Gibt es in Hamburg eine Kurt Tucholsky Strasse ?

Vermutlich nicht. Es hat nur zu einem Tucholsky Ring gereicht. Und der Text, den ich in der Gesamtausgabe (Drei Bände) im Band 2 auf Seite 972 finde, ist vermutlich nicht auf der Internet Seite der Friedrich Ebert Stiftung (Der hat in Hamburg zwei Straßen bekommen) zu finden. Eine Buchbesprechung ( Von 1927). „Gibt es in Hamburg eine Kurt Tucholsky Strasse ?“ weiterlesen

Ein Besuch in Göttingen bei Walter Kirchner

Groner Landstrasse 3. Am 8. Juli 1999. 15.00 – 16.00 Uhr. Walter Kirchner. Er ist 1922 geboren. Heute also 77 Jahre alt. Er hat zwei Töchter. Alexandra lebt in Göttingen. Daniela in London. „Ein Besuch in Göttingen bei Walter Kirchner“ weiterlesen

Als Tourist in Hamburg

Als Tourist in Hamburg

Nach einer Reise durch Norwegen, Schweden und Dänemark versuche ich mich in die Rolle eines Touristen im Heimatort Hamburg hinein zu finden. Auf der Rückfahrt von Åarhus sitze ich in einem deutschen Interregio seit Fredericia. Dänisches Zugpersonal. Die Ansagen erfolgen auf Dänisch, Deutsch und Englisch. Engländer gibt es kaum im Zug, Deutsche auch wenig, die meisten Reisenden sind Dänen. „Als Tourist in Hamburg“ weiterlesen

Das Beamtenheimstättenwerk

Das Beamtenheimstättenwerk

Vor vier Jahren kam ich von Reise aus Los Angeles wieder zurück nach Hamburg. Wie jeder Tourist hatte ich die Universal Tour hinter mir. In jeder Stadt, in der ich gewesen war in den USA, hatte ich die Kinos besichtigt. Vier Jahre später gehe ich in Hamburg durch die Friedensallee. Auf der einen Seite die Europäische Filmförderung und das Vertriebskontor. Auf der anderen Strassenseite das Filmbüro Hamburg. „Das Beamtenheimstättenwerk“ weiterlesen

Lesen hilft – Einige Tucholsky Zitate

Und noch ein Text, der es wert ist, das man ihn zitiert. (1)

Aus: Wo waren sie im Kriege Herr -?.….“Ich habe mich dreieinhalb Jahre im Kriege gedrückt, wo ich nur konnte – und ich bedaure, dass ich nicht, wie der große Karl Liebknecht, den Mut aufgebracht habe, Nein zu sagen und den Heeresdienst zu verweigern. Dessen schäme ich mich. So tat ich, was ziemlich allgemein getan wurde: ich wandte viele Mittel an, um nicht erschossen zu werden, und um nicht zu schießen – nicht einmal die schlimmsten Mittel. Aber ich hätte alle, ohne jede Ausnahme alle, angewandt, wenn man mich gezwungen hätte; keine Bestechung, keine andre strafbare Handlung hätte ich verschmäht. Viele taten ebenso. Und das nicht, weil wir etwa, im Gegensatz zu den Feldpredigern, Feldpastoren, Feldrabbinern, die Lehren der Bibel besser verstehen als sie, die sie fälschten – nicht, weil wir den Kollektivmord in jeder Form verwerfen, sondern weil Zweck und Ziel dieses Krieges uns nichts angehen. Wir haben diesen Staat nicht gewollt, der seine Arbeiter verkommen läßt, wenn sie alt sind, und der sie peinigt, solange sie arbeiten können; wir haben diesen Krieg nicht gewollt, der eine lächerliche Mischung von Wirtschaftsinteressen und Beamtenstank war, im wahren Sinne des Wortes deckte die Flagge die Warenladung. Wir hatten auch nicht den kümmerlichsten Einfluß auf die Gestaltung der Politik, und Sieg und Niederlage berühren uns nicht. Was hätten wir davon gehabt, wenn Nancy, Antwerpen und Warschau deutsch geworden wären? Wir hätten uns das Brot genauso verdienen müssen wie vorher – genauso so schwer, denn Beamte in neueroberten Gebiet haben wir nicht werden wollen. So, wie einem Calvinisten wohl verständlich gewesen ist, dass man gegen ihn war, aber nicht, dass man sich um den Streit der Sekten überhaupt nicht kümmerte, so kümmert uns der Nationalismus, dieser Nachfolger der Religion, nur insofern, als es gilt, ihn zu bekämpfen. Er läßt uns kalt . . .

(Aus Gesamtausgabe Kurt Tucholsky, Band II, Seite 391-392, von 1926)

Und noch ein Text, der es wert ist, das man ihn zitiert. (2) Man könnte meinen, das wäre gestern geschrieben worden, als sie die große Koalition beschlossen hatten. Dabei hat Tucholsky diesen Text 1926 geschrieben: (Aus dem Text: DIE ERSTAUNTEN)

“ …Aber das Verbrechen der Sozialdemokraten und leider auch vieler Pazifisten besteht darin, daß sie ihre Grundsätze willenlos hingegeben haben. Ich kann mir denken, daß einer nach Hause kommt und spricht: >Ich habe alle meine Prinzipien geopfert, ich habe Verrat begangen, ich bin um viele Ellen zurückgewichen – der tote Bebel würde sich im Grabe herumdrehen. Aber: ich habe dafür eingehandelt: den Achtstundentag, die Abschaffung der Wehrpflicht, eine Justizreform. Hier sind meine Erfolge. Es war nicht sehr schön, wie ich sie errungen habe. Aber hier sind meine Erfolge.<

Doch seine Prinzipien alle, alle bis zum letzten Opfer, kein Haar am eigenen Programm unzerrissen lassen, kein Satz, den man nicht abgeschworen, keine Gelegenheit, wo man nicht gekniffen, keine Erniedrigung, die man nicht heruntergeschluckt hätte – alles, alles, alles hinzugeben und dann nichts dafür nach Hause zu bringen: das ist nicht Realpolitik, wie uns die geölten Herren erzählen wollen – das ist dumm und feige zugleich. Und unehrlich.

Denn letzten Endes ist ja dieser Mangel an Mut nicht so sehr parlamentarische Geschicklichkeit, wie uns diese Nicht-Politiker und Publizisten vormachen wollen – es ist ja nur das sichere Symptom dafür, daß sich in diesen Kreisen eben nichts geändert hat, daß diese Leute insgesamt auch heute noch Kriegskreditbewilliger sind; daß ihnen angst und bange wird, wenn ihnen jemand vorwirft, sie seien nicht >national< ; daß sie nicht den inneren, den geistigen Mut finden zu antworten: >Nein. Wir sind selbstverständlich nicht national und wollen es auch gar nicht sein<.

Sie sind es, und sind es immer gewesen. Und sie sind unbelehrbar. Von hundert parlamentarischen und journalistischen Niederlagen nach Hause geschickt, verprügelt, mit ausgefransten Hosen und verbeulten Hüten, gehöhnt, mit Bier begossen und von oben bis unten mit Spott bekleckert: so stehen sie da und sind Taktiker, Strategen, voll von subtilsten Kniffen, die ihnen nicht über den kleinsten Rinnstein helfen. Da wollen wie sie stehen lassen . . .“

Aus: “Die Erstaunten“ (Kurt Tucholsky, Gesammelte Werke, Band II, Seite 119, (1926)

Der SPD ist es vorbehalten geblieben, einen neuen Verrätertypus in die politische Geschichte eingeführt zu haben: den Judas ohne Silberlinge.“  (Kurt Tucholsky in Dreibändige Gesamtausgabe, Band II, Seite 1329)Die Sicherungsverwahrung“ (1928)

Wenn die Sozialdemokratie wiederum – zum wievielten Male! – ihre Anhänger verraten will, so ist das deren Sache. Wenn diese Partei aber glaubt, höchst listig gehandelt zu haben, so muß ihr gesagt werden, daß sie, wie immer, höchst dämlich handelt – sie hat bisher bei allen Koalitionen kein Kompromiß, sondern immer nur Kompromittierungen erreicht – und was sie dieses Mal vor hat, ist schlimmer als das.“ (Kurt Tucholsky in Dreibändige Gesamtausgabe. Dünndruck. Band II. Seite 1331). Titel: “Die Sicherungsverwahrung“. (1928)Tieresehendichan3

Foto Jens Meyer
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Clara Esslen Heinz B. Heisig und die Volkshochschule 16. Oktober 1938

Das Ende einer Legende. Heinz B. Heisig – Ein Widerstandskämpfer

25 Filmbeispiele zeigen: Wer gut mit den Nazis kooperiert (Clara Esslen, Heinz B. Heisig, VHS) braucht kein Mitglied zu werden. „Clara Esslen Heinz B. Heisig und die Volkshochschule 16. Oktober 1938“ weiterlesen

Schon wieder ein Kindergarten abgerissen

P1050059BartelsstrasseAber wer braucht schon Kindergärten?P1050060BartelsstrasseBy-nc-sa_colorNilpferd7Fotos Jens Meyer