür zahlen, wo sie doch so sparsam sein müssen?

Am Dienstag, d. 19. 12. 2000 15.00 Uhr Wir entwerfen ein Angebot für Kinowelt, die Firma Zentralfilm komplett zu übernehmen. Ein Schnäppchen Angebot. Jan Mohr will es morgen früh überarbeiten. Macht er. Und auch Paul und Rainer. Ich schreibe alles noch mal ab und bringe es am Donnerstag, d. 21. 12. 2000 zum Briefkasten in der Susannenstrasse. (allerdings wird der Kasten erst wieder Freitag, d. 22. 12. 2000 geleert. Zur Sicherheit mache ich noch eine E Mehl daraus und schicke es an Kölmel und W. an die jeweiligen Faxnummern. Auch mein Tagebuch schicke ich an Michael Kölmel mit zwei Fotos von dem Zustand der Baustelle am 2. November.

Am Mittwoch, d. 20. Dezember 2000 Anruf Wolfgang M.. Ob ich schon das Hamburger Abendblatt von heute kenne. Ne. Kenne ich nicht. Dann aber bald. Auf Seite 1 und Seite 15 die Meldung, daß Eugen Wagner zum 1.1. 2001 die Stellplatzablöse von 17.600,00 auf 12 TDM senken will, das ganze muß noch durch die Bürgerschaft. Ich faxe den Artikel nach Süddeutschland und fertige eine Emil für Manfred W.. Reaktion gibt es nicht.

Am Freitag, d. 22. Dezember 2000 Marianne H. meldet sich. Es gibt noch keine Vorschriften für die neue Stellplatzverordnung ab 1.1. 2001. Sie kümmert sich.

Am Sonnabend, d. 23. Dezember 2000 Ich fertige eine Kleinserie und versende an ausgewählte Persönlichkeiten- meine Teilhaber sind solche Persönlichkeiten. Im Spiegel 51/2000 steht von Susanne Weingarten und Martin Wolf ein dreiseitiger Artikel zur Kinosituation unter dem Titel:

Wir haben uns verrechnet“.(Ein Zitat von Herrn Flebbe).

Am Dienstag, d. 9. Januar 2001 Post vom Senator. Dem einzigen Senator von Hamburg, der offenbar Briefe liest und auch beantwortet. Und es scheint auch so, als ob er sich mit den Sachen beschäftigt. Nur seine Mitarbeiter scheinen nicht besonders fleissig. Sein Schreiben trägt das Datum vom 21. Dezember 2000. Der Freistempler auf dem Umschlag ist aber erst am 5. Januar 2001 erfolgt. Jedenfalls tut es ihm leid und er hat den Eindruck gewonnen, die wollten wirklich ein Kino bauen. Offenbar hat sogar jemand mit N. und L. telefoniert. Das ist viel mehr als ich erwartet habe. Wir terminieren die nächste GmbH Versammlung auf Donnerstag, d. 6. Februar 2001.

Am Donnerstag, d. 25. Januar 2001 Post vom KGBD. Die Kommanditgesellchaft hat einen neuen Geschäftsführer: Dr. F. Benedict Heyn. Darüber Stern Quadrant, Wohnen, arbeiten leben mit Zukunft. Jeder scheint das zu lesen, was er lesen will. Schuld sind immer die anderen.

Am Freitag, d. 26. Januar 2001 Es meldet sich telefonisch auf dem AB eine Dame von Kinowelt. Sie sei die Assistentin von Herrn Unzeitig. Ich rufe zurück, bin aber nicht besonders freundlich, jedenfalls nicht so wie es sonst so meine Art ist, wenn ich mit soviel Unwissenheit konfrontiert werde. Langsam genügt es mir nicht mehr, die Einarbeitung der immer neuen Mitarbeiter der Kinowelt kostenlos zu übernehmen. Auf die Frage, wo denn die Bilanz 1999 sei, antworte ich nur barsch, daß die seit 1 ½ Jahren in der Schweren Reiter Strasse liegt. Sie gibt mir ihre Mehlanschrift. Ich schicke was ich so habe. Am Sonntag ist es wieder da, weil ich ein o statt ein u gemacht habe. Der Fußpost war das früher egal.

Am Montag, den 29. Januar 2001 17.15 Uhr Post Susannnenstrasse.

Wie immer seit dem Umbau eine Schlange bis auf die Strasse. Die neuen Telefonbücher sind da. Ein Einschreiben mit Rückschein. Ob ich mich da auskenn? Der Mann hinter dem Schalter ist erstaunt, wie gut es mir gelingt. Inzwischen hab ich das ja auch schon ein paar mal gemacht. Nicht ganz billlig so ein Brief mit Beweiskraft. Immer 8.60 DM.

Am Dienstag, d. 30. Januar 2001 Paul meldet sich. Frau K. hat sich gemeldet. Ihnen ist doch mal unser GmbH Vertrag in die Finger gefallen und oh Wunder aufgefallen, daß ein Gesellschafter sich nicht von irgend wem vertreten lassen kann. Wir sollen ihr schriftlich versichern, daß wir davon eine Ausnahme machen. Als wenn wir keine anderen Probleme hätten.

Am Dienstag, d. 6. Februar 2001 11.30 Uhr Broder Cordsen aus Flensburg von Kinowelt kommt. Wir gehen zu Jan M. im Anwaltsbüro und fangen an, über die Neuigkeiten und die Vergangenheit zu reden. Auch einen Versuch über die Zukunft zu reden gibt es. W. hat bei Kinowelt aufgehört. Sonja B. auch. Cordsen ist über die Vorgänge halb informiert und er ist von Beruf Rechtsanwalt. Auf der Karte steht noch Attorney at law und Legal & Business Affairs. Er hat keine Verhandlungsangebote mitgebracht. Um 14.00 Uhr trennen wir uns mit einem neuen Terminvorschlag am 21. oder 22. Februar. Dann soll auch Herr Jochum dabeisein. Wir maschieren zu viert zur Baustelle und treffen Frank P.. Auf unseren Vorschlag gehen Frank P. und Broder Cordsen gemeinsam zu Thomas L.. Es findet auch ein Gespräch statt, sagt Frau E. am Telefon.

Am Sonntag, d. 11. Februar 2001 11.00 Uhr Wir sind in Berlin, bei der ständigen Vertretung der Freien und Hansestadt in der Mauerstrasse. Die hiess schon so, da gab es noch keine und die heisst immer noch so, auch nachdem es keine mehr gibt. Es ist die Einladung des Senats zur Berlinale. Fünfzehn Jahre wars im Cafe Einstein. Jetzt hier. Bis 1988 gab es im Tiergarten ein Grundstück, das dem Hamburger Senat gehörte, bis 1943 stand auch ein Haus drauf, dann plötzlich nicht mehr. Ein Jahr bevor die Mauer fiel, hat man es unter Verlust verkauft.

Was tut eigentlich der Hamburger Verfassungschutz und wofür werden eigentlich die ganzen Spione bezahlt, wenn sie nicht mal in der Lage sind, die künftigen Wertsteigerungen von Grundstücken vorherzusagen? Aber von Kinowelt taucht niemand auf. Jedenfalls keiner oder keine, der etwas entscheiden könnte. Aber gibt es die bei Kinowelt überhaupt ? In der Woche telefoniere ich dreimal mit dem Handy von Michael Kölmel und seiner Mobilbox, der laut Berlinale im Grand Hyatt abgestiegen ist. Aber obwohl ich nur den Wunsch äußere, ein Bier mit ihm trinken zu wollen, meldet er sich (erwartungsgemäss) nicht. Vielleicht mag er kein Bier?

Am Freitag, d. 16. Februar 2001 Die Schwester schickt einen Zeitungsausschnitt vom gleichen Tag aus der Süddeutschen Zeitung. Es handelt sich um eine zweispaltige Tabelle mit jeweils 25 Aktiengesellschaften (Links: Deutsche Aktien/Rechts: Neuer Markt). Überschrift: Hitliste der Kapitalvernichter. Auf Platz 24 Kinowelt Medien. Aber sie arbeiten sich bestimmt noch weiter nach oben.

Am Montag, d. 20. Februar 2001. Keine Nachricht im Büro von dem Mann des Liegenlassens, welchen der beiden Termine (21. oder 22. Februar) für eine GmbH Versammlung er präferieren würde. Paul ruft Broder Cordsen an. Um 20.15 Uhr landet ein Fax von Herrn Jochum im Büro mit zwei möglichen Terminen. Um 21.00 Uhr ein zweites Fax mit nur noch einem Termin. Besondere Eile scheinen die Herren jedenfalls nicht zu haben.

Der Herr

der sprach zum Knecht

mir ist entsetzlich schlecht

da sprach

der Knecht zum Herrn

das hört man aber gern“

(Heinrich Heine)

Die Personen der Handlung sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Personen, Ereignissen und Verhaltensweisen waren nicht zu vermeiden

Jens Meyer

Tieresehendichan3Nicht veröffentlicht: Am 21. Februar 2001

Ein Gedanke zu „4001 Tagebuch und eine kleine Vorgeschichte“

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